Alle Beiträge von Tillmann Braun

IoT braucht kein 5G

Laut einer Gartner-Studie wird das Internet der Dinge (IoT) bereits in zwei Jahren über 25 Milliarden Geräte umfassen. Vor allem Consumer Electronics wie Komponenten aus dem Heimnetz oder Smart Home gehören dazu. Aber auch immer mehr intelligente Maschinen, Autos, Smart Meter und ganze Smart Citys sorgen für eine steigende Vernetzungsrate. Nicht selten kommt dabei Mobilfunktechnologie zum Einsatz – allerdings mitnichten der derzeitige Topstandard 4G. Schließlich geht es bei den meisten IoT-Anwendungen nicht um hohe Bandbreiten wie etwa beim mobilen Internet für Endkunden, sondern um die verlässliche Übertragung von zumeist kleineren Datenpaketen. Auch der Energieverbrauch spielt eine Rolle.

In vielen Unternehmen mangelt es an IoT-Know-how

„Die Bandbreiten und Geschwindigkeiten von 3G, 2G oder auch GSM reichen in den meisten Fällen absolut aus, um etwa im Industrie 4.0-Umfeld Informationen zwischen Maschinen auszutauschen“, sagt Peter Matthes von Siwaltec. Das Unternehmen hat sich als Teil der TGE Gruppe auf SIM-Kartenlösungen spezialisiert. „4G oder gar das zukünftige 5G spielen dabei eine untergeordnete Rolle“, so Matthes. Der Trend, dass die Bandbreite immer höher werden müsse, treffe auf Mobilfunk-basierte IoT-Lösungen für Unternehmen eher nicht zu. „Hier kommt es vielmehr darauf an, stabile und verlässliche Übertragungen zu gewährleisten, die nicht zu viel Energie beanspruchen.“ Dass dennoch viele Unternehmen 5G entgegenfiebern, obwohl es für die meisten IoT-Anwendungen weitgehend irrelevant ist, zeigt laut Matthes, dass es in den Unternehmen weiterhin an entsprechendem Fachwissen mangelt. Statt willkürlich in neue Technologien zu investieren, sollten die Unternehmen sich zunächst auf die Grundlagen fokussieren und nötigenfalls externe Experten hinzuziehen.

Narrowband-IoT dringt bis in den Keller vor

Die Tatsache, dass 4G und 5G eher nicht die Lösung für derzeitige und wohl auch zukünftige IoT-Lösungen sind, bedeutet allerdings nicht, dass neuere Mobilfunkstandards komplett ignoriert werden sollten. Denn mit dem sogenannten Narrowband-IoT gibt es mittlerweile einen eigens fürs Internet der Dinge entwickelten Mobilfunkstandard – wie man schon am Namen erkennen kann.

Wie etwa GSM eignet sich Narrowband-IoT für Anwendungen, die geringe Datenraten benötigen. Batteriebetriebene Geräte wie Rauchmelder oder Stromzähler funktionieren so zuverlässig bis zu zehn Jahre, bevor die Batterien ausgetauscht werden müssen. Vor allem aber dringt Narrowband-IoT bis tief in Gebäude vor, sodass selbst Gerätschaften im Kellergeschoss per Mobilfunk mit dem Internet of Things verknüpft werden können.

Laut Oliver Wierichs, Principal Manager IoT Devices bei Vodafone, ergeben sich durch die reduzierte Datenrate im Vergleich zu 4G/LTE zudem deutliche Einsparungen bei der Hardware. „Man verwendet kleinere Prozessoren, weniger Speicher und auch das Funkmodul wurde vereinfacht, ohne dabei auf wichtige Eigenschaften des Mobilfunks, wie beispielsweise Sicherheit und Verschlüsselung, zu verzichten“, erklärte Oliver Wierichs kürzlich in einem Gespräch mit dem Verband der Internetwirtschaft, eco.

Laut der GSM Association (GSMA) gibt es auf internationaler Ebene bereits über 50 Narrowband-IoT-Netze. Allein auf Vodafone gehen dabei weltweit zehn kommerzielle Netze zurück. „Unsere Labors sind ausgebucht und wir testen mit Hunderten von Kunden weltweit“, berichtet Oliver Wierichs. „In Deutschland haben wir rund 90 Prozent der 4G-Basisstationen mit Narrowband-IoT ausgestattet.“ Insofern ist 4G dann doch wieder nützlich, um die Entwicklung des Internet of Things weiter voranzutreiben.

Vernetzung: Was Krankenhäuser von Autos und Aufzügen lernen können

Wenn es um moderne Medizin geht, zählen deutsche Ärzte zu den besten der Welt. Bei den Systemen und Geräten, auf die sie mitunter angewiesen sind, ergibt sich jedoch teils ein anderes Bild. Das Problem wird schon bei vergleichsweise simplen Abläufen wie der Terminvergabe schnell sichtbar. Häufig müssen Patienten viel Zeit aufwenden, um ihre Arztbesuche zu buchen und zu koordinieren. Da je nach Beschwerde und Krankheit nicht selten gleich mehrere Fachärzte und Kliniken besucht werden müssen, herrscht schnell Chaos und Verwirrung, was wiederum zu unnötigen Verzögerungen führen kann. Dabei wäre eine digitale und somit effizientere Terminvergabe, die mitunter sogar verschiedene Kliniken und Praxen umfasst, leicht realisierbar. In anderen Ländern sind entsprechende Systeme längst üblich und werden von den Patienten gut angenommen. In Deutschland sind solche Angebote weiterhin eher die Ausnahme. 

Und auch bei den medizinischen Gerätschaften könnte die technische Entwicklung längst deutlich weiter sein, als es vielerorts der Fall ist. Industrieanlagen, Fahrzeugflotten und selbst Aufzüge sind schon seit längerer Zeit dazu imstande, wichtige Informationen automatisch auszutauschen. Moderne Autos weisen den Fahrer auf Probleme hin, bevor diese womöglich unschöne Konsequenzen haben, und kommunizieren teils sogar selbständig mit der Werkstatt des Vertrauens. Speditionen und Autovermietungen haben ihre Fahrzeuge längst vernetzt und können einfach sehen, wo sich welcher LKW oder PKW gerade befindet. Und Aufzüge signalisieren anstehende Wartungsarbeiten lange bevor es zu einem Stillstand kommt. Umso erstaunlicher ist es, dass medizinische Geräte  und Einrichtungen weiterhin ohne Vorwarnung ausfallen können und somit nicht einsetzbar sind, wenn sie benötigt werden. Für Ärzte und Patienten kann das schwerwiegende Folgen haben.

IoT und M2M: Automobilhersteller machen es vor

Laut Vodafone nutzen bereits über 30 Automobilhersteller die IoT- und M2M-Produkte des Mobilfunkunternehmens. Andere Hersteller nutzen andere Partner, doch es dürfte kaum noch einen Autobauer geben, der nicht bereits auf entsprechende Vernetzung setzt. Viele Speditionen und Logistikunternehmen profitieren bereits von einer digitalen Flottensteuerung. Dabei werden laufend Daten wie Position, Route, Geschwindigkeit und Fahrzeugstatus mit Hilfe von Sensoren erfasst und über das Mobilfunknetz an die Zentrale gesendet. Dank der schnellen Übertragung und Auswertung der Daten kann umgehend auf kurzfristige Erfordernisse reagiert werden. Die Spedition hat so stets einen guten Überblick darüber, welche Fahrzeuge wo im Einsatz sind und kann im Bedarfsfall Einsatzpläne anpassen und diese auch gleich kommunizieren. Zu den weiteren Vorteilen gehören u.a. digitale Fahrtenbücher sowie die direkte Übermittlung von Dokumenten wie etwa Frachtbriefe. Im Fall eines Diebstahls kann das entwendete Fahrzeug ebenfalls schnell geortet werden.

Aufzüge sind mitunter besser vernetzt als Krankenhäuser und Kliniken

Selbst in der Aufzugsbranche ist man mitunter deutlich weiter als im Gesundheitswesen. Bevor es zu einem Ausfall kommt, melden sich moderne Aufzüge selbständig und fordern den Austausch von Verschleißteilen. Zu den weltweiten Marktführern beim intelligenten Aufzugsnotruf und -management gehört mit der TGE Gruppe sogar ein deutsches Unternehmen. Über die drei Firmen Siwaltec, Telegärtner Elektronik und TG Services bietet die Unternehmensgruppe nicht nur Notrufkomponenten bis hin zum SIM-Karten-Management an, sondern sogar einen eigenen Leitstand, bei dem die Notrufe aus den Aufzügen eingehen, sodass je nach Bedarf direkt entsprechende Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden können. Die Parallelen zum Gesundheitswesen und der Alterspflege liegen auf der Hand.

Doch obwohl sich die Lösungen von Vodafone, Volkswagen, TGE Gruppe & Co. sich in anderen Branchen und Bereichen bereits bewährt haben und diese teils ohne viel Aufwand auch im Gesundheitswesen einsetzbar wären, sucht man derartige Lösungen dort zumeist vergeblich. Dabei würden medizinische Gerätschaften mit der richtigen Vernetzung besser gewartet und somit seltener ausfallen, als es heutzutage der Fall ist. Der Diebstahl von Geräten, die im medizinischen Bereich oftmals sehr teuer sind, könnte wie bei einer Speditionsflotte ebenfalls leicht verhindert oder zumindest schneller aufgeklärt werden. Und über effizientes und transparentes SIM-Kartenmanagement könnten die Kosten im Auge behalten und besser kontrolliert werden. Selbst Leitstände für Notrufe, die für Aufzüge entwickelt wurden, ließen sich an vielen Stellen im Gesundheitswesen einsetzen. Dennoch sieht die Realität in deutschen Krankenhäusern, Kliniken und Arztpraxen zumeist anders aus. Ein Blick über den Tellerrand zur Industrie könnte hier sicherlich sehr hilfreich und heilsam sein. Dann könnte die medizinische Infrastruktur in Deutschland schon bald so gut sein wie es die hiesigen Ärzte bereits sind. 

IoT wird langsam aber sicher Realität in deutschen Unternehmen

Die IDG-Studie „Internet of Things 2018“ wirft nicht nur einen Blick auf die Gegenwart des Internet of Things, sondern auch auf dessen Zukunft. Und so lässt sich erkennen, wie schnell sich das IoT in den nächsten Jahren entwickeln könnte. Führt man sich einige der Untersuchungsergebnisse vor Augen, ist das auch dringend notwendig. Denn bis dato gibt gerade einmal jedes fünfte Unternehmen an, bereits IoT-Plattformen zu nutzen – und das, obwohl die Ergebnisse in den meisten Fällen positiv bewertet wurden. Ein Großteil der aktiven IoT-Nutzer konnte beispielsweise bereits innerhalb des ersten Jahres klare Mehrwerte wie eine Produktivitätssteigerung oder eine höhere Maschinenauslastung verzeichnen.

Womöglich sind diese und ähnliche Vorteile, die das Internet of Things mit sich bringt, letztlich sogar mehr Entscheidern bewusst, als es zunächst scheinen mag. Halten derzeit weniger als die Hälfte der Unternehmen das Thema IoT für sehr wichtig oder zumindest wichtig, wird dieser Anteil in den nächsten zwei bis drei Jahren auf rund 78 Prozent steigen. Vor allem bei der vernetzten Produktion, in der Qualitätskontrolle und im Rahmen von Smart Connected Products wird die Anzahl an IoT-Projekten stark zunehmen.

Schrittweises Vorgehen könnte die Wende bringen

Dass das Internet of Things trotz aller Komplexität immer häufiger Realität wird in den Unternehmen, liegt unter anderem daran, dass sich die Herangehensweise zu ändern scheint. Nahezu jedes vierte der befragten Unternehmen gab an, mit Pilot-Projekten zu starten und sich so schrittweise der Realisierung im Unternehmen zu nähern, anstatt gleich eine flächendeckende Transformation erzwingen zu wollen. Auch Workshops mit Vertretern von Fachbereichen und Partnern vor dem Beginn der Projekte werden bereits in knapp einem Fünftel der Unternehmen dazu genutzt, um gemeinsam einzelne Use Cases zu finden und schließlich umzusetzen. „Gemeinsame Workshops und die Umsetzung einzelner Use Cases sind ein ebenso einfaches wie effektives Mittel, um erste IoT-Projekte und -Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen“, sagt Oliver Hüttig, CEO des Software- und Beratungsunternehmens Cocus. „So lassen sich die konkreten Vorteile für das jeweilige Unternehmen schnell erkennen und nachweisen. Das wiederum führt unter anderem auch dazu, dass die eigenen Mitarbeiter die positiven Effekte von IoT-Lösungen sehen und erleben, wodurch sich mögliche Skepsis gegenüber neuen Lösungen im Unternehmen schnell abbauen lassen“, erklärt Oliver Hüttig.  

Oliver Hüttig – Cocus AG (Quelle: Cocus AG)

Die Unternehmen wollen der IDG-Studie zufolge unter anderem in neue Sensoren, Maschinen und einheitliche Schnittstellen investieren, um die Produktivität zu steigern, Rüstzeiten zu verkürzen, Energiekosten zu senken, mittels Predictive Maintenance die Maschinenlaufzeiten zu erhöhen und günstiger zu produzieren. Über die Hälfte der Befragten gibt an, dass die jeweiligen Investitionen ins Internet der Dinge stark oder sogar sehr stark steigen werden. Treibende Kraft sind dabei in den meisten Fällen der CEO (40 Prozent) oder der CIO bzw. IT-Leiter (38,1 Prozent). Damit ist das IoT also klar zur Chefsache geworden. Das war nicht immer so.

IoT-Sicherheit als wichtiges Thema

Zu den konkreten Problemen, die die Einführung von IoT-Lösungen  be- und teils sogar verhindern, gehört, dass es an entsprechenden Analyse-Lösungen und Sicherheitstechnologien mangelt. Die Sorge vor mangelnder Informationssicherheit, der Betriebssicherheit intelligenter Produktionsanlagen und unzureichendem Datenschutz personenbezogener Daten ist besonders hoch. Unter anderem werden Hackerangriffe (43,9 Prozent) und Industriespionage (31,6 Prozent) befürchtet. Und so verwundert es nicht, dass die geplanten Investitionen zu einem großen Teil in die Sicherheit fließen sollen. Auch hier könnte die schrittweise Einführung neuer Lösungen und Systeme dazu führen, dass die derzeitigen Sorgen und Hürden langsam verschwinden.

Netzwerke im IoT: Verfügbarkeit und Service sind wichtiger als die Bandbreite

Geht es nach den Anbietern, wird der zukünftige Mobilfunkstandard 5G nicht weniger als die Welt revolutionieren. Für den Endkundenbereich mag das zu einem gewissen Grad sogar stimmen. Greifen Millionen von Smartphone-Besitzern auf Dienste wie YouTube, Netflix & Co. zu, kann mehr Bandbreite nicht schaden. Wenn 5G in einigen Jahren eingeführt wird, sollen die Übertragungsgeschwindigkeiten selbst gegenüber dem LTE-Advanced-Netz noch einmal um das Zehnfache schneller werden. Die maximalen Speeds werden dann bei bis zu 1.250 MB/s liegen. Ein Vergleich mit GSM ließe den Klassiker zwischen Hase und Igel wie ein faires Rennen aussehen.

Doch wie der Igel in der bekannten Fabel haben die vergleichsweise langsamen Mobilfunkstandards wie GSM durchaus gute Gewinnchancen, wenn es um die wichtigen Business-Bereiche Internet of Things und M2M-Kommunikation geht. Denn bei der Vernetzung von Maschinen, Geräten und Geschäftsbereichen ist die Bandbreite zumeist Nebensache. Um Basisdaten zwischen Sensoren, Geräten und Anlagen zu kommunizieren, reichen auch die Geschwindigkeiten ausgereifter und somit zuverlässiger Mobilfunkstandards aus. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie flächendeckend verfügbar sind – und dass in nahezu allen Ecken der Landkarte. Nicht selten befinden sich Betriebe und Produktionsanlagen jenseits der Ballungsgebiete. Auch in der Landwirtschaft bietet sich der Einsatz von IoT- und M2M-Lösungen an. Im Bereich eHealth können moderne Lösungen dafür sorgen, dass selbst Patienten, die weit vom nächsten Krankenhaus oder Arzt entfernt leben, aus der Ferne per automatisierter Kommunikation überwacht und betreut  werden. Doch in allen Fällen stehen und fallen die Lösungen mit der Verlässlichkeit der jeweiligen Verbindung.

Roaming steigert die Verfügbarkeit

„Bei Mobilfunk-basierten M2M-Lösungen spielen Faktoren wie Netzabdeckung, Verfügbarkeit, Roaming und Service-Leistungen eine deutlich wichtigere Rolle als Top-Speeds“, sagt Peter Matthes, Geschäftsführer bei Siwaltec. „Die SIM-Karten, die wir einsetzen, unterstützen beispielsweise Roaming, sodass diese sich unabhängig vom Mobilfunknetz einsetzen lassen. So kommt es zu keinen Übertragungsproblemen, wenn ein bestimmtes Netz mal nicht erreichbar sein sollte“, erklärt Matthes. 

Indem die GSM-SIM-Karten permanent überwacht werden, handelt es zudem um eine äußerst sichere Lösung. „Gleichzeitig ist für unsere Plug-and-play-Lösungen kein aufwändiger Genehmigungsprozess mit Administratoren notwendig, und es gibt auch keinen Ärger mit Sicherheitszertifikaten“, so Matthes weiter. Dass eine weltweite Konnektivität, die unabhängig von Distanzen und firmeninternen IT-Infrastrukturen funktioniert, für IoT- und M2M-Lösungen wichtiger ist als punktueller Highspeed-Mobilfunk, liegt eigentlich auf der Hand.

Eine aktuelle IDC-Studie unter mehr als 500 Entscheidungsträgern zeigt, dass sich die Unternehmen bewusst sind, wie wichtig eine solide und verlässliche Technologieinfrastruktur ist. So gaben viele der Befragten an, dass die Ursache für Verzögerungen oder gar das Scheitern von Projekten häufig eine inadäquate Infrastruktur sei. Wieso dennoch weiterhin viele Unternehmen denken, der Weg zu wichtigen IoT- und M2M-Systemen führe über hohe mobile Bandbreiten, wurde von der Studie leider nicht untersucht.

Das Smart Home beginnt an der Eingangstür

Türsprechstellen, die mit dem Telefon verbunden sind, kennt man mitunter bereits von Apotheken oder Polizeistationen. Sind diese nachts unbesetzt, wird das Türgespräch zum nächstgelegenen Nachtschicht-Team weitergeleitet. Doch auch in Büros, Unternehmen und selbst Parkhäusern kommen die auch als Door Line bekannten Anlagen immer häufiger zum Einsatz. Mitunter kann so auch der Pförtner ersetzt werden. Mit der steigenden Nachfrage nach smarten Lösungen fürs eigene Haus oder die Wohnung sind derartige Türsprechanlagen sogar zunehmend im privaten Bereich vorzufinden.

Je nach Bedarf und Vorliebe lassen sich Door Line-Türsprechstellen per Kabel oder drahtlos verbinden. Bei der kabelgebundenen Version erfolgt der Anschluss an die vorhandene Türsprechanlage über 2-Draht oder per Netzwerkkabel. Bei den drahtlosen Varianten setzen die meisten Hersteller auf WLAN oder DECT-Funk. Beide Standards haben ihre Vor- und Nachteile. WLAN eignet sich dazu, selbst hochauflösende und bewegte Bilder in guter Qualität zu übertragen – also beispielsweise das Kamerabild vom Eingangsbereich. Allerdings benötigt WLAN viel Strom. Entsprechend häufig müssen bei WLAN-basierten Produkten die Batterien ausgetauscht werden. Ansonsten funktioniert irgendwann die Türklingel nicht mehr. Darüber hinaus gilt WLAN bei der Übertragung von Sprache als nicht besonders zuverlässig, was gerade bei einer Türsprechanlage zu Problemen führen kann.

Das Gegenteil ist bei DECT-Funk der Fall. DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) ist der weltweite Standard für drahtlose Telefonie und wurde eigens für die Übertragung von Sprache entwickelt. Die verlässliche und klare Übermittlung von funkbasierten Türgesprächen liegt somit in der Natur von DECT. Auch beim Energieverbrauch und der Reichweite übertrifft der DECT-Standard WLAN um Längen. Bei bewegten Bildern hat WLAN im Vergleich Vorteile, doch prinzipiell lassen sich diese auch per DECT übermitteln.

Mit kabelgebundenen Türsprechstelle kann jedoch weiterhin kein Funkstandard mithalten, was Verlässlichkeit und Qualität betrifft. Mitunter zahlt es sich also aus, bei der Installation etwas mehr Aufwand zu betreiben. Ansonsten kann es passieren, dass die Türsprechstelle nicht das leistet, was man sich erwartet.

Nicht nur in zahlreichen Haushalten, sondern auch in kleineren Betrieben und Büros ist in Deutschland häufig bereits ein Fritzbox-Router im Einsatz. Für die aktuellen Modelle hat der Hersteller AVM eine neue kostenlose Firmware entwickelt, die es noch leichter macht, Türsprechstellen ins eigene Netzwerk zu integrieren. Steht für die verwendete Box die Version FRITZ!OS 6.50 (oder höher) zur Verfügung, sollte man diese umgehend installieren – zumal es prinzipiell Sinn macht, sämtliche Geräte stets auf dem aktuellen Software-Stand zu haben. Das Update lässt sich leicht über die Benutzeroberfläche der Fritzbox durchführen. Ob die Türsprechstelle über DECT-Funk, als IP-Nebenstelle oder über den konventionellen a/b-Port verbunden wird, macht beim Anschluss über eine Fritzbox übrigens keinen Unterschied. Unterstützt werden u.a. die Door Line-Modelle von Telegärtner Elektronik, Siedle, TCS, Auerswald, Ritto, Agfeo, Behnke, 2N und Keil Telecom.

Von Vorteil ist es in vielen Fällen, wenn man sehen kann, wer vor der Eingangstür steht. Viele Türsprechstellen erlauben es ihren Nutzern – standardmäßig oder als mögliche Erweiterung – den Eingangsbereich per Video oder Standbild zu überblicken. Der Vorteil von separaten Kameras ist dabei, dass diese sich bedarfsgerecht aussuchen und gegebenenfalls auch austauschen lassen.

Je nach Hersteller und Modell bieten intelligente Türsprechanlagen noch viele weitere Funktionen und Einsatzmöglichkeiten wie die bereits erwähnte Apotheker-Schaltung. So lässt sich sicherstellen, dass man wirklich keinen Besucher verpasst – selbst dann nicht, wenn man unterwegs ist. Denn auch Handy- oder Hotelnummern können hinterlegt werden. Bei einer einfachen Apotheker-Schaltung klingelt die Türsprechstelle zunächst am Türgong, der Gegensprechanlage oder am Festnetztelefon. Wird darauf nicht reagiert, versucht die Apotheker-Schaltung den oder die festgelegten Ansprechpartner über zuvor hinterlegte, alternative Rufnummern zu erreichen, bis das Türgespräch beantwortet wird. Je nach Hersteller und Modell kann das Durchprobieren verschiedener Rufnummern auch parallel erfolgen, sodass kein Besucher oder Lieferant lange vor der Tür oder dem Zufahrtstor stehen muss.

Unternehmen haben Probleme bei der gezielten Nutzung von Kundendaten

In der von Sitecore in Auftrag gegebenen und vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Vanson Bourne durchgeführten Studie wurden unter anderen auch die Angaben von 500 Kunden sowie 50 Entscheidungsträgern in Marketing und IT in Deutschland ausgewertet. Die Analyse bezog auch den Benutzerkomfort bei der Übermittlung von Daten, die Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich der digitalen Erlebnisse, die ihnen die Marken auf deren Grundlage bereitstellen, und ihre Meinung zu Personalisierung mit ein.

Häufig werden alte oder gar falsche Daten genutzt

Laut Sitecore belegt die Studie, dass Marken zunehmend unter Druck stehen, datengesteuertes Marketing zu betreiben. 86 Prozent der Marken messen der Personalisierung der Studie zufolge einen hohen Stellenwert bei, haben jedoch Probleme bei der Verwaltung und Analyse von Kundendaten, um Customer-Experience-Strategien zu entwickeln und dem Anspruch der Personalisierung gerecht zu werden. 95 Prozent der befragten Verbraucher sind der Meinung, dass es schlechte Personalisierung gibt. Und das ist wenig verwunderlich. So gestehen die Marken ein, dass sie veraltete Daten (63 Prozent in Deutschland, 59 Prozent weltweit) oder sogar falsche Kundendaten verwenden (60 Prozent in Deutschland, 57 Prozent weltweit) oder auch Annahmen über die Wünsche der Kunden von einzelnen Interaktionen ableiten (48 Prozent in Deutschland, 54 Prozent weltweit).

„Die hohen Erwartungen, die der heutige Verbraucher hat, einhergehend mit der hohen Unzufriedenheit der Marketingexperten mit den ihnen zur Verfügung stehenden Tools und Ressourcen, lässt darauf schließen, dass Marken dringend Maßnahmen ergreifen müssen, um ihre Fähigkeit zur Sammlung, Verknüpfung, Auswertung und Umsetzung von Kundendaten zu verbessern“, so Scott Anderson, CMO von Sitecore.

Scott Anderson – CMO Sitecore (Quelle: Sitecore)

Plattformen müssen Antwort auf jede Frage geben können

Für Marken sind schlecht personalisierte digitale Erlebnisse häufig das Ergebnis einer Datenflut und der damit verbundenen komplexen Verwaltung. Die Marken sammeln eigenen Angaben zufolge im Durchschnitt acht verschiedene Arten von Daten über Online-Kunden, angefangen bei Transaktionsdaten bis hin zu Einblicken in Verhalten und Trends. Dennoch gibt über ein Viertel der befragten Marken (26 Prozent) an, dass die nötigen Kompetenzen fehlen, um die gesammelten Daten richtig zu nutzen oder zu analysieren. Und 28 Prozent haben nicht die Möglichkeit, gesammelte Daten zu integrieren. Nur 8 Prozent können Online-Daten auf der Ebene des Individuums sammeln.

Obwohl immerhin 66 Prozent der Marken angeben, digitale Analyse-Software zu verwenden, ist knapp jeder Dritte eigenen Angaben zufolge mit der momentanen Lösung nicht hundertprozentig zufrieden. „Im Bereich Data Analytics ist es prinzipiell ratsam, dass die jeweils verwendete Plattform jede Art von Daten zulässt“, sagt Oliver Hüttig, Vorstand des Software- und Beratungsunternehmen COCUS. „Dazu gehören beispielsweise auch Daten von Medien- und Sozialen-Netzwerken, Maschinen- und Sensordaten, Ad-Impressions oder auch Kassenbons. Letztlich muss die Plattform jede Frage beantworten können, die sich dem Unternehmen stellt. Die Erweiterbarkeit der jeweiligen Lösung ist äußerst wichtig, um auch zukünftig zielgenau analysieren und wertvolle Echtzeit-Einblicke erhalten zu können“, betont Oliver Hüttig. „Wer sein Unternehmen und seinen Kunden bestmöglich kennt, kann auch die besten Lösungen anbieten.“

Oliver Hüttig – CEO Cocus AG (Quelle: Cocus AG)

Übrigens geht aus der neuen Studie auch hervor, dass deutsche Kunden und Marken gleich denken, wenn es um Daten geht: Im Gegensatz zum weltweiten Durchschnitt erwartet mehr als die Hälfte der Befragten in Deutschland, dass die Marken ihre Kaufhistorie kennen.

M2M Summit zieht nach Köln zur StartupCon

Die M2M Alliance ist eine Kooperation mit StartupCon eingegangen, Europas größter Tageskonferenz für Start-ups und Innovation. Die 11. Auflage des M2M Summits findet nun am 11. Oktober 2017 in der LANXESS Arena in Köln statt. Auf 80.000 Quadratmetern erhalten Besucher des M2M Summits hier einen einzigartigen Überblick über die neuesten M2M- und IoT-Entwicklungen – sowie Zugang zur StartupCon. Die Veranstaltung ist dafür bekannt, Investoren und Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen anzuziehen.

„Die Kooperation mit StartupCon ermöglicht es uns, unseren Ausstellern, Partnern und Referenten eine einmalige Gelegenheit zu bieten, sich einem großen und innovativen Publikum zu präsentieren“, sagt Dr. Andreas Fink, Vorsitzender der M2M Alliance, die den M2M Summit organisiert. „Unsere etablierte Konferenz und Ausstellung für M2M-Kommunikation und das Internet of Things ist nun Teil eines erstklassigen und einzigartigen Programms für Unternehmer. Die Teilnehmer der beiden Events profitieren von neuen Kontakten und weiterer Leadgenerierung.“ Alle Besitzer eines M2M Summit Tickets haben Zugang zu den StartupCon-Aktivitäten wie Konferenz, Ausstellung, Pitches, Workshops und VR-Kinos.

„M2M-Technologie und das Internet of Things sind wichtige Themen für Start-ups und traditionelle Unternehmen“, sagt Ralf Brüstle, Organisator von StartupCon. „Dank unserer Kooperation mit der M2M Alliance können Teilnehmer und Besucher von StartupCon nun die neuesten M2M- und IoT-Entwicklungen unter einem Dach sehen und aus erster Hand erleben. Das dürfte zu noch mehr Innovationen sowie neuen Geschäftsmöglichkeiten führen.“

Innerhalb der LANXESS Arena wird es eine eigene Ausstellungsfläche der M2M Alliance sowie einen Konferenzsaal mit den neuesten Technologietrends rund um M2M und IoT geben. Referenten von IBM, thyssenkrupp und SigFox werden ihr Wissen sowie die neuesten Entwicklungen präsentieren. Der von Prof. Axel Sikora organisierte Akademische Tag wird ebenfalls Teil des M2M Summits sein. Darüber hinaus werden Forschungsprojekte zu den neuesten M2M- und IoT-Technologien sowie Innovationen vorgestellt und diskutiert.

Wie bereits auf dem M2M Summit 2016 haben junge Unternehmen die Möglichkeit, ihre Ideen und Lösungen für M2M- und IoT-Technologien in Form eines Pitches zu präsentieren. Dieser Start-up Pitch wird von der M2M Alliance organisiert. Der Sieger erhält eine Wildcard und darf seinen Pitch ein weiteres Mal live präsentieren – dann  auf der Bühne in der StartupCon Arena – mit der Chance auf einen Pitch in San Francisco, wo es 1 Million US Dollar zu gewinnen gibt.

StartupCity Cologne

Im Innenraum der Arena findet die StartupCity Cologne statt. Die rund 500 nationalen und internationalen Early Stage-Startups präsentieren sich hier mit vielfältigen Konzepten aus den Bereichen Mobility, Technology, Finance, Insurance, Commerce, Life Science, Lifestyle sowie Services und stehen den Interessenten Rede und Antwort. Parallel dazu gewähren rund 200 Top-Referenten auf fünf Bühnen Einblicke in deren Leben als Unternehmer und berichten von den aktuellsten Entwicklungen.

StartupExpo

Im Umlauf der Arena findet die StartupExpo statt. Hier dreht sich alles um führende Unternehmen und Growth Startups. Mehr als 100 Aussteller geben Einblicke in neue Entwicklungen und diskutieren mit den Teilnehmern erfolgsversprechende Strategien sowie Partnerschaften rund um den voranschreitenden digitalen Wandel.

One-On-One Pitches, Talks, Workshops und ein Hackathon

Die 50 Logen der LANXESS Arena stehen für Pitches zur Verfügung. Junge Gründer haben hier die Möglichkeit ihre Ideen und Geschäftsmodelle den mehr als 300 Investoren vorzustellen. Zusätzlich stehen 20 Table Talks, 30 Workshops, vier VR-Kinos sowie ein Hackathon und ein spektakulärer Drohnen-Parkour auf dem Programm von Europas größter Tageskonferenz.

Neue Ticket-Preise

Tickets für die M2M Alliance Konferenz und Ausstellung sowie die 4. StartupCon am 11. Oktober 2017 in der Kölner LANXESS Arena gibt es für interessierte Gründer – inklusive aller Vorträge und Workshops – ab 19 € (Studenten) bis 69 €. Investoren zahlen 199 € für den Zugang zu allen Vorträgen sowie Workshops und der StartupExpo. Unternehmer können für 249 € das komplette Angebot der Veranstaltung nutzen. Tickets sowie weitere Informationen gibt es auf www.m2m-summit.com und www.startupcon.de.

Japan und Deutschland: Gemeinsam in die Digitalisierung

„Innovation durch Kooperation – neue Erfolgsstrategien für Unternehmen in der digitalisierten und globalisierten Wirtschaft“ lautete in diesem Jahr das Motto des Japan-Tages. In Vorträgen und Podiumsrunden wurden dabei aktuelle Entwicklungen, intelligente Konzepte und Strategien sowie Beispiele für erfolgreiche Kooperationen in Deutschland und Japan aufgezeigt. „Im Hinblick auf die heutigen turbulenten Zeiten der Weltpolitik ist die deutsch-japanische Zusammenarbeit wichtiger denn je“, betonte der japanische Generalkonsul in Düsseldorf, Ryuta Mizuuchi. Seiichi Kuroiwa, Präsident der Japanischen Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf, sieht das ähnlich: „Die Fähigkeit, innovativ zu bleiben, entscheidet in einer globalisierten und digitalisierten Welt immer mehr über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Dies gilt sowohl für Japan als auch für Deutschland. Umso wichtiger ist es, sich darüber auszutauschen, wie die Unternehmen in beiden Ländern mit dieser Herausforderung umgehen“, so Seiichi Kuroiwa.

Vorträge hochkarätiger Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft

Zum konkreten Austausch gehörten auf dem Wirtschaftstag Japan unter anderem Erfahrungsberichte von Unternehmen wie auch Vorträge hochkarätiger Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft. Dr. Michael Brandkamp, Geschäftsführer vom High-Tech Gründerfonds Management, bot mit seinem Eröffnungsvortrag „Kooperationen zwischen japanischen Unternehmen und innovativen Start-ups aus Deutschland als Erfolgsfaktor“ die Grundlage für die anschließende Podiumsdiskussion. Im Austausch mit dem Leiter des Digihub Düsseldorf Rheinland, Dr. Klemens Gaida, und dem Vertreter des japanischen Accelerators 01Booster, George Goda, wurden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Entwicklungen im Themenfeld Digitale Wirtschaft und Start-ups herausgearbeitet.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch sechs Erfahrungsberichte aus der Praxis von Vertretern deutscher und japanischer Unternehmen. In verschiedenen Vorträgen aus den Bereichen Digitalisierung in der Stahlindustrie, autonome Fahrzeuge der Zukunft und Transformation japanischer Familienunternehmen zeigten sie auf, wie erfolgreiche Kooperationen zur Förderung von Innovationsfähigkeit und Produktentwicklung bei japanischen und deutschen Unternehmen sind.

„Kooperationen sind unverzichtbar, um technologische Innovationen voranzubringen“

 „Der digitale Wandel stellt die traditionell starken Industrieunternehmen unserer beiden Länder vor die gleichen großen Aufgaben“, sagte Dr. Herbert Jakoby, Abteilungsleiter der Außenwirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. „Diese gemeinsam zu bewältigen, verspricht mehr Erfolg, als es allein zu versuchen. Kooperationen sind unverzichtbar, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und technologische Innovationen voranzubringen“, so Dr. Herbert Jakoby.  

„Die guten deutsch-japanischen Wirtschaftskooperationen sind eine Plattform für zukunftsweisende digitale Geschäftsfelder und bringen technologische Neuerungen voran“, erklärte Petra Wassner, Geschäftsführerin der Landeswirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.INVEST GmbH. „Zahlreiche Beispiele wie in der Medizintechnik oder auch in der Industrie belegen erfolgreiche Gemeinschaftsprojekte.“

M2M Alliance nimmt bei Digitalisierung wichtige Schüsselrolle ein

Als ein wichtiges Bindeglied zwischen verschiedenen Unternehmen, Branchen und Ländern kommt bei der Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft auch der M2M Alliance eine Schlüsselposition zu. Europas größter Branchenverband für M2M und IoT übernimmt bereits seit vielen Jahren immer wieder die Vermittlerrolle ein, wenn es um die konkrete Verwirklichung von Partnerschaften, Initiativen oder auch neuen Standards geht. „In unserer globalen Welt kann die notwendige Digitalisierung nur dann gelingen, wenn Wirtschaft und Politik gemeinsam an Lösungen arbeiten, die letztlich auch im Gesamtinteresse der Gesellschaft sind“, sagt Dr. Andreas Fink, Vorsitzender der M2M Alliance. „Deshalb setzen wir uns immer wieder mit möglichst allen Parteien an einen Tisch, um Themen und Projekte rund um das Internet of Things oder auch Industrie 4.0 zielgerichtet voranzubringen. Wie bereits in den letzten Jahren hat sich der Wirtschaftstag Japan hierbei erneut als eine wichtige Plattform erwiesen“, zieht Andreas Fink eine positive Bilanz. Diesen Austausch will der Vorstand der M2M Alliance unter anderem auch auf dem M2M Summit im Oktober weiter vorantreiben, der ebenfalls in Düsseldorf stattfinden wird.  

„Digitalisierung und Start-up Förderung  sind für die Wirtschaftsentwicklung eines Standortes zentrale Themen“, sagt Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel. Deshalb treibe die Stadt Düsseldorf diese Entwicklung bereits seit mehreren Jahren aktiv voran. „Als führender Standort für mobile Technologien und Hotspot der Digitalisierung in Deutschland und Europa bieten sich hier beste Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Anwendern. Sowohl innerhalb der Digitalwirtschaft, als auch mit Unternehmen aus Handel, Dienstleistung, Handwerk und Industrie.“

IoT: Rise of the Machines

Der IoT/M2M-Themenpavillon bildet eines der Herzstücke der diesjährigen CeBIT (20.-24. März). Neben zahlreichen anderen Ausstellern wie dem Industrial Internet Consortium präsentiert die M2M Alliance hier – gemeinsam mit einigen ihrer Mitglieder – spannende Lösungen rund um die Digitale Transformation und die Vernetzung von Maschinen und Geräten. „Unter dem Slogan ‚Rise of the Machines, powered by M2M/IoT connectivity‘ werden wir unter anderem anhand eines humanoiden Roboter von IOX LAB zeigen, was beim Thema Rapid Prototyping bereits machbar ist“, sagt Dr. Andreas Fink, Vorsitzender der M2M Alliance. „Das Know-how für die Bereiche wie Rapid Prototyping stammt dabei von IOX LAB, die technische Open Source Entwicklungsplattform mangOH von Sierra Wireless. Es ist somit auch ein Paradebeispiel dafür, wie gut das Netzwerk der M2M Alliance funktioniert“, so Fink.

Die M2M Alliance ist der größte Verband für M2M und IoT in Europa. Gemeinsam mit anderen Ausstellern wie Telefónica, ZTE, Tesla, Soracom, e-Q3 und acatech präsentiert der Branchenverband auf dem CeBIT-Gemeinschaftsstand Lösungen für die unterschiedlichsten Bereiche und Branchen: von Automotive und Logistik über eHealth, eCommerce, Industrie 4.0, Landwirtschaft und Smart Home bis hin zur Luftfahrt.

Im Rahmen der CeBIT findet zudem die IoT Expert Conference statt. Als Plattform für Vordenker und erfahrene Player des IoT werden hier führende Experten aus dem IoT-Umfeld ihre Ideen und Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen präsentieren. In Person von Robert Jänisch wird die M2M Alliance bei der Paneldiskussion zum Thema „IoT Platforms & Applications“ aktiv vertreten sein (23.03., 10:10-10:50 Uhr; Stand B53).

Der Stand der M2M Alliance (B66) befindet sich in Halle 12 auf dem M2M/IoT Pavillon (C62). Weitere Informationen zur M2M Alliance gibt es auf der offiziellen Webseite www.m2m-alliance.com

Licht am Ende des Standarddschungels

Laut Teppo Hemiä, CEO von Wirepas, gehört autonomen Mesh-Netzwerken die Zukunft. Wie man unter anderem auf der IoT Tech Expo in London sehen konnte, setzt das Unternehmen auf einen Connectivity Layer, der einzelne Anwendungen von der darunter liegenden Technologie und nicht zuletzt auch Topologie unabhängig macht. „Wir glauben, dass Business-Systeme und -Modelle am besten funktionieren, wenn sie einfach gehalten und nicht zu kompliziert sind“, sagt Jussi Numminen, Leiter des Bereichs Radio Strategy und IPR bei Wirepas. „Deshalb sollte Simplicity stets eines der Hauptziele beim Design sein und unnötige Komplexität vermieden werden. Dies gilt auch für die Gerätekonnektivität in IoT-Applikationen“, betont Numminen. „Aus der Sicht der Verfügbarkeit bieten autonome Geräte-Netzwerke mit dezentralisierter Architektur die beste Verfügbarkeit. Wo möglich, sollten die Daten lokal gespeichert, analysiert und verwendet werden, um die Verfügbarkeit zu optimieren“, empfiehlt der IoT-Experte.

Universelle Kommunikationssprache fürs IoT

Auch die Lemonbeat GmbH setzt auf nahtlose Kommunikation – unter anderem für diverse Smart-Building-Projekte. Das in Dortmund ansässige Unternehmen, das im November 2015 gegründet wurde und zu 100 Prozent zu innogy SE gehört, hat eine innovative und universelle Kommunikationssprache für das Internet of Things entwickelt: die Lemonbeat Smart Device Language (LsDL). Die Sprache soll eine direkte und unabhängige Interaktion zwischen verschiedenen Geräten ermöglichen, wodurch die Abhängigkeit von teuren „Übersetzungen“, die zumeist in Cloud Services oder Gateways stattfinden, reduziert wird. Die Sprache kann auch in Kombination mit herkömmlichen kabel- oder drahtlosen IP-basierten Kommunikationsprotokollen verwendet werden.

Herstellerübergreifender ULE-Funkstandard macht Smart Home erschwinglich

Vor allem für den Bereich Smart Home und Smart Building interessant ist der Ultra-Low-Energy-Standard (ULE). Dieser basiert auf DECT-Frequenzen, die sich weltweit bei der Schnurlostelefonie bewährt haben. „Mit niedrigem Verbrauch, einer großen Reichweite, diversen Sicherheits-Features sowie Sprachübertragung bietet ULE optimale Voraussetzungen für smarte Gebäude, Häuser und Wohnungen“, sagt Ulrich Grote, Vorsitzender der ULE Alliance. Geräte, die von der ULE Alliance zertifiziert wurden, können unabhängig vom Hersteller in einem Netzwerk miteinander verknüpft werden. Damit sind Anwender nicht länger auf das Produktsortiment einzelner Unternehmen eingeschränkt – und können gleichzeitig nach den besten Preisen und Angeboten suchen. Zu den Herstellern, die ihre Geräte bereits haben zertifizieren lassen, gehören Panasonic, Huawei, Crow, Sercomm und VTech.

Beckhoff Automation setzt auf OPC UA Standard

Die Firma Beckhoff Automation wiederum vertraut bei der Vernetzung von Anlagen auf den OPC UA Standard. Dessen Sicherheitsmechanismen sind weitläufig anerkannt. Die OPC Unified Architecture ist die neue Technologiegeneration der OPC Foundation für einen sicheren, zuverlässigen und herstellerneutralen Transport von Rohdaten und vorverarbeiteten Informationen – von der Fertigungsebene bis in das Produktionsplanungs- oder ERP-System. „Auf einheitliche, sichere und zuverlässige Weise steht mit OPC UA jeder berechtigten Anwendung und jeder autorisierten Person jede gewünschte Information zu jeder Zeit und an jedem Ort zur Verfügung“, heißt es bei Beckhoff.

„Der eine oder andere Standard wird derzeit regelrecht verbogen“

„Herstellern und Entwicklern steht mittlerweile eine große Anzahl an drahtlosen Protokollen zur Verfügung“, sagt Dr. Andreas Fink, Vorstand der M2M Alliance. „Die Technologie dieser Protokolle ist allerdings von klassischen Anwendungen geprägt. Deshalb wird der eine oder andere Standard derzeit regelrecht verbogen, um das Anwendungsgebiet zu erweitern. Was wirklich gefragt ist, sind innovative Lösungen, die gleichzeitig Interoperabilität zu bestehenden Systemen bieten“, so der Vorstand des unabhängigen Branchenverbands.

Wie es aussieht, ist man mancherorts bereits auf einem guten Weg. Bis sich das Wirrwarr um all die verschiedenen Standards, Kommunikationswege und Netzwerke rund ums Internet of Things gelegt hat, bedarf es jedoch weiterhin großer Anstrengungen aller Parteien.