Alle Beiträge von Bernd Groß

Bernd Groß ist Geschäftsführer der Cumulocity GmbH, dem weltweit führenden, unabhängigen Internet of Things (IoT) Software Plattform Provider mit Sitz in Düsseldorf. Mit fast 25 Jahren internationaler Erfahrung in der IT-Branche und in Managementpositionen, unter anderem in Großbritannien, Finnland und im Silicon Valley, USA, ist Bernd Groß einer der deutschen Pioniere und Vordenker im Bereich Digitalisierung, Cloud Computing, Internet der Dinge und Industrie 4.0. Der gebürtige Düsseldorfer gründete Cumulocity 2012 im Rahmen eines Management-Buy-out von Nokia Siemens Networks mit. Zuvor leitete Bernd Groß Projekte im Bereich Innovationsmanagement und Technologieeinführung bei Nokia Siemens Networks im Silicon Valley. Seinen Master-Abschluss in Informations- und Kommunikationstechnologie ergänzte Bernd Groß mit einem MBA der London Business School.

5 Dos & Don’ts beim Umsetzen von IoT-Projekten

„Do”: Schneller Proof of Concept mithilfe eines Minimum Viable Product

Aufgrund des rasanten technologischen Wandels haben Innovationsansätze von Unternehmen häufig eine geringe Halbwertszeit. Oberstes Credo beim Umsetzen von IoT-Projekten sollte es also sein, schnell und agil zu handeln. Steckt ein Projekt länger als sechs Monate in den Kinderschuhen, kann sich die strategische Ausrichtung des Unternehmens schon wieder geändert haben, was das geplante Projekt redundant werden lassen könnte. Es geht nicht darum, eine perfekt ausgereifte IoT-Lösung präsentieren zu können, sondern mithilfe eines Minimum Viable Product einen schnellen Proof of Concept herbeizuführen.

„Do”: Das Projekt auf einer performanten IoT-Plattform aufsetzen

Um aufwändige, automatisierte Prozesse wie beispielsweise Predictive Maintenance oder Condition Monitoring in der Fabrik von morgen umsetzen zu können, benötigt es eine technisch hochwertige und leistungsfähige IoT-Plattform. Aufgrund der schieren Masse an Anbietern am Markt fällt die Wahl hier oft nicht leicht. Relevante Faktoren bei der Entscheidung für einen Anbieter sind schnelle Einsetzbarkeit, Skalierbarkeit sowie eine offene Plattform-Architektur, die eine Einbindung vorhandener Systeme erleichtert. Einige Plattformen wie Cumulocity IoT bieten einen besonders leichten Einstieg, da Geräte und Maschinen „Code-frei“ per Drag-And-Drop gewartet oder Daten analysiert werden können.

„Don’t”: Security auf die leichte Schulter nehmen

Es sollte auf der Hand liegen, aber die Vernetzung von Werkzeugmaschinen und Industrieanlagen mit der Cloud erfordern höchste Sicherheitsstandards. Auf der Infrastrukturebene bedeutet das, dass auf die Sicherheit eines Tier-4-Rechenzentrums zurückgegriffen werden sollte. 

Auf Anwendungs- und Geräteebene gilt zu beachten, dass moderne Verschlüsselungen sowie die Authentifizierung und Autorisierung aller Komponenten und Benutzer stattfinden.

„Don’t”: Skalierbarkeit vernachlässigen

Aufgrund der ständig wachsenden Zahl an verbundenen Geräten im Industrial IoT, wächst parallel dazu auch das zu verarbeitende Datenvolumen. Eine IoT-Lösung muss in der Lage sein, diesem Wandel standzuhalten und mitzuskalieren. Das Fachwort hierzu lautet „Shading“. Durch die Verwendung von Multi-Mandanten-Architekturen lassen sich die Daten auf der Datenbankebene pro Endkunde vollständig trennen. Dies ermöglicht maximale Datensicherheit, obwohl nur eine Single-Plattform-Architektur verwendet wird.

„Do”: Cloud und Edge Computing gemeinsam anwenden

Digitale Geschäftslösungen sind heutzutage ohne Cloud undenkbar. Ebenso verhält es sich auch in der Industrie 4.0, doch allein mithilfe der Cloud geht nicht alles. Aufgrund unkalkulierbaren Latenzzeiten für Verbindungen können nicht alle Anwendungen als reiner Cloudservice umgesetzt werden. Ein Beispiel hierfür ist Condition Monitoring, bei der die Software innerhalb von Sekundenbruchteilen auf Anomalien reagieren muss, um Sach- oder sogar Personenschäden verhindern zu können. Da der physische Weg von den Sensoren, die diese Anomalien messen, bis in die Cloud schlicht zu lang ist, lassen sich schnelle Reaktionszeiten nicht gewährleisten – solange die Daten allein in der Cloud verarbeitet werden. Die Lösung für das Problem: Edge Computing. Mithilfe der Edge-Technologie werden Sensordaten in den Maschinenparks – zum Teil direkt auf den Maschinen – verarbeitet. Dies ermöglicht eine geringere Verarbeitungszeit und die Cloud wird nicht zum Bottleneck bei zeitkritischen Prozessen. 

Was eine IoT Application Platform leisten sollte

In einer kürzlich veröffentlichten Studie des indischen IT-Dienstleisters HCL Technologies nannten 46 Prozent der befragten Geschäfts- und Technologieentscheider die Nutzung der richtigen IoT-Plattform als eine der größten Herausforderungen des IoT für Unternehmen. Dabei ist das Angebot an IoT-Plattformen im Jahr 2017 auch noch vielfältiger denn je. Was eine IoT Application Platform leisten sollte, lässt sich mit drei Schlüsselelementen darstellen.

Skalierbarkeit

Das Internet of Things wächst stetig. Während immer mehr Geräte miteinander vernetzt werden, steigt die Menge der Anwendungen und verarbeiteten Daten exponentiell. Dieses erhebliche Wachstum ist der Grund, weshalb Skalierbarkeit eines der integralen Elemente einer jeden wettbewerbsfähigen IoT Application Platform ist. Datenbankserver, Speicher und ähnliche Komponenten sollten auch kurzfristig steigende Datenmengen verarbeiten können, etwa wenn zu bestimmten Jahreszeiten wie im Weihnachtsgeschäft die produzierten Stückzahlen steigen.

Eine weitere Schwierigkeit ist die Multidimensionalität dessen, was skaliert wird – sprich unterschiedliche Devices, Applikationen, Protokolle und Datentypen –,  hinreichend zu erfassen, um diese anschließend zu integrieren. Während sich einzelne Anbieter meist auf ganz spezifische Aspekte des IoT spezialisieren und hinsichtlich dessen Skalierbarkeit bieten, liegt die tatsächliche Herausforderung darin, all diese unterschiedlichen Faktoren einzubeziehen.

Effizienz und Automatisierung

So wichtig Skalierbarkeit für eine IoT-Plattform auch ist, sie darf nicht zum Selbstzweck werden. Sowohl Effizienz als auch Automatisierung über alle Anwendungsebenen einer Plattform sicherzustellen, ist der nächste Schritt. Das bedeutet, die Speicher- und Verarbeitungskapazitäten durch Multi-Mandanten-Architekturen optimal zu nutzen, Prozesse zu automatisieren, um Vorgänge einer solchen Größenordnung und Geschwindigkeit verwalten zu können, sowie sichere und belastbare Verbindungen zwischen Device Connectoren und Device Managern, Analyse-Tools, Storage sowie der Visualisierung der Daten zu bieten.

Erweiterbar bleiben, mit offenen Schnittstellen

Schon früh in der eigenen Entwicklung der Cumulocity IoT Platform zeigte sich, wie wichtig die Einbindung von Partnern für Unternehmen ist. Eine Plattform kann skalierbar, effizient und automatisiert sein – um die Chancen, die das IoT bietet, wirklich nutzen zu können, muss sie darüber hinaus hochgradig erweiterbar sein. Mit anderen Worten: IoT-Plattformen sollten Unternehmen und Dienstleistern die Möglichkeit bieten, andere IoT-Anwendungen, die von Partnern in ihren Ökosystemen über Application Programming Interfaces (APIs) bereitgestellt werden, schnell zu integrieren und vollständig zu nutzen. Die Entwicklung dieser technischen Fähigkeiten nahm bei Cumulocity trotz hinreichender Expertise in den Bereichen Cloud Infrastructure und Data Management geraume Zeit ein, ist jedoch von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Skalierbarkeit, Effizienz und Automatisierungsgrad sowie offene Schnittstellen sind Schlüsselkriterien bei der Wahl der passenden IoT Plattform für jedwedes Einsatzszenarium. Darüber hinaus lassen sich immer Fragen nach dem Reifegrad der Plattform stellen: Wie lange gibt es die Plattform schon? Hat sie sich in verschiedenen Use Cases der Branche bewährt? Hier sollten Unternehmen zum Beispiel Kundenreferenzen prüfen. Sie geben nicht nur Einblicke in die Rolle einer IoT-Plattform, sondern können auch verschiedenste neue IoT-Geschäftsmodelle inspirieren.