Alle Beiträge von Laurent Schüller

Laurent Schüller beschäftigt sich mit industriellen SaaS-Lösungen und datengesteuerten Technologie. Nach einem Studium in Deutschland und England an der University of Bedfordshire, hat er journalistische Stationen in ganz Deutschland durchlaufen. Als Kommunikationsverantwortlicher bei FlyNex befasst er sich mit den Themen Drohnen, Unmanned Air Traffic und 5G-Technologien.

Drohnen-Geschäft auf Höhenflug

Mit der Marktstudie „Analyse des deutschen Drohnenmarktes“ hat der Verband Unbemannte Luftfahrt (VUL) erstmals eine Untersuchung des deutschen Drohnenmarktes vorgelegt, die auf tatsächlichen Marktdaten beruht. Um die Ergebnisse der Studie zu verifizieren, wurden Experten von 20 deutschen Unternehmen interviewt, die am Drohnenmarkt tätig sind – unter anderem auch von FlyNex.

Die aktuelle Nachfrage am kommerziellen Markt bei sogenannten UAV (Unmanned Aerial Vehicle) beläuft sich in der Bundesrepublik auf etwa 404 Millionen Euro – und der wahre Boom kommt erst noch. Bis 2030 erwartet der VUL ein Marktwachstum auf knapp 2,5 Milliarden Euro. Das bedeutet ein jährliches Wachstum um 16 Prozent.

Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg kommerzielle Drohnennutzung sind dabei Karten- und Flugdaten. Zentraler Ausgangspunkt bildet dabei immer die Planung von Flügen, basierend auf derzeit noch z.T. unklaren gesetzlichen Vorgaben. Das Leipziger Unternehmen FlyNex hat sich auf den Einsatz kommerzieller Drohnen-Einsätze spezialisiert. Damit ist FlyNex derzeit als einziger Anbieter für digitale Luftraumdaten, die für Drohnen und unbemannte Flüge gebraucht werden.

Immer mehr Branchen greifen auf die kosten- und zeitsparende Nutzung von Drohnen zurück. Nicht nur Forst- und Landwirtschaft, sondern auch Bau- und Energie-Unternehmen steigen wiederholend auf Drohnen um. Laut FlyNex sind es gerade Energienetzbetreiber und die Bauchwirtschaft, die hauptsächliche Nutzer und Auftraggeber für professionelle Drohnenpiloten sind. Insgesamt 19.000 Drohnen wurden von Unternehmen in 2018 schon zu kommerziellen Zwecken eingesetzt.

Das Wachstum für kommerzielle Anwendungen klingt vielversprechend. Es wird erwartet, dass der Markt im kommenden Jahrzehnt um ganze 22 Prozent pro Jahr auf über 400 Millionen Euro im Jahr 2030 anwächst. Schon heute zeigen von FlyNex erhobene Daten das wachsende Interesse an kommerzieller Drohnentechnologie und der dazugehörigen Software. Dieses Interesse schlägt sich unter anderem in den rasant steigenden Zahlen von beruflichen Drohnenpiloten nieder. Nutzten im vergangenen Jahr knapp 1.000 Anwender Software und Karten von FlyNex für den kommerziellen Einsatz, ist die Anzahl an professionellen Betreibern bereits um das Vierfache im Jahr 2019 gestiegen.

Sollte die VUL-Studie recht behalten steht der kommerziellen Drohnenbranche also eine rosige Zukunft bevor. Jedoch, und das bleibt zu betonen, ist auch hier ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung, auf welche Auflagen und Vorschriften sich der Gesetzgeber und die Industrie in den nächsten Jahren einigen. Das Potenzial für geringere Wartungskosten und Zeitaufwand konnte schon bewiesen werden.

Cybus launcht IoT Sandbox

Die ersten Kunden des Hamburger IoT-Start-ups Cybus können sie schon seit Anfang Februar in der Hand halten. Cybus bietet für den Einstieg in industrielle IoT-Anwendungen seine “Sandbox” an. Der Industrie-taugliche Mini-PC wird mit der eigenen Cybus Connectware vorinstalliert ausgeliefert. Damit können Systemintegratoren, R&D-Abteilungen und Entwickler aus der Shopfloor-IT schnell und ohne Installationsaufwand eigene physische Geräte mit digitalen Industrieanwendungen zu verbinden. Die Sandbox ermöglicht es, sechs Monate lang eigene IoT Use Cases ohne zusätzlich laufende Kosten aufzubauen. Die Besonderheit: diese prototypischen Vorarbeiten können auf Knopfdruck auf produktive Instanzen übertragen werden. So wird von Anfang an eine modular erweiterbare Basis gelegt und mehrfache Arbeit vermieden.

INTERNE USE CASES SCHNELL AUFBAUEN

Für Verantwortliche, die mit minimalem Aufwand IoT Use Cases im eigenen Unternehmen aufbauen, aber gleichzeitig kein Datensilo erschaffen wollen, eignet sich die Cybus Sandbox besonders. Die Sandbox ist auf die schnelle Anbindung von ersten Gerätedaten ausgelegt und verfügt zudem über eine umfangreiche, frei zugängliche Knowledge Base. Dadurch ist es mühelos möglich, sich hier schnell und ohne Vorarbeit zurecht zu finden und vorzeigbare Ergebnisse zu erzielen. Nach ersten erfolgreichen Anwendungen lässt sich die Connectware-Lizenz beliebig erweitern und kann somit für einen Produktiveinsatz fortgeführt werden.

VOLLE KOMPATIBILITÄT MIT INDUSTRIE-PROTOKOLLEN

Neben der Connectware werden eine simulierte Datenquelle (ein simuliertes Bearbeitungszentrum) sowie eine IoT-Dashboard-Applikation vorinstalliert zur eigenen Evaluation von Gerätedaten mitgeliefert. Testszenarien sind somit selbst ohne eigene Daten oder Applikationen schnell umsetzbar. Somit besteht die Möglichkeit für erste konkrete Test-Szenarien, sogar wenn keine eigenen Gerätedaten von Beginn an angebunden werden. Die Cybus Connectware fungiert in sich als unabhängige Verwaltungsebene zwischen Maschinendaten und digitalen Industrie-Applikationen. Als Cloud-unabhängige Verwaltungsebene mit integrierter Daten-Zugriffskontrolle unterstützt die Sandbox gängige Industrie-Standards, wie OPC UA, MQTT, Modbus, ISO-on-TCP, Profinet, BACnet und einige proprietäre Protokolle.

Die Cybus Sandbox kann für 699 Euro direkt online bei Cybus auf www.cybus.io/sandbox/ bezogen werden.

Inside IoT

Cybus verfügt über ein vielfältiges Partnernetzwerk unterschiedlicher IoT-Dienstleister und -Unternehmen. Von Zeit zu Zeit führen wir mit einem Experten von einem unserer Partner ein „Inside IoT“-Gespräch, um hier Einblicke aus erster Hand zu bekommen. Heute sprachen wir mit Laurent Couillard von OptimData, Paris, über den aktuellen Stand des Industrial IoT und die größten Herausforderungen für Unternehmen, die von intelligenten IoT-Diensten Gebrauch machen wollen.

Cybus bildet hierbei die Schnittstelle zwischen Shopfloor und IoT-Services. Durch die Connectware wird ein sicherer und einheitlicher Datentransfer ermöglicht. Somit können digitale IoT-Services in Unternehmen auf Maschinendaten zugreifen, während der Fabrikbetreiber völlige Kontrolle über seine Daten behält und je nach Anwendungsfalls gewünschte Daten freigeben und überwachen kann.

Laurent Couillard ist CEO und Gründer von OptimData in Paris und arbeitet seit mehr als zehn Jahren im IoT-Bereich. Mit OptimData hat er ein innovatives R&D-Labor für die Entwicklung von datenzentrischen Anwendungen für Industrie-Unternehmen aufgebaut.

Wenn wir über Industrie 4.0 reden, scheint es für viele Entscheider tatsächlich noch ein etwas schwammiger Begriff für die allgemeine „Digitalisierung“ zu sein. Wie würden Sie konkret den echten Nutzen und Mehrwert, den Unternehmen in den nächsten 12 Monaten durch Industrie 4.0 haben werden, zusammenfassen?

Industrie 4.0 beschäftigt sich im Wesentlichen mit einer besseren Kollaboration zwischen Maschinenhersteller, Produktionsplaner, technischem Anwender und produzierendem Unternehmen. Jeder Teilnehmer in der Wertschöpfung ist heutzutage gezwungen in die Prozesse einer modernen Fertigung eingebunden zu sein. Sei es für höhere Produktionszyklen bei sinkenden Kosten, Energie-Effizienz oder Produkt-Diversifikation. Das Industrielle Internet der Dinge verknüpft die bislang einzelnen Fäden zu einem Wissensnetz. Jeder Teilnehmer kann in einer digitalen Form seine Kompetenz beisteuern und somit zu einem effizienteren Gesamtsystem beitragen. Industrie 4.0 bringt durch Digitalisierung einen ganz neuen Mehrwert hervor und verkürzt die Distanz zwischen den einzelnen Akteuren.

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen aktuell, die Produktionsbetreiber und Fabriken an einer schnellen Umsetzung von Industrie 4.0 hindern? Was wäre Ihrer Meinung nach der erste Schritt, den ein Unternehmen gehen muss?

Die größte Herausforderung ist zunächst das Geschäftsmodell. Weil es einer Fabrik oder einer Produktionsstätte nicht allein gelingen wird, einen Mehrwert durch Industrie 4.0 zu erlangen, muss sie die Zusammenarbeit und den Erwerb von Wissen von Maschinenherstellern und Instandhaltern ermöglichen. Infolgedessen und als Konsequenz wird die kontrollierte Datenerfassung zum Mehrwert. Von den gesammelten „In Use“-Daten in Verbindung mit KI-Modellen haben wir gelernt, dass jeder Prozess-Teilnehmer sein eigenes Wissen erweitern und wesentlich gezielter im richtigen Kontext für eine bessere Produktion anwenden kann.

Natürlich dürfen dabei keine vertraulichen Produktionsdaten ungeschützt nach außen gelangen. Aber Produktionsdaten bilden in digitalisierter Form den Schlüssel zu einer „kollektiven Intelligenz“, um für jeden einzelnen Anwender neue Vorteile zu schaffen.

Zurückblickend, was hat sich seit der Einführung von IoT in der Industrie tatsächlich schon getan? Können Sie ein Beispiel für erfolgreiche IoT-Implementierung nennen?

Der Fortschritt von und durch IoT variiert natürlich von Kunde zu Kunde. Vor kurzem haben wir mit Sidel, einem Tetra Pak Unternehmen, die Einführung von Sidel-InUse angekündigt. Sidel-InUse schlägt neue Abfertigungsprogramme für die Abwicklung vor, um die OEE zu erhöhen und Störfälle vorherzusagen. Die Transformation wurde auf beiden Seiten angenommen.

Einerseits wird die Kundenbeziehung von Sidel durch ein tieferes Wissen über das, was bei der Kundenproduktion geschieht, und durch eine bessere Abstimmung von Support und Service erweitert. Auf der anderen Seite sind die Maschinen in der Lage, den Industriearbeitern sehr konkret Handlungsempfehlungen für den nächsten Produktionsschritt mitzuteilen.

OptimData stellt seine IoT Visualisierung- und Optimierungslösung “ProductInUse“ für Unternehmen bereit, die ihre Produktionsdaten nutzen möchten. Gibt es Pläne bei Ihnen in Zukunft auch andere Dienste wie „ProductInUse“ anzubieten?

ProductInUse ist eine Lösung für industrielle Unternehmen bei der Entwicklung ihrer digitalen Dienste. Wir begannen mit Predictive Maintenance, was die Kosten senkt und die Betriebszeit erhöht, um anschließend auch intelligente Lösungen anzubieten, die die Mean Time to Repair (MTTR) reduziert. Wir starten demnächst einen digitalen Service zur Preventive Maintenance, welcher ein optimiertes Wartungs- und Ersatzteil-Management ermöglicht. Weitere digitale Services generieren sich darüber hinaus laufend aus unseren aktiven Industrie-Anwendungen.

Eine letzte Frage zum aktuellen Stand des Internet of Things: Wie schätzen Sie den bisherigen Fortschritt durch Industrie 4.0 ein, einen Mehrwert aus den Möglichkeiten durch IoT zu generieren? Steht der digitale Wandel Ihrer Meinung nach am Anfang, oder sind wir bereits in der „digitalen Industrie“ angekommen?

Es wird noch wesentlich mehr zu erwarten sein. Wie gesagt, der Mehrwert von IoT liegt in einer neuen Wissensgemeinschaft, die noch nicht definiert ist. Das ist der Kern der Transformation. Das Internet selbst fußt auf kollektiver Intelligenz und neuer Art von Kooperation zwischen bisher unbekannten Teilnehmern. Wir sind gerade erst dabei, die Möglichkeiten für uns alle zu entdecken. Da wird definitiv noch eine ganze Menge passieren.

Laurent, vielen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch! Lassen Sie uns in einigen Monaten wieder über diese Themen sprechen, um zu sehen, was sich bis dahin geändert hat. Vielen Dank!

„SidelInUse“

Sidel, ein Unternehmen von Tetra Pak, stellt unter anderem Komplettanlagen für das Aufblasen, die Befüllung und das Labelling von Glas, Dosen und PET-Flaschen her. In der Lebensmittelverarbeitung sind die technischen Anforderungen nicht nur anspruchsvoll, sondern auch kontinuierlich zu überwachen. Die äußerst komplexen Anlagen bedürfen dabei durch den hohen Grad an Automatisierung sorgfältigster Kontrolle und Instandhaltung.

OptimData hat für Sidel den IoT-Service „SidelnUse“, basierend auf der datenzentrischen „ProductInUse“-Plattform für die Anlagen ausgerollt. Einen entscheidenden Vorteil, den Sidel damit erhalten konnte, war es, zum ersten Mal zu sehen, wie die eigenen Abfüll-Anlagen beim Kunden tatsächlich betrieben werden. Die vermeintliche Nutzer-Blackbox wurde somit zum ersten Mal geöffnet. Im Detail bedeutete das als direkt Folge: Sowohl die Laufleistungen, Ursachen für Störungen und die jeweilige Einrichtungskonfiguration können fortlaufend sehr exakt für den Maschinenhersteller und -betreiber nachvollzogen werden. Außerdem bietet der Service den Techniker an der Anlage vor Ort direkte Handlungsempfehlungen für Betrieb, Steuerung und Konfiguration zu erhalten. Die Lerneffekte, Schaffung neuer Expertise und Reduzierung von Fehlern wurde in kürzester Zeit um ein Vielfaches optimiert.

Cybus lädt erneut zum „What The Data!?“

Der „What The Data!?“ ist einer der größten IoT-Hackathons in Deutschland für Industrie 4.0 und Energie. 2017 findet er in dieser Form zum zweiten Mal statt. 100 Teilnehmer entwickeln in eigenen Teams über das gesamte Wochenende vom 15. bis zum 17. September auf der Forschungseinrichtung des Energie-Campus der HAW Hamburg neue datenbasierte, digitale Geschäftsmodelle und Anwendungen. Unterstützt durch diverse Partner aus der Region und ganz Europa, wie Kalorimeta, DB mindbox, Danfoss, TenneT u.v.w., kriegen die Teilenehmer vollständigen Zugriff auf alle Daten und Anlagen vor Ort.

Neben dem Austausch erhalten die Teilnehmer die Chance auf diverse gesponserte Preise im Wert von über 10.000 Euro, inkl. 2.500 Euro Preisgeld als Bitcoins vom Hauptpartner TenneT.

Im letzten Jahr haben über 12 Teams diverse digitale und physische Anwendungen, Lösungsvorschläge und Programme gemeinsam entwickelt, die z.T. nachher von der HAW oder Partner-Unternehmen in Projekten gefördert und getragen wurden. Der reale Nutzen ist somit nicht nur auf das Veranstaltungswochenende für die Hacker, Coder, Entwickler und Tüftler beschränkt.

Eine weitere große Neuerung dieses Jahr ist die „Experts Night“ am Samstagabend, 16.09. ab 18:00 auf und um den Energie-Campus. In insgesamt elf Key-Notes, Masterclasses, Workshops und Sessions zu den Themen Daten, IoT, Industrie und Energie teilen diversen geladene Experten ihre Einblicke und Wissen mit Teilnehmern. Hierzu sind auch externe Besucher und Gäste eingeladen. 

Die Teilnahme am Hackathon ist kostenfrei. Interessenten können sich auf https://www.what-the-data.com/anmeldung seit kurzem anmelden.

Cybus und UIB: Zusammenarbeit für sichere Kommunikation des industriellen Internet der Dinge

CeBIT, Hannover, 23.03.2017Cybus und Unified Inbox Pte. Ltd. (UIB) gaben heute bekannt, dass sie durch die integrierte UIB UnificationEnginge ™ intelligente IoT-Nachrichten-Plattform und der sicheren Konnektivitätstechnologie der Cybus Connectware integriert werden kann.

Die Partnerschaft ermöglicht Herstellern und Betreibern von Industrieanlagen eine einfachere und sicherere Maschine-zu-Maschine- (M2M), Mensch-zu-Maschine- (H2M) und Maschine-zu-Mensch- (M2H) Kommunikation. Sie ermöglicht eine sichere und einfache Erfassung, Bereitstellung und Nutzung von industriellen Daten, die ihren Kunden einen datengesteuerten Mehrwertdienst, wie Fernüberwachung und vorausschauende Instandhaltung, zur Verfügung stellt.

Die Cybus-Technologie schließt die Lücke zwischen der Fertigungs- und Logistikumgebung mit der Welt der digitalen Dienste. Durch einen autorisierten Datenbenutzer ermöglicht der Cybus einen sicheren, einfachen, präzisen und kontrollierbaren Zugriff zwischen Protokollen und der Management-Position.

UIB bietet für „Industrial IoT“-Maschinen und -Geräte eine natürliche Sprachkommunikation (Natural Language Processing). Die Betreiber können über ihre verwendeten Kommunikationskanäle weiterhin mit ihren Maschinen kommunizieren. Die Connectware und UnificationEnine-Lösung lässt sich problemlos anpassen und entwickeln. Die Lösung kann sowohl für Maschinen, Fahrzeuge, Sensoren sowie deren Komponenten ohne weiteres genutzt werden. Darüber hinaus sind weitere Anwendungsfälle möglich für Fertigungsprozesse, Produktion, Energieversorgung und Logistik.