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Dirk Aulbur ist Projektleiter und Gesellschafter bei viaLog Logistik Beratung GmbH. Das Unternehmen bietet Logistikberatung, Logistikplanung und Realisierung von Logistik-Projekten. Die Arbeitsschwerpunkte des studierten Diplom-Kaufmanns liegen in den Bereichen Distribution, Outsourcing und IT. Weitere Informationen zu Herrn Aulburs Projekten und viaLog finden Sie unter www.vialog-logistik.com.

Neue KEP-Dienste erfordern Optimierung der Distributionslogistik

Hochentwickelte Lieferservices und individuelle Lieferbedingungen zu niedrigen Kosten – die Distributionslogistik wird derzeit getrieben von neuen Zustell-Modellen und den steigenden Erwartungen der Kunden. Insbesondere im B2B-Geschäft gehören unabhängig von der Branche spezielle Anforderungen, beispielsweise an Verpackung oder Sendungszusammenhalt, längst zum Alltag. Der Versand an unterschiedliche Kundengruppen erfordert von der Intralogistik zusätzliche Flexibilität.

Optimierungsmaßnahmen für die Distribution

Um die steigenden Anforderungen an die Distributionslogistik zu erfüllen, suchen viele Unternehmen nach Möglichkeiten zur Optimierung. Mit einzelnen Maßnahmen, wie der Verbesserung von Auftragszusammenführung und Packvorgang oder einer optimierten IT-Anbindung der Pack-Abwicklung an die Versanddienstleister, lassen sich Liefergeschwindigkeit und Lieferqualität bereits deutlich erhöhen. Wenn noch größere Verbesserungen erzielt werden sollen, ist meist die Einrichtung zusätzlicher Lager oder Umschlag-Hubs sinnvoll. Möglicherweise ist auch die Verlagerung eines ganzen Distributionsstandortes notwendig.

Viele Unternehmen stellen ihre Standort-Struktur vor allem dann grundsätzlich auf den Prüfstand, wenn neue Märkte versorgt oder hohe Investitionen für Bestandsgebäude getätigt werden müssen. Im Vordergrund steht dabei meist die Frage, ob die Distribution über Zentrallager oder Regionallager erfolgen soll. Insbesondere, wenn eine Reduktion der Distributionskosten angestrebt wird, ist es sinnvoll eine Zentralisierung zu prüfen.

Berechnung, Visualisierung und Lagerplanung

Im ersten Schritt erfolgt eine Erfassung der IST-Struktur sowie die Analyse ihrer Stärken und Schwächen. Im zweiten Schritt werden alternative Distributionsszenarien entwickelt und mit Unterstützung spezieller Software berechnet und visualisiert. Dabei stehen qualitative Kriterien, zum Beispiel die strategische Ausrichtung des Unternehmens, ebenso wie quantitative Faktoren, insbesondere Transport-, Bestands- und Handlingskosten, im Fokus. Um belastbare Ergebnisse zu erhalten ist es darüber hinaus wichtig, auch Investitionen in die Standorte sowie die daraus resultierenden laufenden Kosten anhand einer Lagerplanung zu ermitteln und einzubeziehen. Die Bewertung der Optimierungsszenarien sollten Unternehmens- und Logistikleitung gemeinsam und mit fachlicher Unterstützung vornehmen.

Besonderheiten europäischer Distributionsstrategien

Wenn eine Distributionsstrategie neben dem deutschen Markt auch weitere europäische Länder abdecken soll, sind einige Besonderheiten zu beachten. In Deutschland ist es auf Grund der guten Infrastruktur und effizienter KEP-Dienstleister möglich, Lieferungen innerhalb von 24 Stunden im ganzen Land zuzustellen. In anderen Ländern bestehen diesbezüglich zum Teil signifikante Unterschiede. Auch Lohnniveau, Arbeitskultur, Rechtsgrundlagen sowie andere wirtschaftliche und politische Faktoren können stark abweichen. Diese Unterschiede sollten im Detail ermittelt werden und in die Entwicklung einer europäischen Distributionsstrategie einfließen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um Distributionsstrukturen zu optimieren. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von den Unternehmenszielen und dem Branchenstandard ab. Wichtig ist es eine Distributionsstrategie so zu konzipieren, dass sie praxisnah, umsetzbar und wirtschaftlich ist. Zudem muss sie so flexibel angelegt sein, dass sie jeder Zeit erweitert und an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden kann.