Alle Beiträge von Hendrik Stüwe

Hendrik Stüwe ist gelernter Industriekaufmann, Journalist und Fotograf (Händrixen Pictures) aus Göppingen. Als freier Journalist recherchiert er querbeet durch Management und Technik-Themen und versorgt Unternehmer mit neuesten Trends und Tipps aus den Branchen.

Industriemeister Metall (IHK) in 49 Tagen

Fachwirte, Meister oder IHK Betriebswirte müssen sich nicht hinter ihren Kollegen mit Studium verstecken. Laut einer DIHK Studie sind 47 Prozent der Befragten mit Personalverantwortung Fortbildungs-Absolventen, 39 Prozent Akademiker. Neben Aufgaben und Verantwortungsbereich entwickelt sich in der Regel auch das Gehalt mit einer Fortbildung positiv. Mehr als 70 Prozent der Weiterbildungs-Absolventen konnten noch im Jahr des Abschlusses ihr Gehalt verbessern.

In einem von fünf Unternehmen erzielen Absolventen einer Fortbildung sogar ein höheres Gehalt, als Absolventen einer Hochschule. In mehr als der Hälfte ist es gleich hoch. Zwei Drittel aller Arbeitgeber bewerten Karrierechancen von Mitarbeitern, die sich auf dem zweiten Bildungsweg qualifizierten, im Vergleich zu Studierten als mindestens gleichwertig.

Ein traditionell hoch angesehener Fortbildungsabschluss ist der Meister. Vor allem in Industriebetrieben nehmen Meister oft eine Stellung im mittleren Management ein. Der bundeseinheitliche Abschluss mit öffentlich-rechtlicher IHK Prüfung ist nun besonders schnell zu erreichen: Die private Akademie carriere & more, seit 2005 als erfolgreicher Anbieter in der Region Stuttgart für anerkannte IHK Abschlüsse wie Fachwirt und Betriebswirt bekannt, bereitet nun auch angehende Industriemeister Metall in nur 49 Tagen auf die IHK-Prüfung vor.

„Der entscheidende Vorteil unserer Lehrgänge ist der starke Bezug zur Praxis und die hohe Orientierung unserer Lehrgangsinhalte an betriebliche Anforderungen“, sagt Geschäftsführerin Simone Stargardt. Innovative, lernbiologische Lehrmethoden ermöglichten eine konzentrierte Wissensaufnahme, so die Trainerin. „Den Erfolg unseres Systems belegen mehrfache Auszeichnungen“, betont Stargadt. Ihre Akademie erhielt zum Beispiel den Ludwig-Erhard-Preis in Silber und erreichte dieses Jahr bereits zum fünften Mal in Folge die Jurystufe des Großen Preis des Mittelstandes.

Interessenten können sich auf den regelmäßig stattfindenden Info-Abenden kostenlos zur Lernmethode und den Lehrgängen informieren.

www.schneller-schlau.de

Goffin verschafft Start-ups den Marktzugang

Die Köpfe des Erfolges sind die Kölner Ex-Ford/Visteon/tedrive-Manager Reiner Greiss und Thomas Brüse. Die beiden Ingenieure lernten sich 1988 kennen und wechselten 2000 von Ford gemeinsam zu Visteon, einem Tochterunternehmen, das der Automobilhersteller gründet hatte, um darin seine Zulieferer-Aktivitäten zu bündeln. Greiss und Brüse durchliefen in diesen Jahren sämtliche Stationen bis zu Top-Management-Positionen mit globaler Verantwortung, von der Fertigungsplanung und Produktion über die Produktentwicklung, sowie von Projektmanagement bis zur Strategieentwicklung und ergänzten sich dabei in ihren Fähigkeiten.

„Die Insolvenz von Visteon abzuwickeln war eine meiner schwierigsten aber auch interessantesten Aufgaben in meinem Berufsleben, die ich unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten, und im Rahmen der mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, sehr gut lösen konnte“, sagt Brüse. Nach der Restrukturierung fokussierte das Führungsduo das Unternehmen auf Lenksysteme für Pkw, Transporter und schwere Nutzfahrzeuge. Innerhalb von fünf Jahren haben die beiden das mittelständische Unternehmen aus dem Bergischen Land zu einem global agierenden Unternehmen ausgebaut mit Standorten in der Türkei, Russland, USA und China.

Danach plante Greiss die Struktur einer neuen Firmengruppe und Brüse begleitete parallel die Integration von tedrive in den Knorr-Konzern. Als logische Folge gründeten Brüse und Greiss im selben Jahr in Köln die Goffin Holding GmbH, in der beide als geschäftsführende Gesellschafter agieren.

Hier bringen die Gesellschafter mit einem Team alter Weggefährten ihre gesamte Managementexpertise ein, um Start-ups breit im Markt zu platzieren. 2015 erwarb das Duo das „Quick Move“-Patent für die Intralogistik und gründete die Quick Move GmbH. Bei dem Patent handelt es sich um ein dreidimensional frei gestaltbares Fördersystem, das zum Beispiel das Hochregallager einer Apotheke vollautomatisch mit der Kundentheke vernetzt, aber auch ein breites Anwendungsfeld in der Produktion sowie der Intralogistik bietet. „Quick Move eignet sich am besten für Unternehmen mit vielen Materialbewegungen und wo Platzmangel herrscht,“ sagt Brüse.

Seit Ende 2017 gehört die saarländische DeVeTec GmbH zur Goffin Gruppe. Mit ihr erweitert die Gruppe ihr Portfolio um das hocheffiziente Abwärmekraftwerk, das Abwärme aus Industrieprozessen in bedarfsorientierte Energie wie etwa Strom, aber auch Druckluft oder Kälte umwandeln kann (Heat-to-X).

Herzstück eines DeVeTec- Abwärmekraftwerks ist der Kolbenexpansionsmotor, der eigens für die effektive Energieumwandlung von Abwärme aus Abgasen oder Abluft mit Temperaturen oberhalb von 250°C entwickelt wurde. Die Abwärmekraftwerke in Containerbauweise haben bereits über mehrere Jahre eine hohe Zuverlässigkeit nachgewiesen.

Synergien zwischen DeVeTec und der Goffin Energy GmbH, einem 2016 mit der Snow Leopard Projects GmbH gegründeten Joint Venture für hocheffiziente Klein-Biogasanlagen, sieht der geschäftsführende Gesellschafter auch. Aktuell geht eine Anlage mit 100 kW elektrischer Leistung in Niederbayern bei einem Biobäcker und Biolandwirt in Betrieb.

Über die Goffin Consult GmbH schließlich werden verschiedene Beratungsmandate von Greiss und Brüse geführt. Darüber bildet das Unternehmen einen Pool an kaufmännischem und technischem Wissen und personeller Ressourcen, um Unternehmensprozesse zu optimieren, zu bewerten und Investitionsentscheidungen und Strategieplanungen zu begleiten.

„Die Weitergabe unseres breit gefächerten Wissens und unserer gemachten Erfahrungen an andere, bereitet uns großen Spass“, so Greiss. Die Problemlöser kommen aus dem Netzwerk der beiden Unternehmer, die restrukturierungserprobt, prozess- und marktorientiert sind. Auch aktuelle und potentielle Kunden kommen unter anderem aus diesem Umfeld von Herstellern, Zulieferern, Ingenieurbüros sowie von Entwicklern und Dienstleistern.

Aufbauend auf diesem Verbund und auf Basis der genannten Ressourcen möchte Goffin auch die eigenen technischen Lösungen entwickeln und platzieren. Das Unternehmen ist dafür aufgestellt, sich neue Märkte erfolgreich zu erschließen und ist gegenüber Zukäufen aufgeschlossen.

In fünf Tagen rund um die Personal-Welt

Top-Speaker wie Stefan Frädrich, Frank M. Scheelen, Boris Grundl, Martin Limbeck und weitere 16 Referenten bieten über vielfältige Personal-Themen ihr Wissen an: Von Mitarbeitermotivation und digitalem Bewerbermanagement, über Führung in der digitalen Arbeitswelt und Kompetenzen von Führungskräften bis zur Vertriebsführung und dem Employer Branding. Letztlich geht es darum, dass die Teilnehmer ihre Mitarbeiterauswahl nachhaltig verbessern sowie ihre Mitarbeiter besser führen und fördern. Denn nur so kann sich ein Unternehmen erfolgreich entwickeln.

In der kommenden Woche erhalten die Teilnehmer von Montag bis Freitag zwischen 18 und 21 Uhr jeweils von vier unterschiedlichen Rednern einen 45-minütigen Input. Zur Anmeldung.

Goldbeck Solar Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen

In den vergangenen Monaten hat die Goldbeck Solar GmbH vor allem mit niederländischen Freiflächen-Anlagen von sich reden gemacht. Allen voran in Veendam, Midden Groningen und Andijk. Die guten politischen und infrastrukturellen Bedingungen im Nachbarland pushen den dortigen Solarmarkt und bieten dem Hirschberger Unternehmen zahlreiche Gelegenheiten, das aufgebaute Know-how zielführend einzusetzen. „Wir sind als Partnerunternehmen sehr gefragt. Nicht mehr ausschließlich als EPC, sondern zusätzlich als Projektentwickler und in der Koordination über sämtlich Wertschöpfungsstufen hinweg“, fasst Geschäftsführer Björn Lamprecht die aktuelle Situation zusammen. Immer häufiger sei Goldbeck Solar auch Berater in Finanzierungsfragen (Financial Engineering) oder Koordinator von wertvollen Netzwerk-Kontakten. Noch in diesem Jahr wird die 2001 als Goldbeck-Tochter gegründete Firma die Marke von einem Gigawatt realisiertem Projekt-Volumen erreichen. „Mitte 2018 eine niederländische Tochtergesellschaft zu gründen, die Goldbeck Solar Nederlande B.V., war daher strategisch der nächste Schritt“, so Lamprecht. So könne man die dortigen behördlichen Vorgaben hinsichtlich Zertifizierung und Qualitätssicherung besser erfüllen. Auch das O&M-Geschäft, das international bald ebenfalls ein Gigawatt umfasst, sei hier durch kürzere Wege effizienter zu realisieren. Eine gute Voraussetzung bieten die attraktiven Bedingungen in den Niederlanden, so dass die Niederlassung bis zu zehn lokale Arbeitsplätze aufbauen kann.

Weitere Verkaufschancen für Solarparks sieht Lamprecht in Spanien, Portugal, Mexiko und Chile, derzeit ist Goldbeck Solar in 15 Ländern aktiv. Im Herbst realisierte das Unternehmen ein erstes Projekt mit 100 MWp in Kasachstan, wo Goldbeck Solar nun Marktführer ist. Ein Nachfolgeprojekt mit 50 MWp ist in Arbeit, weitere strategische Projekte werden derzeit verhandelt. „Die Auftragssituation bei den Freiflächen-Anlagen ist sehr gut“, freut sich Lamprecht. Wahrscheinlich werde sich aufgrund dessen der Anteil der Dachanlagen am Umsatz von bisher 20 auf gut 10 Prozent verringern. „Obwohl wir nach wie vor in diesem Sektor tätig und erfolgreich sind“, weiß der Geschäftsführer. Neben zahlreichen Industrie- und Gewerbekunden in Deutschland steigt auch das internationale Interesse an Dach-Kraftwerken in Thailand.

Die seit September 2018 offiziell vollzogene Ausgliederung aus der Goldbeck-Gruppe steht auch vor dem Hintergrund der steigenden Internationalisierung des Solarunternehmens. „Nicht nur für Geschäfte außerhalb von Europa setzen wir auf kurzfristige Handlungsfähigkeit, schnelle Entscheidungswege und maximale Flexibilität“, erklärt Lamprecht die Hintergründe der Entscheidung. Die Synergien mit der ehemaligen Muttergesellschaft hinsichtlich energieoptimierter Gebäudesysteme werde man aber weiter nutzen. „Wir haben uns vom internen Zulieferer zum Exklusiv-Partner für Solaranlagen und Energielösungen weiterentwickelt“, fasst Lamprecht zusammen.

Für die Intersolar sagt Lamprecht sonnige Tage voraus: „Die steigende Professionalisierung der Solarbranche macht sich in der Qualität der Kontakte bemerkbar.“ Er und sein Vertriebsteam freuen sich auf interessante Gespräche und die Anbahnung neuer Aufträge. Auch auf der Lieferantenseite ist Goldbeck Solar offen für neue Gesprächspartner.

Goldbeck & Fraunhofer ITWM entwickeln Energie-Optimierungs-Software

Fernwärme und Kaltwassersatz mit PV-Anlage?, Blockheizkraftwerk plus Brennwertkessel und Fernkälte?, Geothermie mit Solar-Unterstützung?, Die besten Energie-Szenarien für Heizung, Kühlung und Strom berechnet das GEOS binnen Sekunden für jedes Bürogebäude. „Was ein erfahrener Planer früher aus dem Bauch heraus vorschlagen konnte oder den komplexen Vorgang mit vielen Variablen mühsam erarbeiten musste, berechnet das GEOS nun rasch auf der Basis von Gebäudedaten“, erläutert Lukas Romanowski, Innovationsmanager bei Goldbeck. Damit seien Planer und Berater in der Lage, den Kunden noch umfänglicher aus einem energetischen Baukasten heraus zu umsorgen. Schön sei auch, so der Innovationsmanager, dass der Kunde mehr Transparenz im Entscheidungsprozess erfährt. „Gerade unsere mittelständischen Kunden sind sehr offen für die Vorschläge des GEOS. Selbst sind sie Experten in ihrem Gebiet, selten Profis für Gebäude- oder Energietechnik. Mit mehr Visualisierung und Plausibilisierung können wir Unternehmer besser abholen“, erläutert Romanowski, der sich mit GEOS derzeit in der Rollout-Phase innerhalb der Goldbeck-Gruppe befindet. Die ersten Rückmeldungen der Key-User beim Einsatz in realen Projekten sind sehr positiv: Die kurze Rechenzeit und die übersichtlichen Schaubilder erleichtern die Beratung enorm.

Nach Berechnung der Effizienz des jeweiligen Energie-Szenarios – dabei werden Investitions-, Verbrauchs- und Betriebskosten sowie die CO2-Einsparung berücksichtigt – werden die Möglichkeiten mit einem Referenz-Szenario verglichen. Als Referenz dient standardmäßig das in der Anschaffung wirtschaftlichste Konzept. Anschließend schränkt der Experte die Auswahl auf die interessantesten, maximal sechs Möglichkeiten ein. „So stellen wir Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gegenüber und bieten dem Käufer bereits frühzeitig die Möglichkeit, die Vor- und Nachteile der diversen Möglichkeiten zu verstehen und zu einander in Relation zu setzen“, erläutert Romanowski. Unterstützt wurden er und sein Team durch das Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM). Die Wissenschaftler lieferten beispielsweise die statistischen und algebraischen Rechenmodelle, die hinter der Software stehen.

Auch die Fachjury des The smarter-E-Awards hat die Innovationskraft der GEOS-Software erkannt und das System in die engere Auswahl genommen. Im Mittelpunkt stehen dabei Lösungen und Konzepte, die mit erneuerbaren Energien, Dezentralisierung und Digitalisierung alle Energiebereiche aus den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr intelligent miteinander verbinden.

Decathlon erzeugt grünen Strom für Logistikzentrum

Schwetzingen. Seit Juli wird das 40.000 Quadratmeter umfassende Logistikzentrum des Sportartikelherstellers Decathlon in Schwetzingen mit regenerativem Strom vom Dach des Gebäudes betrieben. Hier werden rund 750.000 Kilowattstunden im Jahr produziert. Diese verwendet der Sport-Experte für die schnellstmögliche Bearbeitung der Lieferungen sowie für den Betrieb der angrenzenden Filiale.

„Wir nutzen die selbst erzeugte Energie für unsere teilautomatisierten Hochregallager, für PC-Arbeitsplätze, Beleuchtung und um unsere Elektro-Gabelstapler aufzuladen“, fasst Projektleiter Recep Sari zusammen. Im größten Logistikzentrum von Decathlon in Deutschland arbeiten 750 Mitarbeiter. Diese bedienen die Logistik des gesamten Sortiments, rund 35.000 verschiedene Artikel für fast 100 Sportarten. Beliefert werden von hier aus der Großteil der 52 Filialen in Deutschland sowie einige Filialen in den Niederlanden und der Schweiz. Außerdem erhalten auch alle deutschen Online-Kunden ihre Pakete aus Schwetzingen.

Rund 350.000 Kilowattstunden des erzeugten Stroms verbraucht Decathlon selbst. Die restlichen etwa 400.000 Kilowattstunden werden ins öffentliche Netz eingespeist. Durchschnittlich 11 Cent pro Einheit werden hier für die nächsten 20 Jahre vom Versorger vergütet. „Wirtschaftlich lohnen sich solche Anlagen für den Kunden auf jeden Fall“, konstatiert Björn Lamprecht, der das Projekt mit seinem Team von Goldbeck Solar realisierte. Zwischen sechs und zehn Jahren dauert die Amortisierung, danach erwirtschaftet die Dachanlage nur noch Gewinn. Lamprecht: „Schön ist auch, dass sich Besitzer einer PV-Anlage vom Angebot der Energieversorger unabhängig machen. Ein weiteres Kriterium, warum sich Decathlon und andere für ein Sonnenkraftwerk entscheiden ist die Planbarkeit bei den Stromkosten.“ Rund 40 Solar-Dächer deckt das Solarunternehmen in Deutschland pro Jahr. Der hier erzeugte Strom kostet zwischen vier und acht Cent. Im Gegensatz zu den oftmals 18 Cent, die beim Stromversorger fällig werden. Positiv weil negativ ist auch die CO2-Bilanz: 437 Tonnen Kohlenstoffdioxyd werden im Jahr eingespart.

Nachhaltigkeit ist bei Decathlon Teil der Firmenphilosophie: „Verschiedene Bausteine machen bei uns Verantwortung aus. Der Schutz der Umwelt ist ein Teil davon. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir auch das Thema Solarenergie angehen“, konstatiert Sari. Taten statt Worte ließen die Sport-Experten schon im Jahr 2012 sprechen. Beim Neubau der modernen Logistikhalle wurde eine PV-Anlage bereits in der Planung berücksichtigt. So waren 2018 Statik und Windlasten kein Problem. „Das ist der Idealfall“, freut sich Lamprecht. Bauherren sollten ihre Industrie- und Logistikgebäude möglichst zukunftsfähig und flexibel aufstellen“, rät der Geschäftsführer und Chef von 90 Mitarbeitern.

Videokonferenz: Läuft bei mir

Rhetoriktrainer Peter Flume hat sich mal wieder etwas Neues einfallen lassen. Der Experte in Sachen gesprochenes Wort erfindet sich seit 25 Jahren regelmäßig neu. Jetzt hat er gemeinsam mit dem Schauspieler Vincent Courtens eine humorvolle Video-Reihe aufgesetzt, die vermittelt, worauf es bei der Kommunikation per Videokonferenz ankommt. Damit virtuelle Begegnungen genauso stark wirken, wie das persönliche Miteinander.

Beim virtuellen Gespräch fehlt die emotionale Rückmeldung

Was uns im Alltag so praktisch vorkommt, hat auch Schattenseiten: Es fehlt die unmittelbare körpersprachliche Rückmeldung. Selbst beim Konferieren über Video kann die Einschätzung trügen, weil kein Augenkontakt besteht, oder verzögert übertragen wird. Schließlich entsteht über die Webcam immer eine Diskrepanz. Auch und gerade Emotionen können per Videochat schlecht transportiert werden. Sie werden oft über Betonung und Stimme übermittelt. Je nach Medium kann das falsch oder gar nicht ankommen.

Missverständnisse sind in der virtuellen Kommunikation vermeidbar

Peter Flume rät deshalb, sich innerhalb von virtuellen Gesprächen besonders deutlich auszudrücken und auch zu artikulieren. Hier gilt es Doppeldeutigkeiten zu vermeiden. Das kann man innerhalb einer Konferenz beispielsweise durch eine gute Vorbereitung und/oder ein Skript sicherstellen. Monologe gilt es tunlichst zu vermeiden. Die Faustformel: Immer an die Zuschauer denken und daran, welche Informationen diese benötigen – und welche nicht.

Gesprächsteilnehmer können durch Rückfragen sicherstellen, dass sie richtig verstanden haben und selbst korrekt verstanden wurden. Aufmerksamkeit ist das Gebot der Stunde. Das fokussiert auch Flumes aktueller Fachtitel „Die Kunst der Kommunikation“. Einander ausreden lassen und nicht nebenher andere Dinge zu erledigen ist in realen wie in virtuellen Gesprächen höflich und wichtig.

Virtuelle Meetings sind genauso wichtig wie persönliche

Eine gute Haltung ist nicht nur gut fürs Kreuz. Sie macht unter anderem im Videochat Sinn. Die Stimme kann im aufrechten Sitzen besser und sympathischer klingen. Ein Lächeln zwischendurch lockert die Gesichtszüge sowie die Gesprächsatmosphäre auf. Für die Körpersprache gibt Flume folgenden Tipp: Gestik und Mimik sind auch bei Videokonferenzen erwünscht. Allerdings ist hier der Bildausschnitt begrenzt, sodass Gesten im Rahmen des Sichtfensters ausgeführt werden und nicht zu schnell sein sollten.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Kleidung im virtuellen Meeting. „Die Leute erschrecken vor ihrem eigenen Bild, statt sich gezielt in Szene zu setzen“, sagt der Schauspieler Vincent Courtens. Sein Tipp: Die persönliche Marke herausstellen und Alleinstellungsmerkmale setzen.

Das Fazit: Ein virtuelles Gespräch ist genauso wichtig, wie ein Persönliches. Machen Sie sich die Schwachstellen einer digitalen Kommunikation bewusst und vermeiden Sie Missverständnisse durch eine besondere Achtsamkeit in der Vorbereitung und während des Gesprächs.

Goldbeck Solar und Eneco realisieren ihr erstes gemeinsames Projekt in den Niederlanden

Es werden etwa 1.900 Megawattstunden produziert und in das öffentliche Netz eingespeist, die im Rahmen eines subventionierten SDE+-Vertrags vergütet werden. Goldbeck Solar ist eines der wenigen Unternehmen, welches das strenge Auswahlverfahren von Eneco für Partner bestanden hat.

„Wir freuen uns über dieses erste Projekt und hoffen, dass dieser Solarpark die Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit schafft. Nach unserer niederländischen Premiere in Veendam und den aktuellen Projekten in den Niederlanden arbeiten wir gerne weiter mit Eneco als starkem Partner zusammen“, sagt Tobias Friedrich, International Key Account Manager bei Goldbeck Solar und verantwortlich für den Vertrieb in den Niederlanden.

Zwei Projekte im zweistelligen MW-Bereich werden in diesem Jahr fertiggestellt und in den Niederlanden ans Netz gehen. Björn Lamprecht, COO von Goldbeck Solar, gibt einen positiven Ausblick: „Die Chancen stehen gut, das Geschäft in den Niederlanden auszubauen. Die Auftragsbücher füllen sich gerade.“

„Die Niederlande sind derzeit einer unserer am stärksten wachsenden Märkte. Deshalb haben wir eine niederländische Tochtergesellschaft gegründet. Goldbeck Solar Netherlands B.V. mit Sitz in Arnheim gibt uns die Möglichkeit, noch schneller mit unseren EPC- und O&M-Abteilungen im Land zu reagieren“, sagt Tobias Friedrich.

Messen bleiben auf Dauer wichtig

Um für den digitalen Vertrieb gerüstet zu sein, laufen aktuell die Vorarbeiten: Die 3000 Kontakte aus drei Datenbanken für Maschinenbau, Service und Lohnhärterei werden aktuell zusammengeführt. Etabliert ist bereits eine wöchentliche Suchmaschinen-Auswertung, auf deren Basis Inductoheat Surfer zeitnah anruft, um mit ihnen in Dialog zu kommen. „Sobald die Datenbank steht, werden wir viermal jährlich einen Newsletter versenden,“ sagt Geschäftsführer Frank Andrä.

Mit aktiver Pressearbeit hat er 2018 einen externen Dienstleister beauftragt, der aus dem Journalismus kommt und bundesweit in Redaktionen vernetzt ist. Dessen Büro wird auch die Themen für den Newsletter mit entwickeln, die Beiträge texten und mit aussagekräftigen Fotos illustrieren. „Dafür haben wir unseren Etat aufgestockt, um in den Medien ein Grundrauschen zu erzeugen und bekannter zu werden,“ sagt der Chef.

Die Messeaktivitäten hält er ungeschmälert aufrecht: Alle vier Jahre die Gießereifachmesse in Düsseldorf, alle zwei Jahre die AMB in Stuttgart, alle drei Jahre die EMO in Hannover und jährlich Kolloquien und Foren in Berlin oder Köln. Im Gegenteil: Was über Pressearbeit und Newsletter an Bekanntheit erzielt wird, sollen die Mitarbeiter aus Vertrieb, Entwicklung und Applikation an den Messeständen vertiefen. Und über Gemeinschaftsstände mit Baden-Württemberg international zeigen die Schwaben auch in Nordamerika oder Asien mehr Präsenz.

„Bis 2003 waren wir nur auf einer Messe pro Jahr,“ erzählt der Geschäftsführer. Damals habe Inductoheat acht Millionen Euro pro Jahr umgesetzt. Heute sind es 14, wobei sich der Umsatz im Maschinenbau sogar verdoppelt hat. Im laufenden Jahr zeigt der Spezialist für induktives Härten seine revolutionäre I-syst 4.0-Lösung, die sämtliche Parameter des Verfahrens separat steuert und dokumentiert, im September auf der AMB in Stuttgart, im Oktober beim Härtereikongress in Köln und im November beim 1st Euroforge, wo es um den Schmiedeerwärmungsprozess geht.
Ziel der Präsenz: Den Kontakt zu Bestandskunden vertiefen, Mitbewerber beobachten, potentielle Neukunden interessieren und Branchentrends aufspüren. „Den persönlichen Kontakt braucht es immer, um Vertrauen aufzubauen und Geschäftsbeziehungen zu pflegen,“ sagt der Ingenieur. Es brauche generell mehr Engagement, im Verdrängungswettbewerb den Bestand zu halten und Neukunden zu akquirieren. Denn die Informationswege der nachwachsenden Entscheider werden immer digitaler, so der 56-Jährige, und Kompetenz werde zunehmend am Werbeauftritt festgemacht.

Im Vertrieb hat Inductoheat bundesweit drei Mitarbeiter, die sich die Arbeit nach den Themen Härten, Schmieden und Lagertechnik/Automotive aufteilen. Europaweit kooperiert der Mittelständler mit zehn freien Agenturen, die die lokalen Märkte bearbeiten. „Weil unser Produkt sehr erklärungsbedürftig ist, übernehmen wir meist schon nach dem ersten Kontakt die Anfrage,“ sagt Andrä.

Den großen Rest der Welt bearbeitet die US-Muttergesellschaft Inductotherm mit ihren weltweit 40 Niederlassungen, von denen 17 Produktionsstandorte sind. In der Regel seien die internationalen Kunden deutsche Konzerne, die für Mexiko, die USA, China oder Südkorea eine Anlage brauchen. Entsprechend macht Inductoheat die Hälfte des Umsatzes in Deutschland; 40 Prozent in Europa und hier vor allem in Frankreich und Schweden; und den Rest in Übersee, was bei 20 Anlagen Gesamtproduktion pro Jahr außereuropäisch oft nur einem Auftrag entspricht. Die Vertriebsstrategie lautet: Schlüsselkunden in Europa identifizieren und ins globale Ausland begleiten.

Mobile Hallen erhöhen Flexibilität in Produktion

200.000 Quadratmeter mobile Hallenfläche in dutzenden Objekten hat Rainer Nobereit aktuell bundesweit vermietet. Das modulare Hallen-Equipment, dessen Spektrum aktuell von Größen von 70 bis 33.000 Quadratmetern reicht, hat einen Sachwert von 70 Millionen Euro.

Nach dem Baukastenprinzip können die Hallen in einem Rastermaß von zehn bis 75 Metern Breite und vier bis acht Metern Höhe in Fünf-Meter-Schritten beliebig lang überall binnen zweier Monate errichtet und in Betrieb genommen werden. Das bietet vor allem Produktion und Logistik kurzfristig und flexibel die Möglichkeit, Produktions- und Lagerflächen zu erweitern. Der Clou: Der Logistiker mietet oder least die Halle zum festen Preis und nur für die Dauer ihrer Nutzung.    
1995 begann Nobereit, der die Marktlücke als Logistikmanager bei Opel in Bochum erkannt hatte, mit einer ersten Zelthalle für DaimlerChrysler in Rastatt im Kontext der A-Klasse und des missglückten Elch-Tests. „Die brauchten damals schnell zusätzliche Lagerflächen und ich habe geliefert“, sagt der 59-Jährige. Vier Jahre später gründet der Baden-Badener dafür die HaLog MCI GmbH & Co. KG und liefert seither mobile Hallen aus Stahl, deren Komponenten er bei Metallbauern produzieren lässt.
Je nach Standard kostet ihn der Quadratmeter je Halle 200 bis 500 Euro in der Herstellung. Das hängt von Heizung, Beleuchtung oder Kühlung ab. So verbaut er üblicherweise Schnelllauf-Rolltore, die 25.000 Euro pro Stück kosten. Die billigste Alternative kostet ein Zehntel dessen. „Wir liegen im Komfort immer oben, um die Module variabel einsetzen zu können,“ sagt Nobereit. So sind die bis zu acht Grad flachen Dächer etwa auf hohe Schneelasten im Voralpengebiet ausgelegt.
Sechs Millionen Euro Miete erzielt die HaLog aktuell pro Jahr mit der Überlassung ihrer Hallen, die zwischen drei und 20 Jahren stehen. Aktuell wird eine 22.000 Quadratmeter große Halle demontiert, aus der fünf neue kleinere Hallen teils beim selben Kunden, aber an anderen Standorten entstehen. 2000 Quadratmeter Halle liegen aktuell als Module ungenutzt auf Lager. Bis zu 15 Prozent der Kosten entfallen auf die Montage.
Waren die Kunden anfangs Automobilhersteller, haben nun auch Logistiker und Zulieferer das Potential mobiler Hallen entdeckt. Denn so können Mittelständler Hallen mit 2000 oder 4000 Quadratmetern auch testweise für eine neue Geschäftsidee und befristet auf zwei, drei Jahre für einen zusätzlichen Auftrag vor Ort nutzen.
Um die Variabilität der Logistik mit der Flexibilität der Finanzierung zu kombinieren, hat die Nürnberger Leasing 2013 für die Nobereit Holding die HaLog Leasing gegründet, um das Wachstum von dessen Hallengeschäft mit zu finanzieren. Diese erwirbt die Hallen und verleast sie anschließend an den Kunden. Das hat steuerliche Vorteile für den Kunden und verbessert dessen Liquidität.
Gut die Hälfte aller Hallen wird mittlerweile über die HaLog Leasing GmbH finanziert, was elf Millionen Euro entspricht. Für 2018 hat die Nürnberger Leasing für diesen Bereich Refinanzierungszusagen bis zu 15 Millionen Euro. Nobereits zwölf Mitarbeiter arbeiten je zur Hälfte in der Verwaltung und der Montage.
In Summe beschäftigen die Baden-Badener bei knapp 20 Subunternehmern ganzjährig gut 50 Mitarbeiter und lasten diese je zu einem Drittel bis zur Hälfte aus. Neue Aufträge sind binnen fünf Monaten realisiert: Der Vermesser prüft den Standort, die Komponenten werden beauftragt und Nobereits Montageteam setzt die Pfeiler mit 1,5 Meter langen und 30 Millimeter dicken Erdnägeln, die eine Ramme binnen Minuten in den Untergrund presst.
„Das ist das einzige Verfahren, das vom Zeltbau übergeblieben ist“, sagt Nobereit, dessen Sohn Nick die Arbeiten vor Ort koordiniert. Die Montageteams umfassen je Gewerk fünf bis acht Mann und arbeiten zeitversetzt: Bereits nach der ersten Woche beginnt die Dachmontage, nach der zweiten der Wandaufbau. In der vierten Woche werden Elektrik montiert und Heizung installiert. „Wenn es noch schneller gehen muss, beginnen wir an zwei Seiten parallel“, sagt der Montageprofi.
Seine Philosophie: „Wir verkaufen keine Hallen mehr, sondern Lösungen.“ So hat er 2015 nicht nur eine Flüchtlingsunterkunft für 180 Personen in seinem Modulverfahren errichtet, sondern auch das Versorgungspersonal mit geliefert.