Alle Beiträge von Thomas Schröter

So beantragen innovative Industrie-Unternehmen Fördermittel

Industrie 4.0, Internet der Dinge und Digitalisierung: Schlagworte, derer man beinahe schon überdrüssig zu werden droht. Doch gerade für die mittelstandsgeprägte Industrielandschaft ergeben sich daraus zahlreiche Möglichkeiten, die allerdings eine Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle und der Infrastruktur im weitesten Sinne erfordern. Gerade dafür stellen offizielle Institutionen wie etwa das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie oder die EU-Kommission Fördergelder bereit, die Unternehmen helfen sollen, das wirtschaftliche Risiko innovativer Projekte zu mindern und gleichzeitig die Wirtschaftskraft der Regionen zu stärken sowie Arbeitsplätze zu schaffen.

Das passende Förderprogramm finden

Welches Förderprogramm ist geeignet? Die Auswahl ist groß. Jedes Programm hat speziell definierte Ziele oder fördert besondere Aspekte aktueller Entwicklungen. Das von der EU ausgelobte Förderprogramm Horizon 2020 versteht sich beispielweise als Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation. Es soll eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft fördern und einen Beitrag zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft leisten. Da die Bewerbungsbedingungen recht anspruchsvoll sind, entschloss sich die Kommission, dass SME-Instrument als Teil von Horizon 2020 aufzulegen. Das SME-Instrument richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen und bietet deutlich vereinfachte Konditionen. Gefördert werden innovative Ideen mit hohem Marktpotenzial, für eine erste Bewerbung genügt ein vorläufiger Business-Plan mit etwa zehn Seiten Umfang.

Ein Klassiker ist die sogenannte Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, kurz GRW. Das Programm fördert gewerbliche Investitionen und Investitionen in die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur. Es richtet sich an kleine und mittelständische Industrieunternehmen und Gemeinden in eher strukturschwachen Regionen. Besonders dann, wenn eine Aufstockung des Mitarbeiterbestandes geplant ist, lohnt es sich, eine mögliche GRW-Förderung zu prüfen.

Es ist nicht immer einfach zu erkennen, ob das eigene Projekt in den Kontext eines dieser oder der zahlreichen weiteren Förderprogramme passt oder nicht. Mit unverbindlichen Fördermittelchecks lässt sich vorab schon einiges klären. Auch kann es sich lohnen, die Hilfe einer Fördermittelberatung wie zum Beispiel förderbar in Anspruch zu nehmen, da die Experten meist sehr genau wissen, worauf die Prüfer Wert legen. Unternehmen sollten aber darauf achten, dass die Beratungsleistung erfolgsabhängig angeboten wird.

Welche Projekte sind förderfähig? – Das Beispiel Beaconinside

Dass Fördermittel auch in der Praxis einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Markteinführung neuer Technologien leisten können, zeigt sich am Beispiel der Beaconinside GmbH. Beacons sind kleine Bluetooth-Sender, die an eine App Signale senden, sobald sich das dazugehörige Smartphone in entsprechender Entfernung befindet. Die App versorgt den Nutzer dann standortabhängig mit entsprechenden Informationen. So können etwa Museumsbesucher während eines Rundgangs die passenden Informationen erhalten. Ladenbesitzer statten ihre Geschäfte mit Beacons aus, um herauszufinden, wie sich die Kunden im Laden verhalten. Wie viel Zeit verbringen sie vor welchem Regal oder nutzt er parallel sogar die Shopping-App des Ladens? Analysen aus solchen Daten helfen Unternehmen, ihr Angebot und den Service für die Kunden zu optimieren.

Die Beaconinside GmbH aus Berlin bietet dafür nicht nur die Beacons selbst, sondern auch eine Daten-Management-Plattform an. Die Entwicklung der Angebote bis zur Marktreife unterstützte die Investitionsbank Berlin (IBB) mit Fördermitteln aus dem Pro FIT-Programm. Vor allem das Management großer Beacon-Infrastrukturen, die Absicherung der Beacons gegen Angriffe von außen und die Erweiterung der Reporting- und Analyse-Funktionalitäten standen bei dem geförderten Projekt im Fokus – ein typisches Förderprojekt. Denn die verschiedenen Förderprogramme mögen sich zwar stark unterschieden, sie verfolgen aber das gleiche Ziel: innovative Unternehmen und deren Technologien mit Marktpotenzial zu unterstützen.

Checkliste: Die Beantragung von Fördermittel

Das innovative Projekt oder die Investition sind in Planung – wo fängt man bei der Fördermittelakquise an? Grundsätzlich lassen sich folgende erste Schritte empfehlen:

  • Unverbindlichen Fördermittelcheck durch erfahrene Experten durchführen lassen
  • Passendes Förderprogramm identifizieren und Bedingungen prüfen
  • Eine Person im Unternehmen benennen, die für die Fördermittelakquise zuständig ist und dieser auch Zeitkontingente dafür einräumen
  • Prüfen, ob eine Fördermittelberatung sinnvolle Hilfe leisten und Förderchancen erhöhen kann, dabei darauf achten, dass die Berater auf Erfolgsbasis arbeiten
  • Businessplan und/oder detaillierte Projektbeschreibung erstellen und erforderliche Unterlagen zusammentragen

EU-Förderprogramme für Industrie-Unternehmen

Das Schwert ist zweischneidig: Traditionell ist es eine Stärke mittelständischer Industrie-Unternehmen nachhaltig zu wirtschaften. Langfristiges Denken steht im Vordergrund. Die Investitionen übersteigen den erwirtschafteten Überschuss in aller Regel nicht. Ein Hauptgrund, warum viele dieser Unternehmen über Jahrzehnte hinweg erfolgreich am Markt agieren. Doch große, disruptive Strategiesprünge in eine digitale Geschäftswelt sind dabei kaum umsetzbar. Zumindest nicht mit eigenen Mitteln.

Dennoch stehen die Zeichen gerade im Mittelstand auf Innovation. Und die EU unternimmt einige Anstrengungen, um kleinen und mittelständischen Unternehmen finanziell unter die Arme zu greifen. Sie hat verschiedene Förderprogramme aufgelegt, die innovative Technologie-Projekte unterstützen. Dadurch erweitern sich die Möglichkeiten, an finanzielle Unterstützung zu kommen, deutlich: Die vergebenen Budgets fallen auf europäischer Ebene oft höher aus, als das bei lokal aufgelegten Förderprogrammen der Fall ist. Doch meist sind die Anforderungen auch höher: Das bekannteste EU-Förderprogramm Horizon 2020 verlangt beispielsweise in vielen seiner Ausschreibungen die Mitarbeit von mindestens zwei Projektpartnern aus zwei anderen EU-Mitgliedsstaaten. Zudem möchten die Geldgeber aus Brüssel eine europäische Herangehensweise fördern und bewerten die Projekte nach ihrer Relevanz für den EU-Binnenmarkt. Umfangreiche Antragsformulare, die in Englisch auszufüllen sind, machen die Sache nicht leichter.

Förderprogramme der EU – eine Auswahl

Horizon 2020 ist das Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation. Es soll eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft fördern und helfen, eine wettbewerbsfähige, europäische Wirtschaft aufzubauen. Die Bewerbungsbedingungen sind anspruchsvoll und schrecken viele kleine und mittelständische Unternehmen ab. Die EU erschuf deshalb das „SME Instrument“, gewissermaßen als vereinfachtes Programm innerhalb von Horizon 2020.

Kurzüberblick über das SME Instrument

SME Instrument richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, die Ideen mit hohem Marktpotenzial und Innovationsgrad verwirklichen wollen. Die Bewerber müssen gewinnorientiert wirtschaften, ihren Sitz in der EU haben und ihr Geschäft international (mindestens im europäischen Sinne) ausgerichtet haben. Im Gegensatz zu Horizon 2020 fördert das SME Instrument auch Einzelunternehmen und senkt die Hürde damit deutlich.

Thematisch ist das Programm weitergehend offen und unterstützt die Unternehmen phasenweise entlang des Innovationszyklus‘. Dafür unterscheidet das Programm drei Phasen: die Machbarkeitsstudie, die Umsetzung und die Markteinführung. Für die ersten beiden Phasen können Fördergelder beantragt werden. Wichtig ist allerdings, dass das Projekt nicht mehr ganz am Anfang steht: Forschungsergebnisse und ein Prototyp sollten bei Antragstellung bereits vorliegen. Neben der Förderung von bis zu 50.000 Euro für die Erstellung eines Businessplans (Phase 1) und einer Unterstützung von bis zu 2,5 Millionen Euro für alle für die Umsetzung notwendigen Maßnahmen (Phase 2) haben geförderte Unternehmen die Möglichkeit, sich durch Experten coachen zu lassen. Solche Coaches unterstützen dann unter Umständen auch die Markteinführung (Phase 3).

Die Bewerbungen können laufend eingereicht werden, die Bewertung erfolgt aber zu vier Stichtagen im Jahr. Kern des Antrags auf Förderung in Phase 1 ist ein etwa zehnseitiger, vorläufiger Business-Plan, in Phase 2 soll der Business Plan geprüft und konsolidiert auf maximal 30 Seiten dargestellt werden. Anhand vorab definierter Kriterien erstellen die zuständigen EU-Begutachter eine Rangliste an förderwürdigen Vorhaben und verteilen die vorhandenen Mittel so auf mehrere Projekte.

Weitere EU-Förderprogramme

  • COSME

    COSME ist die Abkürzung für „Programme for the Competitiveness of Enterprises and SMEs 2014-2020“. Das Programm zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu verbessern. Mit der Initiative möchte die EU die Unternehmenskultur in Europa fördern und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen nachhaltig erhöhen. Der Zugang zu Finanzmitteln und neuen Märkten innerhalb der EU soll erleichtert werden. Für die Antragstellung benötigen Unternehmen allerdings einen Mittler, etwa eine Bank oder eine Wirtschaftskammer. Die Förderung kommt dann aber dem Unternehmen direkt zugute.

  • Eurostars

    Das Ziel von Eurostars ist es, mittelständische Unternehmen verstärkt für eine europäische Zusammenarbeit in Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu motivieren. Das Förderprogramm ist innerhalb EUREKA aufgehängt, einer Initiative zur Stärkung der europäischen Wirtschaftskraft. Eurostars ist technologieoffen und unterstützt die Entwicklung eines neuen Verfahrens, Produktes oder einer Dienstleistung. Das Projekt muss von mindestens zwei Partnern aus dem EUREKA-Raum durchgeführt werden, so genannte forschende Unternehmen – also solche die etwa 10 Prozent ihrer Ressourcen in Forschung und Entwicklung investieren – werden bevorzugt.

  • Europa-Förderung für Internet-of-Things-Projekte (IoT)

    Die Europäische Union arbeitet gemeinsam mit Industrie, verschiedenen Organisationen sowie den EU-Mitgliedsstaaten aktiv an der Entwicklung und Umsetzung von IoT-Technologien. Zusätzlich zu den IoT-Forschungs- und Innovationszielen, die das laufende Horizon2020-Programm abdeckt, rief die Europäische Kommission eine Reihe von unterstützenden, strategischen Maßnahmen ins Leben. Im Rahmen eines ersten Projektaufrufes im Oktober 2015, können sich Unternehmen derzeit noch für die Teil-Ausschreibung „IoT Integration und Plattformen“ bewerben. Das Programm fördert Kooperationsprojekte mit einem Umfang von 3 bis 5 Millionen Euro zu 100 Prozent. Der Einreichungsstichtag ist der 25. April 2017.

Ob der europäische Horizont näher liegt als der regionale, entscheiden schließlich der Charakter des Projektes und die involvierten Partner. Insgesamt bewerben sich natürlich mehr Unternehmen bei den EU-Förderinstitutionen um das ausgeschriebene Geld. Doch wenn das Projekt die Vorgaben der Förderer trifft, stehen die Chancen gut, Unterstützung zu erhalten. Eine gute Vorbereitung und eine valide Recherche vorab – zum Beispiel mit Unterstützung einer Fördermittelberatung – sind dabei die Grundvoraussetzung. 

Förderprogramme für innovative Industrie-Unternehmen

Die deutsche Fördermittellandschaft ist gut bestückt. Nicht immer denken Unternehmen diese Möglichkeit mit, so finanzielle Unterstützung für bestimmte Projekte einzuwerben. Das verwundert nicht, ist es doch nicht ganz einfach, das passende Förderprogramm ausfindig zu machen. Jedes hat unterschiedliche Bewerbungsvoraussetzungen, manche sind auf ganz bestimmte Unternehmen oder Branchen zugespitzt. Ein kurzer Überblick über ZIM, KMU innovativ und Pro Fit soll einen Eindruck vermitteln, was möglich ist.

ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand)

Das branchen- und technologieoffene bundesweite Förderprogramm ZIM wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgeschrieben. Es versteht sich als marktorientierte Technologieförderung für Einzel-, Kooperations- und Netzwerkprojekte und zielt vor allem auf kleine und mittelständische Unternehmen. Als KMU gelten Unternehmen, die höchstens 250 Mitarbeiter beschäftigen und weniger als 50 Millionen Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften. Laut BMWi sollen durch ZIM anspruchsvolle technologische Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert werden, die zu neuen Produkten, Verfahren oder technischen Dienstleistungen führen. Die zusätzliche Förderung von Leistungen zur Markteinführung der Ergebnisse des geförderten FuE-Projekts kann ebenfalls beantragt werden.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Zuwendung bei Einzel- und Kooperationsprojekten erfolgt als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die Förderquoten erreichen dabei bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten in Abhängigkeit von Größe und Sitz des Unternehmens. Zu jenen Kosten zählen Personalkosten sowie Aufwendungen für die Vergabe von projektbezogenen Aufträgen oder Forschungsvorhaben an Dritte. Die Höhe der zuwendungsfähigen Kosten ist auf 380.000 Euro begrenzt. Hinzu kommen Kosten für die Leistungen zur Markteinführung in Höhe von 50.000 Euro, die zu 50 Prozent bezuschusst werden.

KMU innovativ

Im Rahmen des Fachprogramms IKT 2020 unterstützt das Förderprogramm KMU innovativ des Bundesministeriums für Forschung und Bildung (BMBF) vor allem risikoreiche industrielle Forschung und vorwettbewerbliche Entwicklungsprojekte. Das BMBF legt dabei großen Wert auf die hohen Verwertungschancen des Produktes oder der Dienstleistung. Die Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen mit Projekten in den Bereichen Elektroniksysteme, Elektromobilität und Entwurfsautomatisierung, Softwaresysteme und Wissensverarbeitung, Kommunikationstechnik und Netze (Funk- und Festnetze) sowie technische Systeme für den Menschen (Schwerpunkt Mikrosystemtechnik). Dabei ist es möglich, sich im Verbund mit anderen KMU oder Forschungseinrichtungen um die Fördermittel zu bewerben.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses und erreicht in der Regel bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Welche Kosten als zuwendungsfähig eingestuft werden, ist genau definiert: Grundsätzlich dürfen hierbei natürlich nur Kosten angegeben werden, die in einem engen Zusammenhang mit dem entsprechenden Projekt stehen. Dienstleistungen Dritter werden dabei besonders kritisch beäugt und gelten nur dann als zuwendungsfähig, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll sind. Ein maximales Projektvolumen geben die Rahmenbedingungen nicht vor: Dies hängt vom Projekt und der Leistungsfähigkeit des sich bewerbenden Unternehmens ab.

Pro FIT (Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien)

Neben den bundesweit ausgeschriebenen Programmen, gibt es zahlreiche regionale Fördermöglichkeiten. Ein Beispiel dafür ist Pro FIT. Bei den Investitionsbanken in  Berlin (IBB) und Brandenburg (ILB) angesiedelt, fördert das Programm Forschung und Entwicklung sowie die dazugehörigen Markteinführungsaktivitäten in den technologischen Schwerpunktbranchen wie etwa Informations- und Kommunikationstechnologie, Biotechnologie, Medizintechnik, Optische Technologien und Verkehrstechnologie. Eines der antragstellenden Unternehmen muss seinen Sitz, mindestens aber eine eigenständig organisierte Betriebsstätte im jeweiligen Bundesland unterhalten.

Wie hoch ist die Förderung?

Im Idealfall können Unternehmen bis zu 80 Prozent der Projektausgaben als Zuschuss aus dem Fördertopf erhalten. Maximal 400.000 Euro pro Projekt stehen dafür bereit. Darüber hinaus vergeben die Förderbanken zinsverbilligte Darlehen – laut Richtlinie bis zu einer Höhe von drei Millionen Euro. In der Praxis werden jedoch selten Beträge oberhalb von einer Million Euro ausgereicht.

Neben diesen gibt es zahlreiche weitere Förderprogramme, die innovative Unternehmen und ihre Geschäftsideen unterstützen wollen. Doch lohnt sich der Aufwand die oft umfangreichen Unterlagen auszufüllen und einen entsprechend ausführlichen Businessplan zu erarbeiten? Fördermittelexperten wie förderbar beraten im Vorfeld und bieten einen Fördermittelcheck an, der anhand einiger Angaben zu Projekt und Unternehmen eine Programm-Vorauswahl trifft. Unternehmen sollten bei der Wahl eines Beraters für die Beantragung darauf achten, dass die Unterstützung erfolgsabhängig honoriert wird und dass ein Check vorab unverbindlich und kostenlos ist.

Mit Fördermitteln auf dem Weg zur Industrie 4.0

Förderprogramme unterliegen oft dem Image, für Start-up-Unternehmen konzipiert worden zu sein. Das stimmt nicht. Der weitaus größte Teil der Fördermittel, die von öffentlichen Institutionen wie beispielsweise dem  Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vergeben werden, richtet sich an Industrie-Unternehmen verschiedener Größe und Ausrichtung. Das Angebot ist vielfältig: von europaweit ausgelobten Mitteln der EU (zum Beispiel Horizon2020) über branchenoffene, deutschlandweit ausgeschriebene Programme wie ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) bis hin zu lokalen Fördermöglichkeiten durch die ansässigen Förderbanken (zum Beispiel Pro Fit). Ziele sind, Deutschland als Innovationsstandort zu stärken, mittelständischen Unternehmen Forschung und Entwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig das wirtschaftliche Risiko solcher Projekte zu mindern.

Was wird gefördert? Innovation.

Zwar haben die einzelnen Programme unterschiedliche Richtlinien und Teilnahmevoraussetzungen, gemein ist ihnen aber zumeist der innovative Anspruch. Es existiert keine allgemeingültige Definition dafür, was genau eine Innovation ausmacht, aber die meisten Förderinstitutionen verstehen doch ähnliches darunter. Das BMWi etwa beschreibt seinen Fördergedanken im Rahmen von ZIM so: Es gehe um „anspruchsvolle technologische Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die zu neuen Produkten, Verfahren oder technischen Dienstleistungen führen“. Neue Technologien und deren Nutzung für die Transformation der Unternehmen in die Welt der Industrie 4.0 stehen im Fokus. Und gerade in der FuE-Phase ist das Risiko für die Unternehmen am größten, denn das Ergebnis lässt sich hier nur vage formulieren. Förderzuschüsse sollen den nötigen Entwicklungsschub geben und das Risiko mindern.

Doch eine innovative Idee allein genügt nicht. Die meisten öffentlichen Förderprogramme legen Wert auf die Nachhaltigkeit des Vorhabens und darauf, dass die Förderung auch wirklich dem Unternehmen zugutekommt. Das heißt konkret: Mindestens eine Teilfinanzierung des Projektes etwa durch einen Bankkredit, einen Investor oder aus den Überschüssen des operativen Geschäfts muss bereits als gesichert gelten und die Projektmitarbeiter sollten so weit möglich aus dem eigenen Unternehmen kommen.

Wie viel Aufwand erfordert eine Bewerbung um Fördermittel? Das kommt darauf an.

Förderprogramme sind dafür verschrien, dass sie einen hohen Aufwand verursachen und die Chance auf Bewilligung der Fördermittel gering sei. Das stimmt so nicht. Zwar ist es kaum ratsam, wild Förderanträge auszufüllen, ohne genau eruiert zu haben, ob Programm und Projekt überhaupt zusammen passen. In der Tat müssen zumeist umfangreiche Dokumente wie zum Beispiel detaillierte Projektpläne mit Meilensteinen sowie Kostenaufstellungen zusammengestellt werden. Fördermittelberatungen helfen hier weiter. So lässt sich beispielsweise über den unverbindlichen Fördermittelcheck von förderbar vorab herausfinden, welches Programm sich eignet – zahlreiche Informationen zu den jeweiligen Bedingungen und benötigten Unterlagen inklusive. Unternehmen sollten bei der Wahl der Beratung für den Beantrageungsprozess jedoch darauf achten, dass diese auf der Basis eines erfolgsabhängigen Modells angeboten wird. Der entscheidende Vorteil bei der Zusammenarbeit mit Fördermittelberatungen: Die Experten wissen zumeist sehr genau, worauf die Prüfer wertlegen. Das spart Zeit und Nerven, fallen doch Rückfragen und Nachforderungen seitens der Förderinstitutionen dadurch weg. 

Und auch nach der Bewilligung kommen administrative Aufwände diesbezüglich auf das Unternehmen zu. Förderinstitutionen erwarten detaillierte Nachweise über die Verwendung der Gelder und Projektdokumentationen. Auch hierfür kann externe Hilfe sinnvoll sein. Bei einigen Fördermittelberatungen ist dies grundsätzlich im Beratungsangebot enthalten.

Unternehmen sollten sich vor der Beantragung von öffentlichen Fördermitteln darüber im Klaren sein, welche Bedingungen und administrative Pflichten daran geknüpft sind. Es ist auf jeden Fall damit zu rechnen, dass ein oder mehrere Mitarbeiter die Dokumente zusammenstellen oder die Zusammenarbeit mit Beratern koordinieren müssen. Dennoch: Stimmt die Vorarbeit, sind die Chancen auf Fördermittel vergleichsweise hoch. Da bei fast allen Programmen ein Teil der Fördersumme als Zuschuss gewährt wird, lohnt sich der Aufwand allemal.

Die Beantragung von Fördermitteln: eine Checkliste

  • Projekt beurteilen (lassen): Ist es im Sinne öffentlicher Förderinstitutionen innovativ?
  • Förderfähigkeit des Projektes unverbindlich vorab checken lassen (Fördermittelcheck)
  • Prüfen ob genügend eigene Mittel für die anteilige Projektfinanzierung zur Verfügung stehen
  • Passendes Förderprogramm ermitteln und Bedingungen prüfen
  • Realistische Aufwandsschätzung für Vorarbeiten und administrative Projektbegleitung
  • Zuständige Person im Unternehmen benennen, die sich um die Administration oder die Zuarbeit für eine Fördermittelberatung kümmert
  • Unverbindliche Expertenberatung einholen und entscheiden, ob die Unterstützung durch eine Fördermittelberatung sinnvoll ist
  • Detaillierte Projektbeschreibung samt Kosten- und Zeitplanung sowie anschaulicher Darstellung des innovativen und forschenden Inhalts
  • Ressourcen für administrative Aufwände nach der Bewilligung bereithalten

Zum förderbar Fördermittel-Check für Unternehmen: https://www.foerderbar.de/foerdermittelcheck/