Archiv der Kategorie: MM – Betriebstechnik

Goffin verschafft Start-ups den Marktzugang

Die Köpfe des Erfolges sind die Kölner Ex-Ford/Visteon/tedrive-Manager Reiner Greiss und Thomas Brüse. Die beiden Ingenieure lernten sich 1988 kennen und wechselten 2000 von Ford gemeinsam zu Visteon, einem Tochterunternehmen, das der Automobilhersteller gründet hatte, um darin seine Zulieferer-Aktivitäten zu bündeln. Greiss und Brüse durchliefen in diesen Jahren sämtliche Stationen bis zu Top-Management-Positionen mit globaler Verantwortung, von der Fertigungsplanung und Produktion über die Produktentwicklung, sowie von Projektmanagement bis zur Strategieentwicklung und ergänzten sich dabei in ihren Fähigkeiten.

„Die Insolvenz von Visteon abzuwickeln war eine meiner schwierigsten aber auch interessantesten Aufgaben in meinem Berufsleben, die ich unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten, und im Rahmen der mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, sehr gut lösen konnte“, sagt Brüse. Nach der Restrukturierung fokussierte das Führungsduo das Unternehmen auf Lenksysteme für Pkw, Transporter und schwere Nutzfahrzeuge. Innerhalb von fünf Jahren haben die beiden das mittelständische Unternehmen aus dem Bergischen Land zu einem global agierenden Unternehmen ausgebaut mit Standorten in der Türkei, Russland, USA und China.

Danach plante Greiss die Struktur einer neuen Firmengruppe und Brüse begleitete parallel die Integration von tedrive in den Knorr-Konzern. Als logische Folge gründeten Brüse und Greiss im selben Jahr in Köln die Goffin Holding GmbH, in der beide als geschäftsführende Gesellschafter agieren.

Hier bringen die Gesellschafter mit einem Team alter Weggefährten ihre gesamte Managementexpertise ein, um Start-ups breit im Markt zu platzieren. 2015 erwarb das Duo das „Quick Move“-Patent für die Intralogistik und gründete die Quick Move GmbH. Bei dem Patent handelt es sich um ein dreidimensional frei gestaltbares Fördersystem, das zum Beispiel das Hochregallager einer Apotheke vollautomatisch mit der Kundentheke vernetzt, aber auch ein breites Anwendungsfeld in der Produktion sowie der Intralogistik bietet. „Quick Move eignet sich am besten für Unternehmen mit vielen Materialbewegungen und wo Platzmangel herrscht,“ sagt Brüse.

Seit Ende 2017 gehört die saarländische DeVeTec GmbH zur Goffin Gruppe. Mit ihr erweitert die Gruppe ihr Portfolio um das hocheffiziente Abwärmekraftwerk, das Abwärme aus Industrieprozessen in bedarfsorientierte Energie wie etwa Strom, aber auch Druckluft oder Kälte umwandeln kann (Heat-to-X).

Herzstück eines DeVeTec- Abwärmekraftwerks ist der Kolbenexpansionsmotor, der eigens für die effektive Energieumwandlung von Abwärme aus Abgasen oder Abluft mit Temperaturen oberhalb von 250°C entwickelt wurde. Die Abwärmekraftwerke in Containerbauweise haben bereits über mehrere Jahre eine hohe Zuverlässigkeit nachgewiesen.

Synergien zwischen DeVeTec und der Goffin Energy GmbH, einem 2016 mit der Snow Leopard Projects GmbH gegründeten Joint Venture für hocheffiziente Klein-Biogasanlagen, sieht der geschäftsführende Gesellschafter auch. Aktuell geht eine Anlage mit 100 kW elektrischer Leistung in Niederbayern bei einem Biobäcker und Biolandwirt in Betrieb.

Über die Goffin Consult GmbH schließlich werden verschiedene Beratungsmandate von Greiss und Brüse geführt. Darüber bildet das Unternehmen einen Pool an kaufmännischem und technischem Wissen und personeller Ressourcen, um Unternehmensprozesse zu optimieren, zu bewerten und Investitionsentscheidungen und Strategieplanungen zu begleiten.

„Die Weitergabe unseres breit gefächerten Wissens und unserer gemachten Erfahrungen an andere, bereitet uns großen Spass“, so Greiss. Die Problemlöser kommen aus dem Netzwerk der beiden Unternehmer, die restrukturierungserprobt, prozess- und marktorientiert sind. Auch aktuelle und potentielle Kunden kommen unter anderem aus diesem Umfeld von Herstellern, Zulieferern, Ingenieurbüros sowie von Entwicklern und Dienstleistern.

Aufbauend auf diesem Verbund und auf Basis der genannten Ressourcen möchte Goffin auch die eigenen technischen Lösungen entwickeln und platzieren. Das Unternehmen ist dafür aufgestellt, sich neue Märkte erfolgreich zu erschließen und ist gegenüber Zukäufen aufgeschlossen.

Goldbeck Solar Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen

In den vergangenen Monaten hat die Goldbeck Solar GmbH vor allem mit niederländischen Freiflächen-Anlagen von sich reden gemacht. Allen voran in Veendam, Midden Groningen und Andijk. Die guten politischen und infrastrukturellen Bedingungen im Nachbarland pushen den dortigen Solarmarkt und bieten dem Hirschberger Unternehmen zahlreiche Gelegenheiten, das aufgebaute Know-how zielführend einzusetzen. „Wir sind als Partnerunternehmen sehr gefragt. Nicht mehr ausschließlich als EPC, sondern zusätzlich als Projektentwickler und in der Koordination über sämtlich Wertschöpfungsstufen hinweg“, fasst Geschäftsführer Björn Lamprecht die aktuelle Situation zusammen. Immer häufiger sei Goldbeck Solar auch Berater in Finanzierungsfragen (Financial Engineering) oder Koordinator von wertvollen Netzwerk-Kontakten. Noch in diesem Jahr wird die 2001 als Goldbeck-Tochter gegründete Firma die Marke von einem Gigawatt realisiertem Projekt-Volumen erreichen. „Mitte 2018 eine niederländische Tochtergesellschaft zu gründen, die Goldbeck Solar Nederlande B.V., war daher strategisch der nächste Schritt“, so Lamprecht. So könne man die dortigen behördlichen Vorgaben hinsichtlich Zertifizierung und Qualitätssicherung besser erfüllen. Auch das O&M-Geschäft, das international bald ebenfalls ein Gigawatt umfasst, sei hier durch kürzere Wege effizienter zu realisieren. Eine gute Voraussetzung bieten die attraktiven Bedingungen in den Niederlanden, so dass die Niederlassung bis zu zehn lokale Arbeitsplätze aufbauen kann.

Weitere Verkaufschancen für Solarparks sieht Lamprecht in Spanien, Portugal, Mexiko und Chile, derzeit ist Goldbeck Solar in 15 Ländern aktiv. Im Herbst realisierte das Unternehmen ein erstes Projekt mit 100 MWp in Kasachstan, wo Goldbeck Solar nun Marktführer ist. Ein Nachfolgeprojekt mit 50 MWp ist in Arbeit, weitere strategische Projekte werden derzeit verhandelt. „Die Auftragssituation bei den Freiflächen-Anlagen ist sehr gut“, freut sich Lamprecht. Wahrscheinlich werde sich aufgrund dessen der Anteil der Dachanlagen am Umsatz von bisher 20 auf gut 10 Prozent verringern. „Obwohl wir nach wie vor in diesem Sektor tätig und erfolgreich sind“, weiß der Geschäftsführer. Neben zahlreichen Industrie- und Gewerbekunden in Deutschland steigt auch das internationale Interesse an Dach-Kraftwerken in Thailand.

Die seit September 2018 offiziell vollzogene Ausgliederung aus der Goldbeck-Gruppe steht auch vor dem Hintergrund der steigenden Internationalisierung des Solarunternehmens. „Nicht nur für Geschäfte außerhalb von Europa setzen wir auf kurzfristige Handlungsfähigkeit, schnelle Entscheidungswege und maximale Flexibilität“, erklärt Lamprecht die Hintergründe der Entscheidung. Die Synergien mit der ehemaligen Muttergesellschaft hinsichtlich energieoptimierter Gebäudesysteme werde man aber weiter nutzen. „Wir haben uns vom internen Zulieferer zum Exklusiv-Partner für Solaranlagen und Energielösungen weiterentwickelt“, fasst Lamprecht zusammen.

Für die Intersolar sagt Lamprecht sonnige Tage voraus: „Die steigende Professionalisierung der Solarbranche macht sich in der Qualität der Kontakte bemerkbar.“ Er und sein Vertriebsteam freuen sich auf interessante Gespräche und die Anbahnung neuer Aufträge. Auch auf der Lieferantenseite ist Goldbeck Solar offen für neue Gesprächspartner.

Goldbeck & Fraunhofer ITWM entwickeln Energie-Optimierungs-Software

Fernwärme und Kaltwassersatz mit PV-Anlage?, Blockheizkraftwerk plus Brennwertkessel und Fernkälte?, Geothermie mit Solar-Unterstützung?, Die besten Energie-Szenarien für Heizung, Kühlung und Strom berechnet das GEOS binnen Sekunden für jedes Bürogebäude. „Was ein erfahrener Planer früher aus dem Bauch heraus vorschlagen konnte oder den komplexen Vorgang mit vielen Variablen mühsam erarbeiten musste, berechnet das GEOS nun rasch auf der Basis von Gebäudedaten“, erläutert Lukas Romanowski, Innovationsmanager bei Goldbeck. Damit seien Planer und Berater in der Lage, den Kunden noch umfänglicher aus einem energetischen Baukasten heraus zu umsorgen. Schön sei auch, so der Innovationsmanager, dass der Kunde mehr Transparenz im Entscheidungsprozess erfährt. „Gerade unsere mittelständischen Kunden sind sehr offen für die Vorschläge des GEOS. Selbst sind sie Experten in ihrem Gebiet, selten Profis für Gebäude- oder Energietechnik. Mit mehr Visualisierung und Plausibilisierung können wir Unternehmer besser abholen“, erläutert Romanowski, der sich mit GEOS derzeit in der Rollout-Phase innerhalb der Goldbeck-Gruppe befindet. Die ersten Rückmeldungen der Key-User beim Einsatz in realen Projekten sind sehr positiv: Die kurze Rechenzeit und die übersichtlichen Schaubilder erleichtern die Beratung enorm.

Nach Berechnung der Effizienz des jeweiligen Energie-Szenarios – dabei werden Investitions-, Verbrauchs- und Betriebskosten sowie die CO2-Einsparung berücksichtigt – werden die Möglichkeiten mit einem Referenz-Szenario verglichen. Als Referenz dient standardmäßig das in der Anschaffung wirtschaftlichste Konzept. Anschließend schränkt der Experte die Auswahl auf die interessantesten, maximal sechs Möglichkeiten ein. „So stellen wir Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gegenüber und bieten dem Käufer bereits frühzeitig die Möglichkeit, die Vor- und Nachteile der diversen Möglichkeiten zu verstehen und zu einander in Relation zu setzen“, erläutert Romanowski. Unterstützt wurden er und sein Team durch das Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM). Die Wissenschaftler lieferten beispielsweise die statistischen und algebraischen Rechenmodelle, die hinter der Software stehen.

Auch die Fachjury des The smarter-E-Awards hat die Innovationskraft der GEOS-Software erkannt und das System in die engere Auswahl genommen. Im Mittelpunkt stehen dabei Lösungen und Konzepte, die mit erneuerbaren Energien, Dezentralisierung und Digitalisierung alle Energiebereiche aus den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr intelligent miteinander verbinden.

Decathlon erzeugt grünen Strom für Logistikzentrum

Schwetzingen. Seit Juli wird das 40.000 Quadratmeter umfassende Logistikzentrum des Sportartikelherstellers Decathlon in Schwetzingen mit regenerativem Strom vom Dach des Gebäudes betrieben. Hier werden rund 750.000 Kilowattstunden im Jahr produziert. Diese verwendet der Sport-Experte für die schnellstmögliche Bearbeitung der Lieferungen sowie für den Betrieb der angrenzenden Filiale.

„Wir nutzen die selbst erzeugte Energie für unsere teilautomatisierten Hochregallager, für PC-Arbeitsplätze, Beleuchtung und um unsere Elektro-Gabelstapler aufzuladen“, fasst Projektleiter Recep Sari zusammen. Im größten Logistikzentrum von Decathlon in Deutschland arbeiten 750 Mitarbeiter. Diese bedienen die Logistik des gesamten Sortiments, rund 35.000 verschiedene Artikel für fast 100 Sportarten. Beliefert werden von hier aus der Großteil der 52 Filialen in Deutschland sowie einige Filialen in den Niederlanden und der Schweiz. Außerdem erhalten auch alle deutschen Online-Kunden ihre Pakete aus Schwetzingen.

Rund 350.000 Kilowattstunden des erzeugten Stroms verbraucht Decathlon selbst. Die restlichen etwa 400.000 Kilowattstunden werden ins öffentliche Netz eingespeist. Durchschnittlich 11 Cent pro Einheit werden hier für die nächsten 20 Jahre vom Versorger vergütet. „Wirtschaftlich lohnen sich solche Anlagen für den Kunden auf jeden Fall“, konstatiert Björn Lamprecht, der das Projekt mit seinem Team von Goldbeck Solar realisierte. Zwischen sechs und zehn Jahren dauert die Amortisierung, danach erwirtschaftet die Dachanlage nur noch Gewinn. Lamprecht: „Schön ist auch, dass sich Besitzer einer PV-Anlage vom Angebot der Energieversorger unabhängig machen. Ein weiteres Kriterium, warum sich Decathlon und andere für ein Sonnenkraftwerk entscheiden ist die Planbarkeit bei den Stromkosten.“ Rund 40 Solar-Dächer deckt das Solarunternehmen in Deutschland pro Jahr. Der hier erzeugte Strom kostet zwischen vier und acht Cent. Im Gegensatz zu den oftmals 18 Cent, die beim Stromversorger fällig werden. Positiv weil negativ ist auch die CO2-Bilanz: 437 Tonnen Kohlenstoffdioxyd werden im Jahr eingespart.

Nachhaltigkeit ist bei Decathlon Teil der Firmenphilosophie: „Verschiedene Bausteine machen bei uns Verantwortung aus. Der Schutz der Umwelt ist ein Teil davon. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir auch das Thema Solarenergie angehen“, konstatiert Sari. Taten statt Worte ließen die Sport-Experten schon im Jahr 2012 sprechen. Beim Neubau der modernen Logistikhalle wurde eine PV-Anlage bereits in der Planung berücksichtigt. So waren 2018 Statik und Windlasten kein Problem. „Das ist der Idealfall“, freut sich Lamprecht. Bauherren sollten ihre Industrie- und Logistikgebäude möglichst zukunftsfähig und flexibel aufstellen“, rät der Geschäftsführer und Chef von 90 Mitarbeitern.

Platz sparen: Modulare Lösungen liegen im Trend

Quick Move ist ein modular erweiterbares Fördersystem, das auch an der Hallendecke oder –wand installiert werden kann, um ungenutzten Raum in die Produktion einzubeziehen. Die oft um die 100 Meter lange Ringlösung wird aus Standardkomponenten von Profilen, Behältern und e-Antrieben konfektioniert und ist so binnen Tagen montiert und arbeitsfähig. Der patentierte Clou: Das Fördersystem überwindet im rechten Winkel Höhenunterschiede, ohne umladen zu müssen.

„Das Transportsystem ist eine sehr intelligente, modulare Lösung mit hoher Variabilität zur Seite und in die Höhe,“ sagt Peter Wasgien. Der Konstruktionsleiter der Nanogate GfO Systems GmbH in Schwäbisch Gmünd hat seit 2013 Erfahrung mit Quick Move. Das Fördersystem biete Perspektiven, weitere Flächenreserven unter der Decke zu aktivieren, damit weiterem Wachstum nichts im Wege steht.   

Geschwindigkeit und Behälterabstand sind variabel, so dass Taktzeiten berücksichtigt werden können. Auch die Dimensionierung der Behälter, deren Obergrenze bei 40 Kilogramm je Förderteil liegt, ist anpassbar. Die Anzahl der synchronisierten e-Antriebe richtet sich nach Länge, Höhenunterschied, Fördergewicht, -tempo und Taktzahl der Anlage.
Rund 40 Lösungen der Kölner Goffin Gruppe, darunter auch Projekte, die mehrere Etagen miteinander durch Decke und Boden verbinden, sind aktuell in Planung oder Montage. „Die Kosten liegen um die 110.000 Euro und hängen vom Einzelfall ab,“ sagt Quick Move-Geschäftsführer Thomas Brüse. Üblicherweise brauche sein Team einen Vorlauf von zwei Monaten von der Ausmessung und Dimensionierung bis zur Inbetriebnahme. Für die Installation reiche oft ein Wochenende, so dass Produktionsausfälle vermieden werden. Die Amortisation liege meist binnen zweier Jahre, weil Abläufe optimiert, Fehlerquellen eliminiert und Arbeitsaufwände reduziert werden. 

Auf einem ähnlichen Prinzip basiert der Erfolg der HaLog MCI GmbH & Co. KG: 220.000 Quadratmeter mobile Hallenfläche in 31 Objekten hat Rainer Nobereit aktuell bundesweit vermietet. Das modulare Hallen-Equipment, dessen Spektrum aktuell von Größen von 70 bis 33.000 Quadratmetern reicht, hat einen Sachwert von 77 Millionen Euro. Nach dem Baukastenprinzip können die Hallen in einem Rastermaß von zehn bis 75 Metern Breite und vier bis acht Metern Höhe in Fünf-Meter-Schritten beliebig lang überall binnen zweier Monate errichtet und in Betrieb genommen werden.  
1995 begann der Baden-Badener, der die Marktlücke als Logistikmanager bei Opel in Bochum erkannt hatte, mit einer ersten Zelthalle für DaimlerChrysler in Rastatt im Kontext der A-Klasse und des missglückten Elch-Tests. „Die brauchten damals schnell zusätzliche Lagerflächen und ich habe geliefert“, sagt Nobereit. Vier Jahre später gründet der 60-Jährige dafür eine eigene Firma und liefert seither mobile Hallen aus Stahl, deren Komponenten er bei einem Metallbauer produzieren lässt.

Je nach Standard kostet ihn der Quadratmeter je Halle 200 bis 500 Euro in der Herstellung. Das hängt von Heizung, Beleuchtung oder Kühlung ab. So verbaut er üblicherweise Schnelllauf-Rolltore, die 25.000 Euro pro Stück kosten. Die billigste Alternative kostet ein Zehntel dessen. „Wir liegen im Komfort immer oben, um die Module variabel einsetzen zu können,“ sagt Nobereit. So sind die bis zu acht Grad flachen Dächer etwa auf hohe Schneelasten ausgelegt.
Sechs Millionen Euro Miete erzielt die HaLog aktuell pro Jahr mit der Überlassung ihrer Hallen, die zwischen drei und 20 Jahren stehen. Aktuell wird eine 22.000 Quadratmeter große Halle demontiert, aus der fünf kleinere Hallen teils beim selben Kunden, aber an anderen Standorten entstehen. 2000 Quadratmeter Halle liegen aktuell als Module ungenutzt auf Lager und 2018 will Nobereit weitere Flächen im Wert von 20 Millionen Euro vermarkten. Bis zu 15 Prozent der Kosten entfallen dabei auf die Montage.

Bislang sind die Kunden vor allem Automobilhersteller, Logistiker und ein französischer Alu-Hersteller. Potentiale sieht der Unternehmer aber bei Zulieferern, in der Luftfracht und im Mittelstand. So können in Handwerk oder Gewerbe Hallen mit 2000 oder 3000 Quadratmetern auch testweise für eine neue Geschäftsidee und befristet auf zwei, drei Jahre vor Ort genutzt werden.

Um die Variabilität der Logistik mit der Flexibilität der Finanzierung zu kombinieren, hat die Nürnberger Leasing 2013 exklusiv für die Nobereit Holding die HaLog Leasing gegründet, um das Wachstum von dessen Hallengeschäft mit zu finanzieren. Diese erwirbt die Hallen und verleast sie an die Kunden. Das hat steuerliche Vorteile für den Kunden und verbessert dessen Liquidität.

Solar lohnt sich noch

2018 ist wieder ein gutes Solar-Jahr: Die Kosten für Dachanlagen sind in den letzten Monaten weiter gesunken. Insgesamt im zweistelligen Prozentbereich. Die Einspeisevergütung bleibt stabil, die Strompreise ebenfalls. Schon ohne Eigenverbrauch sind Anlagen sinnvoll. Und wer seinen grünen Strom selbst nutzt, kann die Rentabilität weiter erhöhen.

Derzeit zahlen Bauherren für eine gewerbliche Aufdachanlage unter 1.000 Euro pro Kilowatt Peak Leistung, je nach Größe. Auf diese Weise kostet der selbst erzeugte Strom zwischen acht und zehn Cent inklusive Zuschläge, Finanzierungskosten und laufendem Aufwand für Wartung oder Reparaturen.

Außerdem ist die Einspeisevergütung für den nicht selbst genutzten Sonnenstrom stabil geblieben. Die festen Vergütungssätze für Anlagen bis 100 kWp bzw. die anzulegenden Werte nach dem Marktprämienmodell für Anlagen bis 750 kWp sind jeweils für 20 Jahre ab Anlagenerstellung stabil. Das bedeutet Berechenbarkeit der Einnahmen und eine Möglichkeit, seine Investition langfristig zu planen. Während das Solar Cluster Baden-Württemberg bei kleineren Anlagen von einer Gesamtrendite um die sechs Prozent spricht, wagt sich Solarunternehmen Goldbeck Solar bei größeren Anlagen etwas weiter aus dem Fenster: Im Idealfall und bei perfekter Ausrichtung sprechen die Hirschberger von satten zwölf Prozent Rendite. „So oder so sprechen wir hier nicht von Risikokapital“, sagt Jann Binder, Geschäftsführer des Solar Clusters BW. Für eine sichere Anlage liegen sechs Prozent weit über vergleichbaren Investments.

Den geringer werdenden Investitionskosten stehen gleichbleibende Einnahmen gegenüber. So wächst die Attraktivität von Aufdachanlagen zusehends. Der Eigenverbrauch des Solarstroms vom Dach erhöht die ohnehin schon attraktive Rendite der Volleinspeisung. Der Strompreis ist zwar derzeit stabil, wird aber über die kommenden 20 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen. „Dem Eigenverbrauch gehört die Zukunft“, sagt Goldbeck Solar-Geschäftsführer Björn Lamprecht. Denn die Stromversorger verlangen von Gewerbetreibenden derzeit rund 18 Cent pro Kilowattstunde.

Bei der Marktlage sind sich BSW-Solar, das Solarcluster BW und Goldbeck Solar aber einig: Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen auf Gebäuden ist in den letzten Monaten spürbar gestiegen. Und zwar um mehr als 20 Prozent. Die Akteure glauben, dass dieser Trend weiter anhalten wird. „Wir spüren, dass vor allem energetische Gesamtlösungen auf dem Vormarsch sind“, sagt Lamprecht.

Verlassen können sich Unternehmer mit Solaranlage auf die Einspeisevergütung. Auf 20 Jahre festgeschrieben, beträgt diese derzeit 10,6 Cent pro Kilowattstunde für den Leistungsanteil zwischen 40 und 100 KWp. Für die darunter liegenden Leistungsteile gibt es anteilig höhere Vergütungssätze. Eine 100 kW-Anlage bekommt also nicht 10,61 sondern 11,15 ct/kWh. Kleinere Anlagen über 40 und unter 100 kW bekommen entsprechend noch mehr.

Wer den eigenen Solarstrom verbraucht und dafür keinen Netzstrom kaufen muss, spart die Differenz zwischen Stromgestehungskosten und Stromeinkauf abzüglich der anteilig zu entrichtenden EEG Umlage. Im Ergebnis erzielt der Verbrauch des Solarstroms vom eigenen Industriedach daher einen Gewinn von rund sieben Cent. Der Gewinn durch Einspeisung ist höchstens halb so groß. „Man muss den Solarstrom nicht selbst verbrauchen, wenn es aber einfach möglich ist, verbessert das die Rendite-Situation“, fasst Binder zusammen.

Speicherlösungen steht Binder noch kritisch gegenüber. „Natürlich brauchen wir Menschen, die hinter dieser Technologie stehen und durch Ihre Investition in Speicher die Lernkurve beschleunigen sowie Speicherpreise reduzieren. Nutzt man Speicher nur zur Eigenverbrauchserhöhung, dann erhöhen sie die Rendite der Gesamtanlage derzeit nicht.“ Wenn Speicher jedoch gleichzeitig für andere Zwecke eingesetzt werden, beispielsweise zur Reduktion der Spitzenlast eines Industriebetriebs, dann ist ein Blick auf Speicherlösungen lohnend.

Ein Thema, mit dem sich gewerbliche Anlagenbetreiber ebenfalls auseinandersetzen müssen: Direktvermarktung. Ab einer Größe von 100 KWp muss der Strom selbst verbraucht oder direkt vermarktet werden. Über das Marktprämienmodell und die direkte Vermarktung können über einen erfahrenen Energiehändler auch für Anlagen bis 750 KWp ähnliche Erträge pro KWh erwirtschaftet werden. Oftmals kann ein geschickter Vermarkter einen höheren Preis erzielen, als die feste EEG-Umlage.

Effizienz-Killer eliminieren

Die meisten Unternehmer kennen ihre Hausaufgaben. Zumindest die großen Baustellen sind ihnen meist bewusst. Dabei gibt es viele kleine Stellschrauben mit großer Wirkung, um im Produktionsalltag mehr herauszuholen.

Schwache IT

IT ist Mittel zum Zweck. „Sie hat dienenden Charakter und kann Garant für Effizienz in der Produktion sein“, sagt IT-Experte Johannes Woithon. Wesentliche „Zutaten“ dazu seien beispielsweise Verfügbarkeit der Systeme und Verfügbarmachung relevanter Informationen (beispielsweise in Echtzeit und personalisiert). Wenn Daten nutzbar sind, beispielsweise auch über mobile Endgeräte falls erforderlich, können Prozesse effizienter gesteuert und bewertet werden. Das entlastet Mitarbeiter von Routinetätigkeiten und steuert den Produktions-, Material- und Informationsfluss ideal.

Lange Stillstandzeiten

Stichwort geplante Wartungen. Durch regelmäßige vorbeugende Wartungen nach Wartungsplänen, stehen Maschinen seltener still. Geplante Wartungen können terminlich außerhalb der Produktionszeit, beziehungsweise der Regelarbeitszeit stattfinden. Wer seinen Maschinenpark planmäßig wartet, spart zusätzlich Personal, das im Fall eines „Troubleshootings“ teuer werden kann. „Außerdem“, so ergänzt Geschäftsführer des gleichnamigen Industrieservice-Betriebs Friedrich Riempp, „kann die Lebenszeit der eingesetzten Technik verlängert werden“. Das spart den zusätzlichen Einsatz von Rohstoffen und verhindert vorzeitige Investitionen in neue Bearbeitungszentren, Pressen oder Förderbänder.

Hohe Energiekosten

„Durch die zur Zeit recht niedrigen Einkaufspreise für Energie, werden Strom und Wärme oftmals nicht mit hoher Priorität behandelt“, beobachtet Riempp. Obwohl die Preise mittelfristig ansteigen werden. Sparen können Produzierende vor allem bei Druckluft, Beleuchtung, Klimaanlagen sowie Motoren in Maschinen und Heizungspumpen. Außerdem sollten Hersteller Lastspitzen vermeiden und dadurch die Stromkosten senken. Was viele nicht beachten: Wer die vorgeschriebenen Sparmaßnahmen umsetzt, kann einen Teil der Energiesteuer zurückerstattet bekommen. „Mein Motto ist: Die sauberste Energie ist die, die nicht gebraucht wird“, konstatiert Riempp.

Experte für alternative Energien, Björn Lamprecht, stellt ebenfalls fest, dass sich noch zu wenige Firmen mit Photovoltaik, Blockheizkraftwerken und Windstrom befassen. „Oft liegt die Lösung in einem Gesamt-Energiekonzept“, sagt der Geschäftsführer von Goldbeck Solar. Eine PV-Anlage könne sich bereits nach sieben Jahren amortisieren und bis zu zwölf Prozent Rendite abwerfen. Voraussetzung dafür ist, dass das Unternehmen einen großen Anteil des erzeugten Sonnenstroms selbst verbrauchen kann.

Personal

„Unqualifiziertes Personal führt zu schlechter Stimmung und damit zu schlechter Qualität“, bringt es Unternehmensberater Manuel Marburger auf den Punkt. Der Geschäftsführer von muve sieht in vielen produzierenden Unternehmen das gleiche Problem: mangelnde Kommunikation. Oft seien es die kleinen Dinge, die Mitarbeiter unzufrieden machen und dafür sorgen, dass sie unmotiviert und damit schlecht arbeiten. „Einmal kam ich zu einem Unternehmen, das Baugruppen fertigt. Dort hatte man mit hohen Ausschusszahlen zu kämpfen. Nach 15-minütigem Schweigen kam heraus, dass die Männer unzufrieden sind, weil es keinen anständigen Kaffee gibt“, berichtet Marburger. Das hätte der Chef schon vor Wochen in einem Gespräch herausbekommen können und sich hohe Kosten für mangelnde Qualität erspart.

„Natürlich sind es nicht immer solche Details, die einem Produzierenden die Kosten in die Höhe treiben“, weiß der Berater. Ungenügende Qualifikation, hohe Personalfluktuation und nicht zuletzt der Fachkräftemangel treiben insbesondere Mittelständler um, die keine Spitzengehälter zahlen können. „Hier gilt es, Menschen kontinuierlich weiterzuentwickeln, sie wertschätzend zu behandeln und immer wieder zuzuhören, wo die Probleme der Einzelnen sind.“

Lagerhaltung und Logistik

Glaubt man Studien, so ist das Picking für mehr als die Hälfte der Lagerkosten verantwortlich. Im Klartext: Mitarbeiter suchen zu lange, um die benötigten Teile zu finden und treiben mit ihrer Arbeitszeit die Kosten in die Höhe. Die internen Transportwege fallen dabei besonders ins Gewicht.

Produzierende sollten bei der Lagereinteilung darauf achten, dass häufig abgerufene Teile näher an der Kommissionierstation gelagert werden. Was nicht so oft gebraucht wird, steht weiter hinten im Lager. Auch ist es wichtig, das richtige Lagersystem für die jeweiligen Komponenten zu nutzen. Für Palettenware eignen sich Hochregale, für Kleinteile oder Bulkware gibt es Horizontalkarusselle oder vertikale Lagerlifte.

Automatisierte Lager punkten durch geringeren Platzbedarf und eine sehr hohe Pickgenauigkeit von über 99 Prozent. Voraussetzung für ein automatisches oder halbautomatisches Picking-Prinzip ist die passende Softwarelösung. Unternehmer sollten unbedingt prüfen, ob für ihre Lagerhaltung eine (Teil-) Automatisierung sinnvoll ist.

Smart Talents: Das Aus des Vorratswissens

Die Digitalisierung verändert auch die Bildung. Zwar gibt es E-Learning seit 40 Jahren, aber das elektronische Lernen mutiert: Weg vom Vorratswissen und hin zum Lernen in konkreten Situationen. Das heißt für Ingenieure: Wissensvermittlung findet mehr und mehr in der Werkshalle statt und weniger im stillen Kämmerlein.

Pokémon-Go nutzt Augmented Reality, wie E-Learning auch

Was haben Pokémon-Go und Schulungen bei Carl Zeiss gemeinsam? Sie nutzen Augmented Reality. Dabei ergänzen sie die echte Welt um uns herum um animierte Elemente. Während beim beliebten Handy-Spiel Fantasietiere an Straßenecken lauern, sind es beim Technologiekonzern Produktionsanlagen, die mit Erklärungen versehen werden.

In der Praxis geht der für den Prozess verantwortliche Ingenieur mit seinem Tablet in der Hand die Fertigungsstraße entlang. Dabei filmt der Mini-PC die Maschine. Die Schulungs-App blendet auf dem Bildschirm zusätzlich Animationen, Erklärtexte und Beschriftungen ein – etwa zu Verarbeitungsstationen wie einem Vereinzeler oder dem Transportband. Interaktiv kann der Nutzer Bereiche auswählen, die ihn interessieren und sich animierte Sequenzen oder weitere Informationen anzeigen lassen. „Damit schulen wir Servicetechniker. Oder ein leitender Ingenieur kann sich Abläufe bei der Herstellung anschauen“, sagt Dirk Kubitschek, Verantwortlicher für Bildung und digitales Lernen bei Zeiss. Entwickelt hat er das System mit dem Experten für digitales Lernen IMC. Ein zusätzlicher Bonus für die tägliche Arbeit: Die Maschine kann über diesen Weg auch mit seinen Nutzern kommunizieren. „Überprüfe den Füllstand“ sagt sie dann oder „ein Werkstück hat sich an Stelle XY verklemmt“.

Vorratslernen ist out, Nachschlagen ist in

Digitales Lernen verändert sich. „Was einmal als E-Learning als Alternative zu Präsenztrainings begann, ist heute immer häufiger Bildung in einer konkreten Arbeitssituation“, erläutert IMC-Vorstand Christian Wachter. Es werde immer weniger auf Vorrat gelernt, sondern vielmehr „on demand“ – also genau dann, wenn die Information gebraucht und direkt angewendet wird. „Dadurch verzahnen sich Lernen und Praxis mehr und mehr.“ Für Techniker und Ingenieure ein echter Vorteil. Denn wissenschaftliche Studien belegen, dass wir im Tun am besten Lernen. Das Gehirn nimmt bis zu 70 Prozent seines Wissens beim konkreten Handeln auf. Ein Fünftel des Wissens erwerben wir, indem wir anderen über die Schulter schauen. Bleiben zehn Prozent für klassische Schulungen. Wachter glaubt, dass Unternehmen mit den smarten Methoden Lernzeiten um etwa die Hälfte verkürzen und Schulungskosten um ein Drittel reduzieren können.

Mixed Reality bringt Lernen an den Arbeitsplatz

Bei der Fraunhofer Academy in München wird ebenfalls Wert darauf gelegt, dass Teilnehmer möglichst viel Wissen nicht nur anhäufen, sondern anwenden können. Seminare rund um das Internet der Dinge, Big Data und Smart Data werden hier mit verschiedenen Methoden geschult. Beispielsweise durch eine Mischung aus Präsenzunterricht und begleitenden Online-Kursen. Oder Übungen, die direkt im industriellen Arbeitsumfeld absolviert werden können und damit den Transfer von Wissen in die Praxis fördern. Immer häufiger kommen soziale Lernformen zum Zuge: Beispielsweise indem sich Experten in einem Online-Forum austauschen oder via App diskutieren – etwa über Industrie 4.0 und die Auswirkungen.

Beim sozialen Lernen setzt auch die Ghostthinker GmbH an: Sie bietet eine Plattform, auf der Schulungsteilnehmer aus einem Seminar Videosequenzen kommentieren und markieren können. Auch möglich: direkter Austausch zwischen Nutzern und Lesezeichen setzen. IMC-Chef Wachter beobachtet den Trend zu mehr Aktivität ebenfalls: „Wir wollen weg vom Konsumenten, der Videos nur an sich vorüberziehen lässt und verhelfen Teilnehmern zu einer aktive Rolle.“ Das könne durch interaktive Übungen geschehen, sozialen Austausch oder spielerische Elemente in den Lerneinheiten. Das motiviere und helfe gleichzeitig, Aufgenommenes in den Köpfen zu verankern.

Digitale Weiterbildung in der Werkshalle bringt Motivation

Modern aufgemachte Inhalte gibt es viele. Ob Ingenieure mit Augmented Reality, Online-Kursen oder mit Mischungen mit Präsenz-Seminaren am besten lernen, ist nicht eindeutig nachgewiesen. Oft ist es ein Mix, der Erfolge liefert. Firmen wie Zeiss, aber auch der Medizingeräte-Hersteller pfm medical, setzen daher mehr und mehr auf offene Lernmanagement-Systeme. Plattformen wie die IMC Learning Suite, die von Compliance über Technik, Vertriebsschulungen und Big Data alles vereinen. Und Systeme, die Inhalte aller Hersteller übersichtlich und ansprechend darstellen. „Wir haben tollen Content produziert und Kurse professionell erstellen lassen. Aber es hat Zeit und internes Marketing gebraucht, damit sich die Menschen mit dem neuen Angebot befassen“, sagt Hans-Heiko Müller, Geschäftsführer bei PFM Medical. Eine flotte Gestaltung und ein didaktisch sinnvolles Konzept seien immer noch der beste Weg, Menschen zum Lernen zu motivieren.

Goldbeck Solar netzwerkt auf der Intersolar

„Wir rechnen damit, auf unser nicht vollendetes Geschäft mit CSUN angesprochen zu werden“, ist sich Geschäftsführer Björn Lamprecht sicher. Ein im vergangenen Jahr mit dem chinesischen Modulhersteller unterzeichneter Kaufvertrag ist noch immer nicht abgeschlossen. Das Hirschberger Unternehmen hat, trotz Anzahlung und Bankbürgschaft, bis heute kein einziges Modul gesehen. Auch die Vorauszahlung wurde bislang nicht zurückerstattet. Im Moment herrscht Schweigen aus China. „Das Thema wird die Messe aber mit Sicherheit nicht beherrschen“, ergänzt der Chef von 80 Mitarbeitern.

Vielmehr möchte Goldbeck Solar bestehende Kontakte pflegen und neue aufbauen. Für die Tochter des gleichnamigen Bauunternehmens ist das Netzwerk sowohl kundenseitig sowie in Richtung Lieferanten wichtig und ausbaufähig. Zwar sind die Auftragsbücher derzeit voll und es sind einige Aufträge in der Akquisitionsphase, „aber wir denken voraus und ruhen uns nicht auf aktuellen Erfolgen aus“. Für das laufende Geschäftsjahr plant Goldbeck Solar einen Zubau im Wert größer als 160 Millionen Euro, wobei nach wie vor Freiflächen sowie Dachanlagen im Verhältnis 80 zu 20 interessant sind. Weiterhin setzt der Dienstleister auf Zusatz-Komponenten wie Stromspeicher und Ladesäulen. Letztere wurden jüngst bei einem prestigeträchtigen Solar-Parkhaus in Süddeutschland erfolgreich verbaut. Großflächige PV-Kraftwerke plant und akquiriert Goldbeck Solar derzeit in den Niederlanden, England, Thailand, Vietnam, Mexiko und Chile.

Seit Jahren werde die Intersolar professioneller, was sich auf die Qualität der Kontakte auswirkt. „Wir machen hier meist keine Abschlüsse“, schränkt Lamprecht ein. „Aber wir kommen jedes Jahr gerne wieder, um uns branchenintern auf hohem Niveau auszutauschen.“ Ein Trend, den der Geschäftsführer in den letzten Jahren wahrgenommen hat: Die Messe wird auch für Bewerber interessant. Immer häufiger stellen sich potenzielle Mitarbeiter auf dem Messestand kurz vor und lassen ihre Bewerbungsunterlagen da. „Wir freuen uns, die Aufmerksamkeit von Fachkräften zu erreichen. Ein angenehmer Nebeneffekt unserer Messeteilname“, freut sich Lamprecht.