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Factoring für Maschinenbauer: Forderungsausfälle verhindern

Wie jede Branche entwickelt auch die Finanzindustrie immer wieder neue Produkte, um die Bedürfnisse der Kunden besser zu treffen. Vor allem die Digitalisierung bietet Unternehmern viele Möglichkeiten: Komplett digital zu beantragende Kredite für mittelständische Unternehmen sind da nur der Anfang.

Es drängen immer mehr sogenannte Alternative Finanzierungslösungen auf den Finanzmarkt. Diese werden als „Alternativ“ bezeichnet, weil sie eine zusätzliche Option abseits klassischer Bankfinanzierungen darstellen und von auf diese Finanzierungsarten spezialisierten Finanzdienstleistern angeboten werden. Eine besonders für herstellende und produzierende Unternehmen aus dem Bereich Maschinenbau interessante Lösung ist Factoring, das in den letzten Jahren immer beliebter wird. Allein im ersten Halbjahr 2018 stieg das Volumen im Factoring in Deutschland um mehr als 11 Prozent, so die Zahlen des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand.

Mit Factoring Forderungsausfälle reduzieren  

Als Factoring bezeichnet man den Verkauf der Forderungen aus den eigenen Lieferungen: Gewährt ein Maschinenbauunternehmen seinen Kunden ein Zahlungsziel von beispielsweise drei Monaten, tritt es für diese Zeit mit Material- und Arbeitskosten in Vorleistung. Dies belastet das Umlaufvermögen und kann mitunter dazu führen, dass weitere Kosten entstehen – für einen notwendig werdenden Betriebsmittelkredit oder durch die Belastung des Kontokorrentkredits, um die Lieferantenkosten zu begleichen oder Gehälter zu zahlen.

An dieser Stelle setzt Factoring an: Ein Factoring-Anbieter übernimmt unmittel­bar bei Rechnungsstellung die Begleichung der offenen Forderungen zu einem vereinbarten Prozentsatz – ein Finanzierungseffekt entsteht. „Die Liquidität des Unternehmens wird sofort erhöht, ohne dass dem Kunden ein kürzeres Zahlungsziel genannt werden muss“, erklärt Lena Klein-Bösing, Factoring-Expertin beim Finanzportal COMPEON. Die Plattform, an die über 220 Finanzanbieter angebunden sind, vermittelt unabhängig Finanzierungs­lösungen wie Kredite, Leasing und auch Factoring. „Während sich für den Kunden bei der Bezahlung nichts ändert, ergeben sich für den Unternehmer viele Vorteile. Auf diese Weise wird nicht nur die Bilanz optimiert: Forderungsausfälle werden ebenfalls reduziert, da beim Factoring in der Regel das Ausfallrisiko ebenfalls auf den Factoring-Anbieter übertragen wird“, erläutert die Expertin. 

Maschinenbauer profitieren

Factoring ist für Maschinenbauer, die mitunter lange auf die Begleichung sehr hoher Rechnungen für Lieferung und Service warten müssen, sehr interessant. Factoring kann offen angewendet werden, dabei wird der Kunde über den Forderungsverkauf in Kenntnis gesetzt, während beim stillen Factoring der Verkauf der Forderungen nicht offengelegt wird. Zusätzlich bieten Factoring-Gesellschaften weitere Leistungen wie die Auslagerung des Forderungs­managements (Full-Service-Factoring) an, die den buch­halterischen Aufwand auf Seite des Maschinenbauunternehmens reduzieren.

Wer kann Factoring nutzen?

Factoring ist vor allem für Unternehmen interessant, die Maschinen und Anlagen in Serienfertigung produzieren. Da Großaufträge mit Sonder- oder Spezialanfertigungen in der Regel durch Anzahlungen vorfinanziert werden, sind diese für Factoring eher ungeeignet. Maschinenbauunternehmen, die aber Standardprodukte anfertigen und vertreiben und im Regelfall direkt nach erbrachter Leistung fakturieren, sind optimal für Factoring geeignet. So können Forderungen bis zu einem maximalen Zahlungsziel von 120 Tagen über Factoring finanziert werden.

Die Größe sowie die spezifische Branche des Unternehmens spielen dabei keine Rolle. Expertin Klein-Bösing von COMPEON erläutert: „Viele Unter­nehmer kennen nur die großen Factoringanbieter, dabei ist der Markt für Factoring sehr spezialisiert und fragmentiert. Viele kleinere und mittlere Anbieter sind speziell auf bestimmte Branchen ausgerichtet – deshalb ist es sinnvoll, Anbieter zu vergleichen, um den passenden Finanzdienstleister zu finden.“

Factoring-Anbieter vergleichen

Beim Factoring entscheidet in der Regel nicht die eigene Unternehmensbonität über die Konditionen, sondern die der Kunden bzw. die Kundenstruktur. Das bringt mit sich, dass man, möchte man als Unternehmer Factoring nutzen, eine Reihe von Informationen liefern muss. Im einmaligen Fall ist der Auf­wand zu vernachlässigen – möchte man aber mehrere Factoring-Anbieter vergleichen, ist man gezwungen, diese Anfrage mehrmals durchzuführen. Ein Vergleich über eine unabhängige Finanzierungsplattform ist hier durchaus empfehlenswert.

Videokonferenz: Läuft bei mir

Rhetoriktrainer Peter Flume hat sich mal wieder etwas Neues einfallen lassen. Der Experte in Sachen gesprochenes Wort erfindet sich seit 25 Jahren regelmäßig neu. Jetzt hat er gemeinsam mit dem Schauspieler Vincent Courtens eine humorvolle Video-Reihe aufgesetzt, die vermittelt, worauf es bei der Kommunikation per Videokonferenz ankommt. Damit virtuelle Begegnungen genauso stark wirken, wie das persönliche Miteinander.

Beim virtuellen Gespräch fehlt die emotionale Rückmeldung

Was uns im Alltag so praktisch vorkommt, hat auch Schattenseiten: Es fehlt die unmittelbare körpersprachliche Rückmeldung. Selbst beim Konferieren über Video kann die Einschätzung trügen, weil kein Augenkontakt besteht, oder verzögert übertragen wird. Schließlich entsteht über die Webcam immer eine Diskrepanz. Auch und gerade Emotionen können per Videochat schlecht transportiert werden. Sie werden oft über Betonung und Stimme übermittelt. Je nach Medium kann das falsch oder gar nicht ankommen.

Missverständnisse sind in der virtuellen Kommunikation vermeidbar

Peter Flume rät deshalb, sich innerhalb von virtuellen Gesprächen besonders deutlich auszudrücken und auch zu artikulieren. Hier gilt es Doppeldeutigkeiten zu vermeiden. Das kann man innerhalb einer Konferenz beispielsweise durch eine gute Vorbereitung und/oder ein Skript sicherstellen. Monologe gilt es tunlichst zu vermeiden. Die Faustformel: Immer an die Zuschauer denken und daran, welche Informationen diese benötigen – und welche nicht.

Gesprächsteilnehmer können durch Rückfragen sicherstellen, dass sie richtig verstanden haben und selbst korrekt verstanden wurden. Aufmerksamkeit ist das Gebot der Stunde. Das fokussiert auch Flumes aktueller Fachtitel „Die Kunst der Kommunikation“. Einander ausreden lassen und nicht nebenher andere Dinge zu erledigen ist in realen wie in virtuellen Gesprächen höflich und wichtig.

Virtuelle Meetings sind genauso wichtig wie persönliche

Eine gute Haltung ist nicht nur gut fürs Kreuz. Sie macht unter anderem im Videochat Sinn. Die Stimme kann im aufrechten Sitzen besser und sympathischer klingen. Ein Lächeln zwischendurch lockert die Gesichtszüge sowie die Gesprächsatmosphäre auf. Für die Körpersprache gibt Flume folgenden Tipp: Gestik und Mimik sind auch bei Videokonferenzen erwünscht. Allerdings ist hier der Bildausschnitt begrenzt, sodass Gesten im Rahmen des Sichtfensters ausgeführt werden und nicht zu schnell sein sollten.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Kleidung im virtuellen Meeting. „Die Leute erschrecken vor ihrem eigenen Bild, statt sich gezielt in Szene zu setzen“, sagt der Schauspieler Vincent Courtens. Sein Tipp: Die persönliche Marke herausstellen und Alleinstellungsmerkmale setzen.

Das Fazit: Ein virtuelles Gespräch ist genauso wichtig, wie ein Persönliches. Machen Sie sich die Schwachstellen einer digitalen Kommunikation bewusst und vermeiden Sie Missverständnisse durch eine besondere Achtsamkeit in der Vorbereitung und während des Gesprächs.

Goldbeck Solar und Eneco realisieren ihr erstes gemeinsames Projekt in den Niederlanden

Es werden etwa 1.900 Megawattstunden produziert und in das öffentliche Netz eingespeist, die im Rahmen eines subventionierten SDE+-Vertrags vergütet werden. Goldbeck Solar ist eines der wenigen Unternehmen, welches das strenge Auswahlverfahren von Eneco für Partner bestanden hat.

„Wir freuen uns über dieses erste Projekt und hoffen, dass dieser Solarpark die Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit schafft. Nach unserer niederländischen Premiere in Veendam und den aktuellen Projekten in den Niederlanden arbeiten wir gerne weiter mit Eneco als starkem Partner zusammen“, sagt Tobias Friedrich, International Key Account Manager bei Goldbeck Solar und verantwortlich für den Vertrieb in den Niederlanden.

Zwei Projekte im zweistelligen MW-Bereich werden in diesem Jahr fertiggestellt und in den Niederlanden ans Netz gehen. Björn Lamprecht, COO von Goldbeck Solar, gibt einen positiven Ausblick: „Die Chancen stehen gut, das Geschäft in den Niederlanden auszubauen. Die Auftragsbücher füllen sich gerade.“

„Die Niederlande sind derzeit einer unserer am stärksten wachsenden Märkte. Deshalb haben wir eine niederländische Tochtergesellschaft gegründet. Goldbeck Solar Netherlands B.V. mit Sitz in Arnheim gibt uns die Möglichkeit, noch schneller mit unseren EPC- und O&M-Abteilungen im Land zu reagieren“, sagt Tobias Friedrich.

Messen bleiben auf Dauer wichtig

Um für den digitalen Vertrieb gerüstet zu sein, laufen aktuell die Vorarbeiten: Die 3000 Kontakte aus drei Datenbanken für Maschinenbau, Service und Lohnhärterei werden aktuell zusammengeführt. Etabliert ist bereits eine wöchentliche Suchmaschinen-Auswertung, auf deren Basis Inductoheat Surfer zeitnah anruft, um mit ihnen in Dialog zu kommen. „Sobald die Datenbank steht, werden wir viermal jährlich einen Newsletter versenden,“ sagt Geschäftsführer Frank Andrä.

Mit aktiver Pressearbeit hat er 2018 einen externen Dienstleister beauftragt, der aus dem Journalismus kommt und bundesweit in Redaktionen vernetzt ist. Dessen Büro wird auch die Themen für den Newsletter mit entwickeln, die Beiträge texten und mit aussagekräftigen Fotos illustrieren. „Dafür haben wir unseren Etat aufgestockt, um in den Medien ein Grundrauschen zu erzeugen und bekannter zu werden,“ sagt der Chef.

Die Messeaktivitäten hält er ungeschmälert aufrecht: Alle vier Jahre die Gießereifachmesse in Düsseldorf, alle zwei Jahre die AMB in Stuttgart, alle drei Jahre die EMO in Hannover und jährlich Kolloquien und Foren in Berlin oder Köln. Im Gegenteil: Was über Pressearbeit und Newsletter an Bekanntheit erzielt wird, sollen die Mitarbeiter aus Vertrieb, Entwicklung und Applikation an den Messeständen vertiefen. Und über Gemeinschaftsstände mit Baden-Württemberg international zeigen die Schwaben auch in Nordamerika oder Asien mehr Präsenz.

„Bis 2003 waren wir nur auf einer Messe pro Jahr,“ erzählt der Geschäftsführer. Damals habe Inductoheat acht Millionen Euro pro Jahr umgesetzt. Heute sind es 14, wobei sich der Umsatz im Maschinenbau sogar verdoppelt hat. Im laufenden Jahr zeigt der Spezialist für induktives Härten seine revolutionäre I-syst 4.0-Lösung, die sämtliche Parameter des Verfahrens separat steuert und dokumentiert, im September auf der AMB in Stuttgart, im Oktober beim Härtereikongress in Köln und im November beim 1st Euroforge, wo es um den Schmiedeerwärmungsprozess geht.
Ziel der Präsenz: Den Kontakt zu Bestandskunden vertiefen, Mitbewerber beobachten, potentielle Neukunden interessieren und Branchentrends aufspüren. „Den persönlichen Kontakt braucht es immer, um Vertrauen aufzubauen und Geschäftsbeziehungen zu pflegen,“ sagt der Ingenieur. Es brauche generell mehr Engagement, im Verdrängungswettbewerb den Bestand zu halten und Neukunden zu akquirieren. Denn die Informationswege der nachwachsenden Entscheider werden immer digitaler, so der 56-Jährige, und Kompetenz werde zunehmend am Werbeauftritt festgemacht.

Im Vertrieb hat Inductoheat bundesweit drei Mitarbeiter, die sich die Arbeit nach den Themen Härten, Schmieden und Lagertechnik/Automotive aufteilen. Europaweit kooperiert der Mittelständler mit zehn freien Agenturen, die die lokalen Märkte bearbeiten. „Weil unser Produkt sehr erklärungsbedürftig ist, übernehmen wir meist schon nach dem ersten Kontakt die Anfrage,“ sagt Andrä.

Den großen Rest der Welt bearbeitet die US-Muttergesellschaft Inductotherm mit ihren weltweit 40 Niederlassungen, von denen 17 Produktionsstandorte sind. In der Regel seien die internationalen Kunden deutsche Konzerne, die für Mexiko, die USA, China oder Südkorea eine Anlage brauchen. Entsprechend macht Inductoheat die Hälfte des Umsatzes in Deutschland; 40 Prozent in Europa und hier vor allem in Frankreich und Schweden; und den Rest in Übersee, was bei 20 Anlagen Gesamtproduktion pro Jahr außereuropäisch oft nur einem Auftrag entspricht. Die Vertriebsstrategie lautet: Schlüsselkunden in Europa identifizieren und ins globale Ausland begleiten.

Private Rente für den kleinen Werker-Geldbeutel

Gerade für Gering- und Wenigverdiener sowie Alleinerziehende ist eine private Altersvorsorge sehr wichtig. Diese Zielgruppe erwartet nur eine kleine gesetzliche Rente und ist deswegen besonders von Altersarmut bedroht. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert und ab 2018 die Spielregeln insbesondere für Menschen mit unterdurchschnittlichem Einkommen verbessert. So ist es attraktiver geworden, etwas fürs Alter zu tun.

Riester-Förderung nutzen

Um Verbraucher zum Abschluss einer entsprechenden Vorsorge zu motivieren, unterstützt der Staat seit 2002 Vorsorgesparer, die einen Vertrag für eine Riester-Rente abschließen, mit Zulagen und Steuervorteilen. „Bereits ein kleiner, monatlicher Beitrag kann ein finanzielles Polster für den Ruhestand schaffen“, sagt Dieter Homburg. Der Autor des Ratgebers Altersvorsorge für Dummies weiß, dass seit diesem Jahr die staatliche Grundzulage für Erwachsene von 154 auf 175 Euro pro Jahr angehoben worden ist. Für jüngere Kinder gibt es weiterhin 300 Euro, wenn Sie ab 2008 geboren worden sind, für ältere Kinder immerhin 185 Euro im Jahr. Wer beim Abschluss eines Vertrages noch keine 25 Jahre alt ist, erhält einmalig 200 Euro.

Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Versicherte mindestens vier Prozent ihres Bruttoeinkommens in den Riestervertrag einzahlen. Unabhängig davon darf der eingezahlte Betrag 60 Euro im Jahr nicht unterschreiten.

Dazu macht Homburg ein Beispiel: Eine Alleinerziehende mit zwei nach 2008 geborenen Kindern arbeitet Teilzeit und verdient 20.000 Euro im Jahr. Um die vier-Prozent-Mindestgrenze zu erfüllen, muss die Frau jährlich 800 Euro in ihren Riestervertrag einzahlen. Sie selbst zahlt davon aber nur die Mindesteinlage von 60 Euro, den Rest bekommt sie vom Staat dazu: pro Jahr 175 Euro und für jedes Kind weitere 300 Euro. Bei 2 Kindern und einem Erwachsenen also 775 Euro an Förderung pro Jahr.

Auf 10 Jahre hochgerechnet zahlt die Versicherte aus dem Beispiel somit 600 Euro aus eigener Tasche und bekommt 7.750 Euro an staatlichen Zulagen obendrauf gepackt.

Trotz Abgaben vom Angesparten im Alter profitieren

Zu Rentenbeginn können sich Versicherungsnehmer bis zu 30 Prozent des aufgebauten Riester-Polsters auf einen Schlag auszahlen lassen. Der Rest erfolgt als lebenslange monatliche Rentenauszahlung. Seit diesem Jahr ist neu geregelt, dass über den Arbeitgeber abgeschlossene Riesterverträge in der Auszahlungsphase in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung beitragsfrei bleiben.

Zahlungen aus der Riester-Rente müssen außerdem versteuert werden. Als Ausgleich fallen in der Ansparphase keine Steuern an. Wie viel Geld an den Staat fließt, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Da das Gesamteinkommen im Rentenalter oft kleiner ausfällt, als zu den Zeiten als Arbeitnehmer, profitieren die meisten von einem niedrigeren Steuersatz.

„Vor Abschluss eines Vertrages sollten Interessierte unbedingt auf die Kosten sowie die bisherigen Ergebnisse der Anlage achten. Geringe Vertragskosten und gute Renditen verbessern das Ergebnis deutlich“, sagt der Finanzexperte. Riester-Fondssparpläne sind bei Restlaufzeiten von 15 Jahren und mehr empfehlenswert.

Neu: Rente wird nicht komplett auf die Grundsicherung angerechnet

Bisher war für viele Geringverdiener ein Argument gegen die Riester-Rente: „Mir bleibt ja davon sowieso nichts übrig, weil der Staat mir wieder alles wegnimmt.“ Das traf auf Geringverdiener zu, die im Alter auf die sogenannte Grundsicherung angewiesen sind. Die Grundsicherung bezeichnet einen Mindestbetrag, den jeder Deutsche im Monat zur Verfügung haben sollte. Das sind derzeit 809 Euro inklusive Wohngeld. Wer weniger hat, kann einen Zuschuss beim Amt beantragen. Bisher lohnte sich Riestern für Menschen mit kleinem Einkommen tatsächlich kaum, weil die Riester-Rente auf die Grundsicherung angerechnet wurde.

Zukünftig bleiben 100 Euro Zusatzrente aus Riester, betrieblicher Altersvorsorge oder Rürup außen vor und werden nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Wer mehr als 100 Euro Privatrente erhält, kann 30 Prozent des Betrages, der 100 Euro übersteigt, behalten. Das geht bis zurzeit maximal 208 Euro im Monat. In der Praxis fallen die Riester-Renten aufgrund der niedrigen Einzahlungen meist nicht höher aus.

Arbeitgeber können unterstützen

Auch das ist neu: Der Arbeitgeber kann Mitarbeitern, die bis zu 2.200 Euro im Monat verdienen, bis zu 480 Euro pro Jahr in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Dafür bekommt der Chef 30 Prozent seiner Investition direkt vom Staat zurück. Den Rest kann er noch als Betriebsausgabe ansetzen. Wer bisher noch nicht von einer betrieblichen Altersvorsorge profitiert, kann seit 2018 vom Arbeitgeber verlangen, dass dieser ihn über individuelle Möglichkeiten informiert.

Tipp: Eine Haftpflichtversicherung schützt das Angesparte

Damit auf dem Weg zur Altersvorsorge nicht ein persönliches Risiko das mühsam Angesparte auffrisst, sollte jeder Haushalt einen Haftpflichtversicherungsschutz haben. „Leider ist das gerade bei Gering- und Wenigverdienern häufig nicht der Fall“, analysiert Homburg. Etwa 35 bis 40 Prozent der Haushalte mit geringem Einkommen stehen ohne den wichtigen Haftpflichtschutz da. Das kann sehr teuer werden, wenn es zum Schadensfall kommt. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die eine Person einer anderen Person außerhalb der Familie zufügt.

Für 50 bis 75 Euro im Jahr lässt sich eine gute Police vereinbaren. Nur ein Familienmitglied, also Vater oder Mutter, benötigt eine Haftpflichtversicherung. Die anderen Familienmitglieder sind automatisch inbegriffen. Unverheiratete Kinder sind bis zur Volljährigkeit und Erstausbildung über die Eltern versichert.

Dieter Homburgs Fazit: Für Gering- und Wenigverdiener kann die Gesetzesverbesserung der Startschuss zum Abschluss einer Altersvorsorge sein. Wer die staatlichen Töpfe ausschöpft, bleibt meist von Altersarmut verschont. Die perfekte Riester-Rente gibt es nicht von der Stange. Eine individuelle Beratung zu der Rentenversicherung mit staatlicher Unterstützung ist daher empfehlenswert.

Technik-Lernen on demand

Wer digital lernen möchte, findet eine große Auswahl von Gratis-Angeboten im Netz. Zwar helfen offene Online-Kurse und Youtube-Tutorials dabei, auf dem Laufenden zu bleiben. Sie sind aber auch Zeitfresser. Bezahltes ist didaktisch oft besser aufbereitet und schneller zu absolvieren.

E-Learning schön und gut. Aber dann bitte so, dass wirklich gelernt wird. Bewegtbilder bieten nämlich keinen wirklichen Lernzuwachs: „Wer Filme konsumiert, bleibt passiv. Das Gelernte sollte aber möglichst schnell praktisch angewandt werden, damit sich Wissen festigen kann“, bestätigt Christoph Igel, Wissenschaftlicher Leiter des Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

„Wir gehen weg von klassischen Schulungen, in denen Faktenwissen gelernt oder Prozesse vermittelt wurden. Heute sind handlungsorientiertes Lernen am Arbeitsplatz und der Aufbau von Erfahrungswissen gefragt“, weiß der habilitierte Verhaltensforscher und Professor für Bildungstechnologie. Dieses Lernen am Arbeitsplatz setzt der E-Learning-Anbieter IMC vorbildlich um. Wer sich konkret auf ein Mitarbeitergespräch oder eine Preisverhandlung vorbereiten will, sollte nach dem Karteikarten-Prinzip vorgehen: Informationen, die kurz zusammengefasst und sofort einsetzbar sind. Die Experten für digitale Bildung bieten beispielsweise eine Funktion, in der sehr schnell einsetzbare Informationsbausteine zu verschiedenen Themen abrufbar sind. Für konkrete Situationen sind hier die wichtigsten Regeln übersichtlich dargestellt und frischen die Methodenkompetenz direkt vor dem Termin noch einmal auf. „Diese Einheiten verzichten auf jeden Schnickschnack. Sie sind Fakten pur“, sagt Christian Wachter, Vorstand von IMC.

Kurze Lerneinheiten für Zwischendurch

Massive Open Online Courses (MOOCs) sind meist 90 Minuten lang und behandeln ein bestimmtes Themengebiet in epischer Breite. Große Universitäten weltweit wollen die Lehrveranstaltungen berühmter Professoren in voller Länge online für alle verfügbar machen. Wer wie die meisten Macher akutem Zeitmangel ausgesetzt ist, setzt eher auf Microlearning. In kleinen Häppchen konsumieren sich Themen nämlich verträglicher. Deshalb bieten E-Learning-Anbieter vermehrt kurze Einheiten. „Zehn Minuten sind das Maximum“, sagt Wachter. Dass die Zeit immer knapper wird und der Wissensdurst größer, ist ein allgemeines Phänomen. „Es gilt, Inhalte intelligent aufzubereiten, damit sie auch genutzt werden. Niemand ist anspruchsvoller als ein Mitarbeiter mit knappem Zeitbudget“, weiß Wachter. Für den Macher von E-Learning-Content geht der Trend zu kleinteiligen, mobil verfügbaren Lernformaten. Diese „Nuggets“ können Videos von nicht mehr als fünf Minuten sein, oder kleine interaktive Trainings, mit Aufgaben zu einem bestimmten Thema.

Themenvielfalt: Führungskräfte wollen Gesamtüberblick

Je höher Manager in der Hierarchie stehen, desto mehr müssen sie mitreden können, etwa bei Megatrends in der Wirtschaft. Wichtig ist also ein Anbieter mit einem breiten Wissensspektrum. Oder der Zugriff auf unterschiedliche Lernplattformen. Nach dem Motto: Meine Persönlichkeit entwickle ich mit Gratis-Angeboten weiter, Faktenwissen nehme ich von prominenten Vorbildern in bezahlten Quick Talk Videos (z.B. von Pink University) auf.

„Es kommt nach wie vor auf Faktenwissen an. Es bildet den Sockel, auf den Mitarbeiter aufbauen können“, beobachtet IMC-Chef Wachter. Sind die Wissenslücken gefüllt, geht es anschließend um die Methodik, das eigene Wissen in die richtigen Bahnen zu lenken.

Informell lernt es sich besser

Viele Entscheider tun sich schwer mit Weiterbildung. Denn das Tagesgeschäft ist so fordernd, dass es viel wichtiger ist, als Firefighter unterwegs zu sein, als sich mit Wissen zu beschäftigen, das wir vielleicht erst in einigen Monaten brauchen. Erkennt das Gehirn Weiterbildung jedoch nicht als solche, geht Lernen wie von allein. Unser Denkapparat merkt sich Sachverhalte besser und die Motivation ist größer.

Das Startup Neocosmo sieht sich als Experte für das Vermitteln von Wissen mit Freizeitcharakter. Mit professionell aufgemachten Magazinen, die Mitarbeiter abonnieren. Genauso wie sie es auch in ihrer Freizeit mit Mode- oder Autozeitschriften tun. „Lesen ist neurologisch gesehen, eine der besten Methoden, Wissen aufzunehmen“, sagt Gründer Volker Zimmermann. Der promovierte Wirtschaftsinformatiker weiß, dass es im klassischen E-Learning eigentlich verpönt ist, mit langen Artikeln und Texten zu arbeiten und setzt den Platzhirschen seinen neuen Ansatz entgegen.

Wettbewerbsorientierte Führungskräfte bei ihrem Spieltrieb packen. Das versuchen Anbieter webbasierter Lernprogramme mit Gamification. Das sind spielerische Elemente in denen beispielsweise eine Tabelle der besten Teilnehmer zum Mitmachen motiviert. Die Community honoriert es, wenn Nutzer Aufgaben absolvieren oder Tests bestehen. Forscher Professor Igel hält Gamification für äußerst sinnvoll: „Wer bei Ratespielen oder Wettbewerben lernt, behält Fakten besser und bleibt motiviert.“

Solar lohnt sich noch

2018 ist wieder ein gutes Solar-Jahr: Die Kosten für Dachanlagen sind in den letzten Monaten weiter gesunken. Insgesamt im zweistelligen Prozentbereich. Die Einspeisevergütung bleibt stabil, die Strompreise ebenfalls. Schon ohne Eigenverbrauch sind Anlagen sinnvoll. Und wer seinen grünen Strom selbst nutzt, kann die Rentabilität weiter erhöhen.

Derzeit zahlen Bauherren für eine gewerbliche Aufdachanlage unter 1.000 Euro pro Kilowatt Peak Leistung, je nach Größe. Auf diese Weise kostet der selbst erzeugte Strom zwischen acht und zehn Cent inklusive Zuschläge, Finanzierungskosten und laufendem Aufwand für Wartung oder Reparaturen.

Außerdem ist die Einspeisevergütung für den nicht selbst genutzten Sonnenstrom stabil geblieben. Die festen Vergütungssätze für Anlagen bis 100 kWp bzw. die anzulegenden Werte nach dem Marktprämienmodell für Anlagen bis 750 kWp sind jeweils für 20 Jahre ab Anlagenerstellung stabil. Das bedeutet Berechenbarkeit der Einnahmen und eine Möglichkeit, seine Investition langfristig zu planen. Während das Solar Cluster Baden-Württemberg bei kleineren Anlagen von einer Gesamtrendite um die sechs Prozent spricht, wagt sich Solarunternehmen Goldbeck Solar bei größeren Anlagen etwas weiter aus dem Fenster: Im Idealfall und bei perfekter Ausrichtung sprechen die Hirschberger von satten zwölf Prozent Rendite. „So oder so sprechen wir hier nicht von Risikokapital“, sagt Jann Binder, Geschäftsführer des Solar Clusters BW. Für eine sichere Anlage liegen sechs Prozent weit über vergleichbaren Investments.

Den geringer werdenden Investitionskosten stehen gleichbleibende Einnahmen gegenüber. So wächst die Attraktivität von Aufdachanlagen zusehends. Der Eigenverbrauch des Solarstroms vom Dach erhöht die ohnehin schon attraktive Rendite der Volleinspeisung. Der Strompreis ist zwar derzeit stabil, wird aber über die kommenden 20 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen. „Dem Eigenverbrauch gehört die Zukunft“, sagt Goldbeck Solar-Geschäftsführer Björn Lamprecht. Denn die Stromversorger verlangen von Gewerbetreibenden derzeit rund 18 Cent pro Kilowattstunde.

Bei der Marktlage sind sich BSW-Solar, das Solarcluster BW und Goldbeck Solar aber einig: Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen auf Gebäuden ist in den letzten Monaten spürbar gestiegen. Und zwar um mehr als 20 Prozent. Die Akteure glauben, dass dieser Trend weiter anhalten wird. „Wir spüren, dass vor allem energetische Gesamtlösungen auf dem Vormarsch sind“, sagt Lamprecht.

Verlassen können sich Unternehmer mit Solaranlage auf die Einspeisevergütung. Auf 20 Jahre festgeschrieben, beträgt diese derzeit 10,6 Cent pro Kilowattstunde für den Leistungsanteil zwischen 40 und 100 KWp. Für die darunter liegenden Leistungsteile gibt es anteilig höhere Vergütungssätze. Eine 100 kW-Anlage bekommt also nicht 10,61 sondern 11,15 ct/kWh. Kleinere Anlagen über 40 und unter 100 kW bekommen entsprechend noch mehr.

Wer den eigenen Solarstrom verbraucht und dafür keinen Netzstrom kaufen muss, spart die Differenz zwischen Stromgestehungskosten und Stromeinkauf abzüglich der anteilig zu entrichtenden EEG Umlage. Im Ergebnis erzielt der Verbrauch des Solarstroms vom eigenen Industriedach daher einen Gewinn von rund sieben Cent. Der Gewinn durch Einspeisung ist höchstens halb so groß. „Man muss den Solarstrom nicht selbst verbrauchen, wenn es aber einfach möglich ist, verbessert das die Rendite-Situation“, fasst Binder zusammen.

Speicherlösungen steht Binder noch kritisch gegenüber. „Natürlich brauchen wir Menschen, die hinter dieser Technologie stehen und durch Ihre Investition in Speicher die Lernkurve beschleunigen sowie Speicherpreise reduzieren. Nutzt man Speicher nur zur Eigenverbrauchserhöhung, dann erhöhen sie die Rendite der Gesamtanlage derzeit nicht.“ Wenn Speicher jedoch gleichzeitig für andere Zwecke eingesetzt werden, beispielsweise zur Reduktion der Spitzenlast eines Industriebetriebs, dann ist ein Blick auf Speicherlösungen lohnend.

Ein Thema, mit dem sich gewerbliche Anlagenbetreiber ebenfalls auseinandersetzen müssen: Direktvermarktung. Ab einer Größe von 100 KWp muss der Strom selbst verbraucht oder direkt vermarktet werden. Über das Marktprämienmodell und die direkte Vermarktung können über einen erfahrenen Energiehändler auch für Anlagen bis 750 KWp ähnliche Erträge pro KWh erwirtschaftet werden. Oftmals kann ein geschickter Vermarkter einen höheren Preis erzielen, als die feste EEG-Umlage.

Elektronische Alltagshelfer für den Technikalltag

Schön wäre es doch, wenn uns ein kleiner digitaler Assistent Schritt für Schritt durch die täglichen Anwendungen führt oder wir mit dem Tablet schnell nachlesen können, was man wo beachten muss. Solche Helfer gibt es, wir stellen Ihnen einige vor.

Navigationsgerät für jede Software

Performance Support nennen es die Experten, wenn wir nicht in langatmigen Schulungen auf Vorrat lernen, sondern in dem Moment, in dem wir eine konkrete Hilfestellung benötigen. Der Anbieter von E-Learning-Lösungen IMC hat dafür einen Assistenten entwickelt, der Büroarbeiter durch jede beliebige Anwendung führen kann, den Process Guide. Wie ein Navigationssystem führt der Guide durch komplexe Geschäftsprozesse und IT Landschaften. Es erkennt, in welchem System ein Mitarbeiter gerade unterwegs ist. Um zu helfen, zeigt er relevante Informationen zum aktuellen Arbeitsschritt sowie die nächsten Steps auf und überprüft, was bereits getan wurde. Dabei ist er einfach und intuitiv bedienbar. „Es wäre ja noch schöner, wenn man für den Assistenten auch noch eine Schulung bräuchte“, fasst IMC-Vorstand Christian Wachter die einfache Anwendung zusammen.

Das Navigationsgerät für die tägliche Arbeit lässt sich mit allen Anwendungen und Aufgaben kombinieren. Ob das Urlaubsanträge sind, die Bestellsoftware im Einkauf oder technische Spezifikationen in einer I 4.0 Anwendung. Wer immer wieder vergisst, wie Serienbriefe erstellt werden und dafür keine zweitägige Schulung absolvieren will, lässt sich einfach vom Process Guide durch das System führen.

Elektronisch nachschlagen mit dem Tablet

Ideal für die Vorbereitung der nächsten Rede oder Präsentation ist das digitale Nachschlagewerk „Rhetorik“ von Autor Peter Flume. Das Werk gibt es schon seit 2014 auf dem Markt. Jetzt wurde das elektronische Buch mit Hörbeispielen und interaktiven Funktionen mit dem German Design Award 2017 ausgezeichnet. Der Titel überzeugte die Jury mit seiner Möglichkeit echten intuitiven Lernens. Die theoretischen Grundlagen rund um die wichtigsten Rhetorik-Skills können sich die Leser im Fließtext aneignen. Die eingebetteten Audiodateien bieten Hörbeispiele typischer Gesprächssituationen des Berufslebens. Per Fingertipp können zusätzliche Infotexte geöffnet werden, mit der Notizfunktion lassen sich eigene Gedanken und Anregungen abspeichern. Von rhetorischen Stilmitteln über den Einsatz der Stimme bis hin zu Tipps für kritische Gesprächssituationen erhält der Nutzer mit dem eBook active ein optimales multimediales Rhetoriktraining.

Digitale Notizen: mobil und sozial

Fast auf jedem PC ist ein Programm installiert, das die meisten Nutzer nicht kennen oder schlichtweg unterschätzen: OneNote. Bei den neueren Versionen gehört das Programm zum Office-Paket. Die digitale Notizfunktion löst Post-its und Zettelwirtschaft ab, indem es Notizen digital abspeichert. Anschließend können diese Informationsschnipsel sortiert, anderen zugänglich gemacht oder in To-Dos umgewandelt werden. „Mit einer digitalen Notizfunktion wie OneNote haben Notizen einen festen Platz und Sie können diese mit Kollegen gemeinsam bearbeiten“, sagt Experte für Büro-Kaizen Jürgen Kurz. In einem seiner Blogbeiträge veröffentlichte der ein Tutorial zu diesem Programm. Eine weitere schöne Funktion: Nutzer können ihre Notizen ihren Outlook-Terminen zuordnen. Kurz ist Fan davon, dass diese digitalen Notizen auch mobil über das Smartphone oder Tablet, oder von Außendienstmitarbeitern eingesehen werden können.

Überblick behalten – 160 Azubis an 250 Orten

„Unser Ziel ist ein übersichtlicher Einsatzplan“, erzählt Uwe Wälde. Der IMS Gear-Ausbildungsleiter und seine 14 Mitarbeiter wollten wissen, wann und wo welche Azubis aktuell sind. Kein leichtes Unterfangen, denn die 160 deutschsprachigen Azubis des Automobilzulieferers sind während der drei Ausbildungsjahre in rund 250 verschiedenen Bereichen und Abteilungen unterwegs. Vier Fünftel von ihnen werden in gewerblich-technischen Berufen ausgebildet. Außerdem sollten Bewertungen, Berichtsheft und Zeugnisse in derselben Datenbank hinterlegt sein. Dazu sollten die Ausbildungsbeauftragten Informationen selbst eintragen können und auch die Azubis ihren Einsatzplan auf ein Jahr im Voraus überblicken können. Das alles natürlich mit unterschiedlichen Zugriffsrechten, damit der Datenschutz gewährt bleibt. Komplex eben.

Eine Software, die sich den Betriebsabläufen anpasst

„Unsere Excel-Tabellen waren vor zwei Jahren unübersichtlich“, erinnert sich Wälde, deshalb hat er sich mit den Programmen von fünf Anbietern auseinandergesetzt. Doch dies waren oft abgeschlossene Programme mit zu wenigen Variationsmöglichkeiten und er hätte die bisherigen Arbeitsprozesse des Unternehmens an die Software anpassen müssen. Deshalb entschied er sich für einen IT-Dienstleister aus dem schwäbischen Metzingen: Mit seinem Modul-Aufbau und dem Angebot, Teile umzuprogrammieren und an die bestehenden Prozesse anzugleichen, war Easysoft Education wesentlich flexibler und kundenfreundlicher. „Die Software ist absichtlich so gestaltet, dass sie sich an vielen Stellen den Kundenbedürfnissen anpassen lässt“, sagt Wilfried Hahn, Entwicklungschef von Easysoft. Etwa bei jedem fünften Kunden entwickelt die IT-Schmiede auch zusätzlich kleine Programmteile neu.

„Die deutschsprachige Version läuft sehr gut“, urteilte Wälde nach einem Jahr. Knapp sechs Monate später lief auch die englischsprachige Version für 40 weitere Azubis in den beiden Werken in Mexiko und den USA. Dies war eine knifflige Angelegenheit für beiden Seiten, denn IMS Gear ist der erste gewerbliche Kunde, der in dieser Fremdsprache arbeitet. Deshalb dauerten diese Entwicklungen für den Spezialisten für Zahnrad- und Getriebetechnik etwas länger, waren dafür aber auch kostenfrei.

In Mexiko und USA wird die englische Version genutzt

„Dass das seine Zeit benötigt, ist klar“, sagt der Ausbildungsleiter, der inzwischen in der Anwenderarbeitsgruppe des IT-Dienstleisters seine Erfahrungen weitergibt. Glücklicherweise arbeiteten in den beiden nordamerikanischen Werken Deutsche an den entscheidenden Schnittstellen, so dass bereits vor dem Einsatz der englischsprachigen Version auch dort die Einsatzplanung für die Azubis über die Software laufen konnte.

Inzwischen können alle Azubis ihr Berichtsheft online ausfüllen. Das hat den großen Vorteil, dass Ausbildungsleiter sowie die Verantwortlichen in den Abteilungen schnell und einfach kontrollieren können, ob die Auszubildenden diese Aufgabe erfüllen oder nicht, um dann nachzuhaken. Für IMS Gear war dies ein wichtiges Entscheidungskriterium, denn statt alle Berichtsheft auszudrucken und an die zuständige IHK zu liefern, können die digitalen Berichtshefte nun online verschickt werden. Noch akzeptiert nicht jede IHK dieses Verfahren, aber mit der zunehmenden Digitalisierung ist das nur eine Frage der Zeit.

Das IMS Gear-Bewertungssystem funktioniert

Eine weitere wichtige Anforderung des Unternehmens war, dass sich deren seit Jahren ausgeklügeltes Bewertungssystem auch in der Software abbilden lässt. Derartige Bewertungsvorlagen existieren bereits in der Software und können innerhalb weniger Minuten angepasst und später weiter verändert werden.

Das Unternehmen, das 2016 mit 3050 Mitarbeitern 479 Millionen Euro umsetzte, erzielt definitiv zeitliche Einsparungen, so Wälde. Etwa ist der Einsatzplan schnell auszudrucken, der Überblick über den Ausbildungstand einzelner Schützlinge ist ausgezeichnet oder Zusammenhänge sind auf ersten Blick erkennbar. Dazu fühlt er sich hervorragend von Metzingen unterstützt: „Die Hotline versucht alle Userprobleme innerhalb eines Tages zu lösen“. Dazu besuchen zwei IMS-Personaler immer wieder die Anwenderkonferenz und erweitern dadurch ihr Wissen und geben die Informationen in der Abteilung weiter.

Effizienz-Killer eliminieren

Die meisten Unternehmer kennen ihre Hausaufgaben. Zumindest die großen Baustellen sind ihnen meist bewusst. Dabei gibt es viele kleine Stellschrauben mit großer Wirkung, um im Produktionsalltag mehr herauszuholen.

Schwache IT

IT ist Mittel zum Zweck. „Sie hat dienenden Charakter und kann Garant für Effizienz in der Produktion sein“, sagt IT-Experte Johannes Woithon. Wesentliche „Zutaten“ dazu seien beispielsweise Verfügbarkeit der Systeme und Verfügbarmachung relevanter Informationen (beispielsweise in Echtzeit und personalisiert). Wenn Daten nutzbar sind, beispielsweise auch über mobile Endgeräte falls erforderlich, können Prozesse effizienter gesteuert und bewertet werden. Das entlastet Mitarbeiter von Routinetätigkeiten und steuert den Produktions-, Material- und Informationsfluss ideal.

Lange Stillstandzeiten

Stichwort geplante Wartungen. Durch regelmäßige vorbeugende Wartungen nach Wartungsplänen, stehen Maschinen seltener still. Geplante Wartungen können terminlich außerhalb der Produktionszeit, beziehungsweise der Regelarbeitszeit stattfinden. Wer seinen Maschinenpark planmäßig wartet, spart zusätzlich Personal, das im Fall eines „Troubleshootings“ teuer werden kann. „Außerdem“, so ergänzt Geschäftsführer des gleichnamigen Industrieservice-Betriebs Friedrich Riempp, „kann die Lebenszeit der eingesetzten Technik verlängert werden“. Das spart den zusätzlichen Einsatz von Rohstoffen und verhindert vorzeitige Investitionen in neue Bearbeitungszentren, Pressen oder Förderbänder.

Hohe Energiekosten

„Durch die zur Zeit recht niedrigen Einkaufspreise für Energie, werden Strom und Wärme oftmals nicht mit hoher Priorität behandelt“, beobachtet Riempp. Obwohl die Preise mittelfristig ansteigen werden. Sparen können Produzierende vor allem bei Druckluft, Beleuchtung, Klimaanlagen sowie Motoren in Maschinen und Heizungspumpen. Außerdem sollten Hersteller Lastspitzen vermeiden und dadurch die Stromkosten senken. Was viele nicht beachten: Wer die vorgeschriebenen Sparmaßnahmen umsetzt, kann einen Teil der Energiesteuer zurückerstattet bekommen. „Mein Motto ist: Die sauberste Energie ist die, die nicht gebraucht wird“, konstatiert Riempp.

Experte für alternative Energien, Björn Lamprecht, stellt ebenfalls fest, dass sich noch zu wenige Firmen mit Photovoltaik, Blockheizkraftwerken und Windstrom befassen. „Oft liegt die Lösung in einem Gesamt-Energiekonzept“, sagt der Geschäftsführer von Goldbeck Solar. Eine PV-Anlage könne sich bereits nach sieben Jahren amortisieren und bis zu zwölf Prozent Rendite abwerfen. Voraussetzung dafür ist, dass das Unternehmen einen großen Anteil des erzeugten Sonnenstroms selbst verbrauchen kann.

Personal

„Unqualifiziertes Personal führt zu schlechter Stimmung und damit zu schlechter Qualität“, bringt es Unternehmensberater Manuel Marburger auf den Punkt. Der Geschäftsführer von muve sieht in vielen produzierenden Unternehmen das gleiche Problem: mangelnde Kommunikation. Oft seien es die kleinen Dinge, die Mitarbeiter unzufrieden machen und dafür sorgen, dass sie unmotiviert und damit schlecht arbeiten. „Einmal kam ich zu einem Unternehmen, das Baugruppen fertigt. Dort hatte man mit hohen Ausschusszahlen zu kämpfen. Nach 15-minütigem Schweigen kam heraus, dass die Männer unzufrieden sind, weil es keinen anständigen Kaffee gibt“, berichtet Marburger. Das hätte der Chef schon vor Wochen in einem Gespräch herausbekommen können und sich hohe Kosten für mangelnde Qualität erspart.

„Natürlich sind es nicht immer solche Details, die einem Produzierenden die Kosten in die Höhe treiben“, weiß der Berater. Ungenügende Qualifikation, hohe Personalfluktuation und nicht zuletzt der Fachkräftemangel treiben insbesondere Mittelständler um, die keine Spitzengehälter zahlen können. „Hier gilt es, Menschen kontinuierlich weiterzuentwickeln, sie wertschätzend zu behandeln und immer wieder zuzuhören, wo die Probleme der Einzelnen sind.“

Lagerhaltung und Logistik

Glaubt man Studien, so ist das Picking für mehr als die Hälfte der Lagerkosten verantwortlich. Im Klartext: Mitarbeiter suchen zu lange, um die benötigten Teile zu finden und treiben mit ihrer Arbeitszeit die Kosten in die Höhe. Die internen Transportwege fallen dabei besonders ins Gewicht.

Produzierende sollten bei der Lagereinteilung darauf achten, dass häufig abgerufene Teile näher an der Kommissionierstation gelagert werden. Was nicht so oft gebraucht wird, steht weiter hinten im Lager. Auch ist es wichtig, das richtige Lagersystem für die jeweiligen Komponenten zu nutzen. Für Palettenware eignen sich Hochregale, für Kleinteile oder Bulkware gibt es Horizontalkarusselle oder vertikale Lagerlifte.

Automatisierte Lager punkten durch geringeren Platzbedarf und eine sehr hohe Pickgenauigkeit von über 99 Prozent. Voraussetzung für ein automatisches oder halbautomatisches Picking-Prinzip ist die passende Softwarelösung. Unternehmer sollten unbedingt prüfen, ob für ihre Lagerhaltung eine (Teil-) Automatisierung sinnvoll ist.