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Wie Corona den Maschinenbau belastet

Die Industrie leidet sehr unter dem globalen Nachfragerückgang in Folge der Präventivmaßnahmen gegen das Corona-Virus. Besonders für die Maschinenbauer weckt die Coronakrise Erinnerungen an die Wirtschaftskrise 2009, als die Branche einen Produktionsrückgang von 26 % verzeichnen musste. Auch für das Jahr 2020 ist ein Produktionsrückgang von bis zu 25 % möglich, da auf den aktuellen Nachfrageeinbruch auch noch eine Angebotskrise hinzukommt. Denn selbst wenn die Maschinenbauer genügend Abnehmer für ihre Erzeugnisse finden, führt Corona zu globalen Störungen in den Lieferketten.

Eine Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat ergeben, dass 84 % seiner Mitglieder umfangreiche Auftragseinbußen befürchten. Laut VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers sind diesmal fast alle 30 Fachzweige des Maschinenbaus betroffen.

Der zyklische Werkzeugmaschinenbau ist dabei besonders gefährdet. Ihn treffen zusätzlich neben der Neuausrichtung der Autoindustrie, seine hohe Verwundbarkeit bei abnehmender Weltkonjunktur. Auch die Hersteller von Präzisionswerkzeugen für die Blechverarbeitung der Autoindustrie sind überdurchschnittlich betroffen. Nur wenige Maschinenbau-Fachzweige kommen komplett schadlos durch die momentane Krise. Zu den noch gut aufgestellten Unternehmen zählen viele Hersteller von Antriebstechnik, die von volumenträchtigen Aufträgen aus den vergangenen Monaten profitieren.

Stillstand in Norditalien führt zu Lieferengpässen

Die meisten Betriebe verzeichnen Störungen in den Lieferketten, da geplante Lieferungen aktuell von Kunden nicht angenommen werden oder weil dringend benötigte Produktionsteile nicht geliefert werden, was zu wieder zu Engpässen in der eigenen Herstellung führt.

75 % der durch Lieferstörungen betroffene VDMA-Mitglieder urteilen, dies liege insbesondere an Produktionsausfällen wichtiger Zuliefererbetriebe aus Nord-Italien, gefolgt von Deutschland (55 %), China (51 %), Frankreich (36 %) und den Vereinigten Staaten (25 %).

Maßnahmen: Was tun die Unternehmen?

Auch wenn die globalen Lieferketten momentan stark beeinträchtigt und Deutschland als Exportnation davon besonders stark betroffen ist, müssen Unternehmensgeschäfte der Maschinenbauer weitergehen. Auch in Anbetracht von stornierten Aufträgen, Problemen bei der Materialbeschaffung und Kurzarbeit. So wuchs bereits im März die Anzahl der Maschinenbaumitarbeiter in Kurzarbeit (von 28.000 auf 40.000). Reduzierung von laufenden Kosten, soweit möglich, war die Divise als keine Produktion möglich war. Jetzt, zu fortgeschrittenem Zeitpunkt, sollten die Maschinenbauer besonderen Fokus auf die Liquiditätssicherung und die Zahlungsfähigkeit legen – auch abseits der medial vielbeachteten Rettungspakete und Förderkredite von Förderbanken wie der KfW.

Liquidität sichern: Finanzsituation auf feste Beine stellen

Mittelständische Unternehmen unterschätzen oftmals die Chancen einer professionellen Liquiditätsanalyse. Aus Angst vor finanziellen Verpflichtungen wird die Aufnahme von Fremdkapital vermieden. Und das kann durchaus zu Lasten der Zukunft des Unternehmens gehen. Eine Finanzierung ermöglicht finanziellen Spielraum, um trotz aktueller Auftragseinbußen auf die Krise angemessen zu reagieren. Durch Investitionen sorgen Unternehmer dafür, dass ihre Herstellungsprozesse weiterlaufen und wichtige Arbeitsplätze erhalten bleiben.

In der Praxis erleben wir aber gerade jetzt immer wieder, dass die Finanzanbieter, die es dafür zwingend braucht, an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Das trifft nicht auf alle zu, allerdings müssen auch diese Dienstleister mit den Schutzmaßnahmen umgehen und ihre Mitarbeiter schützen. Digitale Finanz-Plattformen wie beispielsweise COMPEON helfen Unternehmen wie Maschinenbauern, trotzdem Zugang zu Bankpartnern zu erhalten und an liquide Mittel zu gelangen, indem digitale Prozesse genutzt werden – sowohl in Zusammenarbeit mit den Hausbanken als auch über alternative Finanzgeber.

Als digitaler Partner der KfW kann COMPEON beispielsweise für Maschinenbauer aller Größen und Umsatzklassen mit einem KfW-Fördercheck herausfinden, welche Förderung mit den besten Konditionen passt. Oder auch, ob eine andere Finanzierungsform besser geeignet ist. Unabhängige Beratung ist hier wichtig. Diese Finanzierungsarten abseits der Hilfskredite können sein:

• Leasing und Mietkauf zur schnellen Finanzierung eigener Produktionsgüter

• Factoring, um Zahlungsziele bieten zu könne, aber nicht auf die frühe Zahlung zu verzichten

• Eine Sockelfinanzierung zur Entlastung von teuren kurzfristigen Krediten wie dem Kontokorrentkredit

Finanzierungsoptionen im Maschinenbau

Viele Unternehmer sind verunsichert, inwiefern die Planbarkeit mit niedrigen Zinsen bei Finanzierungsfragen noch anhält – und wann man sich auf schlechtere Konditionen einstellen muss. Aus diesem Grund ist es wichtig, neben traditionellen Krediten für die Finanzierung auch andere Wege und Finanzierungsinstrumente im Blick zu behalten.

Den deutschen Maschinenbauern geht es gut. Der VDMA gibt für das Jahr 2018 nicht nur ein Auftragswachstum von 7 Prozent im Vergleich zu 2017 bekannt, sondern prognostiziert für das laufende Jahr ein Produktionswachstum von 2 Prozent – trotz wachsender Unsicherheiten auf dem internationalen Markt, hervorgerufen durch die kaum noch berechenbare weltweite Handelspolitik und den Brexit. Gerade in der Forschung und Entwicklung in den Bereichen Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen ist der deutsche Maschinenbau jetzt gefragt, um die gute Position zu verteidigen.

Investitionen in die Zukunft und den eigenen Betrieb sind dabei unerlässlich. Die Finanzierung stellt dabei aber auch wirtschaftlich gut dastehende Maschinenbauunternehmen vor Herausforderungen. In guten Zeiten benötigen sie keine Finanzierung, in schlechten Zeiten bekommen sie dann häufig keine. Die Fachberatung in Finanzfragen suchen viele Mittelständler dann bei ihrem Stamm-Finanzdienstleister – eine Beziehung, die in der Regel schon lange besteht und die dem Unternehmer vertraut ist, aber immer häufiger auf den Prüfstein gestellt wird. Gerade wenn es kritisch wird.

Digitale Finanzportale erleichtern Vergleich und erweitern die Vielfalt

Neben der Beratung durch den bekannten Firmenkundenberater sind oft Steuer- und Unternehmensberater erste Anlaufstellen vieler Maschinenbauer, wenn es um fachliche Einschätzungen in Finanzierungsfragen geht. Doch genauso wie in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat in den letzten Jahren auch in der Welt der Unternehmensfinanzierung die Digitalisierung neue Angebote und Möglichkeiten hervorgebracht.

„Digitale Finanzportale spiegeln den gesamten Finanzierungsmarkt wieder,“ erklärt Frank Wüller, Experte für Finanzierungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen und Geschäftsführer von COMPEON. „Dadurch können Unternehmen mit nur einer einzigen Anfrage nicht nur mehrere Angebote für Finanzierungen wie Unternehmenskredite einholen und vergleichen, sondern haben auch Zugriff auf alle anderen am Markt vorhanden Finanzierungsinstrumente.“ Auf diese Weise können ebenfalls Produkte, die von traditionellen Banken nicht angeboten werden, berücksichtigt werden. Dazu zählt beispielsweise das Leasing von Maschinen, Fahrzeugen aller Art oder auch Spezialwerkzeugen, aber auch die Akquise und die Anfrage bei Anbietern für Factoring oder Finetrading sind über diese Online-Plattformen problemlos und ohne zusätzlichen Aufwand möglich.

Factoring, Forfaiting und Einkaufsfinanzierungen nutzen

Diese alternativen Finanzierungslösungen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Gerade Factoring, also der Verkauf von Forderungen, ist bei Unternehmen, deren Kunden vorwiegend aus dem B2B-Bereich stammen, eine Option, die eigene Position zu stärken. Dachte man bis vor einigen Jahren an Factoring vorwiegend mit dem eher unschön wirkenden Wort „Inkasso“ im Hintergrund, steht heute ein Finanzierungseffekt im Fokus: Gerade hohe Rechnungen, bei denen dem Kunden eine Frist von mehreren Monaten bis zur Zahlung gewährt wird, können die finanzielle Situation eines Unternehmens unnötig belasten. Mit Factoring wird diese Forderung an den Factoring-Geber abgetreten und die Rechnung sofort beglichen. Die Mittel stehen dem Produzenten sofort wieder zur Verfügung und können genutzt werden.

Aber auch Einkaufsfinanzierungen sind für viele Produzenten eine Option, den Wareneinkauf vorzufinanzieren und so die Lücke zwischen Einkauf und Zahlungseingang nach dem Verkauf abzufedern – ohne auf Lieferantenkredite oder ähnliches zurückgreifen zu müssen und sich so in ein Abhängigkeitsverhältnis zu begeben.

Für alternative Finanzierungsdienstleistungen wie Factoring oder Wareneinkaufsfinanzierungen existiert ein großer Markt, die Anbietervielfalt ist enorm – und genauso groß sind der Grad der Spezialisierungen innerhalb des Marktes und die Konditionen der Anbieter. Auch hier lohnt der Weg ins Internet, um so einen Überblick zu behalten. Neben der eigenständigen Recherche empfiehlt sich der Blick auf Finanzplattformen wie COMPEON, wie der Finanzexperte Frank Wüller schildert: „Diese Plattformen bieten Unternehmen den Service unabhängiger Beratung zur Finanzierung mit unterschiedlichen Lösungen. Und durch tiefe Netzwerke, in denen nahezu alle Anbieter auf dem Markt versammelt sind, entsteht ein Vergleichseffekt.“

So spart man als Unternehmer nicht nur Zeit, sondern erhält durch anbieterunabhängige Fachberatung auch bestmögliche Konditionen.

Quo vadis: Welche Finanzierungsform ist im Maschinenbau die beste Lösung?

Welches Finanzierungsinstrument ist jetzt die beste Lösung für Unternehmen aus dem Maschinenbau? Für Produzenten oder verarbeitende Betriebe? Für Händler oder für Käufer? Die Antwort ist leider nicht einfach, sondern wie so oft, kommt es auf die individuellen Voraussetzungen und das Vorhaben an. Der Firmen- oder Betriebsmittelkredit ist allerdings nicht mehr die Allzweckwaffe. Auch abseits der traditionellen Bank haben sich Finanzierungslösungen entwickelt, die nicht nur absolut seriöse, sondern sogar hervorragende Alternativen darstellen – je nach Zweck und Situation.

Finanzplattformen bieten dazu einen schnellen Zugang, unabhängige Beratung und mit einem tiefen Netzwerk Beziehungen, die kaum ein einzelner Bankberater haben kann. Die Digitalisierung hat das Firmenkundengeschäft der Finanzdienstleister voll erfasst. Unternehmen tun gut daran, dies auch zu nutzen und so womöglich sogar einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.