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Industrie 4.0 in der Blechindustrie

Das Projekt „Industrie 4.0“ stellt neben führenden Großunternehmen auch Betriebe aus dem Mittelstand vor eine große Herausforderung, die es zukünftig zu meistern gilt. Wie aktuelle Fachmessen aufzeigen, ist die Digitalisierung von Geschäfts- und Produktionsprozessen dabei insbesondere für Unternehmen in der Blechverarbeitung inzwischen ein wichtiges Thema. Doch welche Auswirkungen hat die Entwicklung eigentlich im Detail für die Blechindustrie?

Industrie 4.0 und Smart Factory: Wenn der Computer zum Arbeitskollegen wird

Der Begriff Industrie 4.0 ist schon seit einigen Jahren eine geläufige Wortschöpfung, welche die allgemeine Umwälzung der Wirtschaftslandschaft durch die stetig zunehmende Digitalisierung bezeichnet. Prinzipiell kann diese Entwicklung als die vierte industrielle Revolution bezeichnet werden, deren Zielsetzung die weitergehende Automatisierung von Fertigungsprozessen mit Hilfe neuester Digitaltechnik ist. So sollen in dem Betrieb der Zukunft sowohl Maschinen, Geräte und Sensoren als auch Menschen durch das Internet der Dinge miteinander verknüpft sein, was eine verbesserte Kommunikation sowie einen optimierten Betriebsablauf ermöglicht.

Weiterhin soll die Informationstransparenz durch Sensordaten gesteigert werden, sodass die Informationssysteme digitaler Fabrikmodelle erweitert werden können. Auf diese Weise entsteht Schritt für Schritt eine intelligente Fabrik – auch Smart Factory genannt – die mit cyberphysische Systemen autonome Entscheidungen treffen und ausgewählte Aufgaben selbstständig durchführen kann.

Welche Vor- und Nachteile bietet der industrielle Umbruch Unternehmen aus der Blech-Industrie?

Der größte Vorteil für Hersteller in der Blechverarbeitung liegt in Bezug auf die Industrie 4.0 wohl in dem gigantischen Potenzial hinsichtlich der Optimierung von Produktionsprozessen begründet. So liefert die Smart Factory dem Unternehmer eine riesige Menge an wichtigen Daten, mit deren Hilfe sich Fehler sehr früh oder sogar im Vorhinein zuverlässige ausmachen lassen. Wie sehr sich die Digitaltechnik auf die Betriebskosten auswirken kann, zeigt unter anderem die Tatsache, dass zum Beispiel Daimler die Produktivität bei der Zylinderkopffertigung durch Softwarelösungen um ganze 25 Prozent steigern konnte.

Mit Hilfe von IT-Lösungen kann beispielsweise die Genauigkeit von Arbeiten wie Bohren oder Fräsen signifikant erhöht werden, sodass im Endeffekt deutlich weniger Ausschuss anfällt. Ein Nachteil der Industrie 4.0 sind hingegen die verhältnismäßig hohen Investitionskosten, welche durch die Installation entsprechender IT-Systeme generiert werden. Weiterhin ist auch der Datenschutz aufgrund häufig fehlender Standards und Normen aktuell noch eine ernstzunehmende Problematik in Bezug auf die digitale Revolution und die mögliche Industriespionage.

Wann sollten sich Unternehmer aus der Blech-Industrie mit dem Thema der Industrie 4.0 beschäftigen?

Zwar handelt es sich bei dem Begriff Industrie 4.0 um eine deutsche Wortschöpfung, die es in anderen Sprachen so nicht gibt, allerdings existieren in vielen Ländern ähnliche Initiativen, welche die Digitalisierung von Geschäftsprozessen vorantreiben wollen. Im Zuge der zunehmenden Globalisierung bedeutet dies für Unternehmen aus Deutschland, dass der internationale Druck deutlich ansteigt und die zügige Integration von Digitaltechnik ein wichtiger Faktor für den zukünftigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sein kann.

Aus diesem Grund sollten sich speziell Unternehmer aus der Blechindustrie am besten so schnell es geht mit den Möglichkeiten der neuen Technik auseinandersetzen. Eine gute Anlaufstelle sind in diesem Zusammenhang große Messen, auf denen Experten der ITK-Branche ihre virtuellen Lösungen präsentieren. So werden auf Veranstaltungen mit internationalem Charakter nicht selten 500 Anwendungsbeispiele und mehr für die Industrie 4.0 anschaulich vorgestellt. Hier lassen sich weiterhin auch passende Experten finden, die individuell auf die Situation im eigenen Betrieb eingehen können. Mit Hilfe von internationalen Firmendatenbanken wie Industry Stock lassen sich zudem ganz einfach online passende Partner und Zulieferer rundum das Thema Blechverarbeitung auf alle Welt finden.

Das Fazit

Die Entwicklung auf dem Markt macht sehr deutlich, dass sich die Digitalisierung und das Internet der Dinge langsam aber stetig in die Blechindustrie auf dem Vormarsch befindet. Betroffene Unternehmer sollten daher nicht zögern, wenn es um das Thema Industrie 4.0 geht, da diese Entwicklung einen großen Einfluss auf die eigene Zukunftsperspektive haben kann.