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Infineon will International Rectifier für 3 Milliarden US-$ kaufen

Infineon und die International Rectifier Corporation haben heute einen Vertrag über den Kauf von International Rectifier unterzeichnet. Infineon beabsichtigt, International Rectifier für 40 US-Dollar in bar pro Aktie zu erwerben, was einem Wert von ca. 3 Milliarden US-Dollar entspricht. Durch die Akquisition schließen sich zwei Halbleiter-Unternehmen mit führenden Positionen im Bereich Power Management zusammen. 

Infineon-Chef Dr. Reinhard Ploss  sagte: „Die Akquisition von International Rectifier ist eine einmalige Gelegenheit. International Rectifier wird mit seinem Verständnis von Kundenbedürfnissen und Anwendungen zur strategischen Entwicklung vom Produktdenken zum Systemverständnis bei Infineon beitragen. Die Kombination sich hervorragend ergänzender Produkte, technologischer und innovativer Exzellenz sowie der Vertriebsstärke wird großes Potenzial erschließen.“

 Das Board of Directors von International Rectifier und der Aufsichtsrat von Infineon haben der Transaktion zugestimmt. Die Akquisition bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden und der Aktionäre von International Rectifier.

Der Abschluss der Übernahme  wird gegen Ende des Kalenderjahrs 2014 oder zu Beginn des Kalenderjahrs 2015 erwartet, abhängig von der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.

Die Produktportfolios der beiden Unternehmen ergänzen sich nach Meinung von Infineon ideal. International Rectifiers Stärke bei energieeffizienten IGBTs und IPMs (Intelligent Power Modules) sowie bei Power-MOSFETs und Digitalen Power-Management-ICs könne  sehr gut mit Infineons Angebot bei Diskreten IGBTs und Modulen integriert werden.

Infineon erwirbt mit International Rectifier außerdem einen Technologieführer im Bereich Galliumnitrid (GaN)-basierter Leistungshalbleiter. Dadurch kann Infineon seine GaN-Roadmap bei GaN-Diskreten und GaN-Systemlösungen beschleunigen und festigen und so seine Position bei dieser strategisch wichtigen Technologie-Plattform mit deutlichem Wachstumspotenzial weiter ausbauen.  

International Rectifier  war 1947 von Eric Lidow gegründet worden. Der aus dem Baltikum stammende Jude hatte 1937 an der Universität Berlin im Fach Fotovoltaik sein Diplom gemacht, war aber dann Angesichts des Nationalsozialismus in Deutschland in die USA emigriert. Seine hochspannende Lebensgeschichte lesen Sie hier

Abhörskandal führte zu mehr Transparenz bei IT-Firmen 

Rund ein Jahr nach den ersten Veröffentlichungen des Whistleblowers Edward Snowden berichteten große Technologie- und Telekom-Firmen in den USA ihren Kunden gegenüber sehr viel detaillierter darüber, welche Daten von der Regierung eingefordert und gesammelt werden, ergab eine Studie der EFF.

Danach haben viele IT-Unternehmen im vergangenen Jahr in die Praxis der Datenabfrage von Seiten der US-Regierung mehr Licht gebracht. Apple, Facebook, Google, Twitter, Yahoo und Microsoft sowie Dropbox schneiden dabei besonders gut ab. Sie erhielten von der EFF in allen Kategorien eine Auszeichnung. So verlangten diese Firmen inzwischen allesamt eine richterliche Anordnung für die Herausgabe von Daten. Außerdem berichteten die Unternehmen ihren Kunden von Behördenanfragen, veröffentlichen Transparenzberichte und setzen sich für die Datenschutzrechte ihrer Nutzer vor Gericht und im US-Kongress ein.

Elektronik-Maschinenbau 2014 auf Wachstumskurs

Der Umsatzzuwachs für das laufende Jahr wird der Umfrage zufolge auf 3,2 Prozent geschätzt, wobei Sondereffekte bei Photovoltaik-Produktionsmitteln das Ergebnis im Vergleich zur Oktober-Umfrage geschwächt haben. Ohne diese lägen die Umsatzerwartungen sogar über neun Prozent Zuwachs. Eine erste Einschätzung der Umfrage-Teilnehmer für 2015 liegt ähnlich positiv bei zehn Prozent Plus.

In den klassischen Segmenten des Elektronik-Maschinenbaus, wie z.B. bei Automobil-, Industrie- und Leistungselektronik stehen die Zeichen demnach voll auf Wachstum. Aber auch bei der Photovoltaik wird es im Jahresverlauf aufwärts gehen.

„Die neue Welle der Fertigungs-Automatisierung, die als ‚Industrie 4.0‘ bekannt geworden ist, ist ein Wachstumstreiber für den Elektronik-Maschinenbau und das gleich in mehrfacher Hinsicht“, freut sich Rainer Kurtz, CEO der kurtz-ersa-Gruppe und Vorsitzender des VDMA Fachverbandes Productronic. „Zum einen profitiert die Elektronikproduktion grundsätzlich durch eine weiterentwickelte Automatisierung. Zudem werden für Industrie 4.0 massenhaft neue Elektronik-Produkte wie beispielsweise vernetzte Mikrosensoren und Steuerungen eingesetzt. Ganz wesentlich profitieren wir im Ausland durch das Vorreiter-Image, das uns Industrie 4.0 gibt“, erklärt Kurtz. „Wir adressieren verstärkt neue Märkte, z.B. in Süd- und Mittelamerika oder der MENA-Region. Gerade dabei dürfen wir aber das mittlere Marktsegment nicht vergessen: ‚Good-enough‘-Maschinen hoher Qualität, wie sie die VDMA Impuls-Studie kürzlich vorgestellt hat, sind auch für den Elektronik-Maschinenbau wichtig“, bekräftigt Kurtz.

 

Die Auftragssituation hat sich in der aktuellen Umfrage im Vergleich zur Oktober-Umfrage deutlich gebessert. Inzwischen melden knapp 70 Prozent der Firmen eine bessere Auftragssituation im Vorjahres­vergleich. Der Auftragsbestand hat sich deutlich auf 3,9 Produktions­monate verbessert und liegt nun über dem langjährigen Durchschnitt von 3,2 Produktionsmonaten für die Elektronik-Maschinenbauer.

So sehr das Photovoltaik-Geschäft heute noch belastet: Es ist auch hier mit deutlichen Besserungen zu rechnen. Zahlen von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel zeigen einen Abbau der Überkapazitäten, ansteigende Fabrikauslastung und erste neue Aufträge. Beschäftigung auf Wachstum, Reduktion von Beschaffungskosten 70 Prozent der Unternehmen melden Überstunden, 62 Prozent planen diese. 38 Prozent der befragten Elektronik-Maschinenbauer planen Personalaufbau. Zur mittelfristigen Stützung der Erträge rücken für firmeninterne Maßnahmen der Melder nun die Reduktion von Beschaffungskosten wie Rohmaterialien und Energie stärker in den Fokus. Effizienzsteigerungen spielen traditionell eine große Rolle.