7 Tipps, wie Sie Ihr Netzwerk für das Internet der Dinge vorbereiten

1. Einrichtung eines IoT-Gateways

Mit einem IoT-Gateway können Sie verschiedene IoT-Geräte und -Sensoren verwalten, ihre Domänen in die Netzwerkdomäne einbinden, Protokolle der einzelnen „Dinge“ konvertieren und jedes einzelne IoT-Datenelement an sein passendes Ziel weiterleiten – sei es innerhalb des Netzwerks oder zur sofortigen Weiterverarbeitung an periphere Computer. IoT-Gateways verwalten und unterstützen die zunehmende Anzahl von Wireless-Protokollen, die von neuen Geräten und Anwendungen benötigt werden. Sie können ein IoT-Gateway verwenden, um das Netzwerk in Echtzeit vor Sicherheitsrisiken zu schützen, die durch IoT-Schwachstellen entstehen.

2. Bereitstellung von Netzwerkkapazität und Bandbreite

Aufgrund der steigenden Anzahl von IoT-Geräten wird auch der Netzwerkverkehr zunehmen. Dies erhöht natürlich außerdem den Bandbreitenbedarf. Sie können ein SDN-Konzept so planen, dass Netzwerkressourcen automatisch und dynamisch zugewiesen werden, einschließlich der Bandbreite zwischen den IoT-Anwendungen und gemäß den Prioritäten, die in den Richtlinien festgelegt sind. Solche Richtlinien könnten beispielsweise einen Bandbreitenkalender für IoT-Geräte umfassen, die nur in bestimmten Zeitabständen Daten senden. Dieses Beispiel zeigt, wie es SDN jeder Anwendung ermöglicht, trotz begrenzter Netzwerkressourcen optimal zu funktionieren. „A Software-Defined Networking Architecture for the Internet of Things“ präsentiert eine Herangehensweise an das IoT, die SDN nutzt. Sie sollten außerdem sicherstellen, dass Ihre WAN- und LAN-Verbindungen genügend Bandbreite bieten, um Ihre Datenübertragungsanforderungen zu erfüllen – idealerweise mit der Option, bei Bedarf kurzzeitig in einen Burst-Modus schalten zu können.

3. Vorbereitung des Netzwerks auf die Analyse großer Datenmengen

Es ist oft schneller, effizienter und kostengünstiger, IoT-Daten am Netzwerkrand zu analysieren; dort, wo IoT-Geräte die Daten produzieren und sammeln. Für viele Anwendungen, z.B. solche, die auf drohende Gerätefehlfunktionen reagieren, ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese Analyse in Sekundenschnelle durchgeführt wird; das Zurücksenden der Daten zur Verarbeitung ins Netzwerk würde dies erschweren. Um große Datenmengen aus dem IoT zu analysieren, sollten Sie Edge-Server mit der für die Datenanalyse notwendigen Rechenleistung und Kapazität bereitstellen. Stellen Sie sicher, dass sich die Server für die jeweiligen IoT-Umgebungen eignen. Einige akademische Quellen halten in diesem Rahmen Fog Computing für besser geeignet als Edge Computing.

4. Vorbereitung des Netzwerks auf die Speicherung großer Datenmengen

IoT-Datensätze gibt es in verschiedenen Größen und von unterschiedlichem Wert; einige davon sind für das Unternehmen sehr bedeutend, andere kaum. Die Relevanz der Daten kann sich allerdings mit der Zeit ändern. Diese Faktoren führen zu Unsicherheiten darüber, welche Speicherarten, -ebenen und -zeiten für das IoT geeignet sind. IoT-Daten belasten den Speicher erheblich. „Cloud Customer Architecture for IoT“ vom Cloud Council nennt skalierbaren Cloud Storage als möglichen Lösungsansatz für das IoT. Für die Datenspeicherung auf oder in IoT-Geräten sollten Sie MRAM- oder 3D XPoint-Technologie in Betracht ziehen.

5. Upgrade auf IPv6, um die Vielzahl neuer Geräte optimal zu unterstützen

Das IoT wird viele IP-Adressen für die neuen „Dinge“ benötigen. Daraus entsteht die Schwierigkeit, sie alle über IPv4 bereitzustellen. Stellen Sie Ihr Netzwerk rechtzeitig auf die Unterstützung von IPv6 um, damit Sie der wachsenden Anzahl von Geräten immer einen Schritt voraus sind. Erkundigen Sie sich dazu bei den Anbietern von IoT-Hardware, ob deren Geräte IPv6 unterstützen.

6. IoT-gerechte Absicherung des Netzwerks

Sie haben sicherlich schon von Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit IoT gehört, wie z.B. Probleme beim Patchen oder bei Standard-Zugangsdaten, die Sie nicht ohne Weiteres aktualisieren können. Der Schutz Ihres Netzwerks kann durch Risikoanalysen, Geräte- und Protokollprüfungen sowie IoT-Richtlinien und Richtliniendurchsetzung gewährleistet werden. Wählen Sie IoT-Anbieter sorgfältig aus und fragen Sie beispielsweise, wie sie jedes einzelne der Sicherheitsrisiken minimieren.

7. Die Netzwerküberwachung für das IoT einrichten

Die schiere Anzahl und Art der IoT-Geräte und die sich ständig verändernden IoT-bezogenen Netzwerkereignisse erfordern eine robuste Netzwerküberwachung. Planen Sie voraus, um eine flexible und skalierbare Netzwerküberwachung zu gewährleisten, die alle relevanten Faktoren hinsichtlich IoT einbezieht.

IoT-Plattformen: Standard- vs. Individuallösung

Möchte ein Hersteller seine Produkte vernetzen und smarte digitale Services anbieten, stößt er irgendwann unweigerlich auf die Herausforderung, eine passende IoT-Plattform für sein Vorhaben zu wählen. Keine einfache Aufgabe, mehr als 500 kommerzielle – häufig schwer vergleichbare – Angebote gibt es. Einige Unternehmen erwägen sogar die Schaffung einer eigenen “IoT-Plattform”, um ihre sensiblen Daten zu schützen und Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Nichtstun ist keine Option

Ein Großteil der deutschen Industrieunternehmen arbeitet bereits intensiv an smarten Produkten und ergänzenden digitalen Services wie zum Beispiel Condition Monitoring oder Predictive Maintenance. Die Chancen sind verlockend: zusätzliche Erlöse durch neue digitale Lösungen und innovative Geschäftsmodelle sowie attraktive Differenzierungsmöglichkeiten im härter werdenden Wettbewerb. Nichtstun ist keine Option: Zahlreiche neue Wettbewerber, oft mit rein digitalen Geschäftsmodellen, drängen in fast jede Branche, Wertschöpfungsketten erleben dramatische Umwälzungen, Branchengrenzen verwischen zunehmend und digitale Plattformen quetschen sich zwischen Anbieter und ihre Kunden.

Doch der Weg zum verheißungsvollen Geschäft rund um die Daten ist steinig. Zahlreiche Fallstricke lauern bei Konzeption und Umsetzung, Planungsfehler können enorme Zeitverzögerungen und Mehrkosten verursachen. Eine besonders weitreichende Entscheidung dabei ist die Auswahl einer IoT-Plattform – oder aber der Entschluss für die Eigenentwicklung einer solchen Plattform.

IoT-Plattformen vs. Plattform-Geschäftsmodelle

Zunächst einmal gilt es, im Wirrwarr der vielen Plattform-Buzzwords einen kühlen Kopf zu bewahren. Im Zusammenhang mit IoT/ Industrie 4.0 sind vor allem zwei Arten von Plattformen relevant:

  • IoT-Plattformen: Modular aufgebaute Softwareprodukte, welche die Entwicklung von IoT-Lösungen enorm vereinfachen, indem sie Standardfunktionen von IoT-Angeboten wie beispielsweise Geräte- und Datenverwaltung oder Authentifizierung bereits “von der Stange” bereitstellen.
  • Plattform-Geschäftsmodelle: Extrem skalierende digitale Marktplätze wie beispielsweise Uber, die zwei oder mehrere Parteien miteinander vernetzen. Ihr Erfolg hängt insbesondere von der Anzahl der Teilnehmer auf allen Seiten der Plattform (Netzwerkeffekt) sowie dem Nutzungserlebnis ab.

Auch Kombinationen sind möglich: So enthalten beispielsweise die IoT-Plattformen Axoom und Predix Marktplatzmechanismen in Form von App-Stores, in denen Softwareentwickler Anwendungen für die Nutzer dieser IoT-Plattformen bereitstellen können. Darüber hinaus wird umgangssprachlich oft auch von einer “Plattform” gesprochen, wenn ein Unternehmen seinen Kunden verschiedene IoT-Anwendungen (beispielsweise Condition Monitoring, Track & Trace oder Predictive Maintenance) in einem zentralen Online-Portal zur Verfügung stellen möchte.

Ob einfache IoT-Lösung, Plattform-Geschäftsmodell im Bereich IoT oder Online-Portal für IoT-Anwendungen – eine IoT-Plattform braucht fast jedes IoT-Vorhaben als technologische Basis.

IT-Architektur und IoT-Plattformen

Die IoT-Plattform ist gewissermaßen das “Herzstück” einer IoT-Lösung, welche die Daten der Geräte verarbeitet und den Anwendungen und Usern zur Verfügung stellt sowie deren Befehle zurück an die Geräte gibt. Aus strategischer Sicht ist eine IoT-Plattform trotz ihrer technologischen Komplexität “Commodity”, denn sie stellt im Wesentlichen Basisfunktionen zur Verfügung, die für die Differenzierung gegenüber den Kunden weniger kritisch sind.

Entscheidend aus Sicht der Nutzer bzw. Kunden einer IoT-Lösung ist vor allem deren Nutzungserlebnis, welches im Wesentlichen durch die Benutzerfreundlichkeit der Anwendungen und das darin enthaltene spezifische Prozess- bzw. Domänen-Know-how der Anbieter bestimmt wird. Im B2B-Bereich ist in vielen Fällen auch eine einfache Anbindung der Geräte, Maschinen und Anlagen im Feld an die IoT-Lösung ein wichtiger Aspekt in der Kaufentscheidung.

Moderne IoT-Plattformen bieten acht zentrale Gruppen von Funktionalitäten, welche die Entwicklung individueller IoT-Lösungen erheblich beschleunigen und vereinfachen, da sie bereits ca. 70-90 % der Lösung “von der Stange” bereitstellen:

  • Edge-Funktionalitäten – direkt auf den smarten Geräten/ Gateways ausführbare Funktionalitäten, die auch offline zur Verfügung stehen
  • Connectivity – Technologien, welche die Kommunikation der „Dinge“ bzw. Sensoren mit der Plattform unterstützen
  • Device Management – Standard-Funktionalitäten zur Verwaltung und Konfiguration der vernetzten „Dinge“
  • Data Infrastructure – Funktionalitäten und technische Möglichkeiten zur Datenspeicherung und -verwaltung
  • Basic Data Tools – Standard-Werkzeuge zur Verarbeitung und Visualisierung der gesammelten Daten
  • App Enablement – Entwickler-Unterstützung für die Programmierung individueller Anwendungen
  • Integration – Möglichkeiten zur Anbindung der IoT-Plattform an unternehmensinterne Systeme (v.a. ERP, MES, CRM und BI) sowie externe (SaaS)-Anwendungen
  • Security & Administration – Verwaltungs-Funktionalitäten und Sicherstellung von Cyber Security

Die Anbieter von IoT-Plattformen haben oft bereits Milliarden von Euro in deren Entwicklung gesteckt, insbesondere auch in die Kompatibilität mit Geräten und Systemen durch Protokolle, Schnittstellen (APIs), Software Development Kits (SDKs) und Konnektoren.

Make or buy?

Unternehmen sollten sich genau überlegen, ob es sich wirklich lohnt, eine eigene IoT-Plattform zu entwickeln. Für die allermeisten Business Cases ist es erfahrungsgemäß sinnvoller und kosteneffektiver, auf eine vorhandene IoT-Plattform-Lösung zurückzugreifen und diese den individuellen Vorstellungen anzupassen. Dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen Unternehmen eine eigene IoT-Plattform entwickeln, da sie sich davon Vorteile im Wettbewerb erhoffen. Was bei solch einer „Make“-Entscheidung zu beachten ist, beleuchtet unser nächster Fachbeitrag zum Thema.

6 Beispiele wie das IoT Unternehmen voranbringt

Mit dem Internet der Dinge verbinden viele Unternehmen große Hoffnungen. Schließlich leistet es weit mehr, als Daten zu sammeln, Maschinen und Sensoren unterschiedlicher Art miteinander zu vernetzen und auf dieser Basis wertvolle Einblicke zu liefern. Die Palette der Vorteile reicht von kleinen Prozessverbesserungen, die oft in der Summe einen beträchtlichen Betrag ausmachen, bis hin zu disruptiven, neuen Geschäftsmodellen. Mit Hilfe der Cloud ist es dabei möglich, Rechen- und Speicherkapazität flexibel vorzuhalten und eigene Applikationen schnell zu entwickeln und zu implementieren.

Den Mehrwert, den IoT-Lösungen in so einer Cloud-Architektur bieten können, zeigen diese sechs Beispiele.

1. Wertvolle Informationen gewinnen

Da immer mehr Geräte und Maschinen mit dem Netz verbunden sind, können Unternehmen schnell wertvolle Daten zu Prozessen gewinnen. Sie sammeln so beispielsweise Messdaten für die Wartung von Maschinen oder erhalten Informationen für eine effiziente Ressourcenplanung. Diese Erkenntnisse fließen in die Optimierung von Produktions- und Geschäftsprozessen ein.

Wie sich die gesammelten Daten sinnvoll analysieren lassen, zeigt Decisyon, ein italienisches Unternehmen aus Latina in der Nähe von Rom: Mit dem App Composer der Firma lassen sich maßgeschneiderte Anwendungen erstellen, um die in einem Unternehmen generierten Daten auszuwerten. Das funktioniert über ein Baukasten-System und durch einfache Drag-and-Drop-Menüs. Die Daten fließen dabei in Echtzeit bereits im Entwicklungsprozess in die Anwendung ein. So kann das Endprodukt unter realen Bedingungen ständig angepasst und weiterentwickelt werden.

2. Angebote aktuell halten

Dank dem Internet der Dinge können Geräte unkompliziert auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten werden. Durch ein einfaches Software-Update lassen sich neue Funktionen ohne großen Aufwand hinzufügen.

Das Unternehmen Sonos hat seit 2006 auf diesem Weg mehr als 60 Musik-Streaming-Dienste in sein Angebot integriert. Dadurch gelang es dem Hersteller von Audiogeräten vom großen Erfolg in diesem Segment zu profitieren.

3. Die Interaktion mit Produkten intuitiver gestalten

Seit vielen Jahren sind manuelle Schnittstellen verbreitet: Ob Tastatur und Maus oder die Fernbedienung des Fernsehers. Erst seit vergleichsweise kurzer Zeit ermöglichen Touchscreens die intuitive Bedienung von Tablets und Smartphones per Gestensteuerung. Durch Sprachsteuerung wird die Interaktion mit Apps oder Haushaltsgeräten jetzt noch einfacher.

Mit der Einführung der Spracherkennung in Smartphones und Smart-Home-Lautsprecher wurde Entwicklern ein Mittel an die Hand gegeben, sprach- und textbasierte Schnittstellen in Anwendungen zu integrieren. Ausgefeilte Chatbots kommunizieren mit den Nutzern und geben ihnen Antworten. Mensch und Maschine interagieren so immer unmittelbarer, ohne dass eine sichtbare Benutzeroberfläche zwischen ihnen steht.

4. Neue Netzwerkmöglichkeiten nutzen

Tausende oder gar Millionen von „Geräten“ zu verwalten, ist eine große Herausforderung, vor allem wenn sie sich ständig in Bewegung befinden. Genau das ist das Metier von Veniam. Das Start-Up aus Kalifornien hat sich auf die digitale Vernetzung von Fahrzeugen spezialisiert. Es sammelt Informationen aus öffentlichen oder privaten Verkehrssystemen, analysiert sie in Echtzeit und stellt sie mit einer sehr geringen Latenzzeit bereit.

Traditionelle Netzwerke haben oft Schwierigkeiten damit, Fahrzeuge, die ständig ihre Position wechseln und weit voneinander entfernt sind, miteinander zu verbinden. Aus diesem Grund hat Veniam ein Mesh-Netzwerk für Flottenbetreiber entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Netzwerktechnologie, bei der jeder Knotenpunkt Daten für andere Knotenpunkte weiterleiten kann. Veniam nutzt AWS IoT für seine proprietäre Fahrzeug-Netzwerktechnologie, die Verkehrsinfrastruktur, Personen und Fahrzeuge mit dem Internet verbindet. Die Kunden des Unternehmens haben mit dieser Lösung bislang rund 43 Millionen Kilometer zurückgelegt.

5. Die Effizienz von Maschinen steigern

General Electric (GE) nutzt die Vorteile der Cloud und des Internets der Dinge, um die Wartung seiner Produkte zu optimieren und Kosten einzusparen. Ein Beispiel: Mit GE-Turbinen entsteht rund 30 Prozent des weltweiten Stroms. Zugleich kommen Hunderte von vernetzten Sensoren zum Einsatz. Durch Datenanalysen ist es mittlerweile möglich, den Gasturbinenbestand wesentlich effizienter zu betreiben. Grundsätzlich implementiert General Electric mittlerweile IoT-Komponenten in zahlreichen Produkten seines umfangreichen Portfolios.

6. Mitarbeitern einen Überblick verschaffen

Das Internet der Dinge macht es leichter, Informationen zu konsolidieren und zentral zur Verfügung zu stellen: Ein Beispiel ist die Philips-HealthSuite-Plattform: Philips Healthcare bietet unter anderem eine App, mit der Ärzte und Pflegekräfte Patientendaten übersichtlich verwalten. Dazu werden auch medizinische Geräte wie Blutdruckmessgeräte oder Medikamenten-Dispenser mit der Cloud verbunden. Das Klinikpersonal kann sich so umfassend auf einer zentralen Plattform über den Zustand der Patienten informieren.

Müssen Unternehmen ihre Investitionsstrategie für Technologie überdenken?

Die Umsätze mit Software- und IT-Services steigen stetig an. So prognostiziert Gartner auch für das Jahr 2018 wieder ein Wachstum: Es werden IT-Ausgaben im Wert von 3,7 Billionen US-Dollar erwartet – eine Steigerung von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Denn um in dem Umfeld der digitalen Transformation erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen smarter, stärker und schneller werden als zuvor. Dies können sie durch Veränderungen auf drei Ebenen erreichen: Organisation und Talent, Business und Kunden sowie Prozesse und Technologie.

Diejenigen, die beim Wandel federführend sind, werden deutliche Vorteile gegenüber ihren Wettbewerbern haben; Ein Leistungsvorsprung, der weiter wachsen wird, da neue Technologien und digitale Kanäle weitere Erkenntnisse liefern, in die Daten von innerhalb und außerhalb des Unternehmens einfließen.

Organisation und Talent

Das Unternehmensumfeld erfordert immer mehr die intensive Kommunikation und Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, die zunehmend mobil oder verteilt sind. Daher setzen Unternehmen  vermehrt Geräte zur Nutzung durch Mitarbeiter ein. Dies zeigt auch eine Soti-Studie [1], in der 200 Mitarbeiter in deutschen Unternehmen befragt wurden. So stimmen 75 Prozent dieser Mitarbeiter zu, dass das Unternehmen, in dem sie arbeiten, in mobile Technologien investiert hat um ihre Arbeitserfahrung zu verbessern.

Mobilität und Flexibilität verändern, wie Unternehmen und Industrie die kollektiven Erkenntnisse ihrer Belegschaft nutzen. Sie nutzen mobile Technologien, um die Effizienz von Geschäftsprozessen zu steigern, Entscheidungen besser zu treffen und genaue Informationen in Echtzeit zu erhalten. Immerhin sind sich 82 Prozent der Führungskräfte einig, dass das Unternehmen, in dem sie arbeiten, in mobile Technologie investiert, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Allerdings stimmen dem nur 40 Prozent der Einsteiger zu, so dass die Anlagestrategie nicht von oben nach unten durchdringt. Wenn ein Unternehmen lediglich in Basistechnologie investiert, aber das gut, kann dies die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter ebenso steigern wie potenzielle Kunden ansprechen.

Mitarbeiter erwarten eine einfache, schnelle und effiziente Handhabung, wenn sie ein Gerät verwenden – egal ob vor Ort oder per Fernzugriff. Für die meisten Unternehmen ist die Belegschaft die größte Investition. Von der Motivation und Entwicklung von Talenten bis hin zur Förderung einer engagierten Belegschaft wirkt sich die Effektivität des Mitarbeitermanagements direkt auf Geschäftsergebnisse und Wettbewerbsfähigkeit aus.

Business und Kunden

In jeder Branche ist Technologie eine Schlüsselkomponente, um Marktanforderungen und Kundenerwartungen zu verstehen und zu erfüllen. Tatsächlich stimmen 75 Prozent der Mitarbeiter zu, dass das Unternehmen, in dem sie arbeiten, in Geräte und Apps investiert hat, um Kunden besser zu verstehen.

Es gibt eine neue Dynamik, bei der Kunden von Service-Providern erwarten, dass sie ein tiefgreifendes Verständnis ihrer Bedürfnisse und ihres zukünftigen Bedarfs haben. Dadurch erlangt die Qualität der Kundenerfahrung eine große Bedeutung: Kunden verlangen eine vernetzte und optimierte Erfahrung. Unternehmen benötigen heute mehr denn je eine digitale Intelligenz, um ihre Kunden zu verstehen und flexibel auf veränderte Anforderungen und Marktdynamiken reagieren zu können.

Technologieinvestitionen sind aufgrund ihrer zentralen Rolle in der heutigen Geschäftswelt – unabhängig von der Größe eines Unternehmens – von entscheidender Bedeutung. Untersuchungen zeigen dabei, dass kleinere Unternehmen möglicherweise unterlegen sind. Nur 71 Prozent der Angestellten in kleineren Unternehmen (50-249 Mitarbeiter) glauben, dass ihr Unternehmen in Technologie investiert, um die Kunden besser zu verstehen; bei größeren deutschen Unternehmen (500-999 Mitarbeiter) sind es 83 Prozent.

Für die Unternehmensleitung ist es wichtig zu erkennen, wie Investitionen in Mobilität dazu beitragen können, Kundenbedürfnisse vorauszusehen und eigene Geschäftsprozesse so anzupassen, dass sie für den Kunden hilfreich sind und letztlich die Effizienz des Unternehmens erhöhen.

Prozesse und Technologie

Die Rolle der IT hat sich von dem historisch bedingten Anbieter von Technologie dahingehend entwickelt, dass anspruchsvolle Prozesse entwickelt und digitale Veränderungen in Organisationen weltweit vorangetrieben werden. Vor diesem Hintergrund glauben wohl auch 68 Prozent der in Deutschland befragten Mitarbeiter, dass ihr Unternehmen in mobile Geräte investiert, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Der Markt hat sich gewandelt; Unternehmen nutzen Mobilität nun als Game-Changer. Mit ihr senken sie die Gesamtkosten für IT-Investitionen, indem sie die Kosten für Geräte senken, den Geschäftsbetrieb effizienter gestalten und die Produktivität der Mitarbeiter steigern –Schlüsselfaktoren für wachsende Umsätze und steigende Rentabilität. Eine mobile Strategie hat also viele klassische Vorteile, dazu kommen noch gesteigerte Reaktionsfähigkeit des Unternehmens und auch ein höheres Engagement der Mitarbeiter, die mobile Technologie gern annehmen.

Heute durchdringt die digitale Transformation jeden Aspekt einer Organisation. Als Ergebnis davon sind die Anforderungen an die Technologie in den verschiedenen Abteilungen enorm gestiegen. Es ist jetzt wichtig für Führungskräfte, diese effektiv zu managen.

Das macht eine umfassende Strategie notwendig, um die Belegschaft zu stärken. Sie müssen mit den entsprechenden Geräten ausgestattet werden, um aus der Ferne arbeiten zu können. Gleichzeitig kann dies die Art und Weise, wie bestimmte Abteilungen kommunizieren und operieren, völlig verändern. Denn dies ermöglicht es Unternehmen, ihr Geschäft umzugestalten. Damit eröffnen sich endlose Möglichkeiten und das wesentliche Geschäftswachstum kann erreicht werden.

Angesichts der Tatsache, dass Unternehmen den Weg für mehr mobiles Arbeiten freimachen und den Prozess so effektiv wie möglich gestalten müssen, ist klar, dass Unternehmen, die sich dagegen entscheiden, Mobilität als  Teil ihrer Strategie zu akzeptieren, hinterherhinken werden.

[1] Die von Arlington Research durchgeführte Studie „Den Mobilitäts-Tsunami beherrschen oder mit der nächsten Technologiewelle kämpfen“‘ basiert auf Interviews mit 1.300 Personen in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern. Alle befragten Personen nutzen ein Smart Device zu Arbeitszwecken und haben dieses im Monat vor der Befragung wenigstens ein Mal bei der Arbeit außerhalb ihrer Firma verwendet. In dieser Form repräsentiert die Stichprobe Ansichten mobiler Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Befragt wurden jeweils 200 Unternehmensangehörige in Australien, Brasilien, Kanada, Deutschland, Großbritannien und den USA sowie 100 Beschäftigte in Schweden.

Wie integriert man eine effektive Cybersecurity in die IoT-Welt?

Beim Thema Cybersecurity schieden sich früher die Geister: Die einen wünschten sich ein geschlossenes System, das nicht durchdrungen werden kann, während die anderen konvergierende Technologien sowie einen ökosystemorientierten Ansatz bevorzugten. Vor allem Vertreter aus dem physischen Sicherheitsbereich haben eher zu einem geschlossenen System tendiert.

Doch da immer mehr Industrieunternehmen von analog auf IP-basierte Technologien umstellen, ist es für alle unabdingbar geworden, dass die Systeme und Geräte nicht nur auf operativer Ebene aufeinander abgestimmt sind, sondern auch hinsichtlich der Cybersecurity.

Komplexes IT-Ökosystem

So setzt sich das heutige IT-Ökosystem aus Produkten und Services unterschiedlicher Anbieter zusammen, die im Idealfall gemeinsam eine Komplettlösung entwerfen. Hinzu kommen mobile Geräte wie Smartphones, Laptops und Tablets, auf denen Software läuft, die Zugriff auf das IT-System benötigt – dies birgt potenzielle Cyber-Risiken. Beispielsweise könnte über eines der Geräte versehentlich ein Trojaner in das System eingeführt werden, oder eine ungesicherte Verbindung zum Cloud-Speicher wird von einem entschlossenen Hacker ausgenutzt.

Selbst wenn die physische Sicherheit in einem von der IT-Infrastruktur des Unternehmens getrennten Netzwerk betrieben wird (heute eine unpraktische und teure Lösung), sind Menschen nicht frei von Fehlern, zum Beispiel durch eine versehentliche Verbindung zu einem Breitband-Router, einer unabsichtlichen Querverbindung in einem Verteilerschrank oder einen unbeabsichtigten Flüchtigkeitsfehler. Für alle Beteiligten ist die Erkenntnis wichtig, dass es keine Garantie für Cybersecurity gibt.

Wie ist es angesichts all dieser Herausforderungen also möglich, eine effektive Strategie für die Cybersecurity zu entwickeln?

Absichern eines vernetzten Systems

In einem konvergierten Ökosystem wie einem IP-basierten, physischen Sicherheitsszenario werden die Cyber-Bedrohungen und -Schwachstellen weitaus komplexer. Die Anzahl der eingebundenen Anbieter mit ihren Komponenten steigt ebenso wie die Anzahl der Benutzer, die auf das System zugreifen. Um Risiken in einem solchen offenen Ökosystem zu minimieren, sollten alle Anbieter nach dem gleichen Cybersecurity-Playbook arbeiten.

Grundlage zum Entschärfen von Cyber-Risiken finden

IT-, physische Sicherheits- und Technologiehersteller sollten als zusammenhängende Einheit agieren und einen Konsens über aktuelle Standards und Technologien finden, um sich vor Cyberbedrohungen zu schützen.

In den meisten Fällen werden die Videoüberwachungskameras und das Videomanagementsystem (VMS) nach zwei Hauptkriterien ausgewählt: nach ihrem spezifischen Verwendungszweck (Perimeterschutz, Überwachung in überfüllten öffentlichen Bereichen usw.) und nach den Möglichkeiten des Anbieters, diesen spezifischen Verwendungszweck zu erfüllen. Aber es gibt noch eine dritte Fragestellung, die ebenfalls berücksichtigt werden muss: Unterstützt Kamerahersteller A dieselben Sicherheitsprotokolle wie VMS-Hersteller B und fügen sich diese Protokolle nahtlos in die aktuellen Hardware-, Software- und Cyber-Schutzprotokolle ein?

Wer ist für die Konnektivität verantwortlich?

Da das Ökosystem eine IT-Infrastruktur nutzt, stellt sich eine weitere wichtige Frage: Wer ist für die Konnektivität verantwortlich? Liegt die Verantwortung der Cybersecurity-Strategien für die physische Sicherheit netzwerkgebundener Systeme und Geräte nun bei der IT? Oder verlangt die Abteilung für physische Sicherheit, dass die IT-Abteilung die Cybersecurity-Technologien implementiert? Die einfachste Antwort ist, dass das physische Sicherheitsmanagement mit Integratoren und Herstellern zusammenarbeiten muss, um Lösungen zu entwickeln, die die aktuellen IT-Methoden zur Cyber-Risikominderung unterstützen.

Cybersecurity ist eine Teamleistung

Die Ähnlichkeiten zwischen IoT und physischer Sicherheit hinsichtlich Cybersecurity-Technologien mögen selbstverständlich sein, aber es gibt einige wichtige Bedenken, die jeder Systemhersteller primär beachten sollte. Egal, wie ausgefeilt IoT-Geräte und -Systeme auch werden, sie funktionieren immer noch in einer IT-Welt. Und als solche müssen sie eine kooperative Cyber-Schutzstrategie haben. Ausgereifte IoT-Technologien wie die physische Sicherheit müssen sich weiterentwickeln, um von einigen der neuen IoT-Cyber-Schutztechniken zu profitieren.

In der Zwischenzeit müssen die Verantwortlichen das Umfeld ihrer Organisation verstehen und die Bekämpfung zunehmender Cyber-Bedrohungen als gemeinsame Anstrengung von Anbieter, Sicherheitsexperten und IT-Abteilung verstehen. Daher muss mit gemeinsamen Lösungen gearbeitet werden, um den Endnutzern den bestmöglichen Cyber-Schutz zu bieten und gleichzeitig innerhalb der Budgetvorgaben zu bleiben.

Chatbot: der Tesla des Kundenkontakts?

Betrachtet man die Menge an Publikationen und Veranstaltungen zu diesem Thema, hätte 2017 das Jahr werden sollen, in dem Chatbots ihren großen Durchbruch erleben. Auch wenn Chatbots an sich keine neue Erfindung sind – im vergangenen Jahr haben sie so etwas wie ihren großen – fast möchte man sagen: zweiten – Frühling erlebt. Aber viele Pilotprojekte sind auch gescheitert.

Chatbots sind Programme, die fähig sind, anhand von Texterkennung sinnvoll auf menschliche Äußerungen zu reagieren. Dadurch können Chatbots beispielsweise im Kundenservice echte Gespräche mit Kunden simulieren – so als wäre der Kunde im Dialog mit einem menschlichen Gesprächspartner. Chatbots sind in diesem Zusammenhang auch in der Lage, einfache Aufgaben zu erfüllen, Informationen zu liefern, Prozesse einzuleiten und auf Befehle zu reagieren. Inzwischen existieren einige Erfolgsgeschichten rund um diese virtuellen Persönlichkeiten. In der Regel sind dies jedoch keine unmittelbaren Kundenservice-Anwendungen.

Schnelle Antworten, 24/7

Aber was macht eine automatisierte Kommunikation im Kundenservice überhaupt erfolgreich? Die wesentlichen Anforderungen, die Kunden an einen guten Kundenservice stellen, lassen sich relativ leicht zusammenfassen: eine schnelle Beantwortung des Anliegens und das möglichst rund um die Uhr, Freundlichkeit sowie schließlich die Gewissheit eines vertraulichen Umgangs mit den persönlichen Daten. Wenn es darum geht, schnelle Antworten zu geben, Tag und Nacht verfügbar zu sein und nie unter schlechter Laune zu leiden, offerieren Chatbots anscheinend die ultimative Lösung für einen kundenfreundlichen Service. Kommunikation mit Chatbots ist im Grunde das, was Konsumenten wollen. Vor allem, wenn ihnen dadurch schneller geholfen wird und sich ihre Wartezeiten verkürzen. Umfragen zeigen außerdem: Wenn ein Chatbot aus Kundenperspektive die gleiche Leistung wie ein Service-Mitarbeiter erbringt, dann ziehen sogar 55 Prozent der Kunden den Bot dem Menschen vor. Trotz all dieser vielversprechenden Voraussetzungen – in der Praxis führen Kundenservice-Pilotprojekte mit Chatbots noch häufig zu Fehlschlägen. Die folgenden Regeln beschreiben die fünf zentralen Punkte, die zu bedenken sind, damit der Chatbot-Einsatz in Ihrem Kundenservice tatsächlich so erfolgreich wird wie erhofft.

1. Verwenden Sie einen geeigneten Kanal

Betrachten Sie den Chatbot als aktiven Mitarbeiter des Kundenservice. Dies bedeutet: Sie sollten den Bot – wie auch Ihre anderen Mitarbeiter – für verschiedene Kontaktkanäle einsetzen können. Es führt nicht zum Ziel, den Chatbot nur als weiteren, mehr oder minder separaten Kontaktkanal zu betrachten. Dies hätte nur zur Folge, dass das gesamte Wissen, die Intelligenz und Erfahrung auf genau diesen einen Kanal beschränkt blieben. Sicher, Chatbots haben ihren Boom insbesondere der Tatsache zu verdanken, dass Facebook seine Messenger Platform für die Entwicklung von Bots geöffnet hat. Nur bedeutet dies noch lange nicht, dass Bots ausschließlich in Chatkanälen zu Hause sind. Ein Chatbot kann ebenso in einer eigenen App aktiv sein. Grundsätzlich muss ein geeigneter Kanal den Komfort für den mobilen Nutzer erhöhen, beispielsweise durch Schaltflächen mit vordefinierten Antworten und Bildern. Es gilt darum, eine zu hohe Komplexität durch offene Fragen und Tippfehler zu vermeiden. Darüber hinaus lohnt es sich, auch sprachgesteuerte Plattformen, ähnlich wie Siri oder Alexa, in Erwägung zu ziehen.

2. Stellen Sie eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Bot und Mensch sicher

So wenig Sie einen Chatbot auf einen Kanal limitieren sollten – sollten Sie auch keinen Kanal auf die reine Betreuung durch einen Chatbot beschränken. Denn Chatbots sind noch weit davon entfernt, wirklich alle Anfragen verstehen, beantworten oder ausführen zu können. Noch sind eine nahtlose Zusammenarbeit und ein reibungsloser Übergang zwischen dem Chatbot und dem menschlichen Servicemitarbeiter unerlässlich. Stellen Sie auch sicher, dass der Kunde zu jeder Zeit eindeutig weiß, ob er es gerade mit einem Bot oder mit einem menschlichen Mitarbeiter zu tun hat. Wenn das Gespräch zu hängen droht oder der Kunde eindeutig unzufrieden ist, muss ein menschlicher Servicemitarbeiter erreichbar sein. Auch Kunden halten diese Möglichkeit, von einem Bot zu einem realen Mitarbeiter zu wechseln, für sehr wertvoll.

Umgekehrt kann ein Mitarbeiter einen Prozess aber auch von einem Chatbot bearbeiten lassen, beispielsweise um Daten anzufordern oder Änderungen vorzunehmen. Dies bietet dem Kunden eine schnelle Lösung und erlaubt es Ihren Mitarbeitern, sich Aufgaben zu widmen, die weniger standardisiert sind und die darum den Menschen mit seinen besonderen Fähigkeiten benötigen.

3. Verwenden Sie Kontext- und Kundendaten

Ein Chatbot muss mehr leisten können, als lediglich Standard-Antworten auf häufig gestellte Fragen abzuspulen. Vielmehr sollte er stets darauf abzielen, die Bedürfnisse eines Kunden zu identifizieren – anhand der Eingaben der Kunden und auf Basis der über sie verfügbaren Daten. Er sollte, genauso wie ein normaler Mitarbeiter, dem Kunden schnell, persönlich und sachdienlich helfen können, indem er Kontext, Historie und Kundendaten heranzieht. Das Ziel muss es dabei sein, unnötige Fragen zu vermeiden und auf vorherige Kommunikationen zurückzugreifen. Ein Bot sollte so etwas sein wie der Tesla des Kundenservice – das heißt, trotz innovativer Motorentechnologie praktisch ebenso leistungsfähig und komfortabel wie eine traditionell angetriebene Limousine. Der Kunde sollte zu jeder Zeit eine vergleichbar positive Servicequalität erleben wie bei der Kommunikation mit realen Mitarbeitern: Automatisierung ohne Verzicht. Denn nur so ist gewährleistet, dass der Bot tatsächlich den gewünschten Beitrag im Kundenservice leistet und der Kunde die Kommunikation nicht einfach abbricht.

4. Sorgen Sie für eine ununterbrochene Konversation

Ein erfolgreicher Bot ist auf eine langfristige Verbindung zwischen Kunde und Unternehmen ausgerichtet. Dies bedeutet, dass der Bot eine ununterbrochene und fortlaufende Konversation führen soll und daher stets weiterführende Fragen stellen muss. Dabei dürfen Follow-Up-Fragen aber nie so wirken, als beginne eine ganz neue Konversation. Für solch eine durchgängige Kommunikation braucht es einen Kanal, in dem es möglich ist, jede Kundenanfrage unter Rückgriff auf Kundendaten und -historie individuell zu bearbeiten. Denn nur Chatbots, die in einer Konversation proaktiv und individuell kommunizieren, vermitteln dem Kunden das Gefühl von Wertschätzung und optimaler Hilfestellung.

5. Experimentieren und lernen Sie

Es lohnt sich, sehr aufmerksam zu beobachten, wie Ihr Chatbot genau funktioniert und wo Verbesserungspotenziale liegen. Ermitteln Sie exakt, in welchen Situationen der Chatbot erfolgreich und in welchen er weniger erfolgreich ist. Bewerten Sie seine Leistung analog zur Leistung Ihrer anderen Angestellten. Beachten Sie dabei nicht nur Indikatoren wie Kosten pro Gespräch, Effektivität und Kundenzufriedenheit, sondern auch Aspekte wie die Erwähnungen in sozialen Medien.

Experimentieren Sie ruhig mit dem Einsatz bei verschiedenen Themen, Aufgaben und Kanälen. Die digitale Kommunikation durch einen Chatbot ermöglicht Ihnen detaillierte Analysen. Zudem lässt sich die Lernfähigkeit auch in die Bots selbst integrieren – durch Machine Learning. Aber all dies ist nur möglich, wenn Menschen weiterhin zusehen, mitdenken und den Einsatz des Bots anpassen. Machen Sie sich bewusst, dass vielleicht nicht jedes Experiment zum Erfolg führt, aber haben Sie auch keine Angst, Dinge auszuprobieren. Erst so werden Sie das volle Potenzial der Chatbot-Technologie wirklich ausschöpfen.

Und los!

Unternehmen nutzen Chatbots im Kundenservice heutzutage vor allem dann, wenn es darum geht, schnell zu agieren und zu reagieren, Tag und Nacht – sowie für Interessenten und Kunden konsistent, individuell und flexibel verfügbar zu sein. Werden Bots effektiv eingesetzt, erhält man durch sie zufriedenere Kunden und Mitarbeiter, bei niedrigeren Kosten. Allerdings sollten Sie auch die rechtlichen Voraussetzungen beim Einsatz von Chatbots beachten; hier ist insbesondere der Bereich des Datenschutzes zu nennen.
Ein letzter Rat: Streben Sie nicht sofort nach ultimativer Perfektion – konzentrieren Sie sich stattdessen lieber auf die Kreativität, das Experimentieren und die flexiblen Möglichkeiten, die Ihnen der Einsatz von Chatbots im Kundenservice eröffnet.

Eclipse: Einmal IoT Standard bitte

Standards und Open Source sind eng miteinander verknüpft. Mit Open Source sind Sie immer auf dem neuesten Stand und können jederzeit die aktuellsten und innovativsten Technologien nutzen. Die Geschwindigkeit, mit der eine Open Source-Community innovative Software entwickelt, ist einmalig und kann von keinem Einzelunternehmen übertroffen werden. Ein wichtiger Grundsatz des Open Source-Konzepts ist, dass proprietäre Elemente vollständig ausgeschlossen werden.

Stattdessen dienen Standards und Architekturen als Richtlinien, mit denen sichergestellt wird, dass Open Source-Software integrierbar, austauschbar und gemeinsam nutzbar ist. Ein entscheidender Aspekt des Open Source-Konzepts ist daher die Definition dieser Standards und Architekturen.

Standards für IoT

„Das Gute an Standards ist, dass es eine so große Auswahl gibt“ – Andrew S. Tanenbaum. Standards finden sich in sämtlichen Bereichen unseres täglichen Lebens und das ist gut so. Sie erleichtern uns nicht nur unseren Alltag, sondern tragen außerdem dazu bei, dass Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben. So muss ein Hersteller z. B. nicht länger individuelle Lösungen für einfache Probleme entwickeln, wenn er dabei kaum mit anderen Anbietern mithalten kann.

Komplettlösungen und End-to-End-Ansätze wie IoT vereinen eine Vielzahl verschiedener Elemente und Komponenten, die gegebenenfalls von unterschiedlichen Herstellern und Anbietern stammen. Und genau deshalb sind Standards – insbesondere offene Standards – so wichtig. Wenn verschiedene Systeme gemeinsam eingesetzt werden und Anbieter oder Partner in der Lage sein sollen, Lösungen aus unterschiedlichen Elementen zu erstellen, für die sie nicht über die entsprechenden Besitzrechte verfügen bzw. die sie nicht selbst entwickelt haben, dann lässt sich diese Flexibilität nur mithilfe offener Standards erzielen. Wie Andrew S. Tanenbaum bereits anmerkte, ist die Auswahl an verfügbaren Standards groß. Allein die Normungsorganisation IEEE-SA führt eine umfangreiche Liste von Standards, ebenso wie die Organisationen ETSI und IETF.

Eine Architektur für IoT

Die Konnektivität ist ein Aspekt von IoT, der bereits ziemlich genau definiert wurde. Ein bisher weniger präzise definierter Bereich ist die umfangreichere Architektur, in der die erfassten Daten der IoT-Geräte verarbeitet und für die Unternehmensmitarbeiter aufbereitet werden. Und diese Architektur ist ein entscheidendes Element. Denn letztendlich profitieren Unternehmen erst dann von ihren IoT-Investitionen, wenn sie sich die Daten der verbundenen Geräte zunutze machen und basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen entsprechende Maßnahmen ergreifen. Indem Unternehmen diese Daten in den richtigen Kontext bringen und relevante Einblicke erhalten, können sie innovative Ideen umsetzen und sich von ihren Mitbewerbern abheben.

Um die vernetzten „Dinge“ in einer End-to-End-Lösung mit Unternehmensanwendungen zu verbinden, werden drei Komponenten benötigt. IoT-Gateways werden einerseits für die Endpunkt-Konnektivität eingesetzt und führen zusätzlich Verarbeitungs- und Analyseaufgaben am Netzwerk-Edge aus. Diese Gateways übergeben Daten an Integration Hubs, die eine bidirektionale Kommunikation zur Gerätesteuerung bieten und die Integration der Daten in das dritte und letzte Element ermöglichen: die Datenverwaltungs- und Analyseplattform. Durch die zentralisierte Implementierung von IoT-Datenverarbeitung, Analysen und Machine Learning gewinnen Unternehmen umfangreiche Einblicke, anhand deren sie umgehend wichtige Maßnahmen ergreifen können.

Open Source für IoT

Nun hat die Eclipse Foundation eine Arbeitsgruppe und Community mit dem Ziel ins Leben gerufen, den Open Source-Ansatz für IoT in die Praxis umzusetzen: Mit Eclipse IoT wird die erforderliche Technologie bereitgestellt, um Geräte, Gateways und Cloudplattformen für IoT zu entwickeln. Geleitet wird diese IoT-Arbeitsgruppe und -Community, deren Mitgliederliste sich wie das „Who is Who“ der IoT-Branche liest, von Bosch, Eurotech und Red Hat (allesamt Mitglieder des Führungsgremiums). Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den gesamten Stack, die Architektur und Open Source-Projekte zu definieren, mit denen die Unternehmensanforderungen im Hinblick auf IoT erfüllt werden (von Operational Technology und Informationstechnologie bis hin zu Datenverwaltung und -analyse).

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Offene und interoperable Komponenten sind die Grundlage für zukunftssichere Lösungen.
  • Eine modulare Implementierung verhindert die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter und ermöglicht die Nutzung vorhandener Investitionen.
  • Neue Funktionen können in die vorhandene Architektur integriert werden, sobald sie verfügbar oder ausreichend getestet und weiterentwickelt wurden. Unternehmen profitieren von schier unendlichen Erweiterungsmöglichkeiten.
  • Risiken und Komplexität werden durch eine vereinfachte Entwicklung, Implementierung und Integration gesenkt, was wiederum geringere Kosten zur Folge hat.
  • End-to-End-Lösungen für Analysen und Machine Learning liefern wertvolle Informationen und Einblicke, mit denen Unternehmen innovative Ideen umsetzen und sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.
  • Eine vollständige Datenkontrolle ermöglicht es Unternehmen, Datenschutzrichtlinien und andere gesetzliche Bestimmungen einzuhalten.
  • Durch End-to-End-Sicherheit für Geräte und Daten werden geschäftliche Risiken durch Betrug und Cyberkriminalität gesenkt.

Fazit

IoT bietet insgesamt ein Marktpotenzial von 200 Milliarden US-Dollar für Datendienste und Analysen. Die potenziellen Lösungen und Anwendungsfälle sind praktisch grenzenlos und reichen von vorbeugender Instandhaltung für Maschinen und Fahrzeuge über nutzungsbasierte Versicherungen bis hin zur Zustandsüberwachung in Echtzeit mit entsprechenden Empfehlungen. Eine Open Source-basierte End-to-End-Architektur für IoT trägt erheblich dazu bei, dass diese Implementierungen in kürzester Zeit wertvolle Informationen und Einblicke liefern. 

Nur noch eine Feldbustechnik für alles

Im Schwefelsäure-Verbund eines großen Chemie-Standortes ist als Feldbus Profibus-PA im Einsatz. Der Kunde hatte hier die Anforderung, in der Feldebene, neben den busfähigen Feldgeräten, auch die Standard-Signale wie NAMUR-Signale, digitale und analoge IO-Signale in den Profibus-PA einzubinden. Die bis jetzt am Markt verfügbaren technischen Lösungen waren hier nicht sehr anwenderfreundlich.

Die Aufgabe ließ sich mit unserem neuen PA-Multiplexer sehr einfach lösen. Mein Kunde hat nun im Feld nur noch eine durchgängige Bus-Technik à Profibus-PA. Eine zusätzliche Profibus-DP-Verkabelung für Remote-IOs entfällt.

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Manfred Glebe, Prozess- und Verfahrenstechnik, Phoenix Contact

Überwachung von Bohrlöchern vereinfacht

In der türkischen Metropole Istanbul hatte ein privater Energieproduzent die Idee, aus Methan-Gas Strom zu erzeugen. Dabei wird das Methan-Gas aus einem Müllberg gewonnen. Das Gas wird in dem 90 ha großen Areal aus 520 Bohrlöchern gefördert und damit knapp 34 MW Strom erzeugt. An den Bohrlöchern werden Wasserstand und Gasdruck ständig durch einen Servicetechniker manuell überwacht. An 14 Bohrlöchern ist das nicht mehr notwendig, da das Funksystem Radioline mit 2,4 GHz die ermittelten Daten an eine bis zu 4 km entfernte Zentrale überträgt. Nun kann der Kunde jederzeit das Funksystem seinen Bedürfnissen anpassen und bei Bedarf die Daten von weiteren Bohrlöchern übertragen.

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Mehmet Akcit, Produktmarketing Wireless Communication Interfaces, Phoenix Contact

Netzwerk-Optimierung schafft die Basis für neue Möglichkeiten

Bei einem führenden europäischen Hersteller für Desinfektion, Pflege- und Hautantiseptik bot das Produktionsnetzwerk historisch bedingt eine flache Struktur und war redundant als Ringstruktur aufgebaut. Diese Struktur barg das Risiko von gegenseitiger Beeinflussung und Angriffsfläche für Viren und sonstiger Malware. Im Hinblick auf freie IP-Adressen und die Wartbarkeit des Systems stieß es an seine Grenzen. Es war also Zeit zum Handeln!

Zusammen mit unserem Kunden haben wir das Industrienetzwerk in Subnetze segmentiert und in physikalische Ringstrukturen mit managebaren Switches aufgebaut. Durch die neue Netzwerkstruktur erreichten wir schnell eine höhere Stabilität und Verfügbarkeit mit klarer Verantwortlichkeit und kurzen Reaktionszeiten. Jetzt lassen sich zukünftige Erweiterungen bzw. Umstrukturierungen oder auch eine Absicherung von Anlagen bzw. Anlagenteile durch dezentral installierte Firewalls flexibel umsetzen. Die Basis für neue Möglichkeiten ist geschaffen.

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Martin Hecker, Leitung Support & Test, Phoenix Contact