Linux-Kernel 4.9 LTS und 4.10

Ich berichte nur noch selten über neue Linux-Kernel-Versionen. Wer Enterprise-Distributionen wie RHEL nutzt verlässt sich in der Regel darauf, einem vom Hersteller optimal gepflegten Kernel zu bekommen, wobei Red Hat zugegebenermaßen innerhalb eines Releases mit Backports arbeitet. Zwei aktuelle Kernel-Meldungen scheinen mir aber doch berichtenswert.

Grafikbeschleunigung in virtuellen Maschinen

So soll das für Februar angekündigte Linux 4.10 eine neue Technik erhalten, mit der VMs künftig die Grafikbeschleunigung der im Host verbauten Grafikkarte nutzen können sollen. Die neue Technik soll ähnlich funktionieren wie VGA Passthrough, d. h. die wesentliche Kontrolle über den Grafikchip bleibt beim Host.

Die Technik ist allerdings auf Treiber-Support und damit auf die Unterstützung der Hersteller angewiesen und steckt noch in den Anfängen, d. h. sie ist nur rudimentär mit GPUs in Intels modernen Prozessoren nutzbar.  Angeblich arbeiten die Kernel-Entwickler aber mit Hochdruck an Verbesserungen. Auch für AMD- und Nvidia-Treiber soll eine ähnliche Technik in naher Zukunft zur Verfügung stehen. 

Als weitere für Linux 4.10 geplante Neuerungen werden im Kernel-Log vor allem Verbesserungen der Treiber für die GPUs von AMD, Intel, Nvidia und Raspberry Pi genannt.

Linux LTS

Ferner hat der Kernel-Maintainer Greg Kroah-Hartman auf der Kernel-Malingliste mitgeteilt, dass der im Dezember 2016 veröffentlichte Kernel das Potenzial als Kandidat für den nächsten LTS-Kernel mit verlängerten Support von zwei Jahren habe.

Offenbar rückte Hartman mit der Bekanntgabe auf mehrfache Nachfrage nur zögerlich raus, weil das Resultat dann meistens darin bestehe, dass Entwickler ihre Patches in einem nicht optimalen Zustand einreichen, um noch in die LTS-Version kommen.

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