Garage 4.0

Ausgangslage

Ein schweizer Garagenzulieferer (Zulieferer für Kfz-Werkstätten) bemerkt, dass immer mehr Endabnehmer Autoersatzteile und Zubehör im Ausland ordern. Dadurch gibt es weniger Garagenbesuche und daraus resultierend, weniger Bestellungen, die der Garagist beim Zulieferer tätigt.

Der Zulieferer kennt den Endkunden bis anhin nicht, da nur geliefert wird, was die Garagen bestellen. Er analysiert die verschiedenen Online-Shops rund um Autoersatzteile, Autozubehör und Garageneinrichtungen. Er sieht, was die Endabnehmer verlangen und wie ihnen die Produkte und Dienstleistungen angepriesen werden.  Er bemerkt in Foren, dass die Konsumenten vielmals eine fachliche Anleitung benötigen, da viele Foren sich mit diesem Thema beschäftigen. Die Kunden verlieren immer viel Zeit und meist wissen sie nicht, ob sie den Tipps trauen können.

Die Firma möchte ebenfalls die Endkunden beliefern, da Lager, Transportlogistik, Support schon vorhanden sind.

Projektziele

Es soll eine neue Businesseinheit gegründet werden, damit die bisherigen Kunden sich nicht benachteiligt fühlen.
Um sich von den Mitbewerbern abheben zu können, sollen alle nötigen Einbauanleitungen zur Ansicht elektronisch zur Verfügung stehen. Der Content soll aber auch dem Garagengeschäft zugänglich sein, da dadurch ein Mehrwert geboten werden kann. Die Lager- und Transport-Logistik Unit soll eigenständig werden, um auch für andere Unternehmen die Touren für Garagen übernehmen zu können. Dadurch wird der Zulieferer bei Kunden wahrgenommen, die er bis anhin nicht beliefern durfte. Auf den bisherigen Touren, werden gleichzeitig die Endkunden beliefert.

Projektvorgehen

Es wird ein Vorprojekt aufgesetzt. Dabei werden Personas der Kunden erstellt. Eine Persona beschreibt die Merkmale eines Mechanikers einer professionellen Werkstatt, eine andere eines semiprofessionellen „Autoschraubers“, der in seiner privaten Garage immer wieder an seinen Autos „bastelt“. Da die Garagen der Endkunden vielmals keine Hebebühne haben, müssen die Einbaupläne auch unter dem Auto angesehen werden können. Hier bieten sich VR-Brillen an, denn unter den Autos besteht meist kein Platz, um Explosionszeichnungen auf Tablets oder in Papierform ansehen zu können.  Im nächsten Schritt lädt der CIO einzelne CAD-Hersteller ein, die in der Automobil- und Ersatzteilbranche Referenzen vorweisen können. Um sicher zu gehen, dass alle Anforderungen abgedeckt sind, werden gemeinsam mit diesem Anbieter die Requirements aufgenommen.

Danach erfolgt die Evaluation einer virtuellen Brille und auch dem Redaktionssystem, welches am CAD angeschlossen werden kann. Bei der Firma, die in der Analysephase unterstützt, waren die Lizenzkosten sehr hoch. Jedoch bot die Firma eine Branchenlösung an, womit die Entwicklungskosten tiefer ausfallen und auch die Weiterentwicklungskosten mit anderen Kunden geteilt werden können. Sicherlich gibt es eine Abhängigkeit, aber es soll versucht werden, nicht am Standard vorbei zu entwickeln. Dies insbesondere, da alle unsere Anforderungen gemäss Angebot im Standard umgesetzt werden können.

Evaluation VR Brillen

Das Ersatzteilunternehmen testete einige virtuelle Brillen und merkte, dass die digitalen Daten auch mit reellen Daten als mixed Reality vermischt werden können. Informationen und Bilder werden projiziert und via Stimme und Gesten kann interagiert werden. Das Sichtfeld der Brille liegt bei rund 90 Grad. Für die Tiefenwahrnehmung und die Gestensteuerung ist eine sogenannte TOF-Kamera (Time-of-flight) eingebaut. Die Sensorkamera misst via Laufzeitverfahren den Abstand zu unterschiedlichen Gegenständen in der Umgebung. Ausserdem nutzt die Datenbrille ein Tracking-System bestehend aus Gyroskop und Beschleunigungsmesser. Zusammen mit den Daten der TOF-Kamera entsteht so eine Karte der Umgebung und der Gegenstände im Raum. Auch ein Kompass ist verbaut, sodass auf Werkzeuge verwiesen werden kann.

Erstellung von Content

Der Garagenzulieferer kann auch alle Lieferanten dazu bringen, die CAD Konstruktionsdaten zur Verfügung zu stellen. Leider sind die Autohersteller nicht bereit, ihre Baugruppenbilder zu veröffentlichen. Daher müssen mit speziellen Kameras die Fahrzeuge aufgenommen und mit den bestehenden Explosionszeichnungen verknüpft werden. Um einen räumlichen Eindruck zu erzeugen, werden zwei Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven erzeugt und dargestellt (Stereoprojektion).

In der ersten Phase werden die Anleitungen der 50 gängigsten Autotypen formatiert. Bei jedem Schritt werden auch Werkzeuge und Hilfsmittel angezeigt, die bestellbar sind. Mit der Stimmen- und Gestiksteuerung kann der Artikel jeweils in den Warenkorb gelegt werden. Zukünftig wird dann dieser 3D Content noch mit akustischen und visuellen Signalen erweitert, damit der Mechaniker anhand von Signalen über Arbeitsschritte informiert werden kann.

Ihr Feedback

Was halten Sie von diesem fiktiven Use Case? Ist ein Projekt in dieser Art realistisch oder vollkommen abwegig?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.