So kann flexible Arbeit Innovationen fördern

Der deutsche Mittelstand steht wohl vor der größten Herausforderung seiner Geschichte – dem Umstieg auf komplett durchdigitalisierte Fertigungsverfahren. Aus diesem Grund möchten viele Unternehmen auch kräftig in IoT-Technologien investieren. Genauer gesagt wollten sie 5 Prozent ihres Jahresumsatzes in die Digitalisierung stecken.

So lautet das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung PWC zum Thema Internet of Things. Und gerade weil diese Hidden Champions mächtig Handlungsdruck verspüren, neue Wege zu finden, um ihre Prozesse effizienter zu gestalten und Produkte stets am Puls der Zeit zu entwickeln, brauchen sie neue Arbeitskonzepte. Denn die müssen schließlich einer veränderten Wertschöpfung Rechnung tragen, um neue Geschäftsmodelle aufzubohren.

Ein Paradebeispiel für geschäftlichen Wandel

Wie so ein geschäftlicher Wandel mit entsprechend personeller Innovationskraft aussehen kann, zeigt beispielsweise der Künzelsauer Werkzeughersteller Würth. Mit Hilfe eines internen Start-ups baute er Ende letzten Jahres einen B2B-Marktplatz für C-Teile auf, und setzte damit gleichzeitig einen Schlussstrich unter sein bisheriges Vertriebsmodell. Denn wo noch vor einigen Monaten Außendienstler Firmen und Handwerker berieten, steht heute ein ausgefeilter Online-Betrieb, der Handwerkern über Shop und Apps den passenden Befestigungsbedarf in Echtzeit ausliefert.

Dieser verschlankte Prozess beinhaltet ebenfalls die Nachschubversorgung der C-Teile. Per intelligenter Schraubenbox mit eingebauter Kamera, ist es möglich, Restbestände zu erkennen und im Falle einer Unterschreitung der Mindestmenge automatisch einen Bestellvorgang auszulösen. Diese Entwicklungen zeigen, der einstige „Schraubengott“ Würth wird mehr und mehr zum Logistikanbieter.

Agile Entwicklungseinheiten im Unternehmen lassen

Möglich gemacht hat das vor allem die Entwicklung des Online-Vertriebs über das hauseigene Start-Up. Über diese Einbettung eines Teams für agile Produktentwicklung erzielt das Unternehmen gleich zwei wesentliche Vorteile. Einerseits können Fähigkeiten wie Web-Development, UX-Design und Projektmanagement unabhängig von den Abstimmungsschleifen mit angrenzenden Fachbereichen voll für die eigentliche Aufgabe ausgeschöpft werden.

Andererseits kann so der Change innerhalb des eigenen Unternehmens stattfinden, und wird nicht in Satelliten oder Labs ausgelagert. Denn die Mitarbeiter des Start-ups sind stets eng genug mit den sozialen Beziehungen des Unternehmens verdrahtet, gleichzeitig projektbedingt aber auch so eigenständig, um sich inhaltlich abgrenzen zu können. Diese Art der Produktentwicklung zeichnet sich bewusst durch einen starken Experimentiercharakter aus: das Team entwickelt zunächst im kleinen Rahmen durch „Trial-and-Error“ einen neuen Service, und erkennt sofort mögliche Schwachstellen. Die noch vor dem offiziellen Roll-out ausgemerzt werden können.

Externe Spezialisten schaffen Wettbewerbsvorteile

Betriebe, die ihre Innovationen nicht über hauseigene Start-ups oder Kooperationen umsetzen können, haben allerdings noch eine andere gute Möglichkeit, langwierige Produktionszyklen zu digitalisieren. Hochkarätige externe Spezialisten im Fertigungsumfeld verfügen aktuell bereits über gute Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Digital-Projekten. Sie bringen eine Art Querschnitts-Know-how mit, da sich die Projektteams immer aus diversen Fachbereichen zusammengesetzt haben, und können solch einen Team-Mix auch führen.

Agile Produktentwicklungen auf Basis eines flexiblen Fachkräftemodells hat gerade für Marktführer im Produktionsbereich mehrere Vorteile: erprobtes Digital-Know-how, Fähigkeit gemischte Teams zu führen, schnelle Verfügbarkeit und hohe Umsetzungsstärke. Nicht zuletzt schafft diese flexible Beschäftigungsbasis echte Wettbewerbsvorteile für die Industrieunternehmen – und genau darauf kommt es ja an.

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