IoT-Plattformen: Kopf und Herz der Vernetzung

Anlagen und Maschinen senden im Internet of Things (IoT) selbst eine Erinnerung an das Instandhaltungsteam für den nächsten anstehenden Wartungstermin. In der Entwicklung werten Analysten Nutzerdaten aus, um die Fertigung an neue Trends anzupassen. Immer mehr Assets und Prozesse sind miteinander vernetzt. Heute rauschen viel mehr Daten durch die Unternehmensnetze als noch vor wenigen Jahren – Tendenz stark steigend.

Immerhin 72 Prozent der europäischen Unternehmen wollen, laut einer Studie des Marktforschers PAC, in den nächsten drei Jahren in das IoT investieren. Das große Potenzial hinter dieser Entwicklung ist hinlänglich bekannt. Damit die Vernetzung und somit das Zusammenspiel aller relevanten Komponenten und Systeme gelingt, brauchen Unternehmen Schnittstellen. Doch anstatt kompliziert für alle Systeme untereinander jeweils spezifische Schnittstellen zu schaffen, sind effizientere Lösungen notwendig.

Viel sinniger ist es, zentrale Knotenpunkte als Middleware zu etablieren, die eingehende Informationen verarbeiten und weiterleiten. Diese Aufgabe übernehmen sogenannte IoT-Plattformen. In der Industrie sind beispielsweise Maschinendaten heute bereits mit zahlreichen Sensoren ausgestattet, die ihre Daten an angekoppelte IoT-Plattformen weitergeben. Dort findet ein Abgleich mit Soll- und Grenzwerten statt. Gibt es Auffälligkeiten, die auf mögliche Störungen hinweisen, erfolgt im Idealfall automatisiert eine Meldung an das Ticketsystem der Instandhaltungs-Abteilung. Diese ist dann in der Lage, die Daten nochmals auszuwerten und abzuwägen, ob Handlungsbedarf besteht.

Auf IoT-Plattformen laufen zahlreiche Prozesse verschiedenster Unternehmensbereiche zusammen und die Datenverarbeitung – immer öfter auch in Echtzeit – erfordert enorme Computing-Ressourcen für eine gute Performance. Je nach Auftragslage und Bedarf schwankt das Datenvolumen. Deshalb sind hier für Spitzenzeiten skalierbare Ressourcen notwendig. IoT-Plattformen funktionieren daher vor allem grundlegend mit der Cloud als Basis.

Abwarten ist auch keine Lösung

Mit IoT-Plattformen bleibt die Vernetzung transparent und steuerbar. Dies sind nicht nur wichtige Kriterien für Effizienz, sondern ebenso für Compliance-konforme Prozesse. Die Kernaufgaben von IoT-Plattformen sind damit grundlegend klar. Wie diese allerdings von den Anbietern umgesetzt werden, ist im Vergleich weniger konkret und fällt sehr unterschiedlich aus.

Dementsprechend fehlt ein einheitlicher Standard, an dem sich Unternehmen orientieren können. Der Research-Spezialist IDC hat in seinem Bericht „Marketscape Worldwide IoT Platforms 2017“ einige zentrale Eigenschaften für IoT-Plattformen  zusammengefasst. Dazu gehören die Verbindung zu IoT-Endpunkten sowie ihre Verwaltung, Aufnahme und Verarbeitung der IoT-Daten, ihre Visualisierung sowie Analyse, Bau von IoT-Applikationen und schließlich die Integration von IoT-Daten in bestehende Anwendungen. Noch hat sich allerdings kein Prozess oder Verfahren hersteller- oder branchenübergreifend für IoT-Plattformen durchgesetzt.

Abwarten ist allerdings auch keine Lösung. Die Digitalisierung bringt ständig neue Technologien und disruptive Konzepte hervor. Wer nicht bereits eine digitale Agenda verfolgt, droht letztendlich den Anschluss zu verlieren und unaufholbar zurückzufallen. Beim Aufbau einer IoT-Plattform ist daher ganz genau abzuwägen, welcher Provider oder Anbieter hier passende Lösungen bietet. Um die richtige Wahl zu treffen, ist ein ganzheitlicher Blick auf die IT-Landschaft im Betrieb notwendig und eine Analyse, wo es in Zukunft hingehen soll. Gibt es beispielsweise bereits Ansätze für Big Data und Business Intelligence? Welche Rolle werden Trends wie Künstliche Intelligenz in naher Zukunft für das Unternehmen spielen? Erst mit einer solchen Ist- und Soll-Analyse finden Unternehmen eine für ihre IoT-Strategie passende Plattform.

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