IoT: Was SAP von Leonardo DaVinci gelernt hat

Die erste Frage, die man sich stellt ist, woher kommt der Name SAP Leonardo? Der Name basiert tatsächlich auf Leonardo da Vinci. Als Maler, Bildhauer, Architekt, Ingenieur und Philosoph verfügte da Vinci angeblich über einen Intelligenzquotienten von über 220, was ihm diverse wegweisende Erfindungen ermöglichte. Er besaß Innovationskraft über verschiedene Disziplinen hinweg. Dieser interdisziplinäre Ansatz verbindet das vor knapp 600 Jahren verstorbene Universaltalent mit dem SAP Leonardo Innovationsportfolio. Das Ziel des neuen ganzheitlichen Ansatzes von SAP Leonardo besteht darin, Unternehmen und öffentliche Organisationen in ihrer gesamten digitalen Innovationsstrategie zu unterstützen.

Digital-Core-Strategie

Um die Einordnung besser zu verstehen, schauen wir uns zunächst die Digital-Core-Strategie von SAP genauer an. SAP konzentriert sich seit Jahren darauf, die digitale Transformation ihrer Kunden zu unterstützten. Um die Hauptaufgaben der Betreuung von Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Gütern digitalisiert wahrnehmen zu können, baut SAP auf S/4HANA, der neusten Generation ihrer ERP Anwendung und SAP Leonardo, einem Portfoliobegriff für die Bündelung von Innovationstechnologien als „Digital Innovation System“ mit dem Ziel der intelligenten Vernetzung von Menschen, Dingen und Prozessen.

 

SAP Digital Core, Quelle SAP

Abbildung 1: SAP Digital Core, Quelle: SAP

SAP Leonardo – Digital Innovation System

Ziel des Portfolios ist es, die digitale Transformation mit neuesten Technologien und Services kombiniert in einem intelligenten (Cloud- basierten) System zu unterstützen, um Innovationen und Geschäftsmodelle schneller umsetzen zu können.

Hierfür wurde das SAP Leonardo Portfolio in die Kernbereiche

  • Internet der Dinge, IoT
  • Machinelles Lernen
  • Analytik
  • Big Data und
  • Blockchain

aufgeteilt.

Wobei das SAP Leonardo IoT-Innovationsportfolio aktuell sicherlich das umfangreichste Angebot enthält und auf die angrenzenden Bereiche wie Maschinelles Lernen sowie Big-Data-Analyse unmittelbar zugreift. Schauen wir uns daher das SAP Leonardo IoT-Innovationsportfolio genauer an, welches auch die Lösungen für den Bereich Digital Manufacturing umfasst.

SAP Leonardo und das Internet der Dinge (IoT)

Um den Ansprüchen der flexiblen Anpassungsmöglichkeiten für Prozessverbesserungen und neue Geschäftsmodelle im Umfeld der IoT- und Industrie-4.0-Lösungen gerecht zu werden, hat SAP das IoT-Portfolio in applikative Bereiche aufgeteilt:

  • Connected Products
  • Connected Assets
  • Connected Fleet
  • Connected Infrastructure
  • Connected Markets
  • Connected People

Für diese Bereiche werden dedizierte Lösungen angeboten, um entsprechend Produkte, Anlagegüter oder Gebäudeinfrastruktur zu vernetzen bzw. Services anbieten zu können, vom Flottenmanagement bis vorausschauende Wartung. Wichtig ist hierbei, dass die darunterliegende Technologie oftmals die gleichen Standardlösungen der SAP sind. Also beispielsweise wird SAP Predictive Maintenance and Service sowohl für die optimierte Instandhaltung in der Produktion eingesetzt (Connected Assets) als auch zur Service-Optimierung von Fahrstühlen (Connected Infrastructure) bzw. dem Bereitstellen von Service-Mietmodellen á la „pay as you go“ statt Produkte zu verkaufen (Druckluft statt Kompressor über Connected Products).

Das gesammelte Portfolio für die digitale Transformation in der Fertigung (Digital Manufacturing) verbirgt sich in der Applikationswelt „Connected Assets“.

SAP Leonardo IoT-Innovationsportfolio

Abbildung 2: SAP Leonardo IoT-Innovationsportfolio (Quelle: SAP)

SAP Leonardo IoT und Digital Manufacturing

Das SAP Portfolio für Digital Manufacturing besteht hierbei aus ergänzenden On-Premise- und Cloud Lösungen.

Neben der klassischen On-Premise SAP Manufacturing Suite bestehend aus

  • der MES-Anwendung SAP Manufacturing Execution (ME)
  • der Datendrehscheibe SAP Manufacturing Integration & Intelligence (SAP MII)
  • und dem Konnektor SAP Plant Connectivity (SAP PCo)

treten hier die SAP Cloud-Platform-Lösungen

  • SAP Predictive Maintenance and Service (SAP PdMS)
  • SAP Asset Intelligence Network (SAP AIN) und
  • SAP Digital Manufacturing Insights (SAP DMI)

in Erscheinung. Das SAP Predictive Maintenance dient der optimierten, vorausschauenden Instandhaltung, das SAP AIN hat das Ziel, Equipment-Daten standardisiert zur Verfügung zu stellen und physisches Equipment einheitlich virtuell zu repräsentieren – Stichwort „Digitaler Zwilling“. Das Digital Manufacturing Insights wurde erst kürzlich auf dem SAP Leonardo Live Event in Deutschland das erste Mal vorgestellt und dient der Erfassung, Bereitstellung und Visualisierung von Kennzahlen für mehr Transparenz in der Produktion in Echtzeit.

SAP Cloud Platform, die Basis von allem

Die wichtigste Komponente und Basis für viele Anwendungen „powered by SAP Leonardo“ stellt die SAP Cloud Platform dar. Die SAP Cloud Platform ist ein Platform-as-a-Service (PaaS) Angebot für die Erweiterung, Integration und Erstellung von Apps, um neuen Herausforderungen am Markt gerecht zu werden. Die Plattform ermöglicht es, mit Hilfe der Internet-of-Things-Dienste durchgängige Prozesse vom Sensor bis zur Aktion digital zu gestalten. Die SAP Cloud Platform stellt zusätzlich zur SAP HANA Datenbank zentrale Dienste wie Analytik, maschinelles Lernen und Integrationsservices bereit. Zusätzlich stellt SAP Leonardo Foundation technische Dienste wie Device Management, Business Services wie Applikations-Entwicklung und Dienste für den Digitalen Zwilling sowie Dienste für das Datenmanagement bereit.

SAP Bridge und Edge Computing

Da es allerdings nicht immer sinnvoll ist, alle Operation in einer zentralen Cloud-Instanz durchzuführen und dafür alle Daten über das Internet hin und her zu senden, wird die SAP Cloud Platform um Edge Computing Funktionalitäten (SAP Leonardo Edge) ergänzt. Diese erlauben es, gewisse Operationen und Dienste näher am Ort des Geschehens durchzuführen. Die SAP Leonardo Bridge hingegen dient als zentrale Kommandobrücke der zentralen Steuerung und dem Ausführen von Aktionen – powered by SAP Leonardo.

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