Das Smart Home beginnt an der Eingangstür

Türsprechstellen, die mit dem Telefon verbunden sind, kennt man mitunter bereits von Apotheken oder Polizeistationen. Sind diese nachts unbesetzt, wird das Türgespräch zum nächstgelegenen Nachtschicht-Team weitergeleitet. Doch auch in Büros, Unternehmen und selbst Parkhäusern kommen die auch als Door Line bekannten Anlagen immer häufiger zum Einsatz. Mitunter kann so auch der Pförtner ersetzt werden. Mit der steigenden Nachfrage nach smarten Lösungen fürs eigene Haus oder die Wohnung sind derartige Türsprechanlagen sogar zunehmend im privaten Bereich vorzufinden.

Je nach Bedarf und Vorliebe lassen sich Door Line-Türsprechstellen per Kabel oder drahtlos verbinden. Bei der kabelgebundenen Version erfolgt der Anschluss an die vorhandene Türsprechanlage über 2-Draht oder per Netzwerkkabel. Bei den drahtlosen Varianten setzen die meisten Hersteller auf WLAN oder DECT-Funk. Beide Standards haben ihre Vor- und Nachteile. WLAN eignet sich dazu, selbst hochauflösende und bewegte Bilder in guter Qualität zu übertragen – also beispielsweise das Kamerabild vom Eingangsbereich. Allerdings benötigt WLAN viel Strom. Entsprechend häufig müssen bei WLAN-basierten Produkten die Batterien ausgetauscht werden. Ansonsten funktioniert irgendwann die Türklingel nicht mehr. Darüber hinaus gilt WLAN bei der Übertragung von Sprache als nicht besonders zuverlässig, was gerade bei einer Türsprechanlage zu Problemen führen kann.

Das Gegenteil ist bei DECT-Funk der Fall. DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) ist der weltweite Standard für drahtlose Telefonie und wurde eigens für die Übertragung von Sprache entwickelt. Die verlässliche und klare Übermittlung von funkbasierten Türgesprächen liegt somit in der Natur von DECT. Auch beim Energieverbrauch und der Reichweite übertrifft der DECT-Standard WLAN um Längen. Bei bewegten Bildern hat WLAN im Vergleich Vorteile, doch prinzipiell lassen sich diese auch per DECT übermitteln.

Mit kabelgebundenen Türsprechstelle kann jedoch weiterhin kein Funkstandard mithalten, was Verlässlichkeit und Qualität betrifft. Mitunter zahlt es sich also aus, bei der Installation etwas mehr Aufwand zu betreiben. Ansonsten kann es passieren, dass die Türsprechstelle nicht das leistet, was man sich erwartet.

Nicht nur in zahlreichen Haushalten, sondern auch in kleineren Betrieben und Büros ist in Deutschland häufig bereits ein Fritzbox-Router im Einsatz. Für die aktuellen Modelle hat der Hersteller AVM eine neue kostenlose Firmware entwickelt, die es noch leichter macht, Türsprechstellen ins eigene Netzwerk zu integrieren. Steht für die verwendete Box die Version FRITZ!OS 6.50 (oder höher) zur Verfügung, sollte man diese umgehend installieren – zumal es prinzipiell Sinn macht, sämtliche Geräte stets auf dem aktuellen Software-Stand zu haben. Das Update lässt sich leicht über die Benutzeroberfläche der Fritzbox durchführen. Ob die Türsprechstelle über DECT-Funk, als IP-Nebenstelle oder über den konventionellen a/b-Port verbunden wird, macht beim Anschluss über eine Fritzbox übrigens keinen Unterschied. Unterstützt werden u.a. die Door Line-Modelle von Telegärtner Elektronik, Siedle, TCS, Auerswald, Ritto, Agfeo, Behnke, 2N und Keil Telecom.

Von Vorteil ist es in vielen Fällen, wenn man sehen kann, wer vor der Eingangstür steht. Viele Türsprechstellen erlauben es ihren Nutzern – standardmäßig oder als mögliche Erweiterung – den Eingangsbereich per Video oder Standbild zu überblicken. Der Vorteil von separaten Kameras ist dabei, dass diese sich bedarfsgerecht aussuchen und gegebenenfalls auch austauschen lassen.

Je nach Hersteller und Modell bieten intelligente Türsprechanlagen noch viele weitere Funktionen und Einsatzmöglichkeiten wie die bereits erwähnte Apotheker-Schaltung. So lässt sich sicherstellen, dass man wirklich keinen Besucher verpasst – selbst dann nicht, wenn man unterwegs ist. Denn auch Handy- oder Hotelnummern können hinterlegt werden. Bei einer einfachen Apotheker-Schaltung klingelt die Türsprechstelle zunächst am Türgong, der Gegensprechanlage oder am Festnetztelefon. Wird darauf nicht reagiert, versucht die Apotheker-Schaltung den oder die festgelegten Ansprechpartner über zuvor hinterlegte, alternative Rufnummern zu erreichen, bis das Türgespräch beantwortet wird. Je nach Hersteller und Modell kann das Durchprobieren verschiedener Rufnummern auch parallel erfolgen, sodass kein Besucher oder Lieferant lange vor der Tür oder dem Zufahrtstor stehen muss.

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