IIoT-Plattformen im Überblick: die größten Anbieter und eine plattformunabhängige Anwendung

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern am Markt – aktuell können Unternehmen aus 450 Plattformen wählen. Die bekanntesten im Bereich Industrial Internet of Things kommen von Amazon (AWS), Microsoft (Azure) und Google (Google Cloud Platform). Es gibt aber auch plattformunabhängige Anwendungen, wie der IIoT-Dienstleister Elunic mit Dataface zeigt. Bei der Entscheidung für eine Plattform sind Unternehmen relativ flexibel, da die großen Plattformen und auch die unabhängige Lösung nicht auf eine spezifische Branche ausgerichtet sind. Und auch die kleineren Plattformen, welche oftmals die Services der größeren im Hintergrund verwenden, können branchenunabhängig eingesetzt werden. Ein Beispiel für einen solchen Service ist die Datenhaltung. Neben diesem großen Vorteil gibt es allerdings auch einen Nachteil: Viele der großen Plattformen sind Cloud-Lösungen. Daher müssen Unternehmen in Kauf nehmen, dass sie dem Service-Provider ein gewisses Maß an Vertrauen bezüglich der Sicherheit ihrer Daten gegenüber bringen müssen, gerade wenn der Server nicht in Deutschland steht. Denn in diesen Rechenzentren werden die unternehmenskritischen Daten der Anwender gespeichert und verarbeitet.

Nicht auf Sand bauen – die richtige Plattform wählen

Die Wahl für oder gegen eine Plattform hängt von der jeweiligen Anwendung im Unternehmen und der zukünftig geplanten Ausbaustufe ab. Allgemein sollten diese Knotenpunkte für systemübergreifende Verknüpfungen für den benötigten Use-Case möglichst viele Werkzeuge mitbringen, beispielsweise eine spezielle Schnittstelle, Daten-Hygiene-Mechanismen oder Machine-Learning-Algorithmen. Dabei ist es wichtig, dass diese unabhängig voneinander betrieben werden können, um sie bei Bedarf auszutauschen. Des Weiteren sollten Plattformen skalierbar sein, um bei wachsenden Anforderungen schnell reagieren zu können. Im Optimalfall lassen sich zusätzliche Rechenkapazitäten und Datenspeicher auf Knopfdruck hinzuschalten. Die großen Cloud-Plattformen bieten bereits ein großes und umfangreiches Set an Werkzeugen, welches den Start ins IIoT erleichtert.

Zum Überblick:

  • AWS: Vorreiter auf dem Gebiet der cloudbasierten IIoT-Plattformen ist Amazon Web Services (AWS). Sie sticht vor allem durch ihre Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit heraus. Weiterhin bietet sie eine Auswertung der Daten durch Machine-Learning-Algorithmen. Diese lernen anhand der Informationen unter anderem, welche Parameter einer Maschine als normal gelten; ungewöhnliche Werte weisen so auf einen bevorstehenden Defekt hin. Zudem können die Anwender der Cloud-Ressourcen von Amazon Web Services auch unabhängige Dienste von Drittanbietern nutzen. Diese Software-as-a-Service-Lösung läuft über die AWS-Infrastruktur der Plattform. Die Plattform kann durch kostengünstige Langzeitlizenzen genutzt werden.
  • Azure: Durch die bekannte Systemumgebung von Microsoft innerhalb seiner Cloud-Computing-Plattform Azure können Unternehmen die eigene Software mit einspielen. Hierbei werden die zur Verfügung gestellten Dienste auch aus deutschen Rechenzentren angeboten. Die Daten werden nicht nur in Deutschland verarbeitet, sondern auch von dem deutschen Unternehmen verwaltet. Weiterhin ist es möglich, dass die Daten entweder vollständig oder teilweise in einem eigenen Rechenzentrum abgespeichert werden. Liegen die Daten zum Teil im eigenen Rechenzentrum und zum Teil in der Cloud, ist die Kommunikation beider Datenspeicher nahtlos möglich. Das Enterprise-Agreement-Modell bietet dem Unternehmen, das auf Azure setzt, Wahlfreiheit: Es kann selbst entscheiden, ob die gewünschte Technologie als Online-Service oder als klassische Lizenz erworben wird.
  • Google Cloud Platform: Unternehmen, die auf die Plattform von Google setzen, können auf dieser Basis sowohl einfache Webseiten wie auch komplexe Applikationen erstellen. Die Plattform von Google bietet unter anderem ergänzende Cloud-Dienste für Big Data und Datensicherheit an. Weiterhin schafft die Plattform die Grundlage für zahlreiche Abschnitte des Gesamtworkflows im Bereich des maschinellen Lernens. Zudem garantiert Google Sicherheit, Zuverlässigkeit und Betriebsautonomie wie kein anderer Anbieter. Erwerbbar ist die Plattform im Rahmen eines On-demand-Preismodells.
  • Dataface: Der IIoT-Dienstleister elunic zeigt mit Dataface, wie eine plattformunabhängige Struktur aussehen kann und auch sollte. Die Anwendung ist autonom und kann in die Cloud-Systeme AWS, Azure und Google Cloud nahtlos integriert werden, da elunic zertifizierter Partner dieser Anbieter ist. Somit ist das Unternehmen bei der Basis für die Implementierung flexibel und kann schnell ins IIoT einsteigen. Die Anwendung setzt sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen: Es gibt eine auf state-of-the-art Web-Technologien (Angular, NodeJS) basierende intuitive Oberfläche als zentralen Anlaufpunkt. Die Oberfläche ist responsiv und kann auf Smartphone und Tablet-Geräten dargestellt werden. Für Predictive Maintenance gibt es ein Tensorflow-Modul, welches Daten aus verschiedenen Quellen analysieren und verarbeiten kann. Das Haupteinsatzgebiet liegt in der Anlagen-Überwachung für die produzierende Industrie. Außerdem dient die Oberfläche als zentrale Anlaufstelle (Dashboard) und Ort des Austausches/ der Kommunikation für die verschiedenen Stakeholder einer Anlage oder eines ganzen Werks/Unternehmens. Die Daten werden innerhalb der Anwendung nach deutschen Datenschutzrichtlinien gespeichert und verarbeitet.

Die wichtigsten Spezialisierungen der einzelnen Anbieter in der Übersicht:

 

IIoT-Plattformen im Überblick

Bei der Wahl einer Plattform ist es wichtig, dass Unternehmen auf Basis ihrer aktuellen Anforderungen und anstehenden Einsatzfeldern entscheiden. Hierbei ist es sinnvoll, einzelne Komponenten von verschiedenen Plattformen nach Bedarf zu kombinieren, einzusetzen und in Use-Case-Lösungen zu investieren. Dadurch können Unternehmen häufig schneller und leichter ins Industrial Internet of Things einsteigen.

 

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