Drei Fragen zu den Trends im 3D-Druck-Industrieumfeld

Wie entwickelt sich in naher Zukunft der 3D-Druck für die Produktion? Die «Aktuelle Technik» befragte zwei Experten zur Marktentwicklung des 3D-Drucks.
Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW und die Firma Newemag sind als Aussteller an der AM Expo, der Messe für Additive Manu­facturing, vertreten.

1. Welche Produkte oder Dienstleis­tungen wird Ihr Unternehmen an der AM Expo in den Vordergrund stellen?

2. Welche 3D-Druck-Trends beobachten Sie im in Ihrem Marktumfeld?

3. Was braucht es noch, bis die additiven Verfahren gleichgestellt neben anderen Fertigungsverfahren in der Produktion eingesetzt werden?

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Newemag AG

1. Wir stellen die Technologie LUMEX des japanischen Herstellers Matsuura in den Vordergrund. Der kombinierte Ferti­gungs­prozess «Selektives Laser­schmelzen (SLM) und Hochgeschwindig­keitsfräsen (High Speed Milling)» auf den LUMEX Maschinen ist in seiner Art einzigartig. LUMEX kann mehr als «nur 3D drucken». Die Bauteile werden komplett auf einer Maschine hergestellt und bearbeitet. Eine Nachbearbeitung durch weitere Bearbeitungsverfahren wird auf ein Minimum reduziert.

2. Immer mehr Unternehmen überzeugen sich von den Vorteilen der Techno­logie und wenden diese auch in den Betrieben an. Es entsteht eine neue Branche.

3. Die Technologie ist marktreif. Nun ist das Umdenken eines jeden Produzenten gefordert. Additives Herstellen beginnt im Kopf jeder Person.

newemag.ch

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ZHAW, Zentrum für Produkt- und Prozessentwicklung ZPP

1. Die ZHAW wird an ihrem Stand folgende Dienstleistungen vorstellen:
– Angepasste Produktentwicklung für die additive Fertigung metallischer Bauteile
– Wirtschaftliche und technische Machbarkeitsstudien
– Prozess- und Maschinenentwicklung für die additive Fertigung
– aF & E-Projekte zur Produkt- und Prozess­entwicklung in der additiven Fertigung
– Allgemeine und kundenspezifische Aus- und Weiterbildung zum Thema additive Fertigung

2. Momentan erkennen wir folgende Entwicklungen:
– Heutige AM-Technologien für Metall basieren mehrheitlich auf Laser- oder Elektronenstrahl zur Herstellung von Bauteilen aus Pulver, alternative Technologien wie FDM, Jetting etc.
– Entwicklung neuer Legierungen und Composite-Materialien speziell für AM zur Verbesserung der Produkt­eigenschaf­ten
– Einsatz von Mehrfach-Lasern zur Steigerung der Produktivität und Qualität
– Fokussierung auf nachgeschaltete Prozesse (Nachbearbeitung, Pulver­management, Wärmebehandlung…)
– Industrialisierung und Verkettung der AM-Anlagen, Echtzeit-Prozessüber­wachung als QS

3. Folgende Massnahmen wären umzusetzten:
– Ausbau der Angebote der beruflichen Weiterbildung im Bereich der additiven Fertigung bis hin zum CAS «Additive Fertigung»
– Vertiefte Integration der additiven Fer­tigung in der Lehre der Ingenieur­­stu­diengängen an Fachhochschulen und Hochschulen (z. B. Wahlmodul: «Additive Fertigung» and der ZHAW)
– Eine verstärkte Zusammenarbeit der Fach­hoch- und Hochschulen mit der Industrie in der Grundlagen- und Angewandten F & E

zhaw.ch