Dämpfen eines Eingangsfilters

Bei diesen Stromversorgungen kommen zahlreiche Topologien zur Anwendung, aber bei allen von ihnen ist der Wirkungsgrad über den Bereich der Eingangsgröße hinweg im Wesentlichen konstant. Somit ist die Eingangsleistung über dem Eingangsspannungsbereich annähernd konstant.

 Bild 1: Stromversorgungen mit Schaltreglern haben eine negative Impedanz Bild 1: Stromversorgungen mit Schaltreglern haben eine negative Impedanz

Bild 1 zeigt die Eingangsspannung in Abhängigkeit vom Eingangsstrom. Wird die Spannung verringert, nimmt der Strom zu. Die Steigung dieser Kennlinie entspricht der dynamischen Impedanz der Stromversorgung – und diese ist negativ.

Mathematisch ausgedrückt entspricht die Steigung dieser Kurve dem negativen Wert der Eingangsspannung geteilt durch den Eingangsstrom. Das ist natürlich stark vereinfacht dargestellt, da der Regelkreis Einfluss auf den Frequenzgang der Eingangsimpedanz hat. In vielen Fällen aber genügt diese vereinfachte Betrachtung, wenn eine stromgesteuerte Regelung angewandt wird.

Schaltregler haben eine diskontinuierliche Stromaufnahme

 Bild 2: Bei der Resonanzfrequenz wird ein Filter zu einer resistiven Quellimpedanz Bild 2: Bei der Resonanzfrequenz wird ein Filter zu einer resistiven Quellimpedanz

Schaltregler haben eine diskontinuierliche Stromaufnahme, was zu einer Unterbrechung des Systembetriebs führen kann, wenn keine geeigneten Filtermaßnahmen getroffen werden. Die meisten Stromversorgungen sind daher mit einem Filter ausgestattet, das einen Frequenzgang wie in Bild 2 aufweist. Der Kondensator stellt für den Schaltstrom in der Leistungsstufe eine niedrige Impedanz dar. Die Induktivität bildet für die resultierende überlagerte Wechselspannung über dem Kondensator eine hohe Impedanz.

Diese hohe Impedanz minimiert den zur Quelle fließenden Schaltstrom. Betrachtet man den Frequenzgang der Quellimpedanz des Filters, sieht man, dass diese bei niedrigen Frequenzen dem Widerstand der Induktivität entspricht. Mit steigender Frequenz erhöht sich die Impedanz der Induktivität. Bei sehr hohen Frequenzen wird die Impedanz vom Ausgangskondensator überbrückt.

Im mittleren Frequenzbereich geraten Kondensator und Induktivität in Resonanz

Im mittleren Frequenzbereich geraten Kondensator und Induktivität in Resonanz, bei der eine hohe Quellimpedanz entsteht. In den meisten Fällen lässt sich der Spitzenwert durch Berechnen der charakteristischen Impedanz des Filters (Zout) abschätzen. Diese ist gleich der Quadratwurzel aus der Induktivität dividiert durch die Kapazität. Hierbei handelt es sich um die Impedanz entweder der Induktivität oder des Kondensators bei der Resonanzfrequenz.

Addieren Sie als nächstes den Kondensator-Ersatzserienwiderstand (ESR) und den Widerstand der Induktivität, und berechnen Sie die Güte Q der Schaltung. Nun können Sie den Spitzenwert der Quellimpedanz abschätzen, indem Sie Z0 mit Q der Schaltung multiplizieren. Diese Arbeit können Sie natürlich auch einem Computer überlassen.

 Bild 3: Aus einem Filter in Resonanz und einem Schaltregler entsteht schnell ein Oszillator. Bild 3: Aus einem Filter in Resonanz und einem Schaltregler entsteht schnell ein Oszillator.

Bild 3 veranschaulicht das Problem. Die Schaltung enthält zwei Widerstände mit gleichen Werten, aber entgegengesetztem Vorzeichen. Berechnet man die Dämpfung der Schaltung, führt dies zu einer Division durch Null, d.h. Sie haben einen Oszillator. Eine ähnliche Situation liegt auch in einem Stromversorgungssystem vor, in dem der negative Widerstand der Stromversorgung vom Ersatzwiderstand des Eingangsfilters bei Resonanz gespeist wird.

Das Geheimnis, wie man geschalteten Stromversorgungen Stabilität verleiht, besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Quellimpedanz des Systems stets wesentlich kleiner ist als die Eingangsimpedanz der Stromversorgung. Dies muss bei der niedrigsten Eingangsspannung und maximaler Last der Fall sein, was der niedrigsten Eingangsimpedanz entspricht.

Der nächste Teil beschreibt einige praktische Verfahren zum Steuern der Eingangsimpedanz.

Von Robert Kollman, Texas Instruments.

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