Das hohe Lied der vier C

Über 600 Teilnehmer und 58 Referenten aus 35 Ländern sichern ein weiteres mal den globalen Know-how-Transfer in der digitalen Media-Welt. Ein Hackathon und Startup-Präsenationen geben die Würze in das reichhaltige Programm. Damit ist der Digital Innovators´ Summit (DIS) eines der wichtigsten Stimmungsbilder und Trendsetter im europäischen Media-Business. marconomy hat sich am Tag eins umgehört und die wichtigsten B2B-Trends herausgefischt.

Natasha Christie-Miller, CEO von EMAP, brachte es in ihrer Key note zum Auftakt des 8. DIS auf den Punkt: Unser Kerngeschäft ist es, Menschen dabei zu helfen, ihren Job besser zu machen. Unsere originäre Daseinsberechtigung hat sich also nicht verändert. Doch hat seine Vorgehensweise stark umgestellt: Ziel sind  Abos für Rundum-sorglos-Service als Business-Information. „We need happy customers”, verwies Christie-Miller auf die Customer Joy. Ohne begleitende Branchen-Events funktioniert das nicht, ist sie sicher.

Die 4 Cs

David Nussbaum, CEO von F+W Media & eCommerce, sang das hohe Lied der vier C: Community, Commerce, Content und Curation. In der Tat: Ohne Community geht heute nichts mehr. Doch wer soll´s organisieren? Gerade im B2B sind die User beruflich interessiert an Informationen, ihren Job erfolgreich zu machen. Das geht nur mit glaubwürdigen Plattformen und der Grundidee einer offenen, transparenten Kommunikation. Nicht die alleinige Abhängigkeit einer Veröffentlilchung von einer Redaktion, sondern die Weisheit der Crowd, also der Vielzahl von Curatoren, schafft die Authentizität und Glaubwürdigkeit einer Community. „Curatoren sind wichtig, sonst gehst du im Netz verloren”, sagt Nussbaum. Neben Print werden neue Kanäle relevant,  ohne Mobile funktioniert das heute nicht mehr. Ein weiterer unaverzichtbarer Kanal findet sich in der Face-to-face-Kommunikation. Dynamisches Vernetzen wird in den Branchen immer wichtiger und immer bedarfsbezogener. Die persönliche Begegnung, gepaart mit kompetentem Imput, ist die attraktivste Kombi. Allen voran Branchen-Awards sind wichtiger denn je.

Right Data, not big data

„Big Data Beyond the Hype – What It Really Means and How You Can Use It” – unter dieser  Übeschrift machte sich Lutz Finger Gedanken. Der Director Data Science and Data Engineering von LinkedIn und Autor des so eben erschienen Buches „Ask Measure Learn” verwies auf die „richtige Frage” die immer zuerst gestellt werden müsse. Erst dann machen Daten Sinn. Daten an sich seien wertvoll, aber: Man muss sie in hilfreiche, wertvolle Informationen umwandeln. Es geht aber nicht um Big Data als Selbstzweck, sodern um die passenden, „richtigen” Daten, um Antworten zu finden auf die Fragen, die die Menschen wirklich bewegen: „Better than big data is right data. It always starts with the right question, which has to create value”, fordert Finger. Gerade Medienhäuser, allen voran von Fachmedien, haben hier bestmöglichen Zugang und sind damit auch sehr attraktive Kooperationspartner.

Das große Ohr

Dazu passt die Nachricht, dass in den USA zunehmend mehr CLOs ihre Arbeit aufnehmen. Als Chief Listening Officer bei Dell, Kodak, ComCast und anderen sollen diese Leute zuhören, was Kunden, NGOs und Communities zu sagen haben. Eine menschliche Grundtugend, die in der Kombination aus Media und Social und Mobile eine neue Bedeutung und vor allem eine neue Dynamik auf Corporate erzeugt.

Und was war die vielleicht überraschendste Nachricht des Tages aus der Kategorie Merkmüll? 2014 wurden mehr Mobile Phones gekauft als Zahnbürsten, berichtete Robin Raven, Vice President Product Management, Digital Solutions, The Economist Group.

Da sind wir mal gespannt, was morgen Tag 2 noch bringt.

Der 8. Digital Innovators´ Summit findet am 23. und 24. März 2015 in Berlin statt: www.innovators-summit.com
Mehr zum 8. Digital Innovators´ Summit auf marconomy

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