Transformationsmodelle im Internet der Dinge

Der Management-, Strategie- und Innovationsberater Wulf Schlachter beantwortet viele Fragen mit einem einfachen System: Er zeigt prägnante Orientierungspunkte in drei Phasen der Entscheidungsfindung auf. Bei der Optimierungen der Wertschöpfungskette durch Sensoren und IoT durchläuft ein Unternehmen diese Phasen:

 

  1. Sensoren in Produkten einsetzen
  2. Datenanalyse ganzheitlich planen
  3. Neue Geschäftsmodelle entwickeln

 

Phase 1: Sensoren in Produkten einsetzen

Sensoren werden eingesetzt, um Produktionsstätten, Lager und Produkte smarter und intelligenter zu machen. Die Gründe dafür können Kostenreduktion, Energieeffizienz, oder auch mehr Kundennähe sein. Hierfür bieten mittlerweile auf „Zigarettenschachtelgröße“ geschrumpfte Sensoren exzellente Möglichkeiten. Diese Sensoren erfordern Informationen, welche Messwerte sie erfassen sollen. Die Einsatzmöglichkeiten und Szenarien sind dahingehend grenzenlos. Zum Beispiel beim aktiven Tracking von Temperatur, Feuchtigkeit oder auch Diebstahl in der Logistik. Verschiffen Unternehmen Drucker oder Kopierer aus China zum Endkunden nach Europa sagen sie das Lieferdatum mithilfe von Sensoren voraus. Die Anforderungen an die Sensoren steigen, wenn eine nahtlose Überwachung gewährleistet sein soll, wie bei einem Container, der die Paletten eines Pharmaerstellers von Detroit nach Japan bringt. Hier spielt das Thema Energieeffizienz und die jeweiligen Batterielaufzeiten von Sensoren eine zentrale Rolle. Neu ist die Möglichkeit dies in Echtzeit mittels einer Internetverbindung zu realisieren. Daten sammeln die Anwendungen zukünftig verstärkt über eine integriertes LTE/UMTS, Bluetooth Low Energy oder WLAN Modul innerhalb der Sensorbox. Somit erzielt ein funktionierendes System erstmals ein prozessuales, transparentes und hoch-skalierbares End-to-end-Qualitätsmanagement: Das gilt für die eigene oder auch fremde Wertschöpfungskette, somit über die Produktionsstätte hinaus und verlängert bis hin zum Endkunden.

Phase 2: Datenanalyse ganzheitlich planen

Es gibt viele Arten von Daten, die vom Sensor gesammelt und dort zum Teil vorab ausgewertet werden. Die tiefergehende Analyse findet in der Regel auf einer cloud-basierten Sensor-Tech-Plattform statt. Diese sendet die verarbeiteten Daten wieder zurück an den Sensor oder die Maschine. Spätestens hier werden Business Intelligence und Big Data relevant. Es kommt darauf an, zwischen den gesammelten Daten zu unterscheiden: Welche verarbeitet das System sofort und welche werden erst später oder niemals benötigt? Bereits hier spielt die Qualität der gesammelten Daten eine Rolle. Einfach nach „brauche ich“ oder „brauche ich nicht“ zu priorisieren, ist dafür nicht ausreichend, sondern sollte systematisch abgewägt werden. Dafür bedarf es Systeme des Datenmanagements, die Dienstleister bereitstellen oder die durch neue Kooperationsmodelle verfügbar werden.

Phase 3: Neue Geschäftsmodelle entwickeln

Die Frage nach den Geschäftsmodellen ist die wohl spannendste Frage im Transformationsprozess. Wer in dieser Phase erwartet, dass ein neues Produkt von Tag 1 an Vorteile realisieren lässt, wird enttäuscht. Vielmehr findet hier ein erstes Sales Enablement statt, indem man sich als innovatives und interessantes Unternehmen für Neu- und Bestandskunden aufstellt. Dabei sind die B2B- und B2C-Anwendungsbeispiele im Rahmen von Industrie 4.0 und IoT vielfältig. Das reicht einerseits von der vernetzen Maschine, über die transparente Logistikkette im Bereich B2B, bis hin zu den Themenbereichen Smart Home (Küche, Heizung, Haus und Garten) und Smart Activities in der B2C-Wirtschaft. Beispiele dafür sind der vernetzte Tennisschläger „zum besseren Aufschlagen“, oder der digitale Lawinen-Rucksack, welcher selbständig auslöst. Nutzen Unternehmen diese neuen Möglichkeiten der Digitalisierung, besteht die Chance ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu erhöhen. Sie müssen sich dabei von Insellösungen genauso verabschieden, wie von dem Gedanken, eine App reiche aus. Diese ist ein reines Werkzeug und taugt in den seltensten Fällen auch zum Aufbau eines neuen Vertriebskanals für das digitale Produkt.

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