Funktionale Integration beim MINI Clubman

Atheneum: Steigen wir ein mit je drei prägnante Antworten auf Fragen, die Entscheidungen im Bereich Design Thinking beeinflussen:

Benennen Sie drei Herausforderungen, auf die mit Design Thinking reagiert wird.

Peter Hofpinger:

  • Extern Erscheinung beibehalten, intern Eigenschaften modellieren (Funktionale Integration)

  • Fokussierung neuer Zielgruppen durch neue oder veränderte Produkte

  • Pflege des Markenimage und Umsetzung von Designvorgaben

Beschreiben Sie drei wesentliche Einflussfaktoren für Design Thinking.

  • Kunde, Kunde, Kunde – Einnehmen der Kundenperspektive

  • Form Follows Function – Eine alte Bauhaus-Regel in der Produktentwicklung

  • Wer macht wann was wo? – Stringente Umsetzung des Konzepts

Benennen Sie drei entscheidende Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung von Design-Thinking-Projekten.

  • Konvergenz von Designvorschlag und konsequenter Umsetzung in der Technik

  • Klare Planung von Ressourcen, Terminen und Zuständigkeiten – Besonders wichtig bei interdisziplinären Projekten!

  • Zur gegebenen Zeit mit Mustern zurück zum Kunden gehen

Wie setzt man im Produktdesign strategische Vorgaben um?

Die erste Idee der strategischen Produktentwicklung kommt zumeist aus dem Marketing, z.B. neue Kundenansprüche. In der Konzeptfindungsphase entsteht aus der Innovation ein Produktprofil, was es gilt mit den Wünschen der Kundenzielgruppe in Einklang zu bringen. Mit der Entscheidung für die Innovation funktioniert das Projekt als “Business within the Business“. Die Projektleitung steht in der vollen Verantwortung für das gestalterische und das technische Konzept. Im Design-Technik-Kreis wird beides kontinuierlich aufeinander abgestimmt ohne das Gesamtkonzept aus dem Blick zu verlieren.

Ein Beispiel für eine wegweisende Produktentwicklung beim MINI?

Vielleicht kennen Sie den kleinen Kombi MINI Clubman R55 mit der asymmetrischen Türanordnung? Die Vorgabe aus dem Marketing war, den MINI zu einem Familienauto weiterzuentwickeln. Das neue Marktsegment der jungen Familien sollte angesprochen werden. Damit z.B. ein Kindersitz bequem festzuschnallen ist, bedurfte es eines optimierten Zugangs zu den hinteren Sitzen. Das Markenimage MINI sollte erhalten bleiben und so wurde die kleine Portaltür entwickelt, die auf der Beifahrerseite integriert wurde.

Wie beschreiben Sie die Anwendung der Design-Thinking-Methode, die daraufhin notwendig wurde?             

Design Thinking half uns bei einem Feld der Produktentwicklung: Der funktionalen Integration. Bei der Vorgabe der asymmetrischen Türanordnung sollte trotzdem die Karosseriesteifigkeit des Fahrzeugs erhalten werden. Es waren nur geringe Änderungen möglich, weil sie sonst aus dem Gesamtkonzept geraten wären. Eine weitere Herausforderung war die stark interdisziplinäre Arbeit in der Umsetzung. Neben den Vorstellungen des Marketings und den Konzepten der Designabteilungen mussten die Vorgaben der Fahrsicherheit und Karosserieentwicklung berücksichtigt werden.

Welche unerwarteten Anforderungen mussten durch Design-Thinking-Techniken gelöst werden?

Diese unerwarteten Ereignisse gibt es immer. Beim MINI Clubman war das z.B. die Öffnungsphilosophie der Schlösser. Um hier Missbrauch auszuschließen, gibt es den Prozess zur Lösung von Sonderereignissen. In einem ersten Schritt wird durch Hineinversetzen in die Kunden jedes noch so abwegige Verhalten nachgespielt. Im zweiten Schritt werden im Team die Probleme und Lösungsansätze erarbeitet. Tritt das Phänomen zum ersten Mal auf, kommt es in einem dritten Schritt zur Problemlösung durch das Design Thinking. Das bringt eine wesentliche Größe ins Spiel, das “Empowerment”, in der für die Lösungsfindung eine Kultur der Mitverantwortung unabdingbar ist.

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