OpenSSH auf Windows portiert

Wer bisher OpenSSH unter Windows benötigt, nutzt dazu Tools wie Putty oder Cygwin. Microsoft ist aber offenbar daran interessiert, eine native SSH-Implementation für Windows zu verwirklichen. Anläufe dazu hatte es in der Vergangenheit schon mehrere gegeben. Zwei frühere Initiativen einiger Microsoft-Manager hatten aber wohl seinerzeit keine Rückendeckung der damaligen Unternehmensführung um Steve Ballmer.

Jetzt will Microsoft dem Inhalt eines MSDN Blog-Posts nach einen Windows-Port von OpenSSH 7.1 in die Windows PowerShell integrieren. Sollte die Entwicklung wie geplant verlaufen, könnten Nutzer spätestens 2016 das SSH -Protokoll auch ohne Putty in beide Richtungen nutzen. Angekündigt hatte Microsoft das Vorhaben schon im Sommer.

Microsoft und die OpenSSG-Gemeinschaft

Offenbar arbeitet Microsoft zu diesem Zweck sowohl mit der OpenSSH-Community, als auch mit dem italienischen Hersteller NoMachine, Erfinder des NX-Protokolls und Spezialist für RDP-Lösungen, zusammen. Die Grundlage dazu hatte NoMachine in Form eins Win32-Ports auf der Basis von OpenSSH 5.9 bereits gelegt, auf der die aktuelle Entwicklung aufsetzt.

Da Microsoft seinem Versprechen nachkommen will, Know How an die OpenSSH-Gemeinde zurückgeben, hat das Unternehmen jetzt eine frühe Entwicklerversion auf GitHub verfügbar gemacht, damit diese offen weitergeführt werden kann. Microsoft hat den Code unter anderem unter eine BSD-Lizenz und andere vergleichbaren freien Lizenzen gestellt. Die Dokumentation behandelt unter anderem auch das Übersetzen eines 32- oder 64-Bit-Pakets einschließlich einiger Beispielanwendungen für SSH und SFTP und ist im zugehörigen WIKI verfügbar. Darüber hinaus gibt es Client und Server auch in Form gezippter Binärdateien.

Roadmap

Laut Aussage des PowerShell-Entwicklers Steve Lee, der OpenSSH für Windows in seinem Blog ankündigt, lässt sich diese frühe Entwicklerversion zwar noch nicht produktiv nutzen, Lee umreißt in seinem Beitrag aber die Roadmap bis zur geplanten Fertigstellung Mitte 2016.
Demnach sieht der nächste Schritt vor, anstelle von OpenSSL oder LibreSSL Microsofts Crypto-API zu implementieren, welche ein einfachere Pflege des Codes ermöglichen soll. Erst danach soll das Einbinden als Windows-Service folgen und später Kompatibilität zum POSIX-Standard hergestellt werden. Abschließend planen die Entwickler, den Code zu stabilisieren und von bis dahin gemeldeten Fehlern zu befreien.

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