Red Hat Virtualization 4

Bislang hörte Red Hats Enterprise Virtualisierungs-Suite für Server UND Desktops bekanntlich auf dem Namen Red Hat Enterprise Virtualization. Je nach Sichtweise war RHEV neben VMware vSphere, Hyper-V und Citrix Xen Server die dritte oder vierte Kraft im Markt für Virtualisierungssoftware für Unternehmen.

RHEV (und auch RHV) besteht neben dem eigentlichen KVM-Hypervisor, den Red Hat 2008 der Community übergeben hatte und der heute standardmäßig im Linux-Kernel enthalten ist, aus einer Virtualisierungsmanagement-Komponente und dem SPICE-Protokoll, das insbesondere im VDI-Part von RHEV eine zentrale Rolle spielt.

RHV und oVirt

In Red Hat Enterprise Virtualization hört der für den Betrieb als Hypervisor optimierte Kernel mit minimalem Footprint auf die Bezeichnung Red Hat Virtualization Host (RHV-H) und das Management-System samt Ressourcen-Manager und Managementoberfläche auf den Namen Red Hat Virtualization Manager (RHV-M).

Im Unterschied zu VMware und Hyper-V sind sämtliche Komponenten von Red Hats Enterprise Virtualisierung in Form des  oVirt-Projektes Red-Hat-typisch auch als freie Software verfügbar. Die oVirt-Entwickler haben inzwischen Version 4.02 veröffentlicht.

Neuer Name, neues Programm

Mit der Umbenennung der neuen Version  Red Hat Virtualization 4 will das Unternehmen signalisieren, dass RHV sowohl traditionelle Workloads virtualisiert, als auch Container-basierten Workloads in hybriden Clouds als Fundament für Sicherheit und Skalierbarkeit dient.

REV, RHEL und OpenStack

RHEV oder RHV haben zwar nominell weniger Marktanteile als VMware & Co, schaut man nur auf die Anzahl von Unternehmen, die mit Red Hats Lösung in die traditionelle Virtualisierung einsteigen, man darf aber nicht übersehen, dass RHEV (oder allgemein Linux mit KVM) fast immer die Basis von OpenStack-Clouds bilden, auch wenn OpenStack alle marktrelevanten Hypervisor unterstützt.

Darüber hinaus ist RHEV Basis aller Cloud-Produkte von Red Hat oder Red Hats Container-Plattform, wenn man auseinanderdividiert, dass der RHEV-Hyperivsor wiederum auf einer abgespeckten Version von Red Hat Enterprise Linux basiert. I

nsofern ist RHEV-H/RHV-H auch ein echter Typ1-Hypervisor, weil er bare-metal installiert wird und nur dem Einsatz als Hypervisor dient. Ein klassisches Linux-System mit KVM kann je nach Kontext (mit Virt Manager) auch als Typ-2-Hypervisor betrachtet und genutzt werden.

Neu in Version 4

In Version 4 verbessert Red Hat daher neben den eigentlichen Virtualisierungsfunktionen vor allem den Support für OpenStack und Linux-Container. Neu ist auch, dass sich RHV4 jetzt mit dem Anaconda-Installer von Red Hat Enterprise Linux aufsetzen lässt.

Ferner sorgt eine neue freie API für eine bessere Unterstützung externer Netzwerke von Drittanbietern. Dadurch wird eine Zentralisierung und Vereinfachung des Netzwerkmanagements möglich. So kann der Red Hat Virtualization Manager mit externen Systemen kommunizieren, um Netzwerkeinstellungen zu definieren, die auf virtuelle Maschinen angewendet werden können.

Zudem hat Red Hat einen Browser-basierten Storage Image Uploader eingeführt, der KVM-Images direkt oder per URL hochladen kann. Darüber hinaus hat der Hersteller das System-Dashboard erweitert, um Probleme schneller erkennen zu können.

Erhöhte Sicherheit

Bei der Absicherung des Zugangs setzt RHV 4 auf  sVirt, das Mandatory Access Control (MAC) auf Basis von SELinux anwendet. Das sorgt für eine höhere Sicherheit bei VMs und Hypervisor, da physische und virtuelle Umgebung vor Schwachstellen geschützt werden, die als Angriffsvektor gegen den Host oder andere VMs genutzt werden könnten.

OpenStack und Linux-Container

Darüber hinaus unterstützt Red Hat Virtualization 4 sowohl Linux-Container-basierte Workloads als auch Private- und Hybrid-Cloud-Umgebungen mit OpenStack. Im Hinblick auf Container unterstützt Red Hat Virtualization 4 den Red Hat Enterprise Linux Atomic Host als konfigurierbares Gastsystem und ermöglicht Gast-Agenten als Container auf der Atomic Host VM zu laufen.

Zudem bietet Red Hat Virtualization 4 native Unterstützung für den Red Hat OpenStack Platform Neutron Open vSwitch (OVS). Für Unternehmen vereinfacht sich dadurch die Nutzung von Shared Services. Außerdem wird der operativen Footprint minimiert, indem Services nahtloser zwischen traditionellen und Cloud-Workloads bereitgestellt werden können.

Verfügbarkeit

Die neue Version von RHV wird sowohl als eigenständiges Paket, als auch als Teil der Red Hat Cloud Suite angeboten, die unter anderem Red Hat OpenStack Platform, Openshift, Red Hat CloudForms, Red Hat Satellite und Red Hat Ceph Storage enthält.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.