Die meist gestellten Fragen zur Indoor Positionsbestimmung

Indoor Positionsbestimmung: die häufigsten Fragen

  1. Warum kann man in Gebäuden kein GPS verwenden?

In Gebäuden, unter Wolkendecken und in Häuserschluchten fehlt der Sichtkontakt zu den GPS-Satelliten.

  1. Was ist der Unterschied zwischen clientseitiger und serverseitiger Ortung?

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Techniken zur Indoor Positionsbestimmung.

insoft GmbH
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http://dev.process.vogel.de/wp-api/index.cfm

Endgerätbasierte (clientseitige) Positionierung wird meist mit Beacons oder WLAN Accesspoints umgesetzt. Diese senden regelmäßig Signale. Das Endgerät analysiert die Signalcharakteristik und gleicht sie mit einer Referenzdatenbank ab. Hierzu ist eine App notwendig, an die auch Nachrichten gesendet werden können (Rückkanal). Die Position wird direkt auf dem Endgerät bestimmt, was dem Nutzer ein Höchstmaß an Datenschutz bietet.

Infrastrukturbasierte (serverseitige) Positionierung kehrt das oben beschriebene Verfahren um. Ein WiFi-fähiges Endgerät/Tag oder ein Bluetooth Beacon sendet Signale aus (MAC-Adresse), die von einer spezifischen Hardware detektiert und an einen Server weitergeleitet werden. Im Backend werden die ermittelten Messdaten abgeglichen, interpoliert und in weiteren Systemen dargestellt. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass auch Geräte ohne App erfasst und analysiert werden können.

Mehr Informationen zu clientbasierter und serverbasierter Indoor Positionsbestimmung.

  1. Welche clientbasierten Ortungsmethoden werden am häufigsten verwendet und welche Vor- und Nachteile haben sie?

WLAN und Beacons in Kombination mit den Smartphone-Sensoren kommen am häufigsten zum Einsatz.

 

Vorteile

Nachteile

WLAN

vorhandene WLAN-Infrastruktur kann genutzt werden

Devices müssen nur WLAN aktivieren

Rückkanal zum Kunden vorhanden

hohe Reichweite (bis zu 150 Meter)

relativ ungenau (5-15 Meter) im Vergleich zu BLE

keine clientseitige Positionsbestimmung mit WiFi unter iOS möglich

Nutzer braucht eine App

BLE Beacons

kostengünstige, unauffällige Hardware

geringer Energieverbrauch

flexible Einbindung in die Infrastruktur (Batteriebetrieb oder Stromversorgung über Lampen und Hauselektrik)

funktionieren überall, wo andere Techniken keinen Empfang haben

breite Plattformkompatibilität (Android und iOS)

hohe Positionsgenauigkeit im Vergleich zu WiFi (1-3 Meter)

zusätzliche Hardware

App ist Voraussetzung für Client-Ortung

relativ geringe Reichweite (ca. 30m)

 

  1. Was sind Beacons?

Es handelt sich dabei um kleine Sender, die einfache Signale an Geräte in ihrer Umgebung aussenden. Empfangen können sie nicht. Moderne Beacons (dt. „Leuchtfeuer“) basieren auf dem energiesparenden Bluetooth Low Energy Standard. Beacons bestehen aus einer winzigen Sendeeinheit und einer mehr oder weniger großen Batterie. Die Lebensdauer beträgt dementsprechend von wenigen Tagen bis zu mehrere Jahre. Die Batterie kann einfach ausgetauscht werden. Der Preis liegt zwischen drei und dreißig Euro. Die bekanntesten Beacon-Profile sind iBeacon von Apple und Eddystone von Google.

  1. Gibt es bei WLAN und Beacons die Gefahr der Abschirmung oder Interferenzen?

Die Signale können durch verschiedene Materialien wie Holz-, Beton- oder Metallwände abgeschirmt werden. Bei der Installation an Säulen im Raum muss man das ebenso beachten. Der beste Platz für die Installation liegt in etwa 2,5 bis 4 Metern Höhe. Auf niedrigerer Höhe können Menschen die Signale abschirmen. 

Beacons beeinflussen andere Signale nicht und auch medizinische Geräte bleiben ungestört. Installiert man jedoch Beacons in einem Raum mit sehr vielen WiFi-Signalen (zum Beispiel auf einer Messe), können Interferenzen auftreten, da sich BLE und WiFi den gleichen Frequenzbereich (2,4 GHz) teilen. Durch intelligente Konfiguration kann das Problem aber umgangen werden.

  1. Wie genau ist Indoor Positionsbestimmung?

Die Genauigkeit hängt stark von den Gegebenheiten im Gebäude (z.B. Abschirmung) und der Hardwaredichte (WiFi-Access Points, Bluetooth Beacons) ab. Einfach ausgedrückt: Je mehr Hardware – je engmaschiger das Netz – desto höher ist die Genauigkeit. Die Position kann mit Beacons bis auf 1-3 Meter und mit WLAN bis auf 5-15 Meter genau bestimmt werden.

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