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Warum China beim Internet der Dinge eine Führungsrolle übernimmt

Schon heute hat die chinesische Regierung erkannt, dass dem Internet der Dinge höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, um schnell auf dem weltweiten Markt präsent zu sein. Laut einer Aussage von Alex Sinclair, technischer Direktor der GSM, aus dem Jahr 2013 verfügte China bereits vor 3 Jahren über 27 % des Weltmarktes mit mehr als 50 Millionen M2M Verbindungen. China investiert bis heute weiterhin große Summen in Kommunikationstechnologien, um Städte intelligenter zu machen.

China: Industrienation Nummer Eins bis 2049?

Seit 2015 ist klar zu erkennen, dass der ungebremste Aufschwung des Exportlandes durch billige Massenproduktionen vorbei ist. Vor diesem Hintergrund ist der entscheidende Richtungswechsel verständlich, der 2015  eingeleitet wurde: „China 2025“ ist die erste von mehreren Stufen der Industrialisierung Chinas, mit dem Ziel im Jahr 2049, zum 100ten Geburtstag der Volksrepublik, die Industrienation Nummer  Eins  zu sein. Viele halten dieses Ziel für sehr ambitioniert, andere für nicht ausgeschlossen.

Gehen wir nun wieder zurück in das Jahr 2013, wurde bereits vor drei Jahren der Grundstein für einen Teil dieses ambitionierten Zieles gelegt. Im Oktober 2013 schlossen sich 40 Firmen unter der einem Dach zusammen, um unter der Führung der China Technolog Group Corporation ein Industriebündnis für das Internet der Dinge zu gründen.

200 nationale und industriele Standards für das Internet der Dinge wurden eingeführt und vom chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnik abgesegnet.  Während wir in Europa noch mit Unsicherheiten über die Regulierungen beim Einsatz von M2M Technologien kämpfen, wurde  in Fernost schneller gehandelt.

Innovation im Reich der Mitte

Mehr als 3 % aller Mobilfunkverbindungen gehen von China aus. Die 3 chinesischen Netzbetreiber sehengroße Chancen in den Bereichen Medizin, Automobile, Home Automation, Landwirtschaft und Industrie ihre Konnektivität auszubauen. Auch in China entsteht dadurch eine neue Generation von Firmen, die sich gerade in dem Bereich des Internet der Dinge rasant entwickeln. Dazu tragen auch chinesische Crowdfounding Plattformen wie Demo Hour bei. Allein diese Plattform hat bereits mehr als 3000 Projekte finanziert und mit aufgebaut.

Beispiele gefällig? Da wäre z.B. ein Hemdknopf, der überprüft, ob der Träger den Rücken gerade hält, oder ein Glas, dass täglich überprüft, ob ich genügend trinke und mich dazu animiert, mehr zu trinken. Sicherlich höre ich jetzt die meisten Menschen sagen, dass es sich hierbei um nichts sinnvolles handelt, dennoch haben sich viele dieser Projekte gerade im Medical Bereich als sehr nützlich erwiesen.

Schauen wir in den Bereich der Energie. Gerade bei der Überwachung von Gas wurden mehr als 180 Millionen Geräte mit AMR (automatische Zählerablesemodule) ausgerüstet. Diese intelligenten Messsysteme erlauben einen schnellen und einfachen Zugriff auf die Nutzerdaten. Sinnvoll und nützlich – und bei einer Stückzahl von 180 Millionen ein lohnendes Geschäft.

Freund oder Feind?

Stellt sich am Ende dann doch die Frage, warum die chinesischen Firmen gerade auf Industrie 4.0 in Deutschland so fixiert sind? China sieht Deutschland als Vorbild: Von der Masse zur Klasse , von einfacher Billigproduktion zur Hightech Industrie. Wenn wir die Industrie 4.0 auch als Möglichkeit sehen, die Ressourcen- und Energieverschwendungen weltweit zu minimieren, haben wir alle etwas davon. Vielleicht hilft uns daher auch eine engere Zusammenarbeit mit der chinesischen Industrie. Dann kann Deutschland ein Technologielieferant erster Klasse werden.

 

Bedeutung von IoT steigt in den nächsten 5 Jahren sprunghaft

Deutsche Unternehmen erwarten, dass das Internet der Dinge in den nächsten fünf Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Telekommunikationsunternehmens Telenor Connexion.

Auf die Frage, wie wichtig das Internet der Dinge in fünf Jahren für das eigene Unternehmen sein wird, antworteten 47 Prozent der deutschen Unternehmen, es werde „entscheidend“ oder „sehr wichtig“ sein. Nur drei Prozent gaben „unwichtig“ als Antwort. Dass IoT die eigene Branche innerhalb von fünf Jahren verändern wird, glauben 43 Prozent der Unternehmen. 31 Prozent glauben das nicht, weitere 26 Prozent wissen es nicht.

Größen- und Branchenunterschiede

Für große Unternehmen wird das Internet der Dinge in fünf Jahren wichtiger sein als für kleinere Unternehmen: 54 Prozent der Firmen mit 500 bis 1.000 Mitarbeitern sagen, das IoT werde entscheidend oder sehr wichtig für das eigene Geschäft sein. Diese Einschätzung teilen 39 Prozent der Unternehmen mit weniger als elf Mitarbeitern.

61 Prozent der Finanz- & Versicherungsunternehmen sehen IoT in fünf Jahren als entscheidend oder sehr wichtig für das eigene Unternehmen an, gefolgt von Unternehmen aus der Handelsbranche (55 %) und dem Gesundheitswesen (54%). Als „unwichtig“ erachten 11 Prozent der Unternehmen in der Landwirtschaftsbranche das Internet der Dinge. Daran, dass es die eigene Branche innerhalb von fünf Jahren verändern wird, glauben 56 Prozent der Handelsunternehmen. Am wenigsten überzeugt ist der Öffentliche Sektor: 42 Prozent der Unternehmen glauben nicht an die Veränderung der eigenen Branche durch IoT.

Erfolgsbedingungen

Die Bedingungen für den Erfolg des IoT in Deutschland bewerten die befragten Unternehmen tendenziell positiv – abhängig von den einzelnen Faktoren.

Ranking

Wie bewerten Sie die Bedingungen für den Erfolg des Internet der Dinge in Deutschland im Hinblick auf… (Antworten: ‚hervorragend‘ und ’sehr gut‘)

... die Infrastruktur: 39% 
... Innovationskraft auf dem Gebiet: 35% 
... Kenntnisse und Fähigkeiten: 30% 
... Gesamtkosten für die Implementierung und den Betrieb: 26% 

(Grafik des vollständigen Rankings: http://bit.ly/Telenor_Connexion_Ranking_IoT-Erfolg)

„Wir sehen auch hierzulande den Trend, dass sich Unternehmen zunehmend mit den Themen Industrie 4.0 und IoT befassen. Aufgrund länger dauernder Standardisierungsprozesse in Deutschland schreitet die Entwicklung aber langsamer voran als beispielsweise in Skandinavien oder den USA“, so Andrea Sroczynski, Strategic Business Development bei Telenor Connexion. „Deutsche Unternehmen sollten das Potenzial des Internet der Dinge nicht unterschätzen und zu lange zögern, sonst laufen ihnen junge Startups, die die Innovationskraft des IoT längst erkannt haben, in naher Zukunft den Rang ab.“

Für die repräsentative Erhebung wurden 550 Geschäftsführer, Abteilungsleiter oder IT-Verantwortliche vom 28.07.2015. bis 31.07.2015 zum Einsatz von IoT online befragt. Im Auftrag von Telenor Connexion hat die Goldmedia Custom Research GmbH die Umfrage durchgeführt.

 

Die wichtigsten Trends für das Internet der Dinge

Die Software AG veröffentlicht die wichtigsten Trends im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Darunter versteht man ein globales Netzwerk von intelligenten Geräten, Gegenständen und Dingen, die miteinander und mit ihrer Umwelt kommunizieren können.

Getrieben von der jüngsten Datenexplosion, bietet das IoT neue Möglichkeiten für Unternehmen. Wie eine aktuelle Studie der Software AG (nur in Englisch verfügbar) zeigt, sehen 73 % der Unternehmen in dem rasanten Datenwachstum, das sich aus IoT-Anwendungen ergibt, jedoch eine große Herausforderung. Die meisten deutschen Unternehmen befinden sich rund um das IoT noch am Anfang. Die Trends zeigen, dass mehr gesetzliche Vorgaben und eine höhere Sicherheit notwendig sind, damit sich das IoT durchsetzen wird.

„Das Internet der Dinge ist eine Revolution. Nur wer nicht die Augen davor verschließt, dem eröffnen sich rentable Geschäftschancen“, erläutert Dr. Jürgen Krämer, Vice President Streaming Analytics bei der Software AG. „Das IoT wird immer mehr Teil unseres Alltags. Deshalb müssen wir uns unbedingt mit Aspekten wie Sicherheit und Governance befassen.“

Die wichtigsten IoT-Trends aus Sicht der Software AG:

1. Der virtuelle Assistent ist immer dabei:

Durch das IoT steht Konsumenten ein virtueller Assistent zur Verfügung, der im eigenen Heim ein teilautonomes Handeln ermöglicht. Er überwacht Dinge, die mit Sensoren ausgestattet sind, beispielsweise um online den Glühbirnen-Vorrat aufzufüllen, verschreibungspflichtige Medikamente zu bestellen oder Lebensmittel zu kaufen. Verbraucher werden diesem Trend jedoch erst folgen, wenn Sicherheit und Datenschutz garantiert werden können.

2. Mehr gesetzliche Vorschriften erforderlich:

Auch Aufsichtsbehörden erkennen zunehmend, dass Sicherheitsangriffe völlig unerwartet von jedem beliebigen Punkt im IoT ausgehen können. So kann einer Bank ihre intelligente Gebäudeleittechnik zum Verhängnis werden oder eine ganze Stadt könnte lahmgelegt werden, wenn sich ein Angreifer in das intelligente Stadtverkehrssystem einschleust. Compliance und Governance müssen daher weiterentwickelt werden, um einen Rechtsrahmen für das Internet der Dinge zu schaffen.

3. Intelligente Städte und das Risiko des IoT:

Mit dem IoT wächst auch die Intelligenz von Städten. Um ein angemessenes Risikomanagement zu gewährleisten, müssen Kommunalverwaltungen daher neue Vorgaben erlassen. Dabei sind beispielsweise folgende Fragen zu klären: Wer ist verantwortlich, wenn eine intelligente Ampel ausfällt und es zu einem Verkehrsunfall mit zahlreichen Beteiligten kommt? Die Stadt? Der Technologieanbieter? Der Autohersteller? Darüber hinaus ist auch das Versicherungsrisiko in dieser vernetzten Welt einzukalkulieren.

4. Das Datenarmageddon steht bevor:

Unternehmen müssen stabile, ausgereifte Lösungen auf speziellen Plattformen für digitale Geschäfte auf- und ausbauen, um nicht in der unvermeidlichen Datenflut zu versinken. Zwar gehen 95 Prozent der Unternehmen davon aus, dass ihnen durch die Verbreitung des IoT in den nächsten beiden Jahren Vorteile entstehen, doch der Großteil (65 Prozent) hat enorme Schwierigkeiten, Big Data in Echtzeit zu analysieren. Knapp 75 Prozent sind kaum in der Lage, brauchbare Analysen zu ihrem aktuellen Datenfluss zu erstellen; das geht aus der aktuellen Umfrage „How Effective Use of Data Improves Operational Processes“ der Software AG hervor.

5. Eine höhere Intelligenz der Dinge selbst ist gefragt:

Informationen über das und aus dem Internet der Dinge werden bei der Entscheidungsfindung immer wichtiger. Daher müssen sich Analysefunktionen im Einklang zu den analysierenden Dingen entwickeln. Diese Entwicklung erfolgt sowohl in der Cloud als auch am anderen Ende – also integriert in dem „Ding“ selbst oder in einem Gateway in der Nähe.

6. Pay As You Go (PAYG) ist auf dem Vormarsch:

Auf Basis des Internet der Dinge wird das Bezahlmodell PAYG immer häufiger beim Einkauf von Produkten genutzt, dabei erfolgt die Abrechnung nach Nutzung des gekauften Produktes. Künftig wird in allen Produkten bereits beim Verkauf eine „intelligente“ Komponente integriert sein. So kann beispielsweise eine Waschmaschine zu einem niedrigen Verkaufspreis oder sogar kostenlos angeboten werden und der Verbraucher zahlt nur für jede Nutzung.

7. Mathelehrer gesucht: Da immer mehr

Hochschulabsolventen für die Analyse von Big Data rekrutiert werden, werben Headhunter in Zukunft immer öfter Mathematiklehrer und -professoren aus Schulen sowie Hochschulen ab. Dessen müssen sich für Innovation, Beschäftigung und (Hochschul-)Bildung zuständige Behörden bewusst und entsprechend tätig werden.

„Das Internet der Dinge ist eine Echtzeit-Herausforderung, sozusagen die Analyse von Big Data unter Zeitdruck. Alte Produkte werden künftig neu erfunden und es werden komplette Unternehmen über Nacht neu entstehen und sich ausschließlich mit der Analyse sowie damit verbundenen Dienstleistungen befassen. Innovative Köpfe und Marktführer, die sich mitten in dieser digitalen Transformation befinden, werden die Gewinner sein“, resümiert Dr. Jürgen Krämer.