Alle Beiträge von Hendrik Stüwe

Hendrik Stüwe ist gelernter Industriekaufmann, Journalist und Fotograf (Händrixen Pictures) aus Göppingen. Als freier Journalist recherchiert er querbeet durch Management und Technik-Themen und versorgt Unternehmer mit neuesten Trends und Tipps aus den Branchen.

Fördersystem unterm Hallendach

Weil Platz in Produktionshallen immer kostbarer wird, ist die Nanogate GfO Systems GmbH 2013 dazu übergegangen, die 10.000 Quadratmeter unter dem Hallendach für Fördersysteme zu nutzen. Mit Quick Move fanden die Schwäbisch Gmünder eine modular erweiterbare Lösung, die ohne Umladehandling Behälter platzsparend im rechten Winkel in die Höhe und zur Seite befördert.

Die Nanogate GfO Systems mit ihren rund 180 Mitarbeitern, davon 140 in der Produktion, liefert multifunktionale und optische Oberflächenveredelungen für Kunststoffe und ist anerkannter Spezialist für die Metallisierung von Kunststoffen, etwa zur elektronischen Abschirmung. Unter anderem werden  im Vakuum Metalle verdampft und mit deren Partikeln die Kunststoffe beschichtet. Die rund 200 verschiedenen Komponenten, die die Gmünder im Geschäftsfeld N-Metals Elamet beschichten, verbauen Kunden aus Medizin-, Luftfahrt-, Steuerungstechnik und Automobilindustrie.

Mit dem zweiten sogenannten N-Glaze Sicralan-Verfahren verleiht das Unternehmen zahlreichen Produkten eine transparente Beschichtung, um Oberflächen kratzfest, chemikalienbeständig, UV-Licht- und witterungsresistent zu machen. Verschiedene Losgrößen von Kleinstserien bis zu vielen 100.000 Stück pro Jahr umfassen beispielsweise Blenden für Leuchten, Schalter oder Griffe für unterschiedliche Anwendungsfelder wie Automobil, Weiße Ware oder Konsumgüterindustrie.
Die Gmünder, deren Ursprünge in der Degussa AG liegen, gehören seit 2010 zur Nanogate SE, einem international tätigen Beschichtungsspezialisten mit weltweit 1500 Mitarbeitern und 186 Millionen Euro Umsatz.

Die vollautomatisierten Beschichtungsprozesse auf sechs Lackieranlagen laufen in Gmünd im Drei-Schicht-Betrieb. Die Peripherie dagegen wie Zuführsysteme bestücken, manuell vorreinigen oder Endkontrolle ist sehr personal- und zeitintensiv. „Die Automatisierung lohnt auf Grund der limitierten Serien hier nur sehr bedingt,“ sagt Konstruktionsleiter Peter Wasgien.
Auf der Fachmesse Logimat in Stuttgart hatte der gelernte Feinwerktechniker 2013 eine Lösung gesucht und gefunden, um die 30 Meter von der Teileabnahme zum 130 Grad heißen Einbrennofen zu überbrücken, in dem Schiebedächer für SUVs und andere Premiumlimousinen lackiert werden. „Wir brauchten unbedingt eine Deckenlösung, um andere Prozessabläufe nicht zu stören, zumal wir keinerlei freie Flächen mehr hatten und haben,“ sagt Wasgien.

Für die Quick Move-Lösung sprach die platzsparende Aufzugslösung im Ringverkehr, die die Werkstücke im rechten Winkel in gut vier Metern Höhe über den laufenden Betrieb hinweg transportiert und an der Lackieranlage wieder absetzt. Erschwerend kam die Dimensionierung der Gondeln hinzu, um die 1,2 mal 0,25 Meter großen und knapp zehn Kilogramm schweren Dächer sicher befördern zu können. Der Konstruktionsexperte: „Die Projektierer von Quick Move haben das exzellent modifiziert und einen Ringverkehr mit zwölf Behältern konzipiert, der im Ein-Minuten-Takt analog unserem Produktionszyklus funktioniert.“

Bereits wenige Monate später war das 100.000 Euro teure Fördersystem installiert, das einige Male nachjustiert wurde, um punktgenau seinen ganzen Nutzen zu entfalten, der Raum, Personal und Kosten spart. Sämtliche denkbaren Alternativen, so Wasgien, wären aufwändiger gewesen: „Quick Move ist eine sehr intelligente, modulare Lösung mit hoher Variabilität.“ Das Fördersystem biete Perspektiven, weitere Flächenreserven unter der Decke zu aktivieren, damit weiterem Wachstum nichts im Wege steht.

Energieeinsparpotential beim Induktivhärten

Bis zu einem Fünftel der Energiekosten im induktiven Härteprozess können Anlagen von Inductoheat, einem Unternehmen der weltweit tätigen Inductotherm Group, einsparen, die mit einem Energiemanagementsystem ausgestattet sind. Das ermöglicht nicht nur reduzierte Amortisationszeiten. Vor allem qualitätsbestimmende Prozessparameter werden dokumentiert und optimiert. Das hilft, Problemstellungen frühzeitig erkennen und Folgekosten vermeiden.

Mit der Lösung von Emsyst 4.0 aus Oberboihingen bei Stuttgart wurde erstmals deren Energiemanagementsystem in eine Anlage implementiert. Zuvor hatte das System primär dazu gedient, Gebäude, Anlagen, Erzeuger- und Verbraucherquellen in einem Unternehmen zu verknüpfen. Denn das Software-basierte System lässt sich so programmieren, dass etwa Lastspitzen gesenkt, eigenerzeugter Strom vorrangig verbraucht oder Verschwendung eliminiert werden.
„Die Anwendungen sind nahezu beliebig“, sagt Friedrich Riempp, der sein System mittlerweile rund 140 Mal verkauft hat und dabei teils Einsparpotentiale von 40 Prozent erzielt. Entsprechend liegt die Amortisation des knapp 30.000 Euro teuren Systems, das auch in der Diagnostik zum Einsatz kommt, oft unter einem Jahr.
Mit Emsyst 4.0 hat der Unternehmer, der im Kerngeschäft mit 250 Monteuren Industriewartung und Elektrotechnik bei rund 100 Zulieferbetrieben in der Region Stuttgart macht, 2013 im Kontext des Atomausstiegs der Bundesregierung ein Energiemanagementsystem entwickelt, das nahezu universal einsetzbar ist.
Das Grundprinzip ist immer dasselbe: Alle Verbrauchs- und Erzeugerquellen, also Maschinen, Gebäude, technische Einrichtungen einerseits sowie Öl-, Gas-Brenner, externer Strombezug, Fernwärme, BHKW, PV-Anlage oder Batteriesystem andererseits kommunizieren untereinander und sind programmier- und steuerbar.
Im Gebäudemanagement etwa von Shopping Malls, Autohäusern und Verwaltungen ist Emsyst 4.0 schon lange im Einsatz und spart bis zu 40 Prozent Kosten, weshalb sich der Invest im Einzelfall in sechs bis acht Monaten amortisiert.
Aus solchen Anwendungen hatte Frank Andrä, Geschäftsführer von Inductoheat in Reichenbach/Fils, Emsyst 4.0 gekannt. Im Dialog mit Riempp entstand die Idee, das Verfahren erstmals in eine Anlage hinein zu transferieren. Denn induktives Härten findet bei einer Vielzahl von Bauteilen wie Kurbel- und Nockenwellen, Getriebebauteilen, Schienenköpfen von Bahngleisen oder Großringlagern von Windkraftanlagen bei extrem hohen Temperaturen statt.
Hochfrequenter Wechselstrom induziert im elektrisch leitenden Bauteil Kurzschlußstrom, der in der Randschicht des Werkstücks das Material in wenigen Sekunden erwärmt und damit gezielt seine Eigenschaften verändert.
Der folgende Abkühlprozess mit einer biologisch abbaubaren Wasser-Polymerlösung  „friert“ die gewünschte Materialstruktur ein. Der Prozess wird auf Bauteile von wenigen Gramm bis zu mehreren Tonnen Eigengewicht angewendet, woraus sich unterschiedlichste Anforderungen an Aufbau und Dimensionierung der Anlagentechnik, den Energieeinsatz und die Prozesszeiten ergeben.
Obwohl es ein energieintensives Verfahren bleibt, spart es im Vergleich zu konventionellen Härteverfahren in Öfen bis zu 30 Prozent Energie, da nur die Funktionsflächen und nicht das gesamte Bauteil in seinen Materialeigenschaften verändert werden. Der Prozess kann in die Fertigung integriert werden, wodurch Zwischenlager- und Chargier-Aufwand entfallen.
Mit Emsyst 4.0 bietet Inductoheat seinen Kunden seit diesem Jahr zusätzliches Energieeinsparpotential. Die Softwarelösung erfasst und verarbeitet die in der Anlage bereits verfügbaren Daten und Signale des Härteverfahrens und der relevanten Maschinenparameter. Anhand dieser Ergebnisse können Faktoren gezielt beeinflusst und Energieeffizienz und Prozessrentabilität verbessert werden.
Dies geschieht etwa an den für das Abkühlsystem notwendigen Förderpumpen. Diese laufen normalerweise im Dauerbetrieb. Nicht benötigte Abschreckemulsion während Belade- oder Aufheizvorgängen wird über einen Bypass abgeleitet. Obwohl eine solche Pumpe nur über eine Anschlussleistung von oft vier KW verfügt, verbraucht sie insgesamt im Dauerbetrieb bis zu 50 Prozent der gesamten im Betrieb benötigten Leistung.
Die Emsyst 4.0-Auswertung ergab, dass der Einsatz einer geregelten Pumpe, die nur zum eigentlichen Prozessschritt des Abkühlens ans Netz geht, viel Energie einspart.  Auch der Wirkungsgrad des Induktors, dem Werkzeug, das den hochfrequenten Wechselstrom ins Bauteil induziert, steigt, wenn er auf Bauteilgeometrie abgestimmt wird.
Das Energiemanagementsystem kam 2017 im Kontext von Industrie 4.0 ins Spiel. „Wir wollten unsere Anlagen intelligenter und dialogfähiger mit dem Umfeld machen“, sagt Geschäftsführer Frank Andrä, der die Riempp-Lösung aus dem Facility Management kannte. Im Mittelpunkt stand, den Härteprozess qualitativ zu verbessern, die Anlage fernwarten zu können oder Verschleiß präventiv zu diagnostizieren und kundenspezifisch gewünschte Maintenance-Aktivitäten per Fernwartung zur Verfügung zu stellen.
„Die Verbesserung der Energiebilanz war ein zweites Ziel“, sagt der Chef von 70 Mitarbeitern, der die Lösung auf der EMO in Hannover im Oktober 2017 erstmals präsentierte und auf sehr gute Resonanz stieß. Andrä: „Emsyst 4.0 dient uns als plattformunabhängige Schnittstelle, die über Sensoren Daten erfasst, über Algorithmen auswertet und somit neue Daten und Erkenntnisse liefert, mit denen wir den Prozess gezielt optimieren und die Qualität verbessern können.“
Die Kosten für Emsyst 4.0 hängen vorrangig von der Anzahl der Messpunkte ab. Dessen Implementierung läuft parallel zur Montage einer Anlage und dem Bau des Schaltschranks, kann aber auch relativ einfach an bestehenden Anlagen nachgerüstet werden.
Rund 20 Anlagen bauen die Reichenbacher pro Jahr, wobei das Härtezubehör die Kernkompetenz der Produktion darstellt. Die Anlagenkomponenten werden im Haus entwickelt und konstruiert. Bei deren Fertigung  arbeitet das Unternehmen mit einem Netzwerk qualifizierter Lieferanten zusammen. Montage, Inbetriebnahme und Kunden-Vorabnahme erfolgen im Werk in Reichenbach. Eine Anlage ist im Schnitt mehr als 20 Jahre im Einsatz. Diese Wertbeständigkeit unterstützt das Unternehmen mit Serviceverträgen und Ersatzteilversorgung. Mehr als 1000 Installationen zeugen von zufriedenen Kunden, die im Gros aus  Automotive-, Werkzeugindustrie und Maschinenbau stammen.

Inductoheat auf der AMB in Stuttgart

„Auf Grund der räumlichen Nähe nutzen wir unsere Firma traditionell  als erweiterten Showroom der Messe,“ sagt Geschäftsführer Frank Andrä, der Interessenten aus aller Welt per Auto binnen 25 Minuten vor Ort bringt. Am Stand zeigt der Anlagenbauer an einer Maschine seine I-syst 4.0-Lösung, die sämtliche Parameter des Härteprozesses individuell steuern und dokumentieren kann. Das verbessert die Qualität, beschleunigt den Prozess, spart Material und oft ein Fünftel Energie.
Die fünf Messestandbetreuer aus Vertrieb, Entwicklung und Applikation erwarten in den fünf Tagen bis zu 100 ihrer Kunden. Zu 80 Prozent liegt der Fokus aber auf Kontakten zu Neukunden, die teils gezielt angeschrieben wurden oder die im Umfeld von Oberflächenbearbeitung oder der benachbarten Halle für Zerspanen, Schleifen und Härten neue Verfahren suchen. Dabei profitieren die Reichenbacher mit ihren 70 Mitarbeitern auch von der Bekanntheit ihrer US-Mutter Inductotherm, die gleichfalls Weltmarktführer ist.
„Kunden für ein Abendentertainment zu gewinnen, ist mittlerweile schwierig, weil die 90.000 Fachbesucher meist ohne Übernachtung kommen,“ sagt Andrä, dessen Mitarbeiter aber bis zu zehn Interessenten für einen Besuch im nahen Werk gewinnen können. Am Stand selbst sind Besucher bei schwäbischen Spezialitäten zum Pause machen und Verweilen eingeladen.
Beim jährlichen Härtereikongress in Köln vom 16. bis 18. Oktober besteht die nächste Gelegenheit, die Inducotoheat-Technologie zu erleben. Die 500 Fachbesucher können sich dort auf 200 Aussteller konzentrieren. Auf der 1st Euroforge in Berlin vom 13. bis 15. November im Hotel Estrel beenden die Reichenbacher, die jährlich rund 20 Anlagen verkaufen, das Messejahr.
www.inductoheat.eu

Platz sparen: Modulare Lösungen liegen im Trend

Quick Move ist ein modular erweiterbares Fördersystem, das auch an der Hallendecke oder –wand installiert werden kann, um ungenutzten Raum in die Produktion einzubeziehen. Die oft um die 100 Meter lange Ringlösung wird aus Standardkomponenten von Profilen, Behältern und e-Antrieben konfektioniert und ist so binnen Tagen montiert und arbeitsfähig. Der patentierte Clou: Das Fördersystem überwindet im rechten Winkel Höhenunterschiede, ohne umladen zu müssen.

„Das Transportsystem ist eine sehr intelligente, modulare Lösung mit hoher Variabilität zur Seite und in die Höhe,“ sagt Peter Wasgien. Der Konstruktionsleiter der Nanogate GfO Systems GmbH in Schwäbisch Gmünd hat seit 2013 Erfahrung mit Quick Move. Das Fördersystem biete Perspektiven, weitere Flächenreserven unter der Decke zu aktivieren, damit weiterem Wachstum nichts im Wege steht.   

Geschwindigkeit und Behälterabstand sind variabel, so dass Taktzeiten berücksichtigt werden können. Auch die Dimensionierung der Behälter, deren Obergrenze bei 40 Kilogramm je Förderteil liegt, ist anpassbar. Die Anzahl der synchronisierten e-Antriebe richtet sich nach Länge, Höhenunterschied, Fördergewicht, -tempo und Taktzahl der Anlage.
Rund 40 Lösungen der Kölner Goffin Gruppe, darunter auch Projekte, die mehrere Etagen miteinander durch Decke und Boden verbinden, sind aktuell in Planung oder Montage. „Die Kosten liegen um die 110.000 Euro und hängen vom Einzelfall ab,“ sagt Quick Move-Geschäftsführer Thomas Brüse. Üblicherweise brauche sein Team einen Vorlauf von zwei Monaten von der Ausmessung und Dimensionierung bis zur Inbetriebnahme. Für die Installation reiche oft ein Wochenende, so dass Produktionsausfälle vermieden werden. Die Amortisation liege meist binnen zweier Jahre, weil Abläufe optimiert, Fehlerquellen eliminiert und Arbeitsaufwände reduziert werden. 

Auf einem ähnlichen Prinzip basiert der Erfolg der HaLog MCI GmbH & Co. KG: 220.000 Quadratmeter mobile Hallenfläche in 31 Objekten hat Rainer Nobereit aktuell bundesweit vermietet. Das modulare Hallen-Equipment, dessen Spektrum aktuell von Größen von 70 bis 33.000 Quadratmetern reicht, hat einen Sachwert von 77 Millionen Euro. Nach dem Baukastenprinzip können die Hallen in einem Rastermaß von zehn bis 75 Metern Breite und vier bis acht Metern Höhe in Fünf-Meter-Schritten beliebig lang überall binnen zweier Monate errichtet und in Betrieb genommen werden.  
1995 begann der Baden-Badener, der die Marktlücke als Logistikmanager bei Opel in Bochum erkannt hatte, mit einer ersten Zelthalle für DaimlerChrysler in Rastatt im Kontext der A-Klasse und des missglückten Elch-Tests. „Die brauchten damals schnell zusätzliche Lagerflächen und ich habe geliefert“, sagt Nobereit. Vier Jahre später gründet der 60-Jährige dafür eine eigene Firma und liefert seither mobile Hallen aus Stahl, deren Komponenten er bei einem Metallbauer produzieren lässt.

Je nach Standard kostet ihn der Quadratmeter je Halle 200 bis 500 Euro in der Herstellung. Das hängt von Heizung, Beleuchtung oder Kühlung ab. So verbaut er üblicherweise Schnelllauf-Rolltore, die 25.000 Euro pro Stück kosten. Die billigste Alternative kostet ein Zehntel dessen. „Wir liegen im Komfort immer oben, um die Module variabel einsetzen zu können,“ sagt Nobereit. So sind die bis zu acht Grad flachen Dächer etwa auf hohe Schneelasten ausgelegt.
Sechs Millionen Euro Miete erzielt die HaLog aktuell pro Jahr mit der Überlassung ihrer Hallen, die zwischen drei und 20 Jahren stehen. Aktuell wird eine 22.000 Quadratmeter große Halle demontiert, aus der fünf kleinere Hallen teils beim selben Kunden, aber an anderen Standorten entstehen. 2000 Quadratmeter Halle liegen aktuell als Module ungenutzt auf Lager und 2018 will Nobereit weitere Flächen im Wert von 20 Millionen Euro vermarkten. Bis zu 15 Prozent der Kosten entfallen dabei auf die Montage.

Bislang sind die Kunden vor allem Automobilhersteller, Logistiker und ein französischer Alu-Hersteller. Potentiale sieht der Unternehmer aber bei Zulieferern, in der Luftfracht und im Mittelstand. So können in Handwerk oder Gewerbe Hallen mit 2000 oder 3000 Quadratmetern auch testweise für eine neue Geschäftsidee und befristet auf zwei, drei Jahre vor Ort genutzt werden.

Um die Variabilität der Logistik mit der Flexibilität der Finanzierung zu kombinieren, hat die Nürnberger Leasing 2013 exklusiv für die Nobereit Holding die HaLog Leasing gegründet, um das Wachstum von dessen Hallengeschäft mit zu finanzieren. Diese erwirbt die Hallen und verleast sie an die Kunden. Das hat steuerliche Vorteile für den Kunden und verbessert dessen Liquidität.

Private Rente für den kleinen Werker-Geldbeutel

Gerade für Gering- und Wenigverdiener sowie Alleinerziehende ist eine private Altersvorsorge sehr wichtig. Diese Zielgruppe erwartet nur eine kleine gesetzliche Rente und ist deswegen besonders von Altersarmut bedroht. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert und ab 2018 die Spielregeln insbesondere für Menschen mit unterdurchschnittlichem Einkommen verbessert. So ist es attraktiver geworden, etwas fürs Alter zu tun.

Riester-Förderung nutzen

Um Verbraucher zum Abschluss einer entsprechenden Vorsorge zu motivieren, unterstützt der Staat seit 2002 Vorsorgesparer, die einen Vertrag für eine Riester-Rente abschließen, mit Zulagen und Steuervorteilen. „Bereits ein kleiner, monatlicher Beitrag kann ein finanzielles Polster für den Ruhestand schaffen“, sagt Dieter Homburg. Der Autor des Ratgebers Altersvorsorge für Dummies weiß, dass seit diesem Jahr die staatliche Grundzulage für Erwachsene von 154 auf 175 Euro pro Jahr angehoben worden ist. Für jüngere Kinder gibt es weiterhin 300 Euro, wenn Sie ab 2008 geboren worden sind, für ältere Kinder immerhin 185 Euro im Jahr. Wer beim Abschluss eines Vertrages noch keine 25 Jahre alt ist, erhält einmalig 200 Euro.

Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Versicherte mindestens vier Prozent ihres Bruttoeinkommens in den Riestervertrag einzahlen. Unabhängig davon darf der eingezahlte Betrag 60 Euro im Jahr nicht unterschreiten.

Dazu macht Homburg ein Beispiel: Eine Alleinerziehende mit zwei nach 2008 geborenen Kindern arbeitet Teilzeit und verdient 20.000 Euro im Jahr. Um die vier-Prozent-Mindestgrenze zu erfüllen, muss die Frau jährlich 800 Euro in ihren Riestervertrag einzahlen. Sie selbst zahlt davon aber nur die Mindesteinlage von 60 Euro, den Rest bekommt sie vom Staat dazu: pro Jahr 175 Euro und für jedes Kind weitere 300 Euro. Bei 2 Kindern und einem Erwachsenen also 775 Euro an Förderung pro Jahr.

Auf 10 Jahre hochgerechnet zahlt die Versicherte aus dem Beispiel somit 600 Euro aus eigener Tasche und bekommt 7.750 Euro an staatlichen Zulagen obendrauf gepackt.

Trotz Abgaben vom Angesparten im Alter profitieren

Zu Rentenbeginn können sich Versicherungsnehmer bis zu 30 Prozent des aufgebauten Riester-Polsters auf einen Schlag auszahlen lassen. Der Rest erfolgt als lebenslange monatliche Rentenauszahlung. Seit diesem Jahr ist neu geregelt, dass über den Arbeitgeber abgeschlossene Riesterverträge in der Auszahlungsphase in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung beitragsfrei bleiben.

Zahlungen aus der Riester-Rente müssen außerdem versteuert werden. Als Ausgleich fallen in der Ansparphase keine Steuern an. Wie viel Geld an den Staat fließt, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Da das Gesamteinkommen im Rentenalter oft kleiner ausfällt, als zu den Zeiten als Arbeitnehmer, profitieren die meisten von einem niedrigeren Steuersatz.

„Vor Abschluss eines Vertrages sollten Interessierte unbedingt auf die Kosten sowie die bisherigen Ergebnisse der Anlage achten. Geringe Vertragskosten und gute Renditen verbessern das Ergebnis deutlich“, sagt der Finanzexperte. Riester-Fondssparpläne sind bei Restlaufzeiten von 15 Jahren und mehr empfehlenswert.

Neu: Rente wird nicht komplett auf die Grundsicherung angerechnet

Bisher war für viele Geringverdiener ein Argument gegen die Riester-Rente: „Mir bleibt ja davon sowieso nichts übrig, weil der Staat mir wieder alles wegnimmt.“ Das traf auf Geringverdiener zu, die im Alter auf die sogenannte Grundsicherung angewiesen sind. Die Grundsicherung bezeichnet einen Mindestbetrag, den jeder Deutsche im Monat zur Verfügung haben sollte. Das sind derzeit 809 Euro inklusive Wohngeld. Wer weniger hat, kann einen Zuschuss beim Amt beantragen. Bisher lohnte sich Riestern für Menschen mit kleinem Einkommen tatsächlich kaum, weil die Riester-Rente auf die Grundsicherung angerechnet wurde.

Zukünftig bleiben 100 Euro Zusatzrente aus Riester, betrieblicher Altersvorsorge oder Rürup außen vor und werden nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Wer mehr als 100 Euro Privatrente erhält, kann 30 Prozent des Betrages, der 100 Euro übersteigt, behalten. Das geht bis zurzeit maximal 208 Euro im Monat. In der Praxis fallen die Riester-Renten aufgrund der niedrigen Einzahlungen meist nicht höher aus.

Arbeitgeber können unterstützen

Auch das ist neu: Der Arbeitgeber kann Mitarbeitern, die bis zu 2.200 Euro im Monat verdienen, bis zu 480 Euro pro Jahr in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Dafür bekommt der Chef 30 Prozent seiner Investition direkt vom Staat zurück. Den Rest kann er noch als Betriebsausgabe ansetzen. Wer bisher noch nicht von einer betrieblichen Altersvorsorge profitiert, kann seit 2018 vom Arbeitgeber verlangen, dass dieser ihn über individuelle Möglichkeiten informiert.

Tipp: Eine Haftpflichtversicherung schützt das Angesparte

Damit auf dem Weg zur Altersvorsorge nicht ein persönliches Risiko das mühsam Angesparte auffrisst, sollte jeder Haushalt einen Haftpflichtversicherungsschutz haben. „Leider ist das gerade bei Gering- und Wenigverdienern häufig nicht der Fall“, analysiert Homburg. Etwa 35 bis 40 Prozent der Haushalte mit geringem Einkommen stehen ohne den wichtigen Haftpflichtschutz da. Das kann sehr teuer werden, wenn es zum Schadensfall kommt. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die eine Person einer anderen Person außerhalb der Familie zufügt.

Für 50 bis 75 Euro im Jahr lässt sich eine gute Police vereinbaren. Nur ein Familienmitglied, also Vater oder Mutter, benötigt eine Haftpflichtversicherung. Die anderen Familienmitglieder sind automatisch inbegriffen. Unverheiratete Kinder sind bis zur Volljährigkeit und Erstausbildung über die Eltern versichert.

Dieter Homburgs Fazit: Für Gering- und Wenigverdiener kann die Gesetzesverbesserung der Startschuss zum Abschluss einer Altersvorsorge sein. Wer die staatlichen Töpfe ausschöpft, bleibt meist von Altersarmut verschont. Die perfekte Riester-Rente gibt es nicht von der Stange. Eine individuelle Beratung zu der Rentenversicherung mit staatlicher Unterstützung ist daher empfehlenswert.

Technik-Lernen on demand

Wer digital lernen möchte, findet eine große Auswahl von Gratis-Angeboten im Netz. Zwar helfen offene Online-Kurse und Youtube-Tutorials dabei, auf dem Laufenden zu bleiben. Sie sind aber auch Zeitfresser. Bezahltes ist didaktisch oft besser aufbereitet und schneller zu absolvieren.

E-Learning schön und gut. Aber dann bitte so, dass wirklich gelernt wird. Bewegtbilder bieten nämlich keinen wirklichen Lernzuwachs: „Wer Filme konsumiert, bleibt passiv. Das Gelernte sollte aber möglichst schnell praktisch angewandt werden, damit sich Wissen festigen kann“, bestätigt Christoph Igel, Wissenschaftlicher Leiter des Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

„Wir gehen weg von klassischen Schulungen, in denen Faktenwissen gelernt oder Prozesse vermittelt wurden. Heute sind handlungsorientiertes Lernen am Arbeitsplatz und der Aufbau von Erfahrungswissen gefragt“, weiß der habilitierte Verhaltensforscher und Professor für Bildungstechnologie. Dieses Lernen am Arbeitsplatz setzt der E-Learning-Anbieter IMC vorbildlich um. Wer sich konkret auf ein Mitarbeitergespräch oder eine Preisverhandlung vorbereiten will, sollte nach dem Karteikarten-Prinzip vorgehen: Informationen, die kurz zusammengefasst und sofort einsetzbar sind. Die Experten für digitale Bildung bieten beispielsweise eine Funktion, in der sehr schnell einsetzbare Informationsbausteine zu verschiedenen Themen abrufbar sind. Für konkrete Situationen sind hier die wichtigsten Regeln übersichtlich dargestellt und frischen die Methodenkompetenz direkt vor dem Termin noch einmal auf. „Diese Einheiten verzichten auf jeden Schnickschnack. Sie sind Fakten pur“, sagt Christian Wachter, Vorstand von IMC.

Kurze Lerneinheiten für Zwischendurch

Massive Open Online Courses (MOOCs) sind meist 90 Minuten lang und behandeln ein bestimmtes Themengebiet in epischer Breite. Große Universitäten weltweit wollen die Lehrveranstaltungen berühmter Professoren in voller Länge online für alle verfügbar machen. Wer wie die meisten Macher akutem Zeitmangel ausgesetzt ist, setzt eher auf Microlearning. In kleinen Häppchen konsumieren sich Themen nämlich verträglicher. Deshalb bieten E-Learning-Anbieter vermehrt kurze Einheiten. „Zehn Minuten sind das Maximum“, sagt Wachter. Dass die Zeit immer knapper wird und der Wissensdurst größer, ist ein allgemeines Phänomen. „Es gilt, Inhalte intelligent aufzubereiten, damit sie auch genutzt werden. Niemand ist anspruchsvoller als ein Mitarbeiter mit knappem Zeitbudget“, weiß Wachter. Für den Macher von E-Learning-Content geht der Trend zu kleinteiligen, mobil verfügbaren Lernformaten. Diese „Nuggets“ können Videos von nicht mehr als fünf Minuten sein, oder kleine interaktive Trainings, mit Aufgaben zu einem bestimmten Thema.

Themenvielfalt: Führungskräfte wollen Gesamtüberblick

Je höher Manager in der Hierarchie stehen, desto mehr müssen sie mitreden können, etwa bei Megatrends in der Wirtschaft. Wichtig ist also ein Anbieter mit einem breiten Wissensspektrum. Oder der Zugriff auf unterschiedliche Lernplattformen. Nach dem Motto: Meine Persönlichkeit entwickle ich mit Gratis-Angeboten weiter, Faktenwissen nehme ich von prominenten Vorbildern in bezahlten Quick Talk Videos (z.B. von Pink University) auf.

„Es kommt nach wie vor auf Faktenwissen an. Es bildet den Sockel, auf den Mitarbeiter aufbauen können“, beobachtet IMC-Chef Wachter. Sind die Wissenslücken gefüllt, geht es anschließend um die Methodik, das eigene Wissen in die richtigen Bahnen zu lenken.

Informell lernt es sich besser

Viele Entscheider tun sich schwer mit Weiterbildung. Denn das Tagesgeschäft ist so fordernd, dass es viel wichtiger ist, als Firefighter unterwegs zu sein, als sich mit Wissen zu beschäftigen, das wir vielleicht erst in einigen Monaten brauchen. Erkennt das Gehirn Weiterbildung jedoch nicht als solche, geht Lernen wie von allein. Unser Denkapparat merkt sich Sachverhalte besser und die Motivation ist größer.

Das Startup Neocosmo sieht sich als Experte für das Vermitteln von Wissen mit Freizeitcharakter. Mit professionell aufgemachten Magazinen, die Mitarbeiter abonnieren. Genauso wie sie es auch in ihrer Freizeit mit Mode- oder Autozeitschriften tun. „Lesen ist neurologisch gesehen, eine der besten Methoden, Wissen aufzunehmen“, sagt Gründer Volker Zimmermann. Der promovierte Wirtschaftsinformatiker weiß, dass es im klassischen E-Learning eigentlich verpönt ist, mit langen Artikeln und Texten zu arbeiten und setzt den Platzhirschen seinen neuen Ansatz entgegen.

Wettbewerbsorientierte Führungskräfte bei ihrem Spieltrieb packen. Das versuchen Anbieter webbasierter Lernprogramme mit Gamification. Das sind spielerische Elemente in denen beispielsweise eine Tabelle der besten Teilnehmer zum Mitmachen motiviert. Die Community honoriert es, wenn Nutzer Aufgaben absolvieren oder Tests bestehen. Forscher Professor Igel hält Gamification für äußerst sinnvoll: „Wer bei Ratespielen oder Wettbewerben lernt, behält Fakten besser und bleibt motiviert.“

Solar lohnt sich noch

2018 ist wieder ein gutes Solar-Jahr: Die Kosten für Dachanlagen sind in den letzten Monaten weiter gesunken. Insgesamt im zweistelligen Prozentbereich. Die Einspeisevergütung bleibt stabil, die Strompreise ebenfalls. Schon ohne Eigenverbrauch sind Anlagen sinnvoll. Und wer seinen grünen Strom selbst nutzt, kann die Rentabilität weiter erhöhen.

Derzeit zahlen Bauherren für eine gewerbliche Aufdachanlage unter 1.000 Euro pro Kilowatt Peak Leistung, je nach Größe. Auf diese Weise kostet der selbst erzeugte Strom zwischen acht und zehn Cent inklusive Zuschläge, Finanzierungskosten und laufendem Aufwand für Wartung oder Reparaturen.

Außerdem ist die Einspeisevergütung für den nicht selbst genutzten Sonnenstrom stabil geblieben. Die festen Vergütungssätze für Anlagen bis 100 kWp bzw. die anzulegenden Werte nach dem Marktprämienmodell für Anlagen bis 750 kWp sind jeweils für 20 Jahre ab Anlagenerstellung stabil. Das bedeutet Berechenbarkeit der Einnahmen und eine Möglichkeit, seine Investition langfristig zu planen. Während das Solar Cluster Baden-Württemberg bei kleineren Anlagen von einer Gesamtrendite um die sechs Prozent spricht, wagt sich Solarunternehmen Goldbeck Solar bei größeren Anlagen etwas weiter aus dem Fenster: Im Idealfall und bei perfekter Ausrichtung sprechen die Hirschberger von satten zwölf Prozent Rendite. „So oder so sprechen wir hier nicht von Risikokapital“, sagt Jann Binder, Geschäftsführer des Solar Clusters BW. Für eine sichere Anlage liegen sechs Prozent weit über vergleichbaren Investments.

Den geringer werdenden Investitionskosten stehen gleichbleibende Einnahmen gegenüber. So wächst die Attraktivität von Aufdachanlagen zusehends. Der Eigenverbrauch des Solarstroms vom Dach erhöht die ohnehin schon attraktive Rendite der Volleinspeisung. Der Strompreis ist zwar derzeit stabil, wird aber über die kommenden 20 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen. „Dem Eigenverbrauch gehört die Zukunft“, sagt Goldbeck Solar-Geschäftsführer Björn Lamprecht. Denn die Stromversorger verlangen von Gewerbetreibenden derzeit rund 18 Cent pro Kilowattstunde.

Bei der Marktlage sind sich BSW-Solar, das Solarcluster BW und Goldbeck Solar aber einig: Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen auf Gebäuden ist in den letzten Monaten spürbar gestiegen. Und zwar um mehr als 20 Prozent. Die Akteure glauben, dass dieser Trend weiter anhalten wird. „Wir spüren, dass vor allem energetische Gesamtlösungen auf dem Vormarsch sind“, sagt Lamprecht.

Verlassen können sich Unternehmer mit Solaranlage auf die Einspeisevergütung. Auf 20 Jahre festgeschrieben, beträgt diese derzeit 10,6 Cent pro Kilowattstunde für den Leistungsanteil zwischen 40 und 100 KWp. Für die darunter liegenden Leistungsteile gibt es anteilig höhere Vergütungssätze. Eine 100 kW-Anlage bekommt also nicht 10,61 sondern 11,15 ct/kWh. Kleinere Anlagen über 40 und unter 100 kW bekommen entsprechend noch mehr.

Wer den eigenen Solarstrom verbraucht und dafür keinen Netzstrom kaufen muss, spart die Differenz zwischen Stromgestehungskosten und Stromeinkauf abzüglich der anteilig zu entrichtenden EEG Umlage. Im Ergebnis erzielt der Verbrauch des Solarstroms vom eigenen Industriedach daher einen Gewinn von rund sieben Cent. Der Gewinn durch Einspeisung ist höchstens halb so groß. „Man muss den Solarstrom nicht selbst verbrauchen, wenn es aber einfach möglich ist, verbessert das die Rendite-Situation“, fasst Binder zusammen.

Speicherlösungen steht Binder noch kritisch gegenüber. „Natürlich brauchen wir Menschen, die hinter dieser Technologie stehen und durch Ihre Investition in Speicher die Lernkurve beschleunigen sowie Speicherpreise reduzieren. Nutzt man Speicher nur zur Eigenverbrauchserhöhung, dann erhöhen sie die Rendite der Gesamtanlage derzeit nicht.“ Wenn Speicher jedoch gleichzeitig für andere Zwecke eingesetzt werden, beispielsweise zur Reduktion der Spitzenlast eines Industriebetriebs, dann ist ein Blick auf Speicherlösungen lohnend.

Ein Thema, mit dem sich gewerbliche Anlagenbetreiber ebenfalls auseinandersetzen müssen: Direktvermarktung. Ab einer Größe von 100 KWp muss der Strom selbst verbraucht oder direkt vermarktet werden. Über das Marktprämienmodell und die direkte Vermarktung können über einen erfahrenen Energiehändler auch für Anlagen bis 750 KWp ähnliche Erträge pro KWh erwirtschaftet werden. Oftmals kann ein geschickter Vermarkter einen höheren Preis erzielen, als die feste EEG-Umlage.

Elektronische Alltagshelfer für den Technikalltag

Schön wäre es doch, wenn uns ein kleiner digitaler Assistent Schritt für Schritt durch die täglichen Anwendungen führt oder wir mit dem Tablet schnell nachlesen können, was man wo beachten muss. Solche Helfer gibt es, wir stellen Ihnen einige vor.

Navigationsgerät für jede Software

Performance Support nennen es die Experten, wenn wir nicht in langatmigen Schulungen auf Vorrat lernen, sondern in dem Moment, in dem wir eine konkrete Hilfestellung benötigen. Der Anbieter von E-Learning-Lösungen IMC hat dafür einen Assistenten entwickelt, der Büroarbeiter durch jede beliebige Anwendung führen kann, den Process Guide. Wie ein Navigationssystem führt der Guide durch komplexe Geschäftsprozesse und IT Landschaften. Es erkennt, in welchem System ein Mitarbeiter gerade unterwegs ist. Um zu helfen, zeigt er relevante Informationen zum aktuellen Arbeitsschritt sowie die nächsten Steps auf und überprüft, was bereits getan wurde. Dabei ist er einfach und intuitiv bedienbar. „Es wäre ja noch schöner, wenn man für den Assistenten auch noch eine Schulung bräuchte“, fasst IMC-Vorstand Christian Wachter die einfache Anwendung zusammen.

Das Navigationsgerät für die tägliche Arbeit lässt sich mit allen Anwendungen und Aufgaben kombinieren. Ob das Urlaubsanträge sind, die Bestellsoftware im Einkauf oder technische Spezifikationen in einer I 4.0 Anwendung. Wer immer wieder vergisst, wie Serienbriefe erstellt werden und dafür keine zweitägige Schulung absolvieren will, lässt sich einfach vom Process Guide durch das System führen.

Elektronisch nachschlagen mit dem Tablet

Ideal für die Vorbereitung der nächsten Rede oder Präsentation ist das digitale Nachschlagewerk „Rhetorik“ von Autor Peter Flume. Das Werk gibt es schon seit 2014 auf dem Markt. Jetzt wurde das elektronische Buch mit Hörbeispielen und interaktiven Funktionen mit dem German Design Award 2017 ausgezeichnet. Der Titel überzeugte die Jury mit seiner Möglichkeit echten intuitiven Lernens. Die theoretischen Grundlagen rund um die wichtigsten Rhetorik-Skills können sich die Leser im Fließtext aneignen. Die eingebetteten Audiodateien bieten Hörbeispiele typischer Gesprächssituationen des Berufslebens. Per Fingertipp können zusätzliche Infotexte geöffnet werden, mit der Notizfunktion lassen sich eigene Gedanken und Anregungen abspeichern. Von rhetorischen Stilmitteln über den Einsatz der Stimme bis hin zu Tipps für kritische Gesprächssituationen erhält der Nutzer mit dem eBook active ein optimales multimediales Rhetoriktraining.

Digitale Notizen: mobil und sozial

Fast auf jedem PC ist ein Programm installiert, das die meisten Nutzer nicht kennen oder schlichtweg unterschätzen: OneNote. Bei den neueren Versionen gehört das Programm zum Office-Paket. Die digitale Notizfunktion löst Post-its und Zettelwirtschaft ab, indem es Notizen digital abspeichert. Anschließend können diese Informationsschnipsel sortiert, anderen zugänglich gemacht oder in To-Dos umgewandelt werden. „Mit einer digitalen Notizfunktion wie OneNote haben Notizen einen festen Platz und Sie können diese mit Kollegen gemeinsam bearbeiten“, sagt Experte für Büro-Kaizen Jürgen Kurz. In einem seiner Blogbeiträge veröffentlichte der ein Tutorial zu diesem Programm. Eine weitere schöne Funktion: Nutzer können ihre Notizen ihren Outlook-Terminen zuordnen. Kurz ist Fan davon, dass diese digitalen Notizen auch mobil über das Smartphone oder Tablet, oder von Außendienstmitarbeitern eingesehen werden können.

Überblick behalten – 160 Azubis an 250 Orten

„Unser Ziel ist ein übersichtlicher Einsatzplan“, erzählt Uwe Wälde. Der IMS Gear-Ausbildungsleiter und seine 14 Mitarbeiter wollten wissen, wann und wo welche Azubis aktuell sind. Kein leichtes Unterfangen, denn die 160 deutschsprachigen Azubis des Automobilzulieferers sind während der drei Ausbildungsjahre in rund 250 verschiedenen Bereichen und Abteilungen unterwegs. Vier Fünftel von ihnen werden in gewerblich-technischen Berufen ausgebildet. Außerdem sollten Bewertungen, Berichtsheft und Zeugnisse in derselben Datenbank hinterlegt sein. Dazu sollten die Ausbildungsbeauftragten Informationen selbst eintragen können und auch die Azubis ihren Einsatzplan auf ein Jahr im Voraus überblicken können. Das alles natürlich mit unterschiedlichen Zugriffsrechten, damit der Datenschutz gewährt bleibt. Komplex eben.

Eine Software, die sich den Betriebsabläufen anpasst

„Unsere Excel-Tabellen waren vor zwei Jahren unübersichtlich“, erinnert sich Wälde, deshalb hat er sich mit den Programmen von fünf Anbietern auseinandergesetzt. Doch dies waren oft abgeschlossene Programme mit zu wenigen Variationsmöglichkeiten und er hätte die bisherigen Arbeitsprozesse des Unternehmens an die Software anpassen müssen. Deshalb entschied er sich für einen IT-Dienstleister aus dem schwäbischen Metzingen: Mit seinem Modul-Aufbau und dem Angebot, Teile umzuprogrammieren und an die bestehenden Prozesse anzugleichen, war Easysoft Education wesentlich flexibler und kundenfreundlicher. „Die Software ist absichtlich so gestaltet, dass sie sich an vielen Stellen den Kundenbedürfnissen anpassen lässt“, sagt Wilfried Hahn, Entwicklungschef von Easysoft. Etwa bei jedem fünften Kunden entwickelt die IT-Schmiede auch zusätzlich kleine Programmteile neu.

„Die deutschsprachige Version läuft sehr gut“, urteilte Wälde nach einem Jahr. Knapp sechs Monate später lief auch die englischsprachige Version für 40 weitere Azubis in den beiden Werken in Mexiko und den USA. Dies war eine knifflige Angelegenheit für beiden Seiten, denn IMS Gear ist der erste gewerbliche Kunde, der in dieser Fremdsprache arbeitet. Deshalb dauerten diese Entwicklungen für den Spezialisten für Zahnrad- und Getriebetechnik etwas länger, waren dafür aber auch kostenfrei.

In Mexiko und USA wird die englische Version genutzt

„Dass das seine Zeit benötigt, ist klar“, sagt der Ausbildungsleiter, der inzwischen in der Anwenderarbeitsgruppe des IT-Dienstleisters seine Erfahrungen weitergibt. Glücklicherweise arbeiteten in den beiden nordamerikanischen Werken Deutsche an den entscheidenden Schnittstellen, so dass bereits vor dem Einsatz der englischsprachigen Version auch dort die Einsatzplanung für die Azubis über die Software laufen konnte.

Inzwischen können alle Azubis ihr Berichtsheft online ausfüllen. Das hat den großen Vorteil, dass Ausbildungsleiter sowie die Verantwortlichen in den Abteilungen schnell und einfach kontrollieren können, ob die Auszubildenden diese Aufgabe erfüllen oder nicht, um dann nachzuhaken. Für IMS Gear war dies ein wichtiges Entscheidungskriterium, denn statt alle Berichtsheft auszudrucken und an die zuständige IHK zu liefern, können die digitalen Berichtshefte nun online verschickt werden. Noch akzeptiert nicht jede IHK dieses Verfahren, aber mit der zunehmenden Digitalisierung ist das nur eine Frage der Zeit.

Das IMS Gear-Bewertungssystem funktioniert

Eine weitere wichtige Anforderung des Unternehmens war, dass sich deren seit Jahren ausgeklügeltes Bewertungssystem auch in der Software abbilden lässt. Derartige Bewertungsvorlagen existieren bereits in der Software und können innerhalb weniger Minuten angepasst und später weiter verändert werden.

Das Unternehmen, das 2016 mit 3050 Mitarbeitern 479 Millionen Euro umsetzte, erzielt definitiv zeitliche Einsparungen, so Wälde. Etwa ist der Einsatzplan schnell auszudrucken, der Überblick über den Ausbildungstand einzelner Schützlinge ist ausgezeichnet oder Zusammenhänge sind auf ersten Blick erkennbar. Dazu fühlt er sich hervorragend von Metzingen unterstützt: „Die Hotline versucht alle Userprobleme innerhalb eines Tages zu lösen“. Dazu besuchen zwei IMS-Personaler immer wieder die Anwenderkonferenz und erweitern dadurch ihr Wissen und geben die Informationen in der Abteilung weiter.

Effizienz-Killer eliminieren

Die meisten Unternehmer kennen ihre Hausaufgaben. Zumindest die großen Baustellen sind ihnen meist bewusst. Dabei gibt es viele kleine Stellschrauben mit großer Wirkung, um im Produktionsalltag mehr herauszuholen.

Schwache IT

IT ist Mittel zum Zweck. „Sie hat dienenden Charakter und kann Garant für Effizienz in der Produktion sein“, sagt IT-Experte Johannes Woithon. Wesentliche „Zutaten“ dazu seien beispielsweise Verfügbarkeit der Systeme und Verfügbarmachung relevanter Informationen (beispielsweise in Echtzeit und personalisiert). Wenn Daten nutzbar sind, beispielsweise auch über mobile Endgeräte falls erforderlich, können Prozesse effizienter gesteuert und bewertet werden. Das entlastet Mitarbeiter von Routinetätigkeiten und steuert den Produktions-, Material- und Informationsfluss ideal.

Lange Stillstandzeiten

Stichwort geplante Wartungen. Durch regelmäßige vorbeugende Wartungen nach Wartungsplänen, stehen Maschinen seltener still. Geplante Wartungen können terminlich außerhalb der Produktionszeit, beziehungsweise der Regelarbeitszeit stattfinden. Wer seinen Maschinenpark planmäßig wartet, spart zusätzlich Personal, das im Fall eines „Troubleshootings“ teuer werden kann. „Außerdem“, so ergänzt Geschäftsführer des gleichnamigen Industrieservice-Betriebs Friedrich Riempp, „kann die Lebenszeit der eingesetzten Technik verlängert werden“. Das spart den zusätzlichen Einsatz von Rohstoffen und verhindert vorzeitige Investitionen in neue Bearbeitungszentren, Pressen oder Förderbänder.

Hohe Energiekosten

„Durch die zur Zeit recht niedrigen Einkaufspreise für Energie, werden Strom und Wärme oftmals nicht mit hoher Priorität behandelt“, beobachtet Riempp. Obwohl die Preise mittelfristig ansteigen werden. Sparen können Produzierende vor allem bei Druckluft, Beleuchtung, Klimaanlagen sowie Motoren in Maschinen und Heizungspumpen. Außerdem sollten Hersteller Lastspitzen vermeiden und dadurch die Stromkosten senken. Was viele nicht beachten: Wer die vorgeschriebenen Sparmaßnahmen umsetzt, kann einen Teil der Energiesteuer zurückerstattet bekommen. „Mein Motto ist: Die sauberste Energie ist die, die nicht gebraucht wird“, konstatiert Riempp.

Experte für alternative Energien, Björn Lamprecht, stellt ebenfalls fest, dass sich noch zu wenige Firmen mit Photovoltaik, Blockheizkraftwerken und Windstrom befassen. „Oft liegt die Lösung in einem Gesamt-Energiekonzept“, sagt der Geschäftsführer von Goldbeck Solar. Eine PV-Anlage könne sich bereits nach sieben Jahren amortisieren und bis zu zwölf Prozent Rendite abwerfen. Voraussetzung dafür ist, dass das Unternehmen einen großen Anteil des erzeugten Sonnenstroms selbst verbrauchen kann.

Personal

„Unqualifiziertes Personal führt zu schlechter Stimmung und damit zu schlechter Qualität“, bringt es Unternehmensberater Manuel Marburger auf den Punkt. Der Geschäftsführer von muve sieht in vielen produzierenden Unternehmen das gleiche Problem: mangelnde Kommunikation. Oft seien es die kleinen Dinge, die Mitarbeiter unzufrieden machen und dafür sorgen, dass sie unmotiviert und damit schlecht arbeiten. „Einmal kam ich zu einem Unternehmen, das Baugruppen fertigt. Dort hatte man mit hohen Ausschusszahlen zu kämpfen. Nach 15-minütigem Schweigen kam heraus, dass die Männer unzufrieden sind, weil es keinen anständigen Kaffee gibt“, berichtet Marburger. Das hätte der Chef schon vor Wochen in einem Gespräch herausbekommen können und sich hohe Kosten für mangelnde Qualität erspart.

„Natürlich sind es nicht immer solche Details, die einem Produzierenden die Kosten in die Höhe treiben“, weiß der Berater. Ungenügende Qualifikation, hohe Personalfluktuation und nicht zuletzt der Fachkräftemangel treiben insbesondere Mittelständler um, die keine Spitzengehälter zahlen können. „Hier gilt es, Menschen kontinuierlich weiterzuentwickeln, sie wertschätzend zu behandeln und immer wieder zuzuhören, wo die Probleme der Einzelnen sind.“

Lagerhaltung und Logistik

Glaubt man Studien, so ist das Picking für mehr als die Hälfte der Lagerkosten verantwortlich. Im Klartext: Mitarbeiter suchen zu lange, um die benötigten Teile zu finden und treiben mit ihrer Arbeitszeit die Kosten in die Höhe. Die internen Transportwege fallen dabei besonders ins Gewicht.

Produzierende sollten bei der Lagereinteilung darauf achten, dass häufig abgerufene Teile näher an der Kommissionierstation gelagert werden. Was nicht so oft gebraucht wird, steht weiter hinten im Lager. Auch ist es wichtig, das richtige Lagersystem für die jeweiligen Komponenten zu nutzen. Für Palettenware eignen sich Hochregale, für Kleinteile oder Bulkware gibt es Horizontalkarusselle oder vertikale Lagerlifte.

Automatisierte Lager punkten durch geringeren Platzbedarf und eine sehr hohe Pickgenauigkeit von über 99 Prozent. Voraussetzung für ein automatisches oder halbautomatisches Picking-Prinzip ist die passende Softwarelösung. Unternehmer sollten unbedingt prüfen, ob für ihre Lagerhaltung eine (Teil-) Automatisierung sinnvoll ist.