Alle Beiträge von Ralph Hintemann

IT-Dienstleister bauen Kapazitäten aus

Der aktuelle Boom beim Bau und bei der Erweiterung von Rechenzentren in Deutschland wird vor allem durch die IT-Dienstleister wie Colocation-Anbieter, Cloud- und Hosting-Anbieter oder Full-Service-Provider getragen. Bei mehr als 40% der von NeRZ befragten IT-Dienstleister stieg die IT-Fläche ihrer Rechenzentren in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 20%. In den kommenden zwei Jahren möchten 70% der Befragten ihr Rechenzentrum noch erweitern. Damit ist die Investitionsbereitschaft bei IT-Dienstleistern deutlich höher als bei anderen Rechenzentren, bei denen knapp 50% der Befragten Erweiterungsinvestitionen für die kommenden zwei Jahre planen.

Auch für die mittelfristige Zukunft bis 2025 erwarten die meisten IT-Dienstleister, dass ihre Rechenzentren weiter wachsen. 53% gehen von wachsenden IT-Flächen aus, nur 9% vermuten, dass ihr Rechenzentrum kleiner wird (Grafik).

Auch hinsichtlich des Energiebedarfs ihres Rechenzentrums vermuten über 50% der Befragten, dass er bis zum Jahr 2025 weiter ansteigen wird. Nur 21% der IT-Dienstleister gehen von einem sinkenden Energiebedarf aus. Dabei bieten neue Technologien hohe Potenziale zur Senkung des Energiebedarfs der Rechenzentren. Das Umweltbundesamt beziffert im „Leitfaden zur umweltfreundlichen öffentlichen Beschaffung: Produkte und Dienstleistungen für Rechenzentren und Serverräume“ die Einsparmöglichkeiten für Bestandsrechenzentren auf bis zu 50%.

Mehr Informationen: www.ne-rz.de

Marktsegment des High Performance Computings wächst stark

Analysten sagen für die kommenden fünf Jahre Wachstumsraten im Bereich des HPC von jährlich 7% und mehr voraus. Für 2022 wird ein Marktvolumen von 45 Mrd. US-$ in diesem Marktsegment erwartet. Getragen wird das Wachstum vor allem durch immer neu hinzukommende Anwendungen im Industriebereich.

NeRZ hat sich in einer Marktuntersuchung ebenfalls mit dem Thema HPC befasst. Weltweit werden jährlich ca. 60 Mrd. US-$ in Serverhardware investiert. Der Anteil der Serversysteme, diefür  HPC genutzt werden, lag im Jahr 2017 mit ca. 12,5 Mrd. US-$ bei ca. 20 % der Serververkäufe. Für das Marktsegment der HPC-Server wird für die nächsten Jahre mit Wachstumsraten oberhalb von 10% gerechnet. Allein in Deutschland wurden 2017 ca. 700 Mio. € in HPC-Server investiert. Bis 2020 werden die Ausgaben für HPC-Server auf etwa 1 Mrd. € jährlich steigen. Insgesamt wird im High Performane Computing bis 2020 voraussichtlich ein jährliches Umsatzvolumen von 2,2 Mrd. € in Deutschland erreicht (Grafik).

Bei HPC-Computing bietet sich aufgrund der oft sehr hohen Leistungsdichten die Nutzung von wassergekühlten Systemen an. Wasserkühlung ist in der Lage, auch sehr hohe Wärmemengen effizient abzuführen und bietet den großen Vorteil, dass die Abwärme der Systeme sehr gut genutzt werden kann.

Mehr Informationen: www.ne-rz.de

Zahl der Hyperscale-Rechenzentren weltweit nimmt deutlich zu

Im Jahresrhythmus veröffentlicht Cisco sein White-Paper „Global Cloud Index“ mit interessanten Prognosen zur weltweiten Entwicklung der Rechenzentren. In der aktuellen Version aus dem Februar 2018 wird auch für die Jahre bis 2021 von einem sehr dynamischen Wachstum der Leistung der Rechenzentren ausgegangen. So wird die Zahl der Workloads aller Rechenzentren weltweit zwischen 2016 und 2021 um den Faktor 2,3 auf ca. 570 Millionen ansteigen. Unter einer Workload versteht Cisco ein virtuelles oder physikalisches Set von Computerressourcen, einschließlich Datenspeicher. Eine Workload kann ein physischer Server, ein virtueller Server oder ein Container sein.

Besonders interessant sind Ciscos Prognosen zur Struktur der Rechenzentren im Jahr 2021. Es wird davon ausgegangen, dass dann nur noch 6% der Workloads weltweit in traditionellen Rechenzentren und dafür 94% der Workloads in Cloud-Rechenzentren laufen. Die meisten Systeme werden in nur wenigen Hyperscale-Rechenzentren installiert sein – Cisco prognostiziert, dass 53% aller Server im Jahr 2021 in ca. 630 Hyperscale-Rechenzentren installiert sind (Grafik).

Tritt diese Entwicklung ein, kommt damit natürlich dem Thema Energieeffizienz solcher Hyperscale-Rechenzentren eine hohe Bedeutung zu. Fast noch wichtiger ist allerdings das Thema Abwärmenutzung. Wenn etwa 50% des gesamten Serverstroms weltweit an nur etwa 600 Orten in Wärme umgewandelt wird, dann sollte es doch möglich sein, für diese hohe Wärmemenge eine Weiternutzung zu realisieren.

Mehr Informationen: www.ne-rz.de