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Zettelwirtschaft adé – Digitale Revolution im Anlagenbau

Manager von Großprojekten kennen das Problem. Das Material ist bereits versandt, doch wo ist es? Am Schiff, im Lager, beim Kunden oder bei Subfirmen? Diese fehlende Information hat wesentlichen Einfluss auf die Montageplanung und kann ganze Projekte ins Wanken bringen. Bei knapp kalkulierten Projekten entscheidet perfekte Materialverwaltung oft über Gewinn und Verlust.

Ziel sollte es sein, jedes Bauteil – vom Lieferanten über den Transportweg bis hin zum Lagerplatz und der Montage auf der Baustelle – digital zu erfassen und auf Knopfdruck zu wissen, wo sich welches Teil befindet und wie lange die Lieferung noch dauert. Zukunftsmusik? Mitnichten.

Digitale Zukunft im Anlagenbau

Durch „smarte“ Lösungen wird in Zukunft die Baustellenabwicklung revolutioniert. Flexibilität, Agilität, Wandlungsfähigkeit und Geschwindigkeit sind die Anforderungen an den modernen Anlagenbau. Aber nicht nur Konzerne und Großunternehmen steigern ihre Effizienz durch integrierte Baustellenlogistik. Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren massiv von solchen Tools.

Wenn es einmal nicht rund läuft

In der Vergangenheit stellten Lieferscheine unverzichtbare Dokumente dar – auf Großbaustellen containerweise. Selbstredend, dass die Verwaltung dieser Zettelmassen Arbeitszeit verschlang, die anderenorts fehlte. Die berühmten Excel-Listen in den verschiedensten Revisionen trugen zum Durcheinander wohlwollend bei. Hinzu kamen schadhafte Lieferungen, die mit der Handykamera-Copy/Paste-Erfassungs-Methode nicht selten zu Chaos und permanenter Improvisationstätigkeit führten, sofern sie denn überhaupt dokumentiert wurden.

Die Verknüpfung von Logistik mit einem einfachen Qualitäts- und Mangelmanagementsystem mit direkten Rückmeldungen von der Baustelle sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, welche zu großer Zeitersparnis und Prozessverbesserungen beiträgt.

Der Blick für das große Ganze

Projektleiter schätzen es, den Überblick zu behalten und geeignete Tools zum Reporting zur Verfügung zu haben. Bei der Wahl der Software müssen Unternehmen allerdings einiges beachten, um am Ende über eine Lösung zu verfügen, die den individuellen Ansprüchen wirklich gerecht wird.

Die Wahl der richtigen Technologie und Umsetzung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ein RFID Tag oder Barcode lösen noch kein Problem. Eigenlieferungen, Beistellungen, Lieferanten-Direktlieferungen, Vorortzukäufe – vieles gilt es zu beachten um diese in die Gesamtlösung zu integrieren.

Vernünftiges Reporting benötigt valide Daten. Daher ist es wichtig, die Baustellenabwicklung miteinzubeziehen und nicht als „kleine Insel“ zu betrachten. Eine in der Ausführung flexible, jedoch standardisierte Baustellenlogistik, Mängelerfassung, Fortschrittsbewertung und Bautagebücher sind nur einige Themen, welche in dem Spannungsfeld zwischen Logistik, Baustelle und Projektmanagement berücksichtigt werden sollen.

Die größten Schwierigkeiten sind oft die fehlende IT Infrastruktur Vorort oder vielfach die Schnittstellen zur hauseigenen SAP-Umgebung, welche jedoch mit dem richtigen Softwarepartner lösbar sind. Bei vielen Anbietern fehlt die Erfahrung und das nötige Baustellenwissen. Eine einfache Bedienung, die flexible Konfiguration durch den Bauleiter und eine komplette Offline-Fähigkeit sind für eine funktionierende Software eine wesentliche Grundvoraussetzung.

Digitale Agenda

Die Fachbereiche IT und Projektmanagement gehen bei der digitalen Revolution im Anlagenbau Hand in Hand. Zur Analyse und Implementierung von Lösungen zur Baustellenlogistik und Prozessoptimierung gibt es kaum IT-Anbieter, die den gesamten Prozess mit nur einer Software abdecken – wobei dies empfehlenswert ist, um ein Projekt zu optimieren und der Zettelwirtschaft Lebewohl zu sagen.