SQL Integration Services

Das Tool und das entsprechende Paket. starten Sie entweder über das SQL Server Management Studio über den Befehl Paket ausführen im Kontextmenü des Pakets, oder durch Eingabe von dtexecui.exe im Suchfeld des Startmenüs. Das Paketausführungsprogramm ist eine grafische Benutzeroberfläche für das Befehlszeilentool dtexec.exe.

Um ein gespeichertes SSIS-Paket auszuführen, verwenden Sie den folgenden Befehl:

dtexec /sq <Paket> /ser <Server>

Möchten Sie ein SSIS-Paket ausführen, das im Ordner „File System“ im SSIS-Paketspeicher gespeichert ist, verwenden Sie diesen Befehl:

dtexec /dts „\File System\<Paket>“

Um ein Paket direkt aus dem Dateisystem auszuführen, verwenden Sie den folgenden Befehl:

dtexec /f „<Pfad und Name zur .dtsx-Datei>“

Mit dem Integration Services-Assistenten zum Importieren von Projekten können Sie ein neues Projekt auf der Grundlage eines vorhandenen Projekts erstellen. Importieren Sie Projekte, die bereits im Integration Services-Katalog bereitgestellt sind, oder importieren Sie Projekte aus einer Projektbereitstellungsdatei (.ispac). Klicken Sie  dazu in den SQL Server Data Tools auf „Datei/Neu/Projekt“.

 

Integration Services einsetzen

Um eine vollständige Installation von Integration Services mit den Tools und der Dokumentation für die Entwicklung und Verwaltung von Paketen durchzuführen, wählen Sie Integration Services und die folgenden  Funktionen im Installationsassistenten von SQL Server 2012 aus. Sie können nur eine Instanz der Integration Services auf einem Server installieren:

  • SQL Server Data Tools — Installiert die Tools zum Entwerfen von Paketen.
  • Verwaltungstools – Vollständig — Installiert SQL Server Management Studio zum Verwalten von Paketen.
  • Clienttools SDK — Installiert verwaltete Assemblys für die Integration Services-Programmierung.

Der Integration Services-Designer ist ein Tool, mit dem Sie Integration Services-Pakete erstellen und verwalten. Der Designer ist über die SQL Server Data Tools verfügbar.

Mit dtutil.exe kopieren, verschieben und löschen Sie Pakete. Das Tool kann auf Pakete in der Datenbank, im SSIS-Paketspeicher und im Dateisystem zugreifen. Sie müssen für diese Aufgaben aber nicht auf dtutil.exe setzen, sondern können auch die Paketverwaltung im Management Studio verwenden. Mit der Option /? erhalten Sie eine Hilfe zu den Tools.

Gebloggt: Opensuse 13.1 als Docker-Container

Nutzer können  Opensuse-13.1-Container ab sofort von  Docker-Hub herunter laden. Das funktioniert ähnlich wie bei Git. Genauso einfach lassen sich Veränderungen wieder in Docker-Hub hochladen. Anwender können außerdem eigene Container aus einem bestehenden Container heraus generieren. Dies ist möglich, weil Docker sein eigenes Build-System hat. Nutzer müssen dazu die Datei Dockerfile verwenden. Hierbei handelt es sich um eine Textdatei mit passenden Bau-Anweisungen. Mit wenigen Kommandos lässt sich dann ein fertiger eigener Docker-Container erstellen.

Der Opensuse-13.1-Container wurde laut oben genannten Blog-Eintrag mit Hilfe des KIWI Image Service und dem Open Build Service erstellt. Die verwendeten Quellen sind im GitHub von Opensuse verfügbar.

Docker installieren

Docker lässt sich Opensuse wahlweise automatisiert oder manuell installieren. Nutzer der Factory-Version – quasi die Rolling-Release-Variante – können Docker in der aktuellsten Version aus dem Main-Repository installieren. Dies ist in naher Zukunft aber auch für Tumbleweed-Anwender vorgesehen. Das Herunterladen des Docker-Containers von Opensuse 13.1 verlangt aber theoretisch nicht, dass auch Docker unter Opensuse läuft. Ist Docker installiert, lässt sich der Openssue-13-1-Container mit Hilfe des Kommandos

docker pull opensuse:13.1

herunter laden.

Container ausführen

Möchte der Nutzer dann speziell eine Applikation aus dem Container ausführen, kann er dazu den Befehl

docker run opensuse:13.1 <Kommando> <Parameter>

verwenden. Ferner ist in der o. g. Ankündigung erwähnt, dass Nutzer mit dem Befehl

docker run -t -i opensuse:13.1 /bin/bash

eine interaktive Shell in einem Container starten können. Für weitere Abwandlungen des Kommandos docker run verweist der Blog-Eintrag auf die Docker-Dokumentation.

 

 

Doppelspitze bei Pit-Stop

Andreas Schumm verstärkt ab September die Geschäftsführung der Werkstattkette Pit-Stop.de. Er soll das Unternehmen künftig gemeinsam mit dem bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter Stefan Kulas leiten.

Schumm ist Diplom-Ingenieur (Maschinenbau) und war insgesamt 17 Jahre beim TÜV Rheinland in leitenden Funktionen aktiv, unter anderem als Regionalleiter und Prokurist. Zuletzt war der 45-Jährige als Mitglied der Geschäftsleitung verantwortlich für die Bereiche Marketing und Vertrieb in Deutschland.

Die 1971 gegründete Werkstattkette wurde 2010 von dem Essener Großhandelsunternehmen PV Automotive übernommen, die das Konzept zum Franchisesystem umbauen wollte. 2013 übernahm die Familie des jetzigen geschäftsführenden Gesellschafters Stefan Kulas das Unternehmen im Rahmen eines Management-Buy-Outs. Das Franchise-Konzept wurde dabei aufgegeben. Pit-Stop.de beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter in 320 Filialen an 230 Standorten.

Gebloggt: Qemu 2.1 ist fertig

Qemu ist in erster Linie ein System-Emulator und kann auf einem Linux-Host virtuelle Gastsysteme auszuführen. Im Gegensatz zur echten Virtualisierung kann Qemu auch als reine Emulator zum Einsatz kommen und dann Betriebssysteme und Programme, die für eine bestimmte Architektur erstellt wurden, auf einer einer gänzlich anderen Architektur ausführen. Dass die Ausführungsgeschwindigkeit trotzdem relativ hoch ist, liegt am verwendeten Just-in-Time-Compiler. Qemu lässt sich aber auch als Virtualisierungslösung, als Frontend für einen Hypervisor wie KVM oder XEN verwenden. Der Quellcode von Qemu 2.1 ist auf der Download-Seite erhältlich.

Fehlerkorrekturen und Änderungen

Die neue Version 2.1 bringt erneut viele Änderungen, Korrekturen und Verbesserungen. Alle Fehler-Korrekturen, Änderungen und Neuerungen im Detail finden sich im Änderungsprotokoll. Was Korrekturen betrifft haben die Entwickler z. B. in der x86-Version unter anderem die Migration von Qemu 1.7 auf 2.1 repariert. Diese könnte allerdings für Anwender, die bereits Qemu 2.0 einsetzen, eine gewisse Inkompatibilität mit sich bringen. Alle übrigen Neuerungen sind aber mit älteren Versionen kompatibel, sieht man vom Umbenennen dreier eher selten benötigter Optionen ab.

Die Neuerungen von Qemu 2.1 unter der Lupe

Qemu 2.1 bringt auch zahlreiche Neuerungen: so haben die Entwickler beispielsweise für eine bessere Unterstützung beim Erweitern des Arbeitsspeichers im laufenden Betrieb gesorgt. Dabei „sieht“ ein Gast via Memory-Hotplugging aufgestockte Speicherbereiche wie ein nachgestecktes Speichermodul. Ferner lassen sich mit Qemu 2.1 USB-3-Controller in die virtuelle Maschine durchreichen und ein USB 2.0 Controller kann mit einem USB-3-Gerät des Hosts verbunden werden. Neu ist auch, dass sich Dateien via MTP-Emulation gemeinsam nutzen lassen. Dies funktioniert aber nur lesend. Qemu 2.1 kann außerdem jetzt mehrere Arbeitsplätze bedienen. Das bedeutet, dass sich Tastaturen und Mäuse gezielt einer ausgewählten Grafikkarte zuweisen lassen. Außerdem unterstützt Qemu in der SDL 2.0-Oberfläche das Mausrad. Darüber hinaus haben die Qemu-Entwickler den Support des Memory Pinning auf x86-NUMA-Systemen verbessert. Auf Mehrprozessor-Systemen nutzen Gastsysteme dann den Speicher, auf den der von der jeweiligen VM genutzte Prozessorkern den schnellsten Zugriff hat. Verbesserungen haben die Entwickler auch am Monitor vorgenommen. Der verfügt jetzt unter anderem über eine automatische Ergänzung, wenn der Nutzer die Anfangsbuchstaben des gewünschten Kommandos und dann Tab drückt.

Unterstützte Architekturen und neue emulierte Geräte

Verbesserungen gab es auch bei den unterstützten Architekturen und emulierten Geräten. So wurde etwa für die x86-Architektur der emulierte locale APIC auf die Version 0x14 gehievt. Zudem gab es Verbesserungen bei der Emulation des SMBus-Controllers und des TCG-Modus. Darüber hinaus haben die Qemu-Entwickler eine neues CPU-Modell Broadwell hinzugefügt. Ferner beherrscht Qemu 2.1 die SHA- und Krypto-Instruktionen von AArch64 und kennt das AArch64 TCG-System. Zudem ist die bereits in Qemu 1.4 angefangene neue Emulation für Blockgeräte virtio-blk dataplane nun laut Aussage der Entwickler fast vollständig. Sie ist aber immer noch als experimentell eingestuft und ist daher vom Nutzer explizit zu aktivieren werden. Schließlich haben die Entwickler eine Reihe von Funktionen bei der Infrastruktur zur Datenträgeremulation erweitert und Qemu 2.1 eine bessere Unterstützung für Hot-Plug/Hot-Unplug bei der Emulation von x86-Systemen mit dem Q35-Systemtyp spemdiert, sowie den Mulitseat-Suport verbessert.

Sensoren und Lasten außerhalb von Leiterplatten anregen

In verteilten Systemen werden analoge Signale zu oder von Sensoren oder Lasten übertragen. Da Signale in dieser Art von Systemen oft lange Strecken zurücklegen, ist das Thema Rauschen von zentraler Bedeutung. Rauschen koppelt in die zu übertragenden Signale ein, beschädigt Daten und generiert unerwünschte Effekte.Wir zeigen, wie diese Systeme richtig geschützt werden.

Daher müssen solche Systeme richtig geschützt werden. Erst wenn der Anteil und die Beschaffenheit des zu erwartenden Rauschens bekannt sind, lässt sich der erforderliche Schutz, der implementiert werden muss, um das Rauschen auszulöschen oder zumindest in der Umgebung vorhandene Störungen zu minimieren, definieren.

Bild 1: Beispiele für Rauschquellen
Bild 1: Beispiele für Rauschquellen

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Rauschen oder Interferenzen. Dies hängt davon ab, wie das Rauschen in das Hauptsignal eingekoppelt wird – Gleichtaktrauschen oder differenzielles Rauschen (Bild 1).

Die weniger schädliche Rauschart ist das Gleichtaktrauschen. Gleichtaktrauschen addiert sich sowohl zur System-Masse (GND) als auch zum Anregungssignal. Hauptsächlich ist es auf einen Dipol-Antenneneffekt zwischen Kabeln und echter Masse zurückzuführen. Gleichtaktrauschen beeinträchtigt das Signal nicht, da das Rauschen gleichzeitig in ähnlicher Größenordnung in beide Kanäle eingekoppelt wird. Das Problem ist, dass Gleichtaktrauschen einen Signaloffset erzeugt, der das echte Massepotenzial anhebt und zwei unerwünschte Effekte bewirkt.

Erstens kann es die Last in die Sättigung bringen, falls sie indirekt auf echte Masse bezogen ist. Zum Beispiel wenn der Sensor durch ein Metallgehäuse geschützt ist. Zweitens kann ein Lichtbogen entstehen, der den Sensor beschädigt. Gleichtaktrauschen ist besonders problematisch, wenn eine Wheatstone-Brücke angeregt wird. In diesem Fall muss das Ausgangssignal vom Controller verarbeitet werden. Dies erfolgt normalerweise mit einem Instrumentenverstärker, der einen endlichen CMRR-Wert (Wert für die Gleichtaktunterdrückung) aufweist und somit Rauschen verstärken kann.

Gleichtaktrauschen lässt sich minimieren, indem man das Eingangssignal über Tiefpassfilter leitet (zum Beispiel RC-Filter) oder Gleichtaktdrosseln einsetzt. Ein wichtiger Punkt ist, dass asymmetrisch gedämpftes Gleichtaktrauschen differenzielles Rauschen erzeugt. Ein praktisches Beispiel für eine asymmetrische Dämpfung ist ein Tiefpassfilter. In diesem Fall ergibt sich die Grenzfrequenz aus den Werten des Widerstands (R) und des Kondensators (C). Aufgrund von Bauteiltoleranzen ergeben sich für beide Verbindungsleitungen unterschiedliche Grenzfrequenzen.

Das differenzielle Rauschen

Die zweite und wesentlich problematischere Rauschart ist das differenzielle Rauschen, das zwischen Anregung und System-Masse eingekoppelt wird. Das differenzielle Rauschen wird wegen Stromschleifen zwischen System-Masse und den Signalkabeln, die sich wie Antennen verhalten, in das Signal eingekoppelt. In einigen Anwendungen, zum Beispiel chemische Analysen, befindet sich der Sensor aus Schutzgründen manchmal in einer Kammer, getrennt vom Controller. Ein solcher Aufbau erzeugt Stromschleifen von mehreren zehn oder hundert Metern. Somit kann jeder magnetische Fluss Stromrauschen in das Signal einkoppeln und Daten beschädigen. Um den Beitrag des differenziellen Rauschens zu minimieren, wird der Einsatz von Ferriten empfohlen. Diese filtern hochfrequente abgestrahlte Signale. Ebenfalls empfohlen werden Stern-Verbindungen zwischen Controller und Sensoren sowie abgeschirmte Verbindungskabel.

In beiden Fällen, falls das Rauschen groß genug ist, könnte sogar das Gerät infolge elektrischer Überbelastung beschädigt werden. Dies trifft insbesondere zu, wenn die Last ein Motor oder eine Leuchtstofflampe ist. Solche Verbraucher sind starke Störquellen. Erstens wegen ihrer elektromagnetischen Bauteile und zweitens wegen der Eigenschaften des erzeugten Signals. Es ist stets ratsam, Rauschunterdrücker wie ESD-Schutz zu verwenden, um ein bestimmtes Maß an System-Robustheit zu garantieren.

Tabelle 1: Vergleich der verschiedenen Kabeltypen
Tabelle 1: Vergleich der verschiedenen Kabeltypen

Die Hauptauswirkung bei der Implementierung einiger der oben beschriebenen Methoden ist die Kapazität in Verbindung mit den Komponenten. Sogar Kabel bestehen aus parasitären Kapazitäten und sind somit nicht vernachlässigbar. Die parasitäre Kapazität ist proportional zur Länge sowie dem Typ und der Kategorie des Kabels (Tabelle 1).

Integrierte Pufferspannungs D/A-Wandler wie die Modelle AD5683R oder AD5686R bieten hohe Spannungsanstiegsgeschwindigkeiten und große Bandbreiten bei reduzierter Leistungsaufnahme. Aus einigen Gründen wird dies zu einem wesentlichen Problem. Zum Beispiel eine gesenkte Leiterplattentemperatur, ein Anstieg der Bauteilanzahl pro Leiterplatte (ohne Zunahme der Leistungsaufnahme) und verbesserte Energieeffizienz. Als ein Ergebnis ist die interne Verstärkerimpedanz Zo (Impedanz bei offenem Regelkreis) groß (nicht zu verwechseln mit Zout (Impedanz bei geschlossenem Regelkreis) und begrenzt die maximale Last-Kapazität.

Übersteigt die an den Ausgang des Operationsverstärkers angeschlossene Kapazität den maximal erlaubten Wert, wird die Stabilität des des Verstärkers beeinträchtigt. Als Folge daraus könnte der Operationsverstärker oszillieren oder Klingeltöne produzieren. Es gibt einige Methoden, die Instabilität des Operationsverstärkers mit Pufferspannungs D/A-Wandlern zu minimieren.

Die Shunt-Methode und eine Netzwerk-Kompensation durch eine externe Last, die Snubber-Methode

Für die Shunt-Methode sind nur wenige externe Bauteile erforderlich. Die Idee hinter dieser Methode ist relativ einfach. Der Operationsverstärker wird von der Last isoliert, indem man einen diskreten Widerstand dazwischen schaltet. Der Widerstand RSHUNT fügt eine Nullstelle in die Übertragungsfunktion des Rückkopplungsnetzwerks ein. Dies macht die geschlossene Regelschleife stabil bei hohen Frequenzen. Die Nullstelle sollte mindestens eine Dekade unter dem GBP (Verstärkungs/Bandbreiten-Produkt) gewählt werden. Das Problem in diesem Fall ist, dass die DAC-Spezifikationen diese Zahl nicht beinhalten, weil sie wegen des Einsatzes des internen Operationsverstärkers als Puffer nicht relevant ist.

In diesem Fall empfiehlt eine Faustregel, einen möglichst niedrigen Wert zu wählen, um den Beitrag des Widerstands zu minimieren. Werte von 5 bis 50 Ω sind gängig. Bei dieser Methode fällt eine Lastspannung ab, da ein Widerstands-Spannungsteiler implementiert ist, die die Spannungsanstiegsgeschwindigkeit und die Einschwingzeit beeinträchtigt. Als Folge daraus werden die DAC-Spezifikationen von der Last- oder Sensorseite beeinträchtigt.

Bild 2: Prinzip der Shunt-Methode
Bild 2: Prinzip der Shunt-Methode

Indem man den Wert für RSHUNT erhöht, steigt das Dämpfungsverhältnis ζ. Dies macht es zu einer geeigneten Methode zum Treiben von Motoren. Es wird jedoch nicht empfohlen, wenn die Last klein und die Spannung niedrig ist – wie zum Beispiel bei der Anregung einer Wheatstone-Brücke. Denn der Amplitudenabfall könnte beachtlich sein. Indem man den Spannungsbereich zum Beispiel mit einer Versorgung von 5 V und einer Impedanz von 1 kΩ reduziert, beträgt der Spannungsabfall etwa 2,5% (Bild 2).

Bild 3: Prinzip der Snubber-Methode
Bild 3: Prinzip der Snubber-Methode

Die Snubber-Methode (oder RC-Shunt) reduziert den Lastspannungsbereich nicht. Somit wird sie bevorzugt für Low-Voltage-Anwendungen verwendet. Die Idee hinter dieser Methode ist etwas anders. Das Snubber-Netzwerk senkt die Impedanz der Last in der Nähe der Oszillationsfrequenz. Dadurch wird der Realteil der Last niedriger als der Imaginärteil und infolgedessen die Phasenänderung.

Die richtige Auswahl der verwendeten Bauteilewerte muss empirisch bestimmt werden, indem man den Transientenverlauf des an die Last angeschlossenen D/A-Wandlers analysiert. Viele Berechnungen basieren auf der Annahme, dass das Puffer-GBP unter 1 MHz liegt. In diesem Fall, unter der Annahme einer parasitären Kabelkapazität von 47 nF, ergibt sich ZKabel = 1 / 2π e6 47 e–9 = 0,3 Ω.

Der ideale Widerstandswert sollte unter 1 Ω liegen. Je niedriger der Wert für RSNUBBER ist, desto geringer ist das Überschwingen. Aus praktischer Sicht wählt man jedoch RSNUBBER = 10 Ω. Die Snubber-Polstelle muss 1/3 über der Oszillationsfrequenz liegen: CSnubber = 3 / 20 π e6 = 47 nF.

Snubber- und Shunt-Methoden sind zur Kompensation oder Isolation einer kapazitiven Last äußerst nützlich und stabilisieren den D/A-Wandler, wenn die Last oder der Sensor entfernt angeregt werden muss. Die obigen Beispiele basieren auf dem D/A-Wandler AD5683R. Aufgrund seines sehr kleinen Gehäuses und seiner Leistungsfähigkeit (2 LSB INL bei 16 Bit, 35-mA-Treiberfähigkeit, integrierte Referenz und Robustheit, 4 kV ESD) eignet sich der Baustein gut zum Anregen von Lasten oder Sensoren außerhalb von Leiterplatten.

Transformatoren: Sie sind nicht alle Schiffsanker

Frage: Was ist das am meisten unterschätzte analoge Bauteil?
Antwort: Möglicherweise der Transformator. Aus der Hochschule kennen viele Ingenieure Transformatoren als die großen Bauteile in Stromversorgungen, die eine Menge Eisen und Kupfer enthalten und so schwer sind, um Verletzungen zu verursachen, wenn sie einem auf den Fuß fallen.

Dies trifft sicherlich für die großen Niederfrequenz-Leistungstransformatoren (50 oder 60 Hz) zu, die manchmal abschätzig als Schiffsanker bezeichnet werden (die Transformatoren in Kraftwerken würden katastrophale Schäden verursachen, wenn sie auf ein Kriegsschiff fallen würden). Heute jedoch sind viele preiswerte Transformatoren so klein wie eine Aspirin-Tablette.

Obwohl sie eingangsseitig mit 50/60 Hz arbeiten, arbeiten Schaltnetzteile intern mit wesentlich höheren Frequenzen. Schaltnetzteile ermöglichen gegenüber herkömmlichen Netzteilen gleicher Leistung den Einsatz wesentlich kleinerer, leichterer und preiswerterer Transformatoren. Somit sind heute selbst die Transformatoren in Stromversorgungen leichter. Analog Devices fertigt Controller für solche Schaltnetzteile. Doch diese sind nicht Gegenstand dieses Beitrags.

Für unzählige AC-Analog-Applikationen ist ein Transformator die am besten geeignete Komponente. Dies war vor 60 bis 80 Jahren allgemein bekannt, als in Verstärkern oft Transformatoren zur Entkopplung und als Phasensplitter zwischen massebezogenen und Push/Pull-Schaltungen eingesetzt wurden. Vor etwa 40 oder 50 Jahren jedoch begannen Transistoren — und kurze Zeit später integrierte Schaltungen — mit DC-Kopplung zu arbeiten. Der Einsatz von Signaltransformatoren gerät in Vergessenheit.

In vielen Anwendungen sind DC-Kopplungstechniken in der Tat die optimale Lösung. Wenn jedoch AC-Signale eine Isolationsstrecke überwinden müssen (wo es zum Beispiel große Potenzialunterschiede zwischen der Signalschaltung in unterschiedlichen Bereichen des Systems geben kann) oder wenn starkes Masserauschen vorhanden ist, kann der Einsatz eines Transformators gleichzeitig die Entwicklung vereinfachen und die Leistungsfähigkeit erhöhen. Es ist normal, dass für Transformatoren absolute Maximalspannungen zwischen den Wicklungen von hunderten oder gar tausenden Volt spezifiziert sind. Darüber hinaus ist die Kapazität zwischen Primär- und Sekundärseite selten größer als einige pF – für einen ausgewählten Transformator kann sie sogar noch geringer sein.

Wo ein Wechselspannungssignal in einer Umgebung mit Masserauschen über eine bestimmte Entfernung übertragen werden muss, kann ein Transformator eine weitaus bessere AC-Gleichtaktunterdrückung (CMR) als ein differenzieller Verstärker aufweisen. Und wo ein differenzieller AC-Verstärker mit einem massebezogenen Signal gespeist wird, ist ein Transformator möglicherweise der bestmögliche Phasensplitter.

Und dann gibt es noch Stromtransformatoren für AC-Strommessungen….

Von Uwe Bröckelmann nach Unterlagen von Analog Devices.