Raw Device Mappings auf lokale SATA-Disk

Unter Raw-Device-Mapping versteht man den das Anbinden einer physischen Disk an eine virtuelle Maschine, respektive VMDK-Datei. Die Funktion war vor 5 Jahren im Zusammenhang mit ESX/ESXi 4.0 und 4.1 populär, galten RDMs doch als performanter als virtuelle Disks. Mit der Performance heutiger Backendsysteme nutzt allerdings kaum mehr jemand RDMs ohne zwingenden Grund. 

Typische RDM-Szenarien

Ein typisches Szenario auf dem Enterprise-Bereich wäre z. B.: … ein Unternehmen betreibt einen physischen MS-Exchange-Server, dessen Datenbank- und Datendateien auf einer dedizierten iSCSI-LUN liegen. Nun soll der Exchange Server durch einen weiteren Knoten zu einem Cluster erweitert werden, allerdings ohne Anschaffung eines weiteren physischen Hosts.

Dies ist problemlos möglich, da sich ein MS Exchange Server auch als VM betreiben lässt. Letztere kann dann so konfiguriert werden, dass für die Systemdatei das virtuelle Laufwerk C: der VM verwendet wird, als Daten-Partition aber die vorhandene, externe LUN via RDM in die VM eingebunden wird. Ähnliche Szenarien sind mit jedem beliebigen anderen Anwendungsserver ebenso vorstellbar.

RDM und lokale SATA-Disks

Folgendes Szenario zum Verwenden von RDMs ist profaner: eine Test-Installation der Software-Defined-Storage-Lösung DataCore Hyper-converged Virtual SAN – der VM-basierten Variante von DataCore SANsymphony – unter VMware vSphere 6.0 benötigt in der VM Zugriff auf wenigstens ein physisches Backend-Gerät. Im Regelfall würde man dazu eine externe LUN aus einem vorhandenen SAN -Arra< verwenden.

Gibt es allerdings auf dem ESXi-Server noch eine lokale SATA-Disk, drängt sich deren Verwendung für ein Test-Setup dieser oder anderer Art auf, da lokale Disks in einem vSphere-Cluster ohnehin hin nicht verwendet werden sollten, weil fast alle Cluster-Features Shared-Storage voraussetzen.

Versucht man allerdings in den VM-Einstellungen des vSphere-Clients ein RDM mit einer lokalen Disk zu realisieren, ist die Funktion ausgegraut, weil VMware sie offiziell nicht unterstützt. Im Web-Client kann man zwar im Konfigurations-Editor unter „Edit Setting“ im Kontextmenü der VM problemlos ein RDM-Gerät hinzufügen, der Assistent erwartet dann allerdings die Angabe eines externe Targets.

So funktioniert ein RDM->SATA-Mapping per CLI

Das gewünschte Feature funktioniert aber sehrwohl, wenn man zur Kommandozeile greift. Die Vorgehensweise ist im Detail in VMwares Documentation Center erläutert. Hier die Kurzform:

Hierzu loggt man sich via SSH (oder ALT F1 direkt an der DCUI) auf den ESXi-Host ein. Zunächst muss man herausfinden, mit welcher Gerätedatei die gewünschte Disk tatsächlich korrespondiert. Hierzu navigiert man mit

cd /vmfs/devices/disks  (ein Link auf /dev/disks)

ins Verzeichnis der physischen Disks und schaut mit „ls“ nach. SATA-Disks sind an einer Bezeichnung wie t10.ATA_____WD5003ABYX2D88_______________________LEN______WD2DWMAYP6589359 zu erkennen.

Allerdings verwendet VMware intern, eigene Laufzeit-Gerätenamen. Mit „ls –l“ erkennt man dies am Link-Operator. Für das folgende „vmkfstools“-Kommando braucht man zwingend den VMware-Namen, der mit „vml….“ anfängt.

Übrigens darf man auch den Link „/dev/disks“ nicht verwenden sondern muss zwingend „/vmfs/devices/disks“ nehmen, sonst gibt es eine Fehlermeldung.

Das Anbinden der physischen Disk an ein vom Nutzer anzugebendes VMDK-File funktioniert dann wie folgt. Die Gerätenamen sind dabei durch die Eigenen zu ersetzen:

vmkfstools -r /vmfs/devices/disks/vml.0100000000202020202057442d574d41595036353839333539574435303033 rdmdisk.vmdk

Der Ordnung halber sollte man allerdings für die „rdmdisk.vmdk“ vorher einen Ordner im gewünschten Datastore anlegen und dann bei vmkfstools den vollständigen Zielpfad angeben, etwa …

vmkfstools -r /vmfs/devices/disks/vml.0100000000202020202057442d574d41595036353839333539574435303033 /vmfs/volumes/datastore5/RDM/rdmdisk.vmdk

Statt des Parameters „–r“ funktioniert auch „–z“ für den sogenannten RDM-Kompatibilitätsmodus. Die Unterschiede erklärt die oben verlinkte VMware-Dokumentation.

Jetzt lässt sich die Disk mit Hilfe der so erstellten VMDK, die quasi auf ein RDM zeigt, im Konfiguration-Editor problemlos in eine VM einbinden. Hierbei ist dann allerdings „Existing Hard Disk“ und nicht „RDM Disk“ auszuwählen.  Dann navigiert man im entsprechenden Datastore zur  eben erzeugten RDM.VMDK-Datei.

Tipp: Ist man sich nicht sicher, auch das richtige Disk-File erwischt zu haben, sollte man lieber mit

fdisk –l <Gerätedatei> (diesmal der echte Name)

nachschauen. Beherbergt die Disk z. B. noch eine vorhandene Partitionstabelle einer früheren Windows-Installation, ist sie zuvor in fdisk zu bereinigen.

Achtung: fdisk hat Probleme mit GPT; in diesem Fall sollte man dann partedUtil verwenden. Es gibt verschiedene Anleitungen im Internet, wie man die Disk mit partedUtil wieder in einen für ESXi verwertbaren Zustand versetzt. Einfacher ist es, man löscht mit fdisk alle vorhandenen Partitionen und wirft dann im vSphere-Client den grafischen Assistenten zum Anlegen eines neuen VMFS-Datastores für die betreffende Disk an, der auch einen grafischen Partitionierer mitbringt. Ist die Partitionstabelle geradegerückt, kann man den Datastore wieder löschen.

Überblick der Infrastruktur

Wenn Sie sich danach an der Umgebung an, und warten bis das Tool die Informationen zu Ihrer Umgebung eingelesen hat.

Neben der Anmeldung an der grafischen Oberfläche, haben Sie auch die Möglichkeit die Startdatei der RVTools mit Optionen zu verwenden, sodass sie automatisch mit dem gewünschten vCenter-Server und den gewünschten Anmeldedaten verbunden werden. Dazu verwenden Sie die Syntax:

RVTools -u userid -p password -s virtualcenter.domain.local

Nach kurzer Zeit werden Ihnen die Informationen zur Umgebung angezeigt. Sie können Informationen sortieren und filtern. Der generelle Umgang ist nicht sehr schwer und Sie erhalten interessante Informationen zu Ihrer Umgebung, auch ohne, dass sie Einstellungen vornehmen müssen.

Sie können mit den RV Tools alle Informationen der vSphere-Umgebung in eine CSV-Datei exportieren. Sie haben dazu auch die Möglichkeit eine Verknüpfung zu erstellen, über die sie automatisiert eine Anmeldung an vCenter vornehmen und alle Daten automatisiert exportieren dazu verwenden Sie die Syntax:

RVTools -passthroughAuth -s virtualcenter.domain.local -c ExportAll2csv -d directory

Neben CSV beherrscht die Toolsammlung auch das Erstellen einer Excel-Tabelle. Dazu verwenden Sie die Syntax:

RVTools -passthroughAuth -s virtualcenter.domain.local -c ExportAll2csv -d directory

Rv-01

Mit den kostenlosen RV-Tools von Roboware können Sie in einer einfachen Oberfläche Informationen einer VMware-Umgebung abrufen

Nach dem erfolgreichen Verbindungsaufbau, listet RVTools alle Informationen der Umgebung auf verschiedenen Registerkarten auf.

Industrie 4.0 in Deutschland: E³-Forschungsfabrik gehört zu den Top-25-Kompetenzzentren

Die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka initiierte »Plattform Industrie 4.0« soll Deutschland fit machen für den digitalen Wandel in den Fabriken. Aber wie steht es eigentlich um die Digitalisierung der deutschen Industrie? In welchen Unternehmen gibt es bereits konkrete und praktikable Anwendungen? Wo vermitteln Kompetenz- und Testzentren neue Technologien und Konzepte aus der Forschung auf eine besonders praxisnahe Art und Weise? Hierzu hat die Plattform eine interaktive Deutschlandkarte entwickelt, die Antworten auf diese Fragen bietet.

Auf einen Klick informiert sie über unternehmerische und wissenschaftliche Pionierarbeit im Bereich Industrie 4.0. Die E³-Forschungsfabrik Ressourceneffiziente Produktion am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz gehört zu den Vorreitern in Deutschland und wurde im Bereich Test- und Kompetenzzentren aufgenommen.

Virtuelle und reale Produktionswelten wachsen zusammen. In der Smarten Fabrik der Zukunft sind Maschinen, Logistik und Menschen Teil eines unternehmensweiten Datennetzes und im ständigen Informationsaustausch. Bauteile finden ganz eigenständig ihren Weg zum nächsten Fertigungsschritt. Produktionsanlagen stellen sich flexibel auf eingehende Bestellungen ein. Der Mensch überwacht und leitet mithilfe von smarten Endgeräten eine Produktion, die sich weitestgehend intelligent selbst regulieren soll.

Unter dem Begriff Industrie 4.0 ist diese Transformation bereits in aller Munde. Deutschland sieht sich im internationalen Kontext hier als einer der Vorreiter. Aber wie viel Industrie 4.0 steckt eigentlich schon in der deutschen Industrie und Wissenschaft? Um diese Frage zu beantworten, hat die Plattform Industrie 4.0, ein Zusammenschluss aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik, eine Online-Landkarte entwickelt. In zwei Kategorien werden neben rund 200 Anwendungsbeispielen auch 25 nationale Test- und Kompetenzzentren vorgestellt.

Drei blaue Pfeile zeigen auf die Leuchtturmstandorte in Mitteldeutschland. Neben der Universität Magdeburg und der Universität Leipzig ist auch die E³-Forschungsfabrik Ressourceneffiziente Produktion des Fraunhofer IWU in Chemnitz unter der Kategorie Test- und Kompetenzzentren verzeichnet. In engem Schulterschluss mit der Industrie entwickeln und erproben Fraunhofer-Forscher hier Lösungen für den Automobilbau der Zukunft – und setzen dabei ganz gezielt auf Industrie 4.0. So wird bspw. an Karosseriebauanlagen geforscht, mit denen sich flexibel verschiedene Automodelle eines Herstellers zusammenbauen lassen. Bisher benötigt man für jedes Modell eine neue Produktionsstrecke. Im aktuellen Forschungsprojekt werden die gerade benötigten Bauteile im Lager identifiziert und mittels einer vernetzten Logistik an der Anlage bereitgestellt. Mithilfe von Aktoren stellen sich die Roboter und Greifer dann selbstständig auf das zu fertigende Modell ein. Bis 2019 soll diese Vision bereits Realität sein.

Doch die Chemnitzer Forscher arbeiten nicht nur an der Erhöhung der Flexibilität von Produktionsanlagen. Auch die Reduzierung von Maschinenstillstandszeiten aufgrund von Ausfällen oder Qualitätsfehlern ist ein wichtiges Industrie 4.0-Forschungsthema. Neben Energie, Material, Zeit und Kosten werden auch Daten zu eine immer wichtigeren Produktionsressource. Über 1500 Sensoren und Datenlieferanten in der E³-Forschungsfabrik, z. B. an den Maschinen oder auch der Energieversorgung, speisen ein eigenes Informationssystem mit Betriebszuständen, Energieverbräuchen oder nächsten Wartungsterminen. Die Produktionsanlagen lassen sich so bspw. standortübergreifend überwachen und Wartungstermine vorausschauend planen. Die Anlagenauslastung kann zudem so reguliert werden, dass produziert wird, wenn Strom gerade kostengünstig ist oder die Solar- bzw. Windkraftanlage genügend Energie produziert.

Als Grundlage für diese maschinen- und sogar standortübergreifende Vernetzung über die Bereiche Produktion, Logistik, Planung und Energieversorgung entwickeln die Fraunhofer-Forscher neue Konzepte und Technologien für die Vernetzung und Bereitstellung von Informationen in der Produktionsumgebung, z. B. mittels Datenbrillen.

»Industrie 4.0 – und damit die Digitalisierung der Produktion – ist eine große Chance, auch und insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen. In unserer E³-Forschungsfabrik bündeln wir gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie Kompetenzen am Standort, die zunehmend auch überregional wahrgenommen werden. Damit tragen wir nicht nur zur Vernetzung von Unternehmen und Forschung bei, sondern bieten der Industrie darüber hinaus vor Ort auch eine Plattform für die praxis- und seriennahen Erprobung und Demonstration neuer Industrie 4.0-Technologien unter Fabrikbedingungen«, erklärt Prof. Matthias Putz, Institutsleiter des Fraunhofer IWU in Chemnitz.

Die interaktive Landkarte sowie Informationen zur Plattform Industrie 4.0 mit den nationalen Test- und Kompetenzzentren sowie Informationen zur »Plattform Industrie 4.0« finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU unter: www.iwu.fraunhofer.de

VMware vSphere Mobile Watchlist

Nachdem sie die App installiert haben, können Sie eine Verbindung zu vCenter aufbauen. Dabei müssen Sie das selbstsignierte Zertifikat des vCenter bestätigen. Anschließend liest die App alle angebundenen Hosts des vCenter-Servers aus, und zeigt deren Auslastung übersichtlich an.

Über die Symbole im oberen Bereich steuern Sie die App. Sie können über das Einstellung-Symbol mit den drei Querstrichen zwischen den Annahmen und der Wurzel ist umschalten. Außerdem können Sie an dieser Stelle die Einstellungen anpassen, zum Beispiel festlegen, dass die Anmeldedaten an die vCenter-Umgebung gespeichert werden.

Klicken Sie mit dem Finger auf einen überwachten Hosts, blendet die App Details Ansicht an. Hier sehen Sie zum Beispiel Informationen zur Hardware. Außerdem wird an dieser Stelle angezeigt zu welchem Cluster der Hosts gehört, welche VMs auf dem Host positioniert sind und welche Datenspeicher und Netzwerke vorhanden sind. Außerdem zeigt die App in diesem Fall an, welche weitere überwachten Hosts zum aktuellen Cluster gehören.

Klicken Sie auf eine VM eines Hosts, erhalten Sie für diese VM ebenfalls Informationen. Zu allen überwachten VMs und Hosts zeigt die App auch die aktuelle Auslastung der CPU, des Arbeitsspeichers und des Datenspeichers an. Außerdem sehen Sie bei der Überwachung eine VM die Konfiguration der virtuellen Festplatte.

Europa braucht Industrie 4.0-Check für EU-Gesetze

Am 11. Januar warb Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, bei einem Roundtable-Treffen mit EU-Digitalkommissar Günther Oettinger in Brüssel für das Strategiepapier „Industrie 4.0: Den Wandel gestalten“, das der VDMA aktuell vorgelegt hat.

„Die Unternehmen brauchen einen Binnenmarkt für Industrie 4.0, um innovative Technologien entwickeln und europaweit anwenden zu können. Der VDMA fordert daher, bestehende und kommende EU-Regulierung einem Industrie 4.0-Check zu unterziehen. Ziel muss es sein, innovationshemmende Regelungen zu ändern oder abzuschaffen. Denn eine erfolgreiche Digitalisierung der Industrie ist die Voraussetzung für die Zukunft der Produktion in Europa  “, sagte Rauen. „Ich bin überzeugt, dass 2016 ein richtungsweisendes Jahr für Industrie 4.0 in Europa wird.
Mit dem für April angekündigten Aktionsplan „Digitising Industry“ zur Digitalisierung der europäischen Industrie hat die EU noch alle Chancen, mit den riesigen Potenzialen und dem Tempo von Industrie 4.0 Schritt zu halten. Europas Aufgabe ist es, einen funktionierenden und homogenen Handlungsraum für Industrie 4.0 zu schaffen.“

Nach Einschätzung des VDMA darf sich die EU-Kommission im Digitalen Binnenmarkt nicht nur auf Verbraucher und Startups beschränken, sondern muss auch die Industrie berücksichtigen. So gibt es in Europa keinen einheitlichen Datenschutz für Informationen, die zwischen Geschäftskunden ausgetauscht werden. Aus Sicht des VDMAs wird das nicht dem wachsenden Datenstrom durch digitale Technologien in der Industrie gerecht.

Bundesregierung muss digitale Zukunft der Wirtschaft sichern

Die Bundesregierung muss im Ausbau der digitalen Netze nach Ansicht des Maschinenbaus dringend ihre Hausaufgaben machen. “Während die vierte industrielle Revolution über dem Weltwirtschaftsgipfel von Davos schwebt, scheint Deutschland trotz aller Lippenbekenntnisse den Schuss nicht zu hören. Bislang haben Straßen und Schienenwege im globalen Standortwettbewerb entschieden, jetzt aber wird der digitale Netzanschluss entscheidend sein“, warnt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Er zeigt sich besorgt um die Zukunft der heimischen Industrie, gerade mit Blick auf die große Zahl mittelständischer Weltmarktführer im Maschinenbau. „Hidden Champions ohne Datenautobahn können in einer Industrie 4.0-Welt ganz schnell vom Podest stürzen. Mit seinen Ausbauplänen baut Minister Dobrindt aber nur digitale Kriechspuren und nicht die benötigten Überholspuren“, beklagt Brodtmann.
In einer digitalen Welt ist ein modernes, schnelles Datennetz nach Ansicht des VDMA unverzichtbar. „Die Bundesregierung muss jetzt schnell Klarheit schaffen, ob sie mit Dobrindt kleckern oder mit Gabriel klotzen will. Der Wirtschaftsminister liegt richtig, wenn er Gigabitnetze für eine deutsche Spitzenstellung fordert“, betont Brodtmann. „Informationen in beliebiger Menge an jeden beliebigen Ort im Land werden immer stärker zur Schlüsselfrage – gerade für den industriellen Mittelstand. Die deutsche Wirtschaftskraft  lebt von Mittelständlern in der Fläche.“

Die aktuellen Ausbaupläne der Bundesregierung, die eine flächendeckende Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s vorsehen, greifen nach Ansicht des VDMA deutlich zu kurz. „Die Regierung muss jetzt Farbe bekennen und eine internationale Spitzenstellung in der digitalisierten Wirtschaft beanspruchen“, fordert Brodtmann. Der Ausbau der Breitband-Infrastruktur müsse ambitionierter angelegt werden um bis spätestens 2025 ein Gigabitnetz in Deutschland zu errichten, dessen Schwerpunkt in der Anbindung von Unternehmen jeglicher Art liegen muss. „Wenn wir heute zusehen, wie andere Länder uns hier abhängen, werden wir morgen im Wettbewerb nicht bestehen“, warnt der VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Chancen der digitalisierten Fabrik nutzen

Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft aus Deutschland und den USA haben bei einem Workshop in Washington Ziele für die Zusammenarbeit bei Industrie 4.0 vereinbart. Sie wollen künftig bei der Modellierung zuverlässiger Systeme und Infrastrukturen zusammenarbeiten. Auch streben sie eine Kooperation bei Querschnittsthemen des Internet der Dinge an, insbesondere bei Standardisierung, Zertifizierung und der weiteren Erforschung lernfähiger und autonomer Systeme. Zur praktischen Erprobung von Erkenntnissen werden Fallstudien vorgeschlagen – etwa bei Themen wie Produktion, Gesundheit, Mobilität oder der Zukunftsstadt. Weiteres Ziel ist der Austausch zu Lehrplänen und Studiengängen im Bereich Industrie 4.0. Hier geht es darum, Inhalte aus den Ingenieurwissenschaften und der Informatik früher und stärker miteinander zu verbinden.

Der zweitätige Workshop wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Botschaft in Washington und der amerikanischen National Science Foundation (NSF) veranstaltet. An ihm nahmen mehr als 50 hochkarätige Experten aus Deutschland und den USA teil. Neben zahlreichen Universitäten und Forschungseinrichtungen waren auch Unternehmen wie SAP, Bosch, Infineon, Cisco, General Electric und General Motors vertreten. 

„Deutschland mit seiner starken industriellen Basis und die USA mit ihrer Internetkompetenz sind ideale Partner, um weltweit die großen Chancen der digitalisierten Fabrik zu nutzen. Industrie 4.0 hat das Potenzial, die transatlantischen Wissenschafts- und Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen. Das ist ein gutes Zeichen, gerade vor der anstehenden Hannover Messe, bei der die USA Partnerland sind“, sagte Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF.

Die beiden deutschen Vorsitzenden des Workshops sehen vielversprechende Ansätze für die Zusammenarbeit mit den USA. „Der Workshop zeigt, dass es zu Industrie 4.0 und cyber-physischen Systemen eine Vielzahl interessanter Forschungsfragen gibt, sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Anwendung. Deshalb ist es so wichtig und sinnvoll, international zu kooperieren“, sagte Manfred Broy, Professor für Informatik an der Technischen Universität München. Peter Liggesmeyer, geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering in Kaiserslautern, sagte: „Sowohl im privaten wie im öffentlichen Sektor findet durch die Digitalisierung ein umwälzender Wandel statt. Indem Deutschland und die USA ihre Kräfte bündeln, ebnen sie den Weg, das riesige wirtschaftliche Potenzial des Internets der Dinge zu erschließen.“

Das BMBF hat die Entwicklung von Industrie 4.0 bereits mit mehr als 120 Millionen Euro gefördert. So startete im Juli 2015 das nationale Referenzprojekt Industrie 4.0, in dem an vier konkreten Anwendungsszenarien gearbeitet wird. Im Fokus der Initiative „Industrie 4.0 – Forschung auf den betrieblichen Hallenboden“ stehen insbesondere Kleinere und Mittlere Unternehmen (KMU). Zudem betreibt das BMBF gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium die „Plattform Industrie 4.0“. Das Thema ist Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung, die aus Ideen Innovationen machen und die Arbeitsplätze von morgen schaffen will. 

Weitere Informationen: https://www.bmbf.de/de/zukunftsprojekt-industrie-4-0-848.html
Mehr zum Workshop: http://cps-vo.org/group/US-German-IoT-CPS-Wkshp16

Industrieunternehmen erwarten spürbare Veränderung des eigenen Geschäftsmodells

Für 57 Prozent der deutschen Industriebetriebe steht fest, dass sich ihr Geschäftsmodell in den kommenden fünf Jahren aufgrund von Smart Factory und vernetzten Produkten spürbar verändern wird. Das geht aus der Studie „Deutscher Industrie 4.0-Index“ des Beratungsunternehmens Staufen hervor. Die überwiegende Mehrheit sieht diese Entwicklung positiv.

72 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, mit dem Umbau zur intelligenten Fabrik wirtschaftlich erfolgreicher zu werden. Noch optimistischer geben sich Betriebe, die bereits operative Erfahrung in Industrie 4.0 haben. Dies zeigt der zum zweiten Mal erhobene „Deutsche Industrie 4.0 Index“. Für die Studie wurden im Auftrag der Unternehmensberatung Staufen 179 Industrieunternehmen in Deutschland befragt.

Uneins sind sich die Befragten, ob der Wandel mit ihrer bestehenden Produktpalette zu stemmen ist. „Etwa die Hälfte der Unternehmen geht davon aus, hier ohne größere Anpassungen auszukommen“, sagt Martin Haas, Vorstand der Staufen AG. „Unter den 4.0-Vorreitern erwartet allerdings eine Mehrheit von 60 Prozent, dass die neue industrielle Revolution auch im Produktportfolio umfangreiche Veränderungen mit sich bringen wird.“

Als Treiber des industriellen Wandels betrachten die Befragten vor allen Dingen ihre Aktivitäten in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Drei von vier Unternehmen erwarten in diesem Feld spürbare Veränderungen in den kommenden fünf Jahren. „Damit hat die hiesige Wirtschaft erkannt, dass ihr Erfolg ganz maßgeblich davon abhängt, weiterhin hochwertige technische Innovationen voranzutreiben“, betont Haas. „Die konsequente Umsetzung des Industrie 4.0-Gedankens wird in Zukunft die Grundlage wirtschaftlichen Erfolgs werden. Angefangen von der Forschung und Entwicklung bis hin zur Steuerung einer komplexen, arbeitsteiligen und geografisch verzweigten Produktionsstruktur im operativen Alltag.“

Geteilter Meinung sind die Unternehmen in der Frage, wie sich der tiefgreifende Wandel der Industrie auf die Beschäftigten auswirken wird. Rund die Hälfte der Betriebe ist jedoch zuversichtlich, dass die Entwicklung zur Industrie 4.0 keine spürbaren Auswirkungen auf die Zusammensetzung ihrer Belegschaft haben wird.

Terror, Cyber, Wetter: Deutschen Unternehmen drohen Höchstschäden

Deutschen Unternehmen drohen in diesem Jahr Höchstschäden. „Islamistischer Terror, Cyber-Angriffe und Wetter-Katastrophen – das Problem bei all diesen Bedrohungen ist: Wenn ein Schadenfall eintritt, wird er in der Regel sehr teuer“, sagt Hartmuth Kremer-Jensen, Mitglied der Geschäftsführung bei Aon in Deutschland. Der Versicherungsmakler legte jetzt eine Marktprognose für das Jahr 2016 vor.

Danach wird der islamistische Terrorismus in diesem Jahr staatliche Institutionen und Unternehmen in Deutschland vor große Herausforderungen stellen. „In den vergangenen Jahren war es häufig der Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden oder glücklichen Umständen zu verdanken, dass Deutschland von großen Terroranschlägen verschont blieb. Doch die Ziele der Terroristen sind hierzulande die gleichen wie in Frankreich, in der Türkei und in Indien: Ereignisse mit großen Menschenansammlungen, Verkehrsknotenpunkte, sensible Infrastrukturen“, sagt Kremer-Jensen.

Laut Aon müssen Behörden und Unternehmen daher vor allem in deutschen Großstädten wie Berlin als Hauptstadt, Hamburg, München und Frankfurt als Finanzdienstleistungsstandort ein besonderes Augenmerk auf das Thema Sicherheit legen. „Aber in diesem anspruchsvollen Absicherungssegment wird auch die Versicherungswirtschaft besonders gefordert sein. Innovative Ansätze zum Terrorismus-Risikomanagement, Gefährdungseinschätzungen sowie Risikomodelle mit Höchstschaden- und Schwachstellenanalysen bilden dann die Basis für Versicherungskonzepte, die der Bedrohung gerecht werden müssen“, sagt Kremer-Jensen.

Auch die Cyber-Risiken der Unternehmen werden laut Aon-Prognose in diesem Jahr steigen – aufgrund des Trends zu Industrie 4.0. „Die Nutzung von miteinander kommunizierenden Maschinen in betrieblichen Produktions- und Bestellprozessen nimmt zu. Das stellt eine besondere Herausforderung für die Datensicherheit dar“, sagt Kremer-Jensen. Denn durch die fortschreitende Vernetzung würde die Verletzlichkeit der Unternehmen erhöht. Einen hundertprozentigen technischen Schutz gegen professionelle Hacker werde es aber nicht geben können. Die Versicherungsbranche sei somit gefordert, den Unternehmen ein effektives Risikomanagement kombiniert mit passenden Versicherungslösungen anzubieten.

Wetter-Risiken stellen, so die Aon-Prognose, die dritte große Gefahr für Unternehmen dar. „Überschwemmungen und Stürme werden auch im Jahr 2016 schwere Schäden anrichten und die Firmen vor große Herausforderungen stellen. Denn die Versicherer sind nur begrenzt bereit, Versicherungsschutz zu gewähren. Und wenn sie dazu bereit sind, lassen sie es sich teuer bezahlen. Unternehmen werden daher bei der Suche nach Deckungsschutz sehr strategisch und zielorientiert vorgehen müssen“, sagt Kremer-Jensen. Die entscheidende Frage werde oft sein, ob bei besonders hoher Gefahrenlage – also großen wahrscheinlichen Höchstschäden – Zusatzabdeckungen sinnvoll seien.

Die vollständige Prognose von Aon über die Entwicklungen auf dem deutschen Versicherungsmarkt im Jahr 2016 gibt es hier.

Simpel, Schnell und Sicher

Passwort-Manager gibt es viele und kaum ein Nutzer kommt heute ohne solche Helfer aus. Wer pflegt schon ellenlange Excel-Sheets. Auch wenn Desktop-Umgebungen wie KDE und Gnome solche Tools integriert haben, ist ein CLI-Tool oft die bessere Wahl, weil es schnell zur Hand ist und sich gut integrieren lässt.

Schnell am Start

Das neue Open-Source-Tool

Steel von Niko Rosval ist komplett in C geschrieben, nutzt zur Verschlüsselung AES mit 256 Bit im Cipher Feedback Mode (CFB) und eine Embedded-Datenbank SQLite als Datenspeicher. Das Tool kann auch mehrere Datenbanken verwalten, wenn mehrere Nutzer mit dem gleichen PC arbeiten. Wie

steel –help

schnell offenbart, kann das Tool optional auch selbst sichere Passwörter generieren, nach Einträgen suchen und Backups erstellen oder wiederherstellen.

Das Initialisieren einer neuen Passwort-Datenbank erledigt:

steel –open ~/.steel/pwdb

Die Datenbank ist damit auch gleich geöffnet, sodass der Nutzer wie folgt Passworteinträge hinzufügen kann:

steel -a &lt;title&gt; &lt;user&gt; &lt;url&gt; &lt;notes&gt;

Zwingend ist nur „Title“. Sonstigen Angaben sind optional. Der Nutzer muss dann einfach leere Anführungszeichen verwenden.
Hat man seine Passwörter eingegeben, schließt man die Datenbank mit: 

steel –c

und verschlüsselt sie. 

Da jeder, der Zugriffsrechte für die Datenbank hat, die Passwörter lesen kann, solange die Datenbank geöffnet ist, empfiehlt es sich auf Rechnern, die von mehreren Personen genutzt werden, die Zugriffsrechte restriktiv zu setzen.

Außerdem empfiehlt es sich nach Verwenden von Tools solcher Art immer, die BASH-History (oder der verwendeten Login-Shell) zu leeren. Die Passwörter für die einzelnen Accounts werden zwar interaktiv abgefragt, die verwendeten Login-Namen stehen aber trotzdem in der History.