Cybus und UIB: Zusammenarbeit für sichere Kommunikation des industriellen Internet der Dinge

CeBIT, Hannover, 23.03.2017Cybus und Unified Inbox Pte. Ltd. (UIB) gaben heute bekannt, dass sie durch die integrierte UIB UnificationEnginge ™ intelligente IoT-Nachrichten-Plattform und der sicheren Konnektivitätstechnologie der Cybus Connectware integriert werden kann.

Die Partnerschaft ermöglicht Herstellern und Betreibern von Industrieanlagen eine einfachere und sicherere Maschine-zu-Maschine- (M2M), Mensch-zu-Maschine- (H2M) und Maschine-zu-Mensch- (M2H) Kommunikation. Sie ermöglicht eine sichere und einfache Erfassung, Bereitstellung und Nutzung von industriellen Daten, die ihren Kunden einen datengesteuerten Mehrwertdienst, wie Fernüberwachung und vorausschauende Instandhaltung, zur Verfügung stellt.

Die Cybus-Technologie schließt die Lücke zwischen der Fertigungs- und Logistikumgebung mit der Welt der digitalen Dienste. Durch einen autorisierten Datenbenutzer ermöglicht der Cybus einen sicheren, einfachen, präzisen und kontrollierbaren Zugriff zwischen Protokollen und der Management-Position.

UIB bietet für „Industrial IoT“-Maschinen und -Geräte eine natürliche Sprachkommunikation (Natural Language Processing). Die Betreiber können über ihre verwendeten Kommunikationskanäle weiterhin mit ihren Maschinen kommunizieren. Die Connectware und UnificationEnine-Lösung lässt sich problemlos anpassen und entwickeln. Die Lösung kann sowohl für Maschinen, Fahrzeuge, Sensoren sowie deren Komponenten ohne weiteres genutzt werden. Darüber hinaus sind weitere Anwendungsfälle möglich für Fertigungsprozesse, Produktion, Energieversorgung und Logistik.

Blended Intelligence – Pimp my Brain!

Kaum eine Diskussion um Wohl und Wehe der Digitalisierung kommt in jüngster Zeit ohne den Begriff der „Künstlichen Intelligenz“ („KI“) aus. Allerlei mögliche Szenarien werden zur Erfassung dieses Phänomens bemüht, von autonom agierenden digitalen „Chatbots“ – wie sie heute schon in sozialen Netzwerken oder als Hardware-gewordene Version in Form von Amazons „Echo“ und dem Sprachassistenten „Google Home“ Wirklichkeit sind – bis hin zur Herrschaft der Maschinen und der vollständigen Vernichtung der Menschheit.

Und was ist wirklich „Künstliche Intelligenz“?

In Wahrheit tun wir uns jedoch schwer, die tatsächliche Tragweite und Bedeutung dieser Entwicklung zu erfassen. Das liegt unter anderem daran, dass es sich bereits als schwierig erweist, ein einheitliches Verständnis von Intelligenz überhaupt zu finden. Auch eine einheitliche Definition von „Künstlicher Intelligenz“ gibt es nicht. Allerdings besteht weitgehend Einigkeit über bestimmte beschreibende Merkmale. Dazu gehören etwa die Fähigkeit, Muster und Logiken zu erkennen (etwa in Texten oder Bildern), Voraussagungen auf dieser Basis abzugeben und über geschriebene oder gesprochene Worte kommunizieren zu können. Als maßgeblich gilt jedoch die Fertigkeit zu lernen, also aus vorausgegangenen Tätigkeiten eigenständig Verbesserungen abzuleiten und autonom Kriterien zur Beurteilung von Sachverhalten aufzustellen.

Vom Automatismus der Chatbots zu „echter“ Intelligenz

Die meisten Chatbots erfüllen zumindest diese letzten Eigenschaften in der Regel nicht. Als klassisches Beispiel wird hingegen oft Googles Alpha Go angeführt, die Künstliche Intelligenz, die es geschafft hat, beim asiatischen Brettspiel „Go“ den Großmeister Lee Sedol zu bezwingen. Nun gab es in der Vergangenheit bereits mit Deep Blue einen Computer, der beim Schach den Weltmeister Gari Kasparow in die Knie zwang. Go unterscheidet sich jedoch wesentlich von Schach; es gilt als hochkompliziert und bislang als kaum für eine Computersimulation programmierbar. Anders als bei Schachsimulationen hat die KI von Google neue Spielzüge selbst gefunden und Zugkombinationen entwickelt, die man bei menschlichen Spielern so zuvor noch nie gesehen hatte. Diese maschinell erbrachte „Geistesleistung“ gilt gemeinhin als Beleg für eine Künstliche Intelligenz.

Künstliche Kreativität

Gerade diesem Feld wird derzeit eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, so dass hier in den nächsten Jahren von erheblichen Entwicklungssprüngen ausgegangen werden kann. Künstliche Intelligenzen werden heute bereits, aufgrund ihrer Fähigkeit, eigenständig logische Zusammenhänge zu erkennen, eingesetzt, um auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen – ohne dass es noch eines menschlichen Eingreifens bedürfte. Selbst kreative Leistungen werden durch KI erbracht. Google etwa lässt sein lernendes System „Magenta“ Kunstwerke erstellen, sogar die Komposition von Musik oder auch das eigenständige Verfassen von Prosa wurden bereits erfolgreich erprobt.

Intelligente Robotik und selbststeuernde Drohnen

Die Firma Boston Dynamics stellt Roboter her, die Menschen in verschiedenen Situationen zur Hand gehen. Sie können im Haushalt helfen, räumen die Geschirrspülmaschine ein und schaffen es dabei, ein Glas von einer leeren Bierdose zu unterscheiden – in der Gewissheit, dass letztere nicht in den Abwasch gehört, sondern zielsicher in den Mülleimer zu sortieren ist. Diese Systeme agieren völlig unabhängig von einer menschlichen Steuerung und wirken dabei eher wie ein intelligentes mechanisches Haustier. In der Industrie sind Roboter schon lange im Einsatz, um verlässlich sich wiederholende Aufgaben zu erfüllen, nun werden diese jedoch immer mehr mit einem eigenen Handlungs- und Entscheidungsrahmen ausgestattet. Darunter können unterstützende Tätigkeiten fallen, wie etwa ein Paket von A nach B zu bringen oder bestimmte Sortierungs- und Erfassungsarbeiten zu übernehmen. Es gibt inzwischen auch schon selbst steuernde Drohnen, die eigenständig die Bestandsaufnahme des Inventars in einer Lagerhalle übernehmen. Inzwischen werden Künstliche Intelligenzen sogar als Führungskräfte eingesetzt. Hitachi greift in der Logistik auf eine KI zurück, die den Mitarbeitern Handlungsanweisungen gibt, etwa für die Pack- oder Lieferreihenfolge.

Autonome Roboter in der militärischen Nutzung

Eigentlich lag jedoch der Ursprung dieser intelligenten Roboter in der militärischen Nutzung. Als Lastenträger steuern sie sich heute bereits selbst und finden eigenhändig den Weg zum vorgegebenen Ziel, auch durch unwegsames Gelände. Im Kampfeinsatz müssen diese Roboter jedoch auch tiefergreifende Entscheidungen treffen. Als autonome Kriegssysteme werden sie inzwischen mit Waffen ausgestattet und könnten in naher Zukunft selbstständig über deren Einsatz befinden. Laut einem Arbeitspapier der US-Army will diese bis spätestens zum Jahr 2030 auf derartige autonome Systeme zur Kriegsführung zurückgreifen. Die Entscheidung über Leben und Tod wäre also dann vollständig in der Hand von Maschinen.

„Singularität“: Science Fiction oder konkrete Bedrohung?

Was wie ein klassisches Narrativ aus der Science Fiction klingt, ist damit heute greifbar nah. Ohne Zweifel drängen sich an dieser Stelle Bilder aus den Kino-Blockbustern „Terminator“ oder „Matrix“ auf, deren Geschichte darum kreist, dass in einer fernen Zukunft die Maschinen die Macht über die Menschheit ergriffen haben und diese wahlweise eliminieren (Terminator) oder unterwerfen und ausbeuten (Matrix). In der akademischen Diskussion versucht man diese Thematik mit der Frage nach der sogenannten „Singularität“ Herr zu werden. Damit wird der Zeitpunkt definiert, an dem die Maschinen und Künstliche Intelligenzen uns Menschen in der Leistungsfähigkeit, insbesondere kognitiv überholt haben werden. Es besteht dabei Uneinigkeit darüber, ob das nun eine Bedrohung oder einen Segen für die Menschheit darstellt. Auch die Frage, was wir Menschen dann mit unserer ganzen Freizeit anfangen, wenn die Maschinen uns alle Arbeit abgenommen haben, wird in diesem Kontext diskutiert, etwa im Rahmen der Überlegungen zu einem „bedingungslosen Grundeinkommen“, das vielen nach Eintritt der Singularität als unvermeidlich erscheint. Denn wenn bei der zunehmenden Intelligenz von Maschinen und Robotern diesen zunehmend mehr Arbeit übertragen wird – schlichtweg weil sie viele Tätigkeiten besser als ein Mensch erfüllen können – so bleibt letztlich immer weniger für den Menschen zu tun. Die Folgen wären weitreichende Arbeitslosigkeit und gähnende Langeweile aller Orten. Das allein stellt, auch ohne Weltuntergangsszenarien, bereits zweifelslos eine große gesellschaftliche Herausforderung dar.

Cyborgs & Kognitiver Transhumanismus

Damit rückt ein anderes, ebenfalls der Science Fiction entlehntes Szenario in den Fokus: Eine Möglichkeit wäre, die Errungenschaften der Digitalisierung zu nutzen, um den Menschen als solchen zu „verbessern“ und auf diese Weise den sich entwickelnden Maschinen entgegenzustellen. Im Prinzip bedeutet dies eine Verschmelzung von Mensch und Technik – die Schaffung von „Cyborgs“. Auch wenn manchem dabei zunächst das Bild von mit ihren Smartphones verwachsen scheinende Teenager in den Kopf kommen mag: Tatsächlich gibt es heute bereits Menschen, die sich Chips einpflanzen lassen, um ihre Fähigkeiten zu erweitern. Manche tragen Magnete unter der Haut, um einen weiteren Sinn zu gewinnen – die Fingerspitzen vibrieren, wenn man sich einem elektromagnetischen Feld nähert – andere implantieren sich RFID-Chips, mit denen eine Authentifizierung in Schließsystemen vorgenommen werden kann, zum Beispiel um einen Kopierer „freizuschalten“.

„Pimp my Brain!“: Blended Intelligence als Antwort auf die Intelligenz der Maschinen

Neben diesem eher profanen menschlichen „Tuning“ rückt zunehmend das Phänomen der „Blended Intelligence“ in den Vordergrund, welches auf die Erweiterung der kognitiven menschlichen Fähigkeiten zielt. Das menschliche Gehirn ist schon länger im Visier der einschlägigen Forschung. Bereits heute werden Epilepsie-Patienten mit einem „Gehirnschrittmacher“ ausgestattet. Die EU hat 2015 eine Milliarde Euro in das „Human Brain Project“ investiert, mit dem Ziel, einzelne Bereiche des menschlichen Gehirns durch künstliche Bestandteile wie Computerchips zu ersetzen, um auf diese Weise Krankheiten wie Parkinson zu heilen. Die Möglichkeiten sind damit jedoch nicht auf medizinische Anwendungen allein beschränkt. Das Gehirn gilt vielen als die ultimative „Schnittstelle“ der Zukunft. Eine Umfrage des Bundesforschungsministeriums im Jahr 2015 ergab, dass 51% der Deutschen sich vorstellen könnten, sich Implantate ins Gehirn einsetzen zu lassen, wenn diese zur „Steigerung der geistigen Fähigkeiten“ beitrügen, also etwa um die Konzentration oder die Gedächtnisleistung zu verbessern. Auch die Steuerung von externen Geräten und Computern, die bisher noch klassischer Eingabegeräte wie Tastatur oder PC-Maus bedürfen, soll in Zukunft direkt über das Gehirn erfolgen. Tatsächlich gibt es aktuell schon vielversprechende Versuche, die Erfassung der Gehirnströme zur Steuerung von Flug-Drohnen zu nutzen. Auch simple Gedankenübertragung von einem Menschen auf den anderen – die Übermittlung der Worte „ja“ und „nein“ – ist über die Codierung der Gehirnströme bereits erfolgreich durchgeführt worden.

Gehirnprothesen & Implantate für Gedanken?

Ein Haupttreiber dieser Entwicklungen ist die „DARPA“, gewissermaßen der akademische Arm des US-Militärs. Um kriegsversehrte Veteranen zu unterstützen hat diese maßgeblich zu den Erfolgen auf dem Gebiet der Prothesenentwicklung beigetragen. Jedoch sind Kriegsverletzungen nicht immer auf den Verlust eines Armes oder Beines beschränkt – auch solche künstlichen Extremitäten lassen sich inzwischen recht filigran „neurologisch“ steuern – die Folgen von Kampfeinsätzen sind allzu oft auch psychischer Natur. Und auch hierfür versucht man Behandlungsmöglichkeiten bereitzustellen. Selbst Gedächtnisverlust soll in Zukunft mit entsprechenden Implantaten therapiert bzw. sollen die Erinnerungen wieder im Gehirn rekonstruiert werden. Das setzte allerdings voraus, dass diese bereits vor dem Kampfeinsatz „abgespeichert“ worden sein müssten. Aus heutiger Sicht ist das noch schwer vorstellbar. Aber tatsächlich ruht ein gewichtiger Fokus der Forschung auf diesem Bereich.

Moralische Fragen: Die Macht der Algorithmen

Künstliche Intelligenz und die „transhumanistische“ Vision vom technisierten Menschen und der digitalen Erweiterung seiner geistigen Fähigkeiten zur „Blended Intelligence“ überlagern sich in einigen Bereichen. Moralische Fragen drängen sich bei beiden Entwicklungsrichtungen auf, und wie bei jeder technischen Innovation liegen Nutzen und Schrecken jeweils nah beieinander. Wir lesen und hören heute viel davon, wie man Daten und Algorithmen nutzen kann, um Menschen zu manipulieren, auch um sie hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bei eigentlich demokratischen Wahlen zu beeinflussen. Welche Rolle kommt dann hierbei Künstlicher Intelligenz zu? Auch wenn diese in der Lage ist, eigenständig hinzuzulernen, stellt sich die Frage, auf Grundlage welches Wertesystems diese ihre Entscheidungen trifft. Die EU fordert ein Recht auf Auskunft für ihre Bürger, wenn Algorithmen bei einer Entscheidung – etwa bei der Zuordnung zu einem Versicherungstarif – im Spiel waren. Die Faktoren dieser Entscheidungsfindung müssen offengelegt und für den Betroffenen transparent gemacht werden. Bei Künstlicher Intelligenz gestaltet sich das in der Realität oft schwierig. Denn diese hat sich ja meist ihre Prüf-Kriterien selbst erarbeitet, so dass es selbst den Entwicklern von KI mitunter schwerfällt, die Gründe für eine Entscheidung nachzuvollziehen.

Kann man Menschen „hacken“?

Für Künstliche Intelligenz wie auch für das menschliche „kognitive Upgrade“, des „Cyborgs“, erweist sich die Möglichkeit eines Eingriffs von außen als problematisch. Wenn es möglich ist, Erinnerungen zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wiedereinzusetzen, kann man dann diese auch abändern oder manipulieren? Erinnert man sich dann tatsächlich an das, was gewesen ist oder an etwas, was andere einen glauben lassen wollen? Für die Psychotherapie ergäben sich daraus völlig neue Möglichkeiten, allerdings liegt das Gefahrenpotenzial ebenso auf der Hand. Kann man dann einen Menschen „hacken“? Und können wir es uns auf der anderen Seite überhaupt noch leisten, uns nicht technisch aufzurüsten? Aber wo liegen dann noch die Unterschiede zwischen Mensch und Maschine? Noch ist unklar, wie weit die Entwicklung tatsächlich reichen wird. Aber unbestreitbar ist: Nicht nur die Welt, in der wir leben, auch der Mensch selbst wird sich durch die Digitalisierung grundsätzlich verändern. Mit ihren Smartphones scheinbar verwachsene Teenager werden uns in der nun schon sehr nahen Zukunft der „Blended Intelligence“ bald wie ein Anachronismus vorkommen.  

Der Artikel wurde ursprünglich auf nerdwärts.de veröffentlicht.

Mehr zum Thema: Mehr zum Thema Cyborgs: Prof. Dr. Andreas Wagener. Professur für Digitales Marketing: eCommerce & Social Media, Hochschule Hof „Cyborg Economy Reloaded: Vom Cyborg zum Psyborg – wie die Digitalisierung das menschliche Bewusstsein, unsere Psyche sowie unsere intellektuellen Fähigkeiten verändert“ (Vortrag an der Hochschule Hof am 18.11.2015 im Rahmen der Ringvorlesung „Digitalisierung, Industrie 4.0 & das Internet der Dinge“ der Fakultät Wirtschaft an der Hochschule Hof.) #profwag   Mehr zum Thema Künstliche Intelligenz: Prof. Dr. Andreas Wagener. Professur für Digitales Marketing: eCommerce & Social Media, Hochschule Hof „Industrie 4.0, Datenökonomie und Künstliche Intelligenz: Wie Daten und Algorithmen Wirtschaft und Gesellschaft verändern“ (Vortrag an der Hochschule Hof am 26.10.2016 im Rahmen der Vortragsreihe „Digitale Wirtschaft, Industrie 4.0 und das ‚Internet der Dinge‘“ der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Hof.) #profwag   Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer Newsseite auf XING sowie auf Facebook.

Blended Intelligence – Pimp my Brain!

Kaum eine Diskussion um Wohl und Wehe der Digitalisierung kommt in jüngster Zeit ohne den Begriff der „Künstlichen Intelligenz“ („KI“) aus. Allerlei mögliche Szenarien werden zur Erfassung dieses Phänomens bemüht, von autonom agierenden digitalen „Chatbots“ – wie sie heute schon in sozialen Netzwerken oder als Hardware-gewordene Version in Form von Amazons „Echo“ und dem Sprachassistenten „Google Home“ Wirklichkeit sind – bis hin zur Herrschaft der Maschinen und der vollständigen Vernichtung der Menschheit.

Und was ist wirklich „Künstliche Intelligenz“?

In Wahrheit tun wir uns jedoch schwer, die tatsächliche Tragweite und Bedeutung dieser Entwicklung zu erfassen. Das liegt unter anderem daran, dass es sich bereits als schwierig erweist, ein einheitliches Verständnis von Intelligenz überhaupt zu finden. Auch eine einheitliche Definition von „Künstlicher Intelligenz“ gibt es nicht. Allerdings besteht weitgehend Einigkeit über bestimmte beschreibende Merkmale. Dazu gehören etwa die Fähigkeit, Muster und Logiken zu erkennen (etwa in Texten oder Bildern), Voraussagungen auf dieser Basis abzugeben und über geschriebene oder gesprochene Worte kommunizieren zu können. Als maßgeblich gilt jedoch die Fertigkeit zu lernen, also aus vorausgegangenen Tätigkeiten eigenständig Verbesserungen abzuleiten und autonom Kriterien zur Beurteilung von Sachverhalten aufzustellen.

Vom Automatismus der Chatbots zu „echter“ Intelligenz

Die meisten Chatbots erfüllen zumindest diese letzten Eigenschaften in der Regel nicht. Als klassisches Beispiel wird hingegen oft Googles Alpha Go angeführt, die Künstliche Intelligenz, die es geschafft hat, beim asiatischen Brettspiel „Go“ den Großmeister Lee Sedol zu bezwingen. Nun gab es in der Vergangenheit bereits mit Deep Blue einen Computer, der beim Schach den Weltmeister Gari Kasparow in die Knie zwang. Go unterscheidet sich jedoch wesentlich von Schach; es gilt als hochkompliziert und bislang als kaum für eine Computersimulation programmierbar. Anders als bei Schachsimulationen hat die KI von Google neue Spielzüge selbst gefunden und Zugkombinationen entwickelt, die man bei menschlichen Spielern so zuvor noch nie gesehen hatte. Diese maschinell erbrachte „Geistesleistung“ gilt gemeinhin als Beleg für eine Künstliche Intelligenz.

Künstliche Kreativität

Gerade diesem Feld wird derzeit eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, so dass hier in den nächsten Jahren von erheblichen Entwicklungssprüngen ausgegangen werden kann. Künstliche Intelligenzen werden heute bereits, aufgrund ihrer Fähigkeit, eigenständig logische Zusammenhänge zu erkennen, eingesetzt, um auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen – ohne dass es noch eines menschlichen Eingreifens bedürfte. Selbst kreative Leistungen werden durch KI erbracht. Google etwa lässt sein lernendes System „Magenta“ Kunstwerke erstellen, sogar die Komposition von Musik oder auch das eigenständige Verfassen von Prosa wurden bereits erfolgreich erprobt.

Intelligente Robotik und selbststeuernde Drohnen

Die Firma Boston Dynamics stellt Roboter her, die Menschen in verschiedenen Situationen zur Hand gehen. Sie können im Haushalt helfen, räumen die Geschirrspülmaschine ein und schaffen es dabei, ein Glas von einer leeren Bierdose zu unterscheiden – in der Gewissheit, dass letztere nicht in den Abwasch gehört, sondern zielsicher in den Mülleimer zu sortieren ist. Diese Systeme agieren völlig unabhängig von einer menschlichen Steuerung und wirken dabei eher wie ein intelligentes mechanisches Haustier. In der Industrie sind Roboter schon lange im Einsatz, um verlässlich sich wiederholende Aufgaben zu erfüllen, nun werden diese jedoch immer mehr mit einem eigenen Handlungs- und Entscheidungsrahmen ausgestattet. Darunter können unterstützende Tätigkeiten fallen, wie etwa ein Paket von A nach B zu bringen oder bestimmte Sortierungs- und Erfassungsarbeiten zu übernehmen. Es gibt inzwischen auch schon selbst steuernde Drohnen, die eigenständig die Bestandsaufnahme des Inventars in einer Lagerhalle übernehmen. Inzwischen werden Künstliche Intelligenzen sogar als Führungskräfte eingesetzt. Hitachi greift in der Logistik auf eine KI zurück, die den Mitarbeitern Handlungsanweisungen gibt, etwa für die Pack- oder Lieferreihenfolge.

Autonome Roboter in der militärischen Nutzung

Eigentlich lag jedoch der Ursprung dieser intelligenten Roboter in der militärischen Nutzung. Als Lastenträger steuern sie sich heute bereits selbst und finden eigenhändig den Weg zum vorgegebenen Ziel, auch durch unwegsames Gelände. Im Kampfeinsatz müssen diese Roboter jedoch auch tiefergreifende Entscheidungen treffen. Als autonome Kriegssysteme werden sie inzwischen mit Waffen ausgestattet und könnten in naher Zukunft selbstständig über deren Einsatz befinden. Laut einem Arbeitspapier der US-Army will diese bis spätestens zum Jahr 2030 auf derartige autonome Systeme zur Kriegsführung zurückgreifen. Die Entscheidung über Leben und Tod wäre also dann vollständig in der Hand von Maschinen.

„Singularität“: Science Fiction oder konkrete Bedrohung?

Was wie ein klassisches Narrativ aus der Science Fiction klingt, ist damit heute greifbar nah. Ohne Zweifel drängen sich an dieser Stelle Bilder aus den Kino-Blockbustern „Terminator“ oder „Matrix“ auf, deren Geschichte darum kreist, dass in einer fernen Zukunft die Maschinen die Macht über die Menschheit ergriffen haben und diese wahlweise eliminieren (Terminator) oder unterwerfen und ausbeuten (Matrix). In der akademischen Diskussion versucht man diese Thematik mit der Frage nach der sogenannten „Singularität“ Herr zu werden. Damit wird der Zeitpunkt definiert, an dem die Maschinen und Künstliche Intelligenzen uns Menschen in der Leistungsfähigkeit, insbesondere kognitiv überholt haben werden. Es besteht dabei Uneinigkeit darüber, ob das nun eine Bedrohung oder einen Segen für die Menschheit darstellt. Auch die Frage, was wir Menschen dann mit unserer ganzen Freizeit anfangen, wenn die Maschinen uns alle Arbeit abgenommen haben, wird in diesem Kontext diskutiert, etwa im Rahmen der Überlegungen zu einem „bedingungslosen Grundeinkommen“, das vielen nach Eintritt der Singularität als unvermeidlich erscheint. Denn wenn bei der zunehmenden Intelligenz von Maschinen und Robotern diesen zunehmend mehr Arbeit übertragen wird – schlichtweg weil sie viele Tätigkeiten besser als ein Mensch erfüllen können – so bleibt letztlich immer weniger für den Menschen zu tun. Die Folgen wären weitreichende Arbeitslosigkeit und gähnende Langeweile aller Orten. Das allein stellt, auch ohne Weltuntergangsszenarien, bereits zweifelslos eine große gesellschaftliche Herausforderung dar.

Cyborgs & Kognitiver Transhumanismus

Damit rückt ein anderes, ebenfalls der Science Fiction entlehntes Szenario in den Fokus: Eine Möglichkeit wäre, die Errungenschaften der Digitalisierung zu nutzen, um den Menschen als solchen zu „verbessern“ und auf diese Weise den sich entwickelnden Maschinen entgegenzustellen. Im Prinzip bedeutet dies eine Verschmelzung von Mensch und Technik – die Schaffung von „Cyborgs“. Auch wenn manchem dabei zunächst das Bild von mit ihren Smartphones verwachsen scheinende Teenager in den Kopf kommen mag: Tatsächlich gibt es heute bereits Menschen, die sich Chips einpflanzen lassen, um ihre Fähigkeiten zu erweitern. Manche tragen Magnete unter der Haut, um einen weiteren Sinn zu gewinnen – die Fingerspitzen vibrieren, wenn man sich einem elektromagnetischen Feld nähert – andere implantieren sich RFID-Chips, mit denen eine Authentifizierung in Schließsystemen vorgenommen werden kann, zum Beispiel um einen Kopierer „freizuschalten“.

„Pimp my Brain!“: Blended Intelligence als Antwort auf die Intelligenz der Maschinen

Neben diesem eher profanen menschlichen „Tuning“ rückt zunehmend das Phänomen der „Blended Intelligence“ in den Vordergrund, welches auf die Erweiterung der kognitiven menschlichen Fähigkeiten zielt. Das menschliche Gehirn ist schon länger im Visier der einschlägigen Forschung. Bereits heute werden Epilepsie-Patienten mit einem „Gehirnschrittmacher“ ausgestattet. Die EU hat 2015 eine Milliarde Euro in das „Human Brain Project“ investiert, mit dem Ziel, einzelne Bereiche des menschlichen Gehirns durch künstliche Bestandteile wie Computerchips zu ersetzen, um auf diese Weise Krankheiten wie Parkinson zu heilen. Die Möglichkeiten sind damit jedoch nicht auf medizinische Anwendungen allein beschränkt. Das Gehirn gilt vielen als die ultimative „Schnittstelle“ der Zukunft. Eine Umfrage des Bundesforschungsministeriums im Jahr 2015 ergab, dass 51% der Deutschen sich vorstellen könnten, sich Implantate ins Gehirn einsetzen zu lassen, wenn diese zur „Steigerung der geistigen Fähigkeiten“ beitrügen, also etwa um die Konzentration oder die Gedächtnisleistung zu verbessern. Auch die Steuerung von externen Geräten und Computern, die bisher noch klassischer Eingabegeräte wie Tastatur oder PC-Maus bedürfen, soll in Zukunft direkt über das Gehirn erfolgen. Tatsächlich gibt es aktuell schon vielversprechende Versuche, die Erfassung der Gehirnströme zur Steuerung von Flug-Drohnen zu nutzen. Auch simple Gedankenübertragung von einem Menschen auf den anderen – die Übermittlung der Worte „ja“ und „nein“ – ist über die Codierung der Gehirnströme bereits erfolgreich durchgeführt worden.

Gehirnprothesen & Implantate für Gedanken?

Ein Haupttreiber dieser Entwicklungen ist die „DARPA“, gewissermaßen der akademische Arm des US-Militärs. Um kriegsversehrte Veteranen zu unterstützen hat diese maßgeblich zu den Erfolgen auf dem Gebiet der Prothesenentwicklung beigetragen. Jedoch sind Kriegsverletzungen nicht immer auf den Verlust eines Armes oder Beines beschränkt – auch solche künstlichen Extremitäten lassen sich inzwischen recht filigran „neurologisch“ steuern – die Folgen von Kampfeinsätzen sind allzu oft auch psychischer Natur. Und auch hierfür versucht man Behandlungsmöglichkeiten bereitzustellen. Selbst Gedächtnisverlust soll in Zukunft mit entsprechenden Implantaten therapiert bzw. sollen die Erinnerungen wieder im Gehirn rekonstruiert werden. Das setzte allerdings voraus, dass diese bereits vor dem Kampfeinsatz „abgespeichert“ worden sein müssten. Aus heutiger Sicht ist das noch schwer vorstellbar. Aber tatsächlich ruht ein gewichtiger Fokus der Forschung auf diesem Bereich.

Moralische Fragen: Die Macht der Algorithmen

Künstliche Intelligenz und die „transhumanistische“ Vision vom technisierten Menschen und der digitalen Erweiterung seiner geistigen Fähigkeiten zur „Blended Intelligence“ überlagern sich in einigen Bereichen. Moralische Fragen drängen sich bei beiden Entwicklungsrichtungen auf, und wie bei jeder technischen Innovation liegen Nutzen und Schrecken jeweils nah beieinander. Wir lesen und hören heute viel davon, wie man Daten und Algorithmen nutzen kann, um Menschen zu manipulieren, auch um sie hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bei eigentlich demokratischen Wahlen zu beeinflussen. Welche Rolle kommt dann hierbei Künstlicher Intelligenz zu? Auch wenn diese in der Lage ist, eigenständig hinzuzulernen, stellt sich die Frage, auf Grundlage welches Wertesystems diese ihre Entscheidungen trifft. Die EU fordert ein Recht auf Auskunft für ihre Bürger, wenn Algorithmen bei einer Entscheidung – etwa bei der Zuordnung zu einem Versicherungstarif – im Spiel waren. Die Faktoren dieser Entscheidungsfindung müssen offengelegt und für den Betroffenen transparent gemacht werden. Bei Künstlicher Intelligenz gestaltet sich das in der Realität oft schwierig. Denn diese hat sich ja meist ihre Prüf-Kriterien selbst erarbeitet, so dass es selbst den Entwicklern von KI mitunter schwerfällt, die Gründe für eine Entscheidung nachzuvollziehen.

Kann man Menschen „hacken“?

Für Künstliche Intelligenz wie auch für das menschliche „kognitive Upgrade“, des „Cyborgs“, erweist sich die Möglichkeit eines Eingriffs von außen als problematisch. Wenn es möglich ist, Erinnerungen zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wiedereinzusetzen, kann man dann diese auch abändern oder manipulieren? Erinnert man sich dann tatsächlich an das, was gewesen ist oder an etwas, was andere einen glauben lassen wollen? Für die Psychotherapie ergäben sich daraus völlig neue Möglichkeiten, allerdings liegt das Gefahrenpotenzial ebenso auf der Hand. Kann man dann einen Menschen „hacken“? Und können wir es uns auf der anderen Seite überhaupt noch leisten, uns nicht technisch aufzurüsten? Aber wo liegen dann noch die Unterschiede zwischen Mensch und Maschine? Noch ist unklar, wie weit die Entwicklung tatsächlich reichen wird. Aber unbestreitbar ist: Nicht nur die Welt, in der wir leben, auch der Mensch selbst wird sich durch die Digitalisierung grundsätzlich verändern. Mit ihren Smartphones scheinbar verwachsene Teenager werden uns in der nun schon sehr nahen Zukunft der „Blended Intelligence“ bald wie ein Anachronismus vorkommen.  

Der Artikel wurde ursprünglich auf nerdwärts.de veröffentlicht.

Mehr zum Thema: Mehr zum Thema Cyborgs: Prof. Dr. Andreas Wagener. Professur für Digitales Marketing: eCommerce & Social Media, Hochschule Hof „Cyborg Economy Reloaded: Vom Cyborg zum Psyborg – wie die Digitalisierung das menschliche Bewusstsein, unsere Psyche sowie unsere intellektuellen Fähigkeiten verändert“ (Vortrag an der Hochschule Hof am 18.11.2015 im Rahmen der Ringvorlesung „Digitalisierung, Industrie 4.0 & das Internet der Dinge“ der Fakultät Wirtschaft an der Hochschule Hof.) #profwag   Mehr zum Thema Künstliche Intelligenz: Prof. Dr. Andreas Wagener. Professur für Digitales Marketing: eCommerce & Social Media, Hochschule Hof „Industrie 4.0, Datenökonomie und Künstliche Intelligenz: Wie Daten und Algorithmen Wirtschaft und Gesellschaft verändern“ (Vortrag an der Hochschule Hof am 26.10.2016 im Rahmen der Vortragsreihe „Digitale Wirtschaft, Industrie 4.0 und das ‚Internet der Dinge‘“ der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Hof.) #profwag   Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer Newsseite auf XING sowie auf Facebook.

Virtuelle Steuerung: Wenn die „Force“ aus Star Wars ins Smart Home einzieht

Das New Yorker Start-Up Hayo will die „virtuelle Fernbedienung“ von elektronischen Geräten und Smart-Home-Anwendungen mit bloßen Gesten und Körperbewegungen „in der Luft“ ermöglichen. Dazu wird ein 3D-Scan der entsprechenden Räumlichkeiten durchgeführt auf dessen Basis die Festlegung bestimmter Zonen oder auch beliebiger Oberflächen von Objekten als Anhaltspunkt für die Steuerung erfolgt. Mit einer App lassen sich dann die Geräte und Anwendungen auswählen, die auf diese Weise gesteuert werden sollen. Damit ist es etwa möglich, den Wasserhahn als Einschaltkonsole für den Fernseher zu definieren oder auch die Klimaanlage allein durch ein Winken mit der Hand zu regulieren – ein Effekt, der in der Tat an die „Force“ aus Star Wars erinnert, welche die Jedis in die Lage versetzt, ihre telekinetischen Fähigkeiten auszuüben. Auf der Crowdfunding-Plattform IndieGoGo wollen die Gründer US-$ 80.000,00 einwerben, um das Projekt zu realisieren. Von diesem Ziel ist man aktuell mit einer Summe von fast US-$ 69.000,00 nicht mehr weit entfernt. Das fertige Produkt soll über eine Open-Source-API für Drittanbieter und Entwickler verfügbar gemacht werden. Die Marktreife ist für Ende 2017 anvisiert. Das fertige Produkt soll für US-$ 299,00 angeboten werden. May the Force be with you!

Der Artikel erschien ursprünglich auf nerdwärts.de

Fehler zu finden, ist nur der Anfang

Überlegen Sie einmal, welches Ziel ein Ingenieur bei der Verwendung eines statischen Analysetools wie CodeSonar anstrebt. Die folgende Abbildung skizziert den Prozess:

Bisherige IoT-Projekte

Als Minimum liefert das Tool eine Liste mit Warnmeldungen, die vom Ingenieur in der Regel durchgesehen wird. Leider besteht dabei jedoch immer die Möglichkeit, dass das Tool eine Warnung ausgegeben hat, obwohl es gar keinen Grund dafür gibt. Die erste Aufgabe des Ingenieurs ist es also, die Warnungen in wahr positive Warnungen vor einem wirklichen Problem und falsch positive Warnungen vor einem in Wirklichkeit nicht existenten Problem einzuteilen. Danach kann man darangehen, die wirklichen Probleme durch Reparieren des Codes zu beseitigen.

Wie kann man die Qualität eines statischen Analysetools beurteilen? Aussagefähig ist in diesem Fall die Qualität der vom Tool produzierten Liste. Wie genau ist sie? Wie hoch ist die Rücklaufquote? Von wesentlich größerer Bedeutung ist jedoch die vom Ingenieur gefilterte Liste der gemeldeten Probleme. Wenn das Tool ein reales Problem meldet, dieses aber vom Ingenieur verworfen wird, haben wir in unserem Streben nach Verbesserung der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Software keinen Fortschritt erzielt. Was nützt es, wenn das Tool von einem Problem Kenntnis hat, aber dieses Wissen an keine Person weitergibt, die Abhilfe schaffen kann?

Diese Perspektive ist der Beweggrund für viele Features und Designalternativen von CodeSonar. CodeSonar produziert weit mehr als nur eine Liste potenzieller Gefahrenstellen im Code. Ziel ist es stets, den Ingenieur möglichst effektiv arbeiten zu lassen. Für viele Warnungen zeigt CodeSonar einen Pfad durch den Code auf, der das Problem demonstriert, und versieht diesen Pfad mit Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit das Problem auftritt. Es wird sogar natürliche Sprache generiert, um die Bedingungen und wichtige Punkte entlang des exemplarischen Pfads zu erläutern.

 

Zusätzlich wartet CodeSonar mit fortschrittlichen Code-Navigations- und Visualisierungs-Features auf. Diese helfen dem Anwender beim Verstehen des Kontexts, in dem ein Fehler auftritt. Dies kann wichtig für das Ausarbeiten einer Reparaturlösung sein.

Kurz gesagt, können statische Analysetools mehr als nur eine Liste mit Problemen erstellen. Stattdessen soll CodeSonar den Ingenieuren bei der Entwicklung von Software helfen, die besser und sicherer ist.

Diese Zielsetzung hat ein weit größeres Ausmaß als die simple Defekterkennung. Sie motiviert GrammaTechs Umwechseln von der Forschung in die Entwicklung. Anders als bei anderen Anbietern von Softwaretools ist das kommerzielle Geschäft bei GrammaTech mit einem Forschungszweig verknüpft, in dem unter anderem mehr als 20 promovierte Mitarbeiter daran arbeiten, Techniken und Technologien im Bereich der Softwareanalyse, der Transformation, der Überwachung und der autonomen Funktionen voranzubringen.

Viele der von CodeSonar gebotenen Funktionen begannen als Forschungsprojekte in der Forschungsabteilung von GrammaTech. Zum Beispiel beruhen die Visualisierungs-Features von CodeSonar auf Forschungsarbeiten für die US-Armee zur Visualisierung von 20.000 Codezeilen aus 20.000 Fuß, auf Forschungsarbeiten für die US-Marine zur Untersuchung fein abgestufter Semantiken aus der Froschperspektive sowie Forschungen für einen Kunden, der sich eine neue Möglichkeit wünschte, die Möglichkeiten zur Ausnutzung einer Schwachstelle zu ermitteln.

Derzeit laufen GrammaTechs Forschungsarbeiten zur automatisierten Codeerzeugung und -reparatur auf ein potenzielles Feature von CodeSonar hin, das Reparaturen für erkannte Defekte vorschlagen könnte. Compiler leisten dies bereits bei einigen trivialen Problemen (z. B. fehlenden Semikolons). Bei GrammaTech ist man aber der Auffassung, dass fortschrittliche Analysetechniken auch für subtile, schädliche Fehler automatisch Reparaturmöglichkeiten aufzeigen können.

Forschungsprojekte dieser Art helfen CodeSonar, den umfangreicheren Softwareabsicherungs- und Security-Missionen gerecht zu werden. Neue Releases dieses Produkts sowie die fortlaufenden Verbesserungen und Bugfixes sind alle darauf fokussiert, unsere Forschungsarbeit dem Embedded-Entwickler zugutekommen zu lassen und ihm beim Entdecken, Verstehen und Reparieren von Softwaredefekten zu helfen.

 

 

 

Virtuelle Steuerung: Wenn die „Force“ aus Star Wars ins Smart Home einzieht

Das New Yorker Start-Up Hayo will die „virtuelle Fernbedienung“ von elektronischen Geräten und Smart-Home-Anwendungen mit bloßen Gesten und Körperbewegungen „in der Luft“ ermöglichen. Dazu wird ein 3D-Scan der entsprechenden Räumlichkeiten durchgeführt auf dessen Basis die Festlegung bestimmter Zonen oder auch beliebiger Oberflächen von Objekten als Anhaltspunkt für die Steuerung erfolgt. Mit einer App lassen sich dann die Geräte und Anwendungen auswählen, die auf diese Weise gesteuert werden sollen. Damit ist es etwa möglich, den Wasserhahn als Einschaltkonsole für den Fernseher zu definieren oder auch die Klimaanlage allein durch ein Winken mit der Hand zu regulieren – ein Effekt, der in der Tat an die „Force“ aus Star Wars erinnert, welche die Jedis in die Lage versetzt, ihre telekinetischen Fähigkeiten auszuüben. Auf der Crowdfunding-Plattform IndieGoGo wollen die Gründer US-$ 80.000,00 einwerben, um das Projekt zu realisieren. Von diesem Ziel ist man aktuell mit einer Summe von fast US-$ 69.000,00 nicht mehr weit entfernt. Das fertige Produkt soll über eine Open-Source-API für Drittanbieter und Entwickler verfügbar gemacht werden. Die Marktreife ist für Ende 2017 anvisiert. Das fertige Produkt soll für US-$ 299,00 angeboten werden. May the Force be with you!

Der Artikel erschien ursprünglich auf nerdwärts.de

Active Directory-Zertifikatsdienste nutzen

Die Einstellungen für Zertifikate finden Sie unter Computerkonfiguration/Richtlinien/Windows-Einstellungen/Sicherheitseinstellungen/Richtlinien für öffentliche Schlüssel. Über die Einstellungen an dieser Stelle werden zentral für alle Rechner einer Domäne Einstellungen vorgegeben. So kann zum Beispiel eingestellt werden, dass Anwender nur geprüfte und vertrauenswürdige Zertifikate herunterladen dürfen.

Arbeiten Sie mit den Active Directory-Zertifikatdiensten, Remotedesktopdiensten und eigenen Vorlagen, können Sie über Gruppenrichtlinien Zertifikate automatisiert ausstellen und Anwendern oder Computern zuweisen lassen. Dazu öffnen Sie die Gruppenrichtlinienverwaltung, erstellen eine neue GPO und ändern deren Einstellungen. Wechseln Sie in den Bereich  Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Remotedesktopdienste\Remotedesktopsitzungs-Host\Sicherheit. Hier können Sie die Konfiguration der Zertifikate in den Remotedesktopdiensten vornehmen.

vSphere 6.5

Den Web-Client müssen Sie nicht installieren, da es sich hierbei um die Weboberfläche von vCenter, beziehungsweise des ESXi-Servers handelt. Die Weboberfläche von ESXi 6.5 oder vCenter 6.5 rufen Sie am schnellsten über die Adresse https://<IP-Adresse>/vsphere-client auf. Die Anmeldung an vCenter erfolgt nach der Syntax „Administrator@<SSO-Domäne>“. Geben Sie das Kennwort für den Benutzer ein, damit sich die Oberfläche öffnet. Verwalten Sie einen ESXi-Host, verwenden Sie als Benutzernamen „root“ und das Kennwort, das Sie bei der Installation angegeben haben.

Um Einstellungen der vSphere-Hosts, also der einzelnen ESXi-Server anzupassen oder Informationen abzurufen, können Sie auch den neuen HTML5-basierten vSphere-Client verwenden. Diesen erreichen Sie über die URL http://<vCenter-Server oder ESXi>ui.  Besonders interessant ist hier die Registerkarte „Konfigurieren“, wenn sie auf einen Host klicken. Anschließend sehen Sie im linken Bereich  des Hauptfensters zahlreiche Verknüpfungen, mit denen Sie Einstellungen des Hosts anpassen können. Oftmals finden Sie oben rechts weitere Links, mit denen sie ebenfalls Einstellungen vornehmen können. Außerdem ist der vSphere-Client kompatibel mit der rechten Maustaste

Start-Ups aus dem Ruhrgebiet

IoT („Internet of Things“) oder auch „Internet der Dinge“ genannt, bezeichnet das technologische Bestreben, eindeutig identifizierbare Geräte mit dem Internet zu verknüpfen, um darüber Daten auszusenden und zu empfangen. Die Logistik ist dafür prädestiniert: Mit dem IoT-Prinzip können zum Beispiel Lieferungen vollkommen digital vom Kunden überwacht werden, ohne dass ein Mitarbeiter Ortsinformationen selbst einspeisen müsste.

In einem Porträt stellt nun das Portal deutsche-startups.de mit der Dortmunder catkin GmbH ein junges Unternehmen vor, dass sich bereits seit 2013 um die Vernetzung von Logistik kümmert. „Der Name und das Logo des Unternehmens catkin greift das Logistikthema sehr gekonnt auf, denn catkin heißt auf Deutsch bekanntlich Weidenkätzchen“, heißt es in dem Text.

Und dieser Baum sei als Markenzeichen gewählt worden, weil er so weit verzweigt ist. Ebenso wie der Kombinierte Verkehr mit dem Umschlag auf verschiedene Verkehrsträger wie Lastwagen, Bahn oder Schiff. Hier werden Aufträge in komplexen Dienstleisterstrukturen erbracht, was bislang immer einen hohen Abstimmungsaufwand bedeutet.

„Das Unternehmen, das vom Verfahrenstechniker Christian Krüger sowie dem Physiker und Inhaber der Dortmunder Softwarefirma proLOGiT Geert-Jan Gorter gegründet wurde, bildet Dienstleistungs- und Transportaufträge digital ab“, ist in dem Porträt zu lesen. Es gehe um eine „universelle Logistikplattform für eine vernetzte Auftragsabwicklung und Kommunikation” mit „Logistik 4.0“ als dem passenden Schlagwort dazu. Und die sei derzeit ein Trendthema in der deutschen Gründerszene – siehe FreightHub, Instafreight und Co.

Die Idee für die catkin-Plattform sei allerdings schon 2008 entstanden: „Damals war catkin-Macher Krüger im Einkauf der Hamburger Hochbahn tätig, später Geschäftsführer des Eisenbahnverkehrsunternehmens boxXpress.de. Ab 2012 war Krüger dann als Unternehmensberater im Bereich Transport und Logistik mit dem Schwerpunkt Bahn unterwegs. Während dieser Zeit entwickelte sich catkin von der Idee zum startbereiten Unternehmen.“ Und das hat seinen Sitz direkt am Phoenixsee auf dem ehemaligen Stahlwerksareal Phoenix-Ost im Dortmunder Stadtteil Hörde.

„Das Ruhrgebiet ist mehr als ein Lebensraum, für die Menschen zwischen Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen ist das Ruhrgebiet auch ein Lebensgefühl. Auch Start-ups erblühen im Pott, das bald komplett ohne Zechen auskommen muss, inzwischen vermehrt“, stellt deutsche-startups.de fest.

Anforderungen an industrielle Steuernetze in automatisierten Produktionen für 2017

Die Vernetzung von Fertigungslinien und Kritis-Anlagen durch Ethernet & Co. ist noch nicht die Verwirklichung eines effektiven, sinnvoll strukturierten IIoT. Mit der zunehmenden Digitalisierung und der Ablösung von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen durch visuelle Netzwerke entstehen auch neue Herausforderungen in Bezug auf Netzwerkstabilität, -sicherheit und Big-Data-Nutzung.

IIoT-Lösungen müssen den Unternehmenszielen folgen

Diese Herausforderungen entstehen aus den konkreten Anwendungen für die Unternehmen zukünftig IIoT-Lösungen in ihre Infrastruktur integrieren wollen:

  1. Umsetzung agiler Produktionsprozesse und eines flexibleren Zugriffs auf das Steuernetz;
  2. Realisierung präventiver und planbarer Instandhaltung;
  3. Nutzung von (Industrial) Big Data für Produktentwicklung, Prozessoptimierung und Qualitätsmanagement.

In Summe geht es Unternehmen dabei um die Steigerung ihrer Produktivität, Qualität und Anlagenverfügbarkeit sowie der Reduktion ihrer Kosten durch Wartung, Reparaturen, Störungen und Ausfälle.

Das bestätigt neben der aktuellen Überarbeitung der Norm IEC 62443 auch der »Industrial Analytics 2016/2017 Report« der Digital Analytics Association (DAA). Die Studie befragte 151 Analyseexperten und Entscheidungsträger aus Industrieunternehmen zu den Chancen und Herausforderungen von Industrie 4.0 sowie des industriellen Internet of Things.

Zusätzlich wird durch die visuelle Vernetzung der Anlagen und die dadurch bedingte Durchdringung verschiedener Netzwerklevel die Cybersicherheit der Steuernetze immer wichtiger. Dies ist sowohl für Industrie- wie auch Sicherheitsunternehmen ein neues Feld. Wo früher autarke Steuernetze und IT-Netzwerksicherheit vorrangig im Officebereich vorherrschten, bedarf es nun neuer Monitoring- und Sicherheitslösungen für Produktionsnetzwerke. Diese unterscheiden sich jedoch stark von Officenetzwerken – in Bezug sowohl auf die vorherrschenden Protokolle und Kommunikationsstrukturen, als auch die Risiken und Auswirkungen bereits geringster Störungen.

Anforderungen an IIoT-fähige Steuernetze

Aus den Zielsetzungen und Anwendungen des IIoT in automatisierten Fertigungen und Kritis ergeben sich konkrete Anforderungen an das Management industrieller Steuernetze, die in den kommenden Jahren gelöst werden müssen.

  1. Vollständige Transparenz

Vielen Unternehmen fehlt noch immer die Übersicht, welche Komponenten in ihrem Steuernetz miteinander und in welcher Form kommunizieren. Dieses Wissen nimmt jedoch eine Schlüsselposition ein, wenn es um die Steuerung und Absicherung der Steuernetze geht.

  1. Anomalieerkennung in Echtzeit

Mit der vollständigen Transparenz wird auch eine lückenlose Anomalieerkennung möglich. Diese meldet jede Abweichung von der im Steuernetz stattfindenden Standardkommunikation in Echtzeit.

  1. Visualisierung und Schnittstellenmanagement der Daten

Ein Monitoringsystem ist nur so effektiv, wie es im Alltag auch produktiv genutzt werden kann.

Unternehmen sollten frühzeitig beginnen, die Anforderungen an ein IIoT-fähiges Steuernetz in ihre digitale Strategie aufzunehmen. So können sie gewährleisten, von Anfang an eine effektiv funktionierende Produktion umzusetzen.

Weitere Details zu den Anforderungen an IIoT-fähige Steuernetze finden Sie auf der Webseite von Rhebo.