Auswirkungen des Online-Handels auf die Logistik – vier Szenarien

Wie wird sich die Logistik in Zeiten des E-Commerce verändern? Die Deutsche Post DHL hat in einer Studie vier mögliche Zukunftsszenarien behandelt, bei welchen es sich vielmehr um mögliche Entwicklungspfade handelt, mit denen sich Risiken, aber auch Chancen von Online-Handel und Logistik ausloten lassen.

Szenario 1 – die Welt von morgen gleicht der Welt von heute

Die Wirtschaften wachsen nur mäßig, primär in Asien. Der Fortschritt der Technik ist moderat und die Kaufkraft ist in Europa und der USA nur wenig gestiegen. Trotz sinkender Produktivität sind immer höhere Sozialkosten aufgrund von Überalterung zu meistern.

Beim Konsum verstärken sich zwei Trends, die schon heute dominieren: Wohlhabende setzen auf Convenience, während für den überwiegenden Rest der Weltbevölkerung der Preis das entscheidende Kriterium ist.

Das führt zu einem hybriden Kaufverhalten: der Alltag ist bestimmt von günstigen Discount-Artikeln, zugleich wird gespart auf Premiumartikel, die als Statussymbole dienen. Waren müssen am gleichen Tag geliefert werden, an denen sie bestellt werden. Bestellungen aus dem Ausland sind nichts Außergewöhnliches mehr und finden primär online statt.

Entsprechend wachsen die weltweiten Transportvolumina, wovon die globalen Logistikunternehmen profitieren, speziell durch die Sicherstellung von E-Tailing-Lieferungen in den eher ländlichen Regionen Asiens oder Afrikas.

Szenario 2 – alles wird gut, die Wirtschaft brummt, die Welt wird zum Freizeitpark

Neben dem technologischen Fortschritt boomt die Weltwirtschaft. Der starke Mittelstand will das Leben genießen. Mit anderen geteilte, gemeinsame Erlebnisse sind dafür wichtiger als Statussymbole.

Die Menschen sind gut vernetzt in Lifestyle-Communities, welche Kaufempfehlungen miteinander teilen. Dies beeinflusst stark das Kaufverhalten der Menschen, wodurch mehr Fachkompetenz von Logistikern gefordert wird. Sie liefern nicht nur aus, sondern sind für Kunden kompetente Ansprechpartner. Große Online-Händler bedienen diese Märkte, während stationäre Geschäfte sich auf Erlebniseinkäufe konzentrieren.

Geshoppt wird über Wearables, die zugleich Daten ihrer Träger erfassen, sodass Konsumenten von Verkäufern erwarten, ihre Kundenwünsche zu antizipieren. Das gilt so dann auch für Logistiker, die sich in puncto Liefergeschwindigkeit und Lieferort auf den Endkunden einstellen müssen.Viele Logistikfirmen kooperieren stärker und legen Lieferverkehre in Ballungsräumen zusammen, um so den Verkehr nicht mehr zu belasten als unbedingt notwendig.

Szenario 3 – die Maschine denkt und lenkt, der Mensch genießt

Die Automatisierung der Wirtschaft ist weit fortgeschritten und bestimmt den Alltag der meisten Menschen. Eingekauft wird in Webshops, die sich dem Profil und den Wünschen der Käufer anpassen, da praktisch jede Aktion durch Sensoren erfasst und so in Daten verwandelt wird. Kunden sind es gewohnt, von Avataren mit künstlicher Intelligenz durch den Verkaufsprozess geführt zu werden, die den Kauf schon vorab erlebbar machen.

Da Online-Plattformen sich den Bedürfnissen des jeweiligen Kunden in Echtzeit anpassen, verschicken sie Waren oft schon, noch ehe der Kunde sie bestellt hat. Dadurch dürfen Logistiker mit einem erhöhten Retouren-Geschäft rechnen.

Logistikunternehmen agieren unter einem hohen Kooperationsdruck, da die hohen Transportvolumina nur durch enge Abstimmung abgearbeitet werden können, welche durch das Internet der Dinge anwachsen. Bestell- sowie Abrechnungssystem werden Teil einer vollautomatisierten Verkehrs- und Lieferwelt. Geht beispielsweise im Haushalt etwas kaputt, wird Ersatz automatisch bestellt.

National wie international dominieren große Logistiker, da nur sie in der Lage sind, die hohen Investitionen zu stemmen, die etwa für die mit Sensoren ausgestattete Supply Chain sowie der dahinterstehenden Datenverarbeitung notwendig sind.

Szenario 4 – ressourcenschonendes Wirtschaften mit regionalem Fokus

Eine weitere Finanzkrise lässt in diesem Szenario die Weltwirtschaft stagnieren. Es fehlt an Geld für den Konsum, Rohstoffe sind knapp, die Energiekosten hoch, was Menschen weltweit durch einen größeren Gemeinschaftssinn zu minimieren versuchen. Statt einem globalen Handel wird weit mehr auf regionalem Handel fokussiert.

Sharing- und Tauschwirtschaft blühen. Da für den privaten Konsum das Geld fehlt, wird sehr bewusst eingekauft. Die nach wie vor ungelösten Umweltprobleme sowie die drohende soziale Ungleichheit führen dazu, dass Konsumenten großen Wert auf den sozial-ökologischen Fußabdruck von Produkten legen.

In den Gesellschaften entwickelt sich ein hohes Bewusstsein dafür, Gütertransporte möglichst zu vermeiden. Logistikunternehmen müssen daher mit geringeren Transportvolumina sowie Einbußen rechnen. Sie liefern daher nicht mehr nur Waren aus, sondern bieten einen Reparaturservice sowie Ersatzteile an. Neben Car-Sharing-Firmen boomen Plattformen, die Reparaturen oder DIY-Produkte anbieten. Statt alle zwei Jahre ein neues Smartphone zu erwerben, kommen modulare Smartphones in Mode, die einen Austausch kaputter Teile ermöglichen.

Fazit

Die Studie selbst liefert kein Fazit. Welches Szenario wahrscheinlicher ist und welches unwahrscheinlicher darf jeder Leser selbst entscheiden. Eine derartige Szenarienanalyse dient vor allem dazu, dass sie uns nicht unvorbereitet in die Zukunft schicken.

Wie sehen Sie die Zukunft der Logistik in Zeiten des E-Commerce?

Keine sinnvolle Digitalisierung ohne PLM

Product-Lifecycle-Management-Systeme (PLM-Systeme) wurden und werden in der Fertigungsindustrie heiß diskutiert, seitdem es sie gibt. Zu groß, zu aufwändig, zu teuer – so mancher IT-Verantwortliche musste wahre Hürden überwinden, um ein solches System genehmigt und implementiert zu bekommen. Dabei steht für mich eines fest: Ohne ein funktionierendes und umfassendes PLM-System wird keine Digitalisierungsstrategie in Unternehmen fruchten. Vor allem nicht in Zeiten sich verändernder Produkte und Produktionssysteme, die zunehmend intelligenter und vernetzter sind und sich darüber hinaus dank AR-Technologien besser visualisieren und erleben lassen.

Klar, es ändern sich die Anforderungen an PLM-Systeme, und dass nicht gerade wenig. Sie müssen einem noch breiteren Anwenderkreis den einfachen Zugang zu Daten und Funktionen ermöglichen. Das erfordert neue, Cloud-basierte Betreibermodelle, die gerade kleineren Unternehmen eine schnelle Implementierung ermöglichen. Sie müssen in der Lage sein, Sensordaten vernetzter Produkte zu erfassen und in die Entwicklung zurückzuspielen, um sie beispielsweise mit Hilfe eines digitalen Zwillings (Digital Twin) auszuwerten. Und sie müssen die disziplinübergreifende Entwicklung dieser Produkte durch ein integriertes Application Lifecycle Management (ALM) unterstützen.

Datenmanagement wichtiger denn je

Dies sind nur einige Beispiele der neuen Anforderungen, über die zahlreiche PLM-Anbieter wie auch PTC oder Branchenexperten schon lange diskutieren. Allein das im Sommer dieses Jahres veröffentlichte Thesenpapier der ProSTEP iViP Initiative zur Zukunft von PLM im Zeitalter der Digitalisierung listet ganze 22 Thesen zu diesem Thema. Fakt ist jedoch, dass dem Datenmanagement und der Vernetzung dieser Daten mit allen relevanten internen sowie externen Systemen und Quellen mehr denn je Gewicht beigemessen werden muss. Die Grenzen des Unternehmensfortschritts werden sonst schnell erreicht werden.

Wiederum nur blanke Theorie? Keinesfalls. Die Praxis spricht dafür. Im ersten Absatz wählte ich absichtlich den Begriff „IT-Verantwortliche“. Denn genau diese waren es, die den Sinn und das Potential eines PLM-Systems anfangs verstanden haben, jedoch eine Vielzahl an Argumentationsketten hervorbringen mussten, um ihren Plan umsetzen zu können. Fortan standen sie unter ständiger Beobachtung – natürlich mehr „gefühlt“ und laut eigener Aussage. Doch die Zeiten ändern sich auch hier. Egal mit welchen Unternehmensleitern und aus welcher Branche wir momentan über IoT und mögliche darauf aufbauende AR-Szenarien sprechen – stets geht es in den Gesprächen auch um die Implementierung eines PLM-Systems. Genau so wird es dann auch umgesetzt. Zunächst kommt PLM, erst dann werden die IoT- und AR-Strategie ausgerollt. Die Unternehmensführung begreift zunehmend die Wichtigkeit einer guten PLM-Basis als Startpunkt für den eigenen digitalen Fortschritt.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch die Unternehmen, die bereits mit einem PLM-System arbeiten, dass nach oftmals langwierigen Evaluierungen und Diskussionen genehmigt wurde. Die damaligen „Verfechter“ dieser Idee bekommen oft heute erst den wahren Ritterschlag aus dem Management als Bestätigung für die damalige Investition.

Smart Security

Kurz gesagt, sie werden klüger, Stichwort Smart Security. Das Internet of Things (IoT) definiert das Thema Sicherheit neu: Weg von geschlossenen Systemen mit proprietären Methoden und hin zu intelligenten Technologie-Netzwerken. Das gestaltet die Verwaltung mehrerer und bisher getrennte Systeme über ein zentrales Management effektiver – unabhängig, ob es Überwachungskameras, Türzutrittskontroller oder Lautsprecher sind.

Die nachfolgenden Beispiele zeigen, wie das in der Praxis funktionieren kann.

Szenario #1: Unautorisierte Kartennutzung in einem Bürogebäude

Es ist nach Feierabend, fast jeder Mitarbeiter hat das Bürogebäude verlassen und jemand benutzt eine unautorisierte oder blockierte Zutrittskarte an einer Tür des Bürogebäudes. Der Zutrittsversuch mit einer nicht autorisierten Karte löst eine voreingestellte PTZ-Kamera aus, die sofort automatisch zur entsprechenden Tür schwenkt und dabei heranzoomt. Ein Pop-up-Fenster auf dem PC alarmiert den Nachtwächter, der reagieren kann, ohne seinen Platz verlassen zu müssen. Dazu wählt er sich einfach in ein Telefon an der Tür ein, um mit der Person draußen zu sprechen. Je nach Ausgang des Gesprächs kann der Wächter entscheiden, ob er der Person Zutritt gewährt oder weitere Schritte einleitet.

Szenario #2: Schutz entfernter Standorte

Versucht jemand auf das Gelände einer umzäunten Chemiefabrik zu gelangen, erkennt die IP-Wärmebildkamera den Eindringling und meldet die Perimeter-Verletzung. Das Alarmbild kann dann entweder an die Kontrollzentrale oder an eine externe Sicherheitsfirma übertragen werden. Ohne physisch vor Ort zu sein, kann der Sicherheitsverantwortliche sehen und kontrollieren, was passiert. Er kann sich über SIP mit dem nächstgelegenen IP-Hornlautsprecher verbinden und den Eindringling direkt ansprechen. In mehr als 90 Prozent aller Fälle führt die direkte Ansprache und damit die Unterbrechung des Eindringlings zu seiner Flucht.

Szenario #3: Rund um die Uhr Fernzugriff aufs Lager

Nach Ende des Werktages in einem Lager kommt ein LKW eines Lieferanten am Tor an. Um Zugang zu erhalten, verbindet sich der Fahrer über eine IP-Sprechstelle mit dem Lagerverwalter. Nach Geschäftsschluss werden alle Anrufe von der Sprechstelle über die Telefonanlage des Unternehmens automatisch auf das Mobiltelefon des Lagerverwalters umgeleitet. Über eine App kann das System Sichtkontakt mit dem Fahrer herstellen, so dass der Lagerleiter visuell prüfen kann, ob ihm der Fahrer bekannt ist. In dem Fall kann der Lagerleiter einen Code über DTMF (Dual-tone multi-frequency) senden, der die IP-Station autorisiert, das Tor zu öffnen. Der Lagerleiter kann nun alle weiteren Schritte einleiten, um dem Fahrer den Zugriff zu gewähren. Darüber hinaus kann er über die IP-Kameras auf dem Gelände und im Lagerhaus beobachten, was anschließend geschieht.

Dies sind nur einige wenige, vergleichsweise einfache Szenarien, die heutzutage sehr gut umzusetzen sind. Die Grenzen zwischen physischer und digitaler Sicherheit verschwimmen immer mehr. Dies führt dazu, dass das Internet der Dinge nicht nur die betriebliche Effizienz steigert, sondern auch die Effektivität der Sicherheit zunehmend erhöht.

Warum IoT und AR im Unternehmensbereich füreinander geschaffen sind

Pokémon GO war der große Augmented Reality-Hype des letzten Jahres. Da wurden sogar Straßen, Parks, Fußgängerzonen und alle möglichen weiteren Landstriche von Menschen bevölkert, die früher weder „wanderlustig“ noch „nachtaktiv“ im Persönlichkeitsfragebogen angekreuzt hätten. Schonungslos wurden mit vorgehaltenem Smartphone oder Tablet das nächste Monster gejagt und selbst Gewässer und weitere Hürden zielsicher links liegen gelassen. Zuletzt haben nun Snapchat und Facebook angekündigt, verstärkt auf Augmented Reality (AR) zu setzen. Was momentan noch fehlt, ist der entsprechende Content. Ich erinnere mich noch genau an die Zeit des 3D-Hypes: getreu den damaligen Prognosen müssten heute schon gefühlt alle Biologieklassen die menschliche Anatomie anhand einer 3D-Projektion im Klassenzimmer erlernen und jedes Fußballspiel im heimischen TV in drei Dimensionen zu sehen sein.

Content entscheidet über Durchsetzung

Der breite Durchbruch kam jedoch nicht, obwohl die Technologie vorhanden und sogar halbwegs bezahlbar war. Es mangelte schlichtweg an den Inhalten und so gab es keinen Anreiz für die Anschaffung des Equipments. Entsprechende Schulsoftware wurde nicht in der Breite produziert und Sportübertragungen werden kaum in dem entsprechenden Format aufgezeichnet. Ähnlich der 4K-Hype vor drei Jahren. Selbst globale Event-Highlights wie die Fußball-WM in Brasilien wurden kaum in 4K gezeigt, da es z.B. an der globalen Übertragung scheiterte und so beispielsweise in Europa jeglicher Anreiz zum Gerätekauf fehlte.

Droht der AR-Technologie nun das gleiche Schicksal und werden Datenbrillen zum Ladenhüter mangels Inhalt? Für die Brillen läuft es momentan noch etwas schleppend, die Durchsetzung der AR-Technologie selbst steht jedoch kurz bevor: die Gefahr des Scheiterns ist hardwareseitig etwas geringer, da eine größere Vielfalt herrscht – es gibt schließlich auch Anwendungen für Smartphones oder Tablets. Siehe die Monsterjagd. Aber was ist mit den Inhalten? Hinter Pokémon GO steckt immerhin ein ganzes Entwicklerteam und auch Snapchat hat zur Umsetzung der AR-Pläne das israelische Startup Cimagine samt kompetentem AR-Entwicklerteam übernommen.

Datengrundlage oftmals schon vorhanden

Hier kommen die Unternehmen ins Spiel. Und ihre (größtenteils schon) vorhandenen Produkt-, Kunden- oder Prozessdaten. Während sich private Anwender nur schwer ihre eigenen AR-Anwendungen für Smartphone, Tablet oder Datenbrille bauen können, kann das für Unternehmen eine wesentlich geringere Hürde darstellen als sie vielleicht annehmen. Ganz ohne eigenes Entwicklerteam und ganz ohne Coding.

Richtig interessant wird es, wenn auch noch das IoT und Echtzeitdaten ins Spiel kommen. Das Anwendungspotential ist riesig und erstreckt sich von der Produktentwicklung über die Herstellung bis hin zu Marketing und Service. Hier zeigt sich auch, warum IoT und AR wie geschaffen füreinander sind. Während die IoT-Technologie über Sensoren Daten aus der realen Welt in die digitale Welt bringt und so z.B. digitale Zwillinge erschafft und die Performance von Geräten und Anlagen analysiert und verständlich macht, ist die AR-Technologie in der Lage, die Erkenntnisse aus Messung und Analyse zurück in die reale Welt zu bringen und diese im entsprechenden Kontext damit zu überlagern. So können beispielsweise während eines Motorradrennens Performance-Daten der Maschine analysiert werden und bei Optimierungsbedarf in einem kurzen Boxenstopp der Boxen-Crew auf einem Tablet Schritt-für-Schritt-Instruktionen für die sich genau vor ihnen befindende Maschine eingeblendet werden. Vor allem den Servicebereich wird die Kombination aus IoT und AR revolutionieren, ganz gleich ob Servicetechniker vom Gerätehersteller im Einsatz sind oder der Kunde selbst Wartungsarbeiten durchführt.

Erweiterter Durchblick im Handumdrehen

IoT-Plattformen wie ThingWorx und AR-Plattformen wie Vuforia ermöglichen es Unternehmen, eigene AR-Anwendungen zu kreieren, indem sie einfach auf vorhandene 3D-CAD-, PLM-, ERP- oder CRP-Daten zugreifen und diese mit Echtzeitdaten aus dem Feld anreichern. Das vorhandene Personal arbeitet mit intuitiven Drag-and-Drop-Funktionen und erlernt es erfahrungsgemäß in nur wenigen Tagen, ohne Programmierkenntnisse besitzen zu müssen. Seit der Integration von Vuforia Studio in ThingWorx lässt sich die IoT-Plattform durchaus als IoT-System mit AR-Front-End betrachten oder als AR-System mit einer dynamischen IoT-Content-Pipeline.

Zahlreiche unserer Kunden haben bereits IoT-/AR-Piloten gestartet, nachdem sie entsprechende Vorführungen gesehen haben. Dabei haben sich für sie in den meisten Fällen zwei wesentliche Erkenntnisse herauskristallisiert: erstens ist die AR-Technologie für Unternehmen ohne das dynamische IoT-Umfeld für wirklich innovative Kunden- und Geschäftsanwendungen kaum interessant und zweitens besitzen sie mit ihrem vorhandenen Unternehmensdatenpool einen riesigen Vorteil gegenüber dem privaten Anwender: Sie können es einfach selbst umsetzen.

Vielleicht sehen wir schon bald Horden von Produktentwicklern oder Servicetechnikern durch die Flure und Hallen von Unternehmen strömen – mit vorgehaltenem Smartphone, Tablet oder mit der Datenbrille auf dem Kopf. Aber keine Angst: Die Kollisionsgefahr ist in diesen Fällen nicht ganz so groß wie bei den heutigen „Smombies“, schließlich  haben diese Menschen den realen Durchblick. Halt nur erweitert.

„The Birth of Venus“: 3D-gedruckte Kleiderkollektion von Danit Peleg gewinnt „purmundus challenge“ im Rahmen der formnext

Mit seinem Projekt „The Birth of Venus“ hat Danit Peleg den ersten Preis der „purmundus challenge 2017“ gewonnen. Auf der heutigen Preisverleihung, die im Rahmen der formnext 2017 stattfand, wurden auch die weiteren Sieger der „purmundus challenge“ ausgezeichnet.

Die Kleiderkollektion „The Birth of Venus“ wurde von dem Kleid inspiriert, das Danit Peleg für die Eröffnungszeremonie der Paralympischen Spiele entworfen hatte. Die Kollektion besteht aus fünf verschiedenen Looks, die mithilfe von FilaFlex-Filamenten gedruckt wurden. Eines der Kleidungsstücke, eine Bomberjacke, ist das erste vollständig anpassbare und personalisierte 3D-gedruckte Kleidungsstück, das online erworben werden kann. 

Der zweite Preis ging an „Fluid Morphology“, ein additiv gefertigtes, transluzentes und multifunktionales Fassadenelement. Das Projekt wurde unter der Leitung von Moritz Mungenast von der TU München umgesetzt und initiiert. Weitere Beteiligte waren Oliver Tessin, Viktoria Blum, Olga Khuraskina, Luc Morroni und Tobias Gutheil. Das Forschungsprojekt zeigt im Bausektor die vorhandenen Potenziale des 3D-Drucks. 

Mit der extern angewendeten Orthese „Grashopper AFO“ gewannen Manuel Opitz, Clemens Rieth und Benjamin Els von Mecuris den dritten Preis. Die Orthese hilft Patienten mit Fußhebeschwäche, wieder eine normale Gangart zurückzuerhalten und kombiniert dabei durch Einsatz der additiven Fertigung eine individuelle anatomische Passform, feste Materialeigenschaften und eine kürzere Herstellungszeit.

Mit der erstmals vergebenen „Special Mention“ wurde Dorothea Lang für ihr Projekt „Dynamic Algae“ ausgezeichnet. Als Material für den 3D-Druck wird hierbei eine aus Makroalgen extrahierte Substanz verwendet.

Die Produkte erhalten die smarte Eigenschaft, dass sie auf Feuchtigkeit reagieren.

“InFoam Printing” von Dorothee Clasen, Sascha Praet und Adam Pajonk konnte die Jury im Bereich „Innovation Prize” überzeugen. Eine neuartige Technologie injiziert Strukturen in einen Weichschaum und ermöglicht so die Herstellung “smarter” Schaumteile. 

Die „purmundus challenge“ fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Unter den 45 innovativen Einreichungen von Teilnehmern aus England, Frankreich, USA, Israel, Finnland, Italien, Österreich und Deutschland konnten sich die Messebesucher der formnext 2017 für einen Publikumspreis entscheiden. Dieser ging in diesem Jahr an Antti Korpi mit seinem 3D-gedrucktem Messegriff „Ultimate grip“.

Weitere Informationen unter formnext.de und purmundus-challenge.com

 

Dnscmd zur Verwaltung eines DNS-Servers in der Eingabeaufforderung

Über dnscmd /? erhalten Sie zusätzliche Informationen zu den verfügbaren Optionen angezeigt.

Unter manchen Umständen, zum Beispiel für die Diagnose von DNS-Problemen, kann es durchaus sinnvoll sein, eine komplette Zone aus dem DNS in eine Textdatei zu importieren. Wenn die Zonen nicht in Active Directory integriert sind, sondern es sich um normale primäre oder sekundäre DNS-Zonen handelt, ist ein Export mit Dnscmd unnötig.

Sie können in diesem Fall die Zonendateien mit der Endung .dns aus dem Ordner \%WinDir%\System32\dns kopieren. Active Directory-integrierte Zonen werden nicht in .dns-Dateien gespeichert, sondern direkt in die Active Directory-Datenbank eingefügt. Um mit Dnscmd eine Active Directory-integrierte DNS-Zone in eine Testdatei zu kopieren, öffnen Sie eine Eingabeaufforderung und geben zum Beispiel den folgenden Befehl ein:

dnscmd dc01.contoso.com /zonexport contoso.com contoso.txt

Die Zonendatei wird in den Ordner \%WinDir%\System32\dns kopiert.

DNS-Weiterleitungen verwenden

Wenn ein DNS-Serverkeine Zone finden kann, und auch keine Delegation, werden die DNS-Server kontaktiert, die über den Eintrag Bedingte Weiterleitungen in der Konsolenstruktur hinterlegt sind. 

Wenn keine Weiterleitungen konfiguriert sind, werden automatisch die DNS-Server kontaktiert, die auf der Registerkarte Stammhinweise in den Eigenschaften des DNS-Servers hinterlegt sind. Wenn diese Server nicht erreicht werden, erhält der fragende Client eine Fehlermeldung zurück.

Damit die Benutzer und Server eine Verbindung ins Internet herstellen können, müssen Sie dafür sorgen, dass die Domänennamen im Internet aufgelöst werden können. Auch zu diesem Zweck wird DNS eingesetzt. Die DNS-Server von Active Directory können nicht nur die internen Zonen auflösen, sondern können auch als Weiterleitungsserver die DNS-Server Ihres Providers verwenden oder alternativ die Stammhinweise also die Root-DNS-Server des Internets.

Dadurch ist sichergestellt, dass die DNS-Server des Unternehmens zuverlässig interne und externe DNS-Namen auflösen können.

Sekundäre DNS-Server können Anfragen von Benutzern beantworten, verwalten aber keine eigene Zone, sondern erhalten Zonendaten von übergeordneten (primären) DNS-Servern. Haben Sie die Zonen in Active Directory integriert, gibt es nur primäre DNS-Server, da hier alle Server gleichgestellt stellt.

Ein primärer DNS-Server kann aber auch für andere Zonen als sekundärer DNS-Server dienen. Die Konfiguration erfolgt pro Zone nicht pro Domäne

5 Tipps für die Supply Chain in der Lebensmittelindustrie

1. Kostenfaktoren: Halten Sie die gesamte Supply Chain im Blick

Welche Produkte werden wo am besten produziert? Diese Frage zu Beginn der Planung neuer Produkte, Produktlinien oder Produktvarianten ist nicht ohne die Berücksichtigung der dazugehörigen Kosten für Lagerung und Transport oder auch steuerlicher Aspekte zu beantworten. Einzelne Kostenfaktoren müssen im Gesamtkontext betrachtet werden, nicht für sich alleine. So beeinflussen beispielsweise Lagerzeiten unter Umständen Transportkosten für die Ware. Eine Entscheidung im Rahmen einer spezifischen Fragestellung kann sich auf die gesamte Supply Chain auswirken (Bullwhip Effect).

2. Passen Sie Produktionskapazitäten flexibel an

Der Teufel steckt im Detail: Mit einer Supply-Chain-Design-Software lassen sich die Produktionskapazitäten an unterschiedlichen Standorten so auslasten, dass die Gesamtproduktionskosten sinken. Je nachdem, wo die Nachfrage höher und wo niedriger ist, werden in der Lebensmittelindustrie die erforderlichen Grundstoffe von unterschiedlichen Orten bezogen, um sie weiter zu verarbeiten. Was einleuchtend klingt, ist allerdings ohne eine Supply-Chain-Design- Software nur schwer umzusetzen. Die beiden Faktoren Beschaffungsort und lokale Nachfrage    hängen miteinander zusammen und können nur mit einer Optimierungsanwendung sinnvoll analysiert werden, um die kostengünstigste Lieferkette zu bestimmen.

3. Eine Bestandsoptimierung sorgt für Einsparungen

Bestände – Menge und Verfügbarkeit – sind für jedes Unternehmen ein kritischer Faktor. Es muss dafür Sorge getragen werden, dass immer der optimale Bestand verfügbar ist ̶ nicht zu viel und nicht zu wenig, möglichst kostengünstig. Die richtigen Fragestellungen und die Betrachtung unterschiedlicher Einflussfaktoren (KPIs) ermöglichen erhebliche Kosteneinsparpotenziale. Eine Supply-Chain-Design-Software berücksichtigt sämtliche Variablen von der Beschaffungsstrategie bis zur Warenverteilung. Sie macht sichtbar, wo Einsparungspotenzial besteht und wie Unternehmen handeln müssen, damit die Bestandskosten gesenkt werden können. Beispielsweise gibt sie Auskunft darüber, wann bei welcher Nachfrage eines Produkts die Lagerbestände aufgefüllt werden müssen.

4. Verderbliche Lebensmittel brauchen straffe Zeitpläne

Gerade verderbliche Lebensmittel bedürfen besonderer Behandlung. Ein straffer Zeitplan bei der Auslieferung und Auflagen wie bestimmte Transporttemperaturen sind streng einzuhalten. Dieser Prozess beginnt bei der Produktion und zieht sich bis zum Verkauf an den Endkunden. Dass ein Produkt beim Warentransport zwischengelagert wird, ist recht wahrscheinlich. In diesem Fall kann eine Supply-Chain-Design-Software anhand des Haltbarkeitsdatums genau ausrechnen, wann das Produkt unter welchen Bedingungen weitertransportiert werden muss.

5. Gestalten Sie den Warentransport möglichst kosteneffizient

Egal ob Unternehmen eine eigene Transportflotte haben oder die Ware von externen Dienstleistern ausliefern lassen. Die Frage nach der optimalen Transportroute bleibt dieselbe. Unterschiedliche Transportmodi müssen in jedem Fall optimal miteinander kombiniert werden – Straße, Schiene, See- oder Luftfracht. In Zukunft vielleicht Drohnen und autonome Fahrzeuge. Die Route hängt mit dem ausgewählten Transportmittel zusammen und nur eine Supply-Chain-Design-Software kann belastbare Aussagen für einen optimalen Warentransport machen.

Qualifizierte Mitarbeiter sind die Treiber der Industrie 4.0

Die Industry of Things World 2017 stand als eine der international führenden Austausch- und Netzwerk-Plattformen im Bereich Industrial IoT fast ausschließlich unter dem Fokus neuer Technologien und digitaler Geschäftsmodelle – ein Grund mehr, die Präsenz der Fraunhofer-Gesellschaft auf dieser hochkarätigen Veranstaltung mit diesem Diskussionsbeitrag zu verlängern und auf die zentrale Bedeutung des digitalen Kompetenzaufbaus hinzuweisen.

Digitale Transformation braucht qualifizierte Transformateure

Denn Industrie 4.0 ist in erster Linie ein Change-Prozess, der neue Kompetenzen und eine neue Arbeitskultur erfordert. Vor allem in Bezug auf Trend- und Zukunftsthemen wie Big Data oder Künstliche Intelligenz braucht die digitale Transformation auch in der Produktion Mitarbeiter, die beispielsweise die entsprechenden Erkenntnisse aus smarten Datenanalysen ziehen können und sie auf Fertigungsprozesse anwenden. Vor allem benötigt Industrie 4.0 auch Fachkräfte, die IoT-Systeme hinsichtlich Cybersecurity und Ausfallsicherheit betreuen, und Entscheider, die die richtigen IoT-Anwendungen auswählen, um Mehrwerte für ihr Unternehmen zu generieren. Daher wird Industrie 4.0 nur gelingen, wenn Unternehmen jetzt beginnen, die erforderlichen digitalen Kompetenzen aufzubauen. Andernfalls bleibt der Einsatz smarter Cyber-physikalischer Systeme, die sich selbst durch den Produktionsprozess steuern, Zukunftsvision und Industrie 4.0 eher Stückwerk auf Prototypen-Status als die allheilbringende Antwort auf die Herausforderungen der Fertigungsindustrie.

Klein anfangen, aber anfangen – mit einem individuellen Industrie-4.0-Lernpfad

Doch bei aller Innovationsbegeisterung hat die Industry of Things World 2017 einmal mehr gezeigt, dass Industrie 4.0 viele Unternehmen vor einem Dschungel neuer Technologien, Möglichkeiten und Risiken zurückschrecken lässt. Was bislang fehlt, ist ein Weiterbildungsangebot, das alle Aspekte abdeckt: von der Entwicklung neuer Produkte über Cybersicherheit bis zum Management digital vernetzter Wertschöpfungsketten. Dabei ist entscheidend, dass das Seminarangebot aus kompakten Modulen besteht, die Unternehmen flexibel miteinander kombinieren können. Auf diese Weise kann für jeden einzelnen Mitarbeiter ein individueller Lern- oder Kompetenzpfad entwickelt werden, der sich exakt an seinen Herausforderungen und Aufgaben orientiert. Da der Überbegriff Industrie 4.0 eine Vielzahl unterschiedlicher Themenfelder subsummiert und bei Führungskräften und Entscheidern ebenso neue Kompetenzen erfordert wie bei vielen Mitarbeitern mit unterschiedlichem Wissensstand, zeichnen sich Weiterbildungsangebote aus, die unterschiedliche Herangehensweisen ermöglichen, etwa einen strategischen, einen organisatorischen und einen technischen. Die Gliederung in thematisch abgeschlossene, kurze Lerneinheiten sichert einen einfachen Zugang zu einer komplexen Themenlandschaft. Im Idealfall lassen sich die erlangten Digitalkompetenzen direkt im Arbeitsalltag umsetzen, sodass der sogenannte Return on Education – der Gewinn der Investition in die Weiterbildung – möglichst hoch ist.

 

formnext 2017: „Das Mekka der AM-Industrie“

Mit einem pulsierenden und erfolgreichen ersten Messetag ist die formnext powered by tct 2017 heute gestartet. Bereits am ersten Messetag überzeugte die internationale Fachmesse für die nächste Generation der industriellen Fertigung mit einem mehr als deutlichen Besucherplus. „Die formnext ist das Mekka der Additiven Industrie“, zeigte sich Kamal Bounouara von x3d Group begeistert.

Innovationszentrum der modernen industriellen Produktion

Eine Vielzahl von bahnbrechenden Weltpremieren macht die formnext in Frankfurt / Main noch bis Freitag, 17. November 2017, zum weltweiten Innovationszentrum für die moderne industrielle Entwicklung und Produktion. Besucher erleben hier eine Vielzahl neuester Entwicklungen in verschiedenen Bereichen entlang der gesamten Prozesskette. Dazu zählen zum Beispiel neue Fertigungsmöglichkeiten für die Luftfahrt, immer schnellere additive Produktionstechnologien oder hochwertige und kostengünstige Fertigungsmethoden für die Dentalbranche.

Die innovative Bandbreite der Aussteller reicht bis hin zu schlüsselfertigen Fabrikkonzepten für die Additive Serienfertigung. „Es ist beeindruckend, wie schnell sich die Industrie Monat für Monat entwickelt. Und der wichtigste Indikator dafür ist die formnext“, so Daan A.J. Kersten, CEO von Additive Industries. Stephan Breyer vom Berliner Unternehmen Big Rep ergänzt: „Die formnext ist die globale Leitmesse. Wenn man in der Welt des 3D-Drucks unterwegs ist, muss man hierher.“

Inspirationen für die eigene Fertigung

Besucher können noch die nächsten drei Tage auf der formnext neue Produktionslösungen entdecken und sich wertvolle Inspirationen für die eigene Fertigung holen. Zusätzlichen Mehrwert schafft dabei das vielseitige Rahmenprogramm der formnext inklusive der internationalen Konferenz, der Seminarreihe discover3Dprinting sowie des vom neuen ideellen Träger der formnext, AG AM im VDMA, organisierte Forum „AM – Mehrwert für die Industrie“, das sich speziell an Maschinenbau-Unternehmen richtet. Mit der Purmundus-Challenge erleben Besucher neue Designideen und heute schon kreative Produktegestaltungen der Zukunft. Auf der Start-up Area zeigen sich junge Unternehmen mit innovativen und markreifen Entwicklungen rund um die Additive Fertigung.

Weitere Informationen unter formnext.de.