Archiv der Kategorie: IOT – IoT-Praxis

Drei Fragen, die man sich im Vorfeld von IoT-Investitionen stellen sollte

Die Zahl der intelligenten Geräte, wie Thermostate, Kühlgeräte oder intelligente Kleidung wächst dank steigender Nachfrage der Konsumenten. Laut Gartner sollen bereits bis 2020 rund 26 Milliarden intelligente und miteinander vernetzte Produkte auf dem Markt sein. Damit kämen im Durchschnitt 3,3 Geräte auf jeden Menschen. Dabei finden die bis dahin existierenden 7,3 Milliarden Smartphones und Tablets noch keine Berücksichtigung.

Das Internet der Dinge ist jedoch längst nicht mehr nur ein Thema für Verbraucher. „Das Internet der Dinge wird eine wirtschaftliche Bereicherung für alle Organisationen und die gesamte Weltwirtschaft sein“, sagt Peter Sondergaard, Senior Vice President von Gartner Research.

Einem Bericht des Mc Kinsey Global Institute zufolge hat das Internet der Dinge das Potenzial, bis 2025 den Weltwirtschaftsindex um 6,2 Billionen (1 Billion = 1000 Milliarden) US-Dollar zu steigern. Des Weiteren geht Mc Kinsey davon aus, dass 80 bis 100 % aller Produktionsbetriebe bis dahin mit IoT-Anwendungen arbeiten werden. Dies könnte zu einem Anstieg von bis zu 2,3 Billionen US-Dollar in der globalen Fertigungsindustrie führen.

Neben guten Renditechancen für Hersteller wird es mithilfe des IoT möglich sein, massive Informationslücken im Echtzeitbetrieb in der Fabrik, bei der Anwendung der Produkte sowie bei der Wartung der Geräte zu schließen. Dadurch wird es Herstellern gelingen, Fehler zu minimieren, flexibler bei kurzfristigen Änderungen im Produktionsablauf zu sein und letzten Endes Produkte früher auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus könnte sich das gesamte Geschäftsmodell stärker in Richtung Service wandeln.

Machen sich nationale und internationale Unternehmen diese Zahlen und Prognosen bewusst, wird der Run auf das IoT erst richtig losgehen. Hersteller, die in das IoT-Geschäft einsteigen möchten und somit ihre Produkte und Services an die Anforderungen des globalen Marktes anpassen wollen, sollten sich im Vorfeld folgende Gedanken machen:

1. Wie würde das IoT die Arbeitsprozesse in meinem Unternehmen beeinflussen?

Die Anwendungsmöglichkeiten in einem Unternehmen sind vielfältig. Nichtsdestotrotz sollten sich Unternehmen fragen, wie weitreichend die Umrüstung ihrer Arbeitsabläufe sein soll. Das Geschäftsmodell muss im Blick behalten werden und bei einer Transformation gilt es, zu bedenken, effektiv und lukrativ zu bleiben. Die größten Unternehmensziele werden sein, den Umsatz und die Effizienz zu steigern und sich vom Wettbewerb abzusetzen.

Für Don Fike, Vizepräsident und technischer Architekt bei Fedex Corporate Services, ist kein Grund ersichtlich, der dagegen spricht, dass die IT gewinnbringend bei der Einführung von IoT im Unternehmen unterstützt. „Ein guter Anfang ist es, einen Blick auf die Geschäftsprozesse zu werfen und sich klar zu machen, wie sie von einigen der Sensortechnologien und Echtzeitfähigkeiten beeinflusst werden“, so Fike. „Treten Sie einen Schritt zurück und sagen: Wie kann das meine Geschäftsprozesse ändern?“

2. Wie lässt sich das Potenzial meiner Produkte intelligent miteinander verbinden?

Entscheidet sich ein Hersteller dazu, seine Produkte miteinander zu verbinden, muss er zuerst überlegen, auf welchen Lebenszyklus seines Produktes er sich konzentrieren möchte. So können Produkte bereits bei der Entwicklung intelligent miteinander kommunizieren oder erst nach der Produktion als eine Art Dienstleistungsangebot.

Geräte, die bereits bei der Produktion miteinander kommunizieren, sollten mittels Hardware- und Software-gestützter Entwicklung integriert werden. Beide Prozesse müssen gut durchdacht sein, wenn sie erfolgreich sein wollen, da sie von sehr unterschiedlicher Natur sind. Die Hardware-Produktion basiert auf einem linearen und langwierigen Entwicklungszyklus im Produktdesign und in der technischen Umsetzung. Software-Entwicklung hingegen geschieht in kurzen, modularen Schleifen und erfordert die Unterstützung von verschiedenen Designern und Programmierern. Die Hersteller müssen sicherstellen, dass sie mit beiden Funktionen umgehen können.

3. Ist die IT-Abteilung bereit für das Internet der Dinge und seine Sicherheitsrisiken?

Unternehmen müssen die angewandte Technologie verstehen sowie sich deren Auswirkungen auf die Sicherheit und die Datenschutzgesetze bewusst machen. „Jeder erkennt, dass die Sicherheit ein Thema ist, aber nicht jeder baut Vorkehrungen in seine Software, um diese zu wahren“, sagt Russell Fadel, CEO und Mitbegründer von Thingworx.

Das Internet der Dinge und alle damit einhergehenden IP-adressierbaren Geräten können für Angriffe anfällig sein. So könnten Geräte in ihrer Funktion gestört werden oder Fremde Zugang zu Unternehmensnetzwerken erhalten (man denke an den Heartbleed-Bug). IT-Teams müssen bereit sein, diese Geräte regelmäßig zu überwachen, sie vor Spam, Viren und Malware zu schützen, und akut auftretende Sicherheitsfragen zu klären.

Sicherlich wird es Unternehmen geben, die nach einer Analyse feststellen, dass sie nicht über die Fähigkeit verfügen, ins IoT-Geschäft einzusteigen. Die Chancen für Unternehmen sind enorm, jedoch müssen sie immer mit den jeweiligen, übergeordneten Unternehmenszielen vereinbar sein.

Wie vernetzte Produkte Geschäftsprozesse verändern

Wir leben in einer intelligenten, vernetzten Welt. Mittlerweile sind mehr Dinge mit dem Internet vernetzt, als Menschen auf der Erde leben. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts dürfte sich diese Zahl nahezu versiebenfachen. Somit wären rund 50 Milliarden Geräte untereinander vernetzt (The Internet of Things: How the Next Evolution of the Internet Is Changing Everything, Dave Evans, April 2011). Der Aufstieg des Internets der Dinge ist auf das gleichzeitige Auftreten von Marktkräften und innovativen Technologien zurückzuführen. Moderne Produkte sind nicht nur rein physische Komponenten, sondern komplexe Systeme mit Prozessoren, Sensoren, Software und digitaler Benutzeroberfläche, vernetzt mit dem Internet und untereinander. In dem Maße, wie ihre Definition sich weiterentwickelt hat, haben auch die Funktionen dieser Produkte zugenommen und zu neuen Formen der Wertschöpfung geführt.

Das Ergebnis ist ein grundlegender Wandel bei der Art und Weise, wie Unternehmen Werte schaffen und mit den Kunden austauschen. Diese Transformation verschiebt die Quellen für Wertschöpfung und Abgrenzung hin zu Software, der Cloud und Services. Dadurch entstehen vollkommen neue Geschäftsmodelle. Damit sie von dieser neuen Welle der Wertschöpfung profitieren können, müssen Unternehmen alles auf den Prüfstand stellen – von der Produktentwicklung, über den Verkauf und Betrieb bis hin zum Service.

Einflussgrößen

Wir befinden uns in den ersten Phasen einer grundlegenden Transformation, die einer der bedeutendsten Umbrüche seit der industriellen Revolution werden könnte. Wie sind wir an diesen Punkt gelangt? PTC hat die wichtigsten Einflussgrößen identifiziert. Jede für sich ist in der Lage, eine Veränderung zu bewirken. Doch in Summe bewirken sie tiefgreifende Transformationen und haben uns eine Welt von vernetzten „Smart Objects“ im Internet der Dinge beschert.

DIGITALISIERUNG

Digitalisierung bezeichnet die Ablösung von analogen Produkt- und Serviceinformationen durch digitale Medien, die in der gesamten Wertschöpfungskette nutzbar sind (von der Entwicklung, über die Fertigung bis zum Service). Durch die Digitalisierung von Produkt- und Serviceinformationen und die Nutzung des Internets können Unternehmen geografische Grenzen überwinden.

PERSONALISIERUNG

Personalisierung bezeichnet das effiziente Anpassen von Produkten und Serviceleistungen an regionale und persönliche Vorlieben, den wachsenden Einfluss der Konsumenten sowie die zunehmende Entwicklung der IT zum Konsumgut. Unternehmen sind bestrebt, die zunehmende Vielfalt der Kundenwünsche möglichst effizient zu bedienen und setzen zu diesem Zweck verstärkt auf Software.

SOFTWARE IN PRODUKTEN

Integrierte, aus Hardware und Software bestehende Systeme, die hochentwickelte Mensch-Maschine-Interaktionen, Diagnosefunktionen und Servicedatenerfassung ermöglichen und durch Softwareverbesserungen einen zusätzlichen Mehrwert bereitstellen. Durch die Vernetzung von „Smart Products“ entstehen völlig neue, serviceorientierte Geschäftsmodelle.

SERVITIZATION

Servitization beschreibt den strategischen Wandel vom reinen Sachgüterhersteller hin zum Lösungsanbieter mit individuellen Kundendienstleistungen, die den gesamten Produktlebenszyklus abdecken. Um den Nutzen ihrer immer intelligenter werdenden Produkte weiter zu erhöhen, binden die Hersteller Kommunikationstechnik in diese Produkte mit ein.

VERNETZUNG

Der Austausch von Informationen zwischen individuell adressierbaren Produkten, die mit Sensoren ausgestattet sind, bildet die Grundlage für hochentwickelte Überwachungs-, Kontroll- und Kommunikationsfunktionen.

DINGE

Vernetzte „Smart Products“ und andere Dinge kombinieren Prozessoren, Sensoren und Software mit Kommunikationstechnik.

GLOBALISIERUNG

Globalisierung steht für die Öffnung regionaler Märkte durch Technologien, die ökonomische und geografische Grenzen überwinden und den Zugang zu neuen Märkten eröffnen. Da Unternehmen im Streben nach neuen Absatzmöglichkeiten global tätig sind, sehen sie sich mit immer mehr Normen und Vorschriften konfrontiert. Im Bemühen, sich am Weltmarkt mit Alleinstellungsmerkmalen vom Wettbewerb zu differenzieren, sind viele Hersteller gezwungen, den Kunden deutlich mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten.

NORMEN UND VORSCHRIFTEN

Die Umsetzung von Gesetzen, Richtlinien und Industriestandards rund um Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheit und Handelsgebaren.

Was ist das Internet der Dinge?

Das Internet der Dinge besteht aus drei wichtigen Komponenten: einer Sammlung von vernetzten „Smart Products“, Produktsystemen und anderen Dingen, die über eine mit dem Internet vergleichbare Kommunikationsinfrastruktur miteinander vernetzt sind und neue Arten der Wertschöpfung schaffen. Daten über Produktzustand, -betrieb und -umgebung werden in Echtzeit bereitgestellt und bilden die Grundlage für Funktionen zur Steuerung, Wartung und Aktualisierung des Produkt- und Systemverhaltens.

Für Hersteller (also diejenigen, die diese „Dinge“ herstellen) versprechen diese Innovationen nicht nur immense neue Erträge, sondern beeinflussen zum einen die Art, wie Endkunden mit den Produkten interagieren, zum anderen aber auch das gesamte Unternehmen des Herstellers. Die Funktionalitäten und Daten, die diese neue Generation von vernetzten „Smart Products“ hervorbringt, erfordern neue Denkansätze für Enterprise-Anwendungen und das angeschlossene Ökosystem, um die aktuellen Geschäfts- und Entscheidungsprozesse zu optimieren und neue Bereiche für Innovationen zu erschließen.

 

Funktionalitäten von intelligenten Produkten

Vernetzte „Smart Products“ im Internet der Dinge lassen die Grenzen zwischen Produkten und Serviceleistungen verschwimmen und bieten vollkommen neue Funktionalitäten, die sowohl für Unternehmen in der Fertigungsindustrie als auch für deren Kunden einen Mehrwert schaffen. Unternehmen müssen sechs unterschiedliche Kategorien von Funktionalitäten berücksichtigen und strategisch einsetzen:

  • Personalisierung/Anpassung:
    Effiziente Anpassungsmöglichkeiten für Endbenutzer oder Hersteller vor und auch nach dem Kauf.
    Beispiel: Das Ford Model T gab es bekanntlich in jeder gewünschten Farbe, solange es Schwarz war. Hundert Jahre später ist das Droid Maxx von Motorola in seiner Hardware ähnlich begrenzt, dafür aber über das AndroidTM-Betriebssystem und Apps, die beliebig ergänzt und konfiguriert werden können, flexibel anpassbar – ein personalisiertes Produkt zum Preis eines serienmäßig hergestellten Modells.
  • Zustands-/Betriebsüberwachung:
    Produkte können ihren Zustand, ihre Leistung sowie die Eingaben und den Status des Bedieners selbstständig beurteilen.
    Beispiel: Über die WorkSight-Technologie von John Deere werden Maschinen mit Überwachungs-Dashboards vernetzt, auf denen der Standort ganzer Fahrzeugflotten jederzeit ersichtlich ist und die Leistung der Maschinen in Echtzeit evaluiert werden kann. Diagnosedaten werden drahtlos an einen Techniker übertragen, sodass dieser manchmal bereits mit einem Ersatzteil vor Ort erscheint, noch bevor der Fahrer überhaupt ein Problem bemerkt hat.
  • Anlagenüberwachung:
    Produkte können die Umgebungsbedingungen über 2 Sensoren und andere Datenquellen beurteilen.
    Beispiel: Der Automobilzulieferer Continental AG stellt Scheibenwischersysteme mit Regensensoren und Software her, die die Scheibenwischergeschwindigkeit je nach Regenintensität steuert. Continental gestattet auch die Anbindung der Sensoren an die Fahrzeugkontrollsysteme, sodass bei Regen automatisch die Fenster oder das Sonnendach geschlossen werden.
  • Fernbedienung:
    Produkte können in Echtzeit aus der Distanz bedient werden.
    Beispiel: Der MQ-9 Reaper von General Atomics ist ein unbemanntes Fluggerät, das entweder ferngesteuert oder autonom Einsätze fliegen kann. Die Drohne ist rund um die Uhr als „fliegendes Auge“ für Einsatzkräfte unterwegs. Sie kann bis zu 17 Stunden in der Luft bleiben. Die speziell ausgebildete Crew befindet sich währenddessen sicher in der Einsatzzentrale, von wo aus sie das Fluggerät steuert, die Bilder auswertet und bei Bedarf jederzeit eingreifen kann. Die Kosten betragen nur etwa 1/10 der Kosten herkömmlicher Kampfflugzeuge.
  • Service/Upgrade:
    Service, Aktualisierungen und Erweiterungen können immer und überall durchgeführt werden.
    Beispiel: Trane, Hersteller von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaregelungssystemen und Teil der Ingersoll Rand Corp., stellt Anlagen mit zahlreichen digitalen Sensoren her, die an das unternehmenseigene Intelligent Services Center angebunden sind. Trane Intelligent Services kann 30 % der Probleme mittels Fernwartung lösen, ohne einen Techniker vor Ort einsetzen zu müssen. Etwa 40 % der Probleme werden in 30 Minuten oder weniger diagnostiziert. Dadurch können Trane und seine Kunden Kosten senken und die Betriebszeit verbessern.
  • Autonom:
    Produkte funktionieren, lernen, aktualisieren und korrigieren sich selbstständig durch Auswertung von Echtzeitdaten.
    Beispiel: Google gab 2010 bekannt, an Autos ohne Fahrer zu arbeiten. Seitdem haben die Fahrzeuge von Google unzählige Kilometer auf öffentlichen Straßen bewältigt und die Daten belegen mittlerweile, dass diese Autos weniger Verkehrsstörungen verursachen und insgesamt sicherer sind als Autos mit menschlichem Fahrer. Die Einbindung weiterer Systeme ermöglicht auch die Übertragung von Gefahrenmeldungen zwischen den Autos, die Anpassung an Verkehrs- und Wetterinformationen und sogar die Interaktion mit Lichtsignalen bei der Annäherung an Kreuzungen.

Auswirkungen auf Unternehmen

Während sich die Funktionalitäten von Produkten und Serviceleistungen vervielfachen, kommt es zugleich zu einer Verschiebung der Quellen für Wertschöpfung und Abgrenzung. Es bieten sich nun neue Möglichkeiten, sich einen Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen – aber nur, wenn drei wesentliche Wertverschiebungen berücksichtigt werden:

Wertverschiebung von der Hardware zur Software:

Produkte haben sich von reinen technischen Komponenten zu komplexen Systemen aus Prozessoren, Sensoren, Software und digitalen Benutzeroberflächen weiterentwickelt. Um die Produktinnovation zu beschleunigen und die Vielzahl von Kundenwünschen, Normen und Vorschriften effizient umzusetzen, setzen Unternehmen zunehmend auf Software.

Wertverschiebung vom Produkt zur Cloud:

„Smart Products“ bieten zwar neue Funktionalitäten, der Mehrwert, der im Produkt selbst generiert werden kann, ist allerdings begrenzt. Erst durch die Vernetzung von „Smart Products“ kann eine digitale Komponente in der Cloud den Funktionsumfang direkt im Produkt erweitern und parallel vollkommen neue Funktionalitäten bereitstellen. Allgemein lässt sich feststellen, dass bei der Verlagerung von Produktfunktionen in die Cloud Services, Erweiterungen und Innovationen schneller zur Verfügung stehen.

Wertverschiebung vom Produkt zum Service:

Produktstrategien, bei denen die Erträge beim Verkauf das Maximum erreichen, werden zunehmend uninteressant, die Geschäftsmodelle beziehen immer mehr auch das AfterSales-Business mit ein. Produkte werden mit Services kombiniert, die während des gesamten Produktlebenszyklus neuen Nutzen liefern bzw. die gewünschte Eigenschaft einfach über einen On-Demand-Service bereitstellen. Beispielsweise verkaufen Hersteller von Flugzeugtriebwerken heute Betriebsstunden statt Triebwerke. Dadurch sind sie gezwungen, die Betriebsbereitschaft zu optimieren und Mehrwert-Serviceangebote zu entwickeln, um so eine bessere Kostenkontrolle auf der Seite der Betreiber zu gewährleisten.

Diese drei wesentlichen Wertverschiebungen haben zwar einerseits neue Möglichkeiten erschlossen, sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern, erfordern aber auch neue Funktionalitäten, eine neue Infrastruktur, neue Normen und operative Modelle. Für Unternehmen, die sich an die Anforderungen einer intelligenten, vernetzten Welt anpassen, wird diese Kombination aus Software, der Cloud und Serviceleistungen den Ausgangspunkt für neue Innovation und die Grundlage für die Abgrenzung vom Wettbewerb sowie für neue Geschäftsmodelle bilden.

Anpassung der Geschäftsprozesse

Um all diese Veränderungen zu bewältigen, müssen Unternehmen vorhandene Geschäftsprozesse transformieren und die Art und Weise, wie sie vernetzte „Smart Products“ im Internet der Dinge entwickeln, betreiben und warten, grundlegend überdenken. Folgende Punkte spielen hierbei eine zentrale Rolle:

Transformation der Produktentstehung

  • Planung und Entwicklung flexibler Plattformen, die personalisierte Lösungen, Mehrwertdienste und Produkterweiterungen vor und nach dem Verkauf des Produkts „remote“ bereitstellen können.
  • Konstruktionsseitige Vereinfachung der komplexen Strukturen, die durch die Kombination von Prozessoren, Sensoren, Software, digitaler Benutzeroberfläche und Kommunikationstechnik entstehen, sowie Schaffung eines einfachen Benutzererlebnisses.
  • Einbeziehung von Produktnutzungsdaten in F&E-Prozesse sowie für neue Funktionalitäten, die Definition von Spezifikationen und die Steigerung der Kundennähe.

Transformation des Service

  • Planung und Bereitstellung von Remote-Software-und -Service-Updates in Echtzeit mit minimaler Beeinträchtigung des Kunden und minimalen Grenzkosten.
  • Planung und Optimierung des Produkt- und Ersatzteilmanagements sowie der Bestandskontrolle durch Verfolgung von Ressourcen und Analyse von Echtzeit-Produktnutzungsdaten, um den Bedarf an Ersatzteilen vorherzusagen.
  • Planung und Optimierung der Prozesse im Service-Außendienstmanagement, indem proaktive und reaktive Wartungsmaßnahmen gebündelt werden, sowie Vorab-Bereitstellung von Informationen, um die Erfolgsquote der Techniker beim ersten Korrekturversuch zu erhöhen.

Transformation von Geschäftsmodellen

  • Unternehmen müssen ihre Geschäftsprozesse und -modelle überdenken, um die Erträge nicht nur bis zum Verkauf, sondern während der gesamten Nutzungsdauer eines Produkts zu maximieren.
  • Unternehmen müssen die zunehmende Komplexität eines wachsenden Partner- und Zulieferer-Ökosystems sowie etwaige Chancen und Risiken berücksichtigen.
  • Unternehmen müssen Produktdaten erfassen und auswerten, um den Servicebedarf und Benutzerwünsche nach zusätzlichen Serviceangeboten und Funktionalitäten rechtzeitig zu erkennen.

Wenn Unternehmen diese Transformation gelingt, bietet sich ihnen eine enorme Chance, sich im Produkt- und Servicegeschäft einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

 

 

Die verdrängte Quintessenz der Industrie 4.0

Die Bundesregierung hat Industrie 4.0 zur Chefsache erklärt. Im Schulterschluss mit der Industrie folgt man dem hehren Ziel, Ingenieurskunst „Made in Germany“ mit IT-Kompetenz zu paaren, um eine starke Wirtschaftsnation zu bleiben. Das Leitmotiv ist die „intelligente Fabrik“ (Smart Factory), welche sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, ergonomische Gestaltung, vor allem aber durch eine perfekte Vernetzung aller beteiligten Maschinen, Transportmittel, Prozesse und Personen auszeichnet.

An dieser Vision ist auch nichts auszusetzen. Sie folgt den Gesetzmäßigkeiten eines sich rapide verändernden grenzenlosen Marktes und der massiven Durchdringung unserer unternehmerischen Realitäten mit Technologie. Industrie 4.0 sichert unsere Zukunft.

Wachstum und Rentabilität allein durch Fertigungseffizienz?

Das Problem liegt an anderer Stelle: Viele Unternehmen reduzieren Industrie 4.0 allein auf die Steigerung der Produktions- und Ressourceneffizienz in Entwicklung, Beschaffung und Fertigung. Keine Frage – ein wesentlicher Baustein für unternehmerischen Erfolg. Aber dennoch nur die halbe Wahrheit in Bezug auf eine valide Wertschöpfung.

Die andere Hälfte der Wahrheit liegt nämlich in der wirkmächtigen und konsequenten Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Die Leistungsfähigkeit von Marketing, Vertrieb und Service sind elementare Glieder einer stringenten und belastbaren Wertschöpfungskette. Vernachlässigen Unternehmen einzelne Elemente, bleibt die wirtschaftliche Performance auf der Strecke. Die Kette reißt.

Die Digitalisierung verändert das Verhältnis zwischen Marken und Konsumenten radikal

Die zentrale Herausforderung und Chance liegt in der passgenauen und konsistenten – vornehmlich digitalen – Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen. Darin liegt die Quintessenz der Industrie 4.0. Der Kunde ist heute ein mündiger „connected customer“, der vorinformiert ist und mit einer entsprechend klaren Erwartungshaltung auftritt.

Sein zweckrationaler Imperativ: Ich will immer alles, überall und in Echtzeit. Und das personalisiert, kontextualisiert und wertschätzend. Nicht nur im B2C verändert sich diese Erwartungshaltung nachhaltig, sondern auch und insbesondere im B2B-Segment. Hier stehen Unternehmen nicht nur einzelnen Konsumenten gegenüber, sondern müssen auf – teils divergierende –  Interessenlagen innerhalb komplexer Buying Center bedarfsgerecht reagieren können. Der Einkauf möchte die preiswerteste Lösung, die Fachabteilung das leistungsfähigste Produkt, die Geschäftsführung die eierlegende Wollmilchsau. Produktlebenszyklen verkürzen sich auf der einen Seite rasant, auf der anderen Seite werden Vertriebszyklen oftmals länger und komplexer. Marketing und Vertrieb treffen auf digital vorinformierte, mündige Kunden. Und diese verlangen personalisierte, individualisierte und relevante Antworten – keine werblichen und vertrieblichen Plattitüden. 

Vernetzte Nachrüstung für Marketing, Vertrieb und Service

Das Internet hat Wissen auch im geschäftlichen Kontext zu einem ubiquitären Gut werden lassen. Recherche, Vergleich, Empfehlungen und Shitstorms. Nur einen Klick vom Kunden entfernt. Auf Unternehmensseite sieht die Realität oftmals düsterer aus. Von intelligenter Vernetzung keine Spur. Das Marketing verschickt Bestandkunden-Mailings an Firmen, welche keine mehr sind. Der Vertrieb hat keine Informationen über die Service-Eskalation und rennt ins offene Messer. Der Inside-Sales keine Transparenz über gelaufene Gespräche mit Kunden. Der Onlineshop läuft als Solitär vor sich hin. Da hilft auch keine Smart Factory im Backend der Produktion.

SAP Hybris reagiert jetzt konsequent mit einer intelligent vernetzbaren Phalanx aus Lösungsbausteinen für die marktbearbeitenden Fachabteilungen. Hinter dem Begriff „Customer Engagement and Commerce“ verbergen sich die CRM-Lösung Cloud for Customer, die SAP Hybris Marketing Suite sowie die SAP Hybris Omnichannel-Commerce-Plattform. Durch die Vernetzung aus intelligenter Marketing Automatisierung, Vertriebs- und Service-CRM sowie E-Commerce geling Unternehmen die nahtlose Integration aller kundenorientierter Prozesse und die unternehmensweite Sammlung, Verdichtung, Auswertung und Nutzung von wertvollen Informationen zur passgenauen Kundenansprache. Die Wahrheit der Industrie 4.0 liegt im Auge des Kunden. Und der möchte, was auch Sie möchten, wenn Sie in der Rolle des Kunden agieren: Alles, sofort und exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten.

 

Herausforderung Industrie 4.0: neue Aufgaben für Vertrieb, Marketing und Co.

In aller Munde im Zusammenhang mit Industrie 4.0 ist die Technologie und die Vernetzung von Prozessen und Systemen – in den Funktionen Marketing, Vertrieb, Produkte-Management, Service und HR bedeutet dieser Trend jedoch einen Paradigmenwechsel, ohne den das genannte Potential nicht realisiert werden kann.

Kurz gesagt: Potentielle Kunden führen Projekte durch und optimieren horizontale und vertikale Wertschöpfungsketten. Anbieter sind in Produkt-Silos organisiert, suchen Fach-Spezialisten aus und schulen Mitarbeiter in Produkt-Eigenschaften. Hier besteht massiv Handlungsbedarf.

Ein systematisches, bereichsübergreifendes Vorgehen ist erfolgskritisch, um Chancen nutzen zu können

In den Funktionen Marketing, Vertrieb, Produkt-Management,  Service und HR bedeutet dieser Trend einen Paradigmenwechsel. Dadurch ändern sich Funktionen und Inhalte. Der Vertrieb ist weniger Überbringer technischer Informationen und Features von Einzelprodukten. Er tritt künftig als Spezialist für Prozess-Optimierungen beim Kunden auf.

Auch Marketing und Produktmanagement erleben den Paradigmen- und Rollenwechsel. Das Lösungs-Portfolio verändert sich – weg vom Einzelprodukt hin zu Lösungen und Systemen, die möglichst ganze Wertschöpfungsketten über den vollständigen Lifecycle umfassen. Das bedeutet eine  Aufwertung des Marketings und des Produkt-Managements.  Weg vom Druck von Produkte-Katalogen  hin zu einer produkt- und technologieübergreifenden Funktion, die von den Prozessen des Kunden ausgeht.

Technologie und Software spielen dabei eine immer zentralere Rolle und sind Disziplinen, die nicht zu den ursprünglichen Kernkompetenzen gehören und integriert werden müssen. Oft reicht die Zeit nicht, um diese Kompetenzen selber aufzubauen, deshalb sind Kooperationen schneller und effektiver.  Die Führung ist dabei besonders gefordert – Ein Umbruch in einer solchen Dimension löst zudem Fragen und Aengste aus . Mitarbeiter wollen bei Veränderungen „mitgenommen“ werden, mitgestalten können  und an neue Anforderungen herangeführt werden.   

Wo anfangen? 

Empfehlung: Starten Sie mit Win- und Loss-Analysen im Vertrieb und erfahren Sie die wahren Gründe für einen verpassten Kundennutzen. 

Dann arbeiten Sie mit Ihren Kunden bei der Erarbeitung von Geschäftsmodellen und Business Cases zusammen und schaffen / identifizieren erweiterten Kundennutzen.  

Im nächsten Schritt schaffen Sie die Rahmenbedingungen. Im Kern geht es um die Stakeholder, die für eine erfolgreiche Umsetzung benötigt werden.

Dann folgt die Umsetzung bzw. die Optimierung. Diese lässt sich nur abteilungsübergreifend erfolgreich und nachhaltig bewältigen.  Die Herausforderung liegt darin, Ressourcen, die bisher fast ausschliesslich reaktiv und ausführend gearbeitet haben, in einer Projektstruktur auf ein gemeinsames Ziel auszurichten.   

Das Internet der Kühe

Ziel dieses Vorstoßes ist es, die Geburtenrate von Rindern zu „optimieren“. Weibliche Rinder werden in der Viehzucht überwacht, um den optimalen Besamungszeitpunkt zu ermitteln. Die Fruchtbarkeitsphase (Östrus) von Kühen scheint aber oft – laut Fujitsu zu 66% – zu nachtschlafender Zeit zu beginnen, daher ist es schwierig, diese allein nur durch das menschliche Auge zu erkennen. Künstliche Befruchtung von Rindern ist also nicht einfach und erfordert oft mehrere Versuche. Wenn der erste Versuch allerdings nicht gelingt, so müssen drei Wochen bis zur nächsten Gelegenheit abgewartet werden. Da Zeit bekanntlich Geld ist, will Fujitsu hier nun Abhilfe schaffen und diese enorme „Last“, wie man sich in einem Werbeclip ausdrückt, von den Schultern der Bauern und Viehzüchter nehmen.

Das Internet der Kühe als Ertragsfaktor in der Landwirtschaft

Ein typischer Indikator zu Beginn des Östrus scheinen verstärkte Beinbewegungen der Kühe zu sein. Ausgestattet mit einem „Pedometer“ – einem Schrittzähler, der an den Läufen befestigt wird, ist es möglich, die erhöhte Bewegungsaktivität der Kühe zu messen und das vermutliche Eintreten des Fruchtbarkeitszyklusses per Funkverbindung an den Eigentümer der Rinder zu übermitteln. Angeblich soll auf diese Weise die Erfolgsquote der künstlichen Befruchtung auf 90% erhöht werden. Wie Fujitsu stolz vermeldet, kann somit die Phase der „Nicht-Schwangerschaft“ von Kühen erheblich reduziert werden, was der Landwirtschaft entsprechend höhere Erträge bescheren könnte. Was dem einen oder anderen wie eine Perversion des industriellen Eingriffs in die Natur vorkommen mag, begründet Fujitsu übrigens mit der Möglichkeit den Welthunger zu bekämpfen. Ganz egal wie man zur Industrialisierung der Landwirtschaft steht, dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass alles was vernetzt und digitalisiert werden kann auch vernetzt und digitalisiert werden wird.   Zum Video auf Youtube:

Der Artikel erschien ursprünglich auf nerdwärts.de

HMI 4.0 – Hindernisse des Wandels überwinden!

Das HMI von gestern war an der Maschine verbaut, unabhängig von den Ausmaßen der Maschine. Somit müssen Menschen mitunter hunderte von Metern laufen, um sich benötigte Informationen zu beschaffen bzw. um neue Vorgaben zu machen. Die Initiative geht dabei immer vom Menschen aus.

Das HMI 4.0 führt zu einer ganz neuen Mensch-Maschine-Kommunikation. Es ist das HMI am Menschen, was die Kooperation von Mensch und Maschine ermöglicht und auch Maschinen befähigt, Aufgaben an Menschen zu übertragen.

HMI 4.0 – das HMI am Menschen

Wearables z.B. eignen sich insbesondere zur Unterstützung der Menschen bei der Abbildung von Wartungsszenarien. Hier ist ein Informationsaustausch zwischen Mensch und Maschine zwingend. Die Maschine meldet sich beim Menschen, wenn eine Wartungshandlung notwendig ist. Diese Meldung empfängt der Mensch als Push Notification auf seiner Smartwatch. Es puckert kurz auf dem Handgelenk, dann ist die gesamte Aufmerksamkeit auf die Meldung gerichtet. Auf dem Smartphone werden dem Menschen weitere Informationen dargestellt, u.a. eine Ersatzteilliste und benötigtes Werkzeug. Das Smartphone berechnet sogar die schnellste Route und führt den Menschen so genau zu der Stelle, wo das Ersatzteil verbaut werden muss. Jetzt wird eine Checkliste mit Handlungsanweisungen, die mit aktuellen Prozessdaten angereichert ist, eingeblendet. Außerdem wird die Checkliste direkt an die Smartwatch übertragen, sodass ein freihändiges Arbeiten möglich ist. 

Es ist aber noch weit mehr denkbar – schon heute mit der Ortungsfunktion eines jeden Smartphones: Die Maschine stellt die Meldung an denjenigen zu, der in der Nähe ist. So ist ein schnelles Handeln möglich. Wird für die Auswahl des Empfängers auch dessen aktuelle Verfassung herangezogen (Smartwatches bspw. sind in der Lage die Vitalfunktionen des Trägers zu überwachen), dann erhält derjenige die Meldung, der über ausreichend Energie verfügt, um eine körperlich anstrengende Wartungsaufgabe durchzuführen.

Impulse für den Wandel

Der Weg zum HMI 4.0 wurde maßgeblich durch Technologien aus dem Consumer Markt und durch Unternehmen wie Google, IBM, Amazon und Apple vorbereitet. Nun stehen uns Big Data und Predictive Maintenance, das Internet of Things und Cloud Computing sowie Wearables mit iOS, Android, Siri & Co. zur Verfügung.

Big Data macht Maschinen intelligenter, das Internet und die Cloud ermöglicht den uneingeschränkten Daten- und Informationsaustausch und die Wearables stellen sicher, dass die Informationen von der Maschine zum Menschen und vom Menschen zur Maschine kommen.

Alles ist also vorbereitet und einsatzbereit, aber warum wird es nicht genutzt?

Hindernisse des Wandels

Jedes Automatisierungsprojekt, jede Maschine, jede Problemstellung ist ein Unikat. Kein Lastenheft gleicht dem anderem. Daher definieren und verhandeln Ingenieure Anforderungen stets erneut. Es werden Ansätze gegenübergestellt und passende Technologien evaluiert. Warum aber kommt der Realisierung des mobilen HMI nicht die gleiche Sorgfalt zugute? Stattdessen ist HTML5 meist von vornherein gesetzt. Aufgrund technologischer Besonderheiten bzw. Einschränkungen sind mit HTML5 innovative und kreative Anwendungsfälle wie der oben beschriebene nicht realisierbar.

Das Diktat der Anbieter wiegt schwer. Aktuelle Werkzeuge zur HMI-Gestaltung setzen konsequent und leider etwas kreativlos auf HTML5. Innerhalb der Industrie 4.0 ist das allenfalls eine Evolution, eine Weiterentwicklung des Gestern – wo bleibt die Revolution?

Die Alternative ist die Realisierung des HMI 4.0 als native App. Damit steht die gesamte Leistungsfähigkeit der mobilen Plattformen und Geräte zur Verfügung. Die Kehrseite: Es ist ökonomisch meist nicht vertretbar, stets native Apps für die verschiedenen Plattformen und Geräte zu implementieren. Dies ist einerseits mit deutlichem Mehraufwand verbunden und andererseits fehlt es für die Realisierung von Lösungen für die mobilen Plattformen mit ihren unterschiedlichsten Software-Stacks und Programmiersprachen schlichtweg an Personal und Kompetenz.

Am Ende wird Industrie 4.0 in zahlreichen Ausschüssen definiert, anstatt mit hochgeschlagenen Ärmeln neue Use Cases realisiert. Im Sinne der Lean Startup Bewegung würden neue Geschäftsmodelle explorativ anhand der Realisierung neuer Ansätze und Lösungen in kurzen Feedback-Schleifen und in enger Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern definiert. Wichtiger scheint jedoch die Spezifikation von Schnittstellen und Standards.

Herausforderungen meistern!

Viva la revolución: die Hindernisse des Wandels hin zum HMI 4.0 können nur durch innovative Softwaretechnologien und neue Entwicklungsansätze aus dem Weg geräumt werden. Es werden Werkzeuge benötigt, die Ingenieure optimal durch fachfremde Gebiete leiten und dabei von konkreten Implementierungstechnologien abstrahieren. Auch die Technologiewelt der Automatisierungstechnik dreht sich schneller und schneller. Schade dabei wäre, wenn mit jedem Technologiewechsel wertvolle Ingenieursleistung und hohe Investitionen verloren gehen.

Die gute Nachricht: Das HMI 4.0 mit den im Beitrag beschriebenen Use Cases sind komplett mit der integrierten HMI Suite von MONKEY WORKS (Abbildung 3) realisiert worden. Die Workbench bietet domänenspezifische Editoren, mit der in vertrauter Weise das HMI gestaltet und die einzelnen Elemente mit Prozessdaten verbunden werden. An dieser Stelle wird noch nicht über iOS, Android oder OPC UA gesprochen.

Auf Knopfdruck überführen leistungsfähige Exportmodule den mobilen HMI-Entwurf in native Apps für die gewünschten bzw. geforderten Geräte. Das HMI 4.0 ist sofort einsatzbereit – manuelle Programmierarbeit ist nicht notwendig. Ab jetzt kann auch der Entwurf des HMI 4.0 als Einzelfallentscheidung verstanden werden.

Das Vorgehen mit der HMI Suite ist bestechend: Entwickler von (mobilen) HMI-Lösungen und Automatisierungsingenieure können aus einem großen Technologiebaukasten jeweils die für ihre Kundenanforderungen besten Bausteine wählen; Detailwissen ist dabei nicht notwendig. Obendrein macht die HMI Suite fit für zukünftige Anforderungen, denn das Festlegen auf eine konkrete Realisierungstechnologie ist zur Entwurfszeit nicht notwendig – die Revolution hat begonnen, die Zukunft kann kommen.

Zu guter Letzt ist Pioniergeist gefragt. Es braucht Early Adopter, die die Industrie 4.0 schon jetzt gestalten und nicht nur diskutieren wollen. Mit zeitgemäßen Werkzeugen können Kunden schon jetzt von neuen Lösungen profitieren, ohne dass sich Anbieter technologisch etwas verbauen.

 

Autoren: Ralf Matthews  und Dr.-Ing. Stefan Hennig

Antrieb des globalen IoT-Ökosystems: Prodapt und Sprint gehen Partnerschaft ein

Die Partnerschaft bietet Sprint die Möglichkeit, bei der Entwicklung von Lösungen für Sprint-Firmenkunden fortan auf die Softwareprodukte, Plattformen und Integrationskompetenz von Synapt (Prodapts IoT-Sparte) zu setzen.

Das Internet of Things (IoT) steht für ein intelligentes Netzwerk, in dem „Dinge“ auf direktem oder indirektem Wege miteinander kommunizieren. Erwartungen zufolge wird der IoT-Markt bis 2020 auf einen Wert von 1,7 Billionen USD wachsen. Sofort einsatzbereite Produktplattformen, ein rasches Prototyping und kürzere Markteinführungszeiten sind wesentliche Merkmale einer erfolgreichen IoT-Bereitstellung im Firmenkundengeschäft.

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach maßgeschneiderten Lösungen im IoT-Bereich ist Sprint sehr erfreut, eine Partnerschaft mit Prodapt einzugehen, um unseren Kunden fortan noch größere Flexibilität bei der Erreichung ihrer Geschäftsziele zu bieten. Sprint sieht die strategische Partnerschaft mit Prodapt als wichtigen Schritt in diese Richtung. Prodapt verfügt über profunde Branchenkenntnis und Expertise in der Kommunikationsindustrie und ist daher ein herausragender Partner für Systemintegration. Dank seiner marktreifen End-to-End-Frameworks ist Prodapt der ideale Partner, um Lösungen für unsere Kunden fortan noch schneller bereitzustellen.“

Mohamad Nasser, Sr. Director des Bereichs IoT & Business Applications Product Management von Sprint Corporation

Synapt, der IoT-Sparte von Prodapt, wird als Integrator eng mit Sprint kooperieren und die IoT-Plattformen und entsprechenden Produkte von Synapt Hardwarepartnern noch näherbringen, damit diese branchenspezifische End-to-End-Lösungen für Sprint-Firmenkunden aus aller Welt bereitstellen. Die Partnerschaft hat Sprint und Prodapt bereits einen öffentlichkeitswirksamen Auftrag einer bedeutenden US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörde eingebracht.

Prodapt-CEO Vedant Jhaver erklärte: Die sofort einsatzbereiten IoT-Plattformen von Synapt und unser Bekenntnis zu Investitionen in die Entwicklung von Branchenlösungen der nächsten Generation gehen mit riesigem Potenzial für die strategische Partnerschaft zwischen Prodapt und Sprint einher. Wir freuen uns, gemeinsam mit Sprint hochmoderne IoT-Lösungen für Sprint-Firmenkunden aus aller Welt einzuführen.“

Prodapt ist ein Anbieter von Software, Engineering und Dienstleistungen für das operative Geschäft, der sich in erster Linie auf die Kommunikationsbranche konzentriert. Prodapt kooperiert  Kommunikationsdienstleistern (CSP), Softwareanbietern und Herstellern von Netzwerkzubehör und ist in Indien, den USA, Europa und Südafrika aktiv. Das Unternehmen ist Teil der seit 120 Jahren bestehenden Jhaver Group, die an 64 Standorten weltweit über 15.500 Mitarbeiter beschäftigt.