Paletten tauschen im digitalen Zeitalter

Das Prinzip des Palettentauschs beruht auf der Zirkelwirtschaft. Wird eine Fracht auf 30 Europaletten angeliefert, erhält der Frachtführer 30 Europaletten im Tausch zurück. Im Idealfall übergibt er die leeren Paletten beim nächsten Kunden im Tausch gegen eine Fracht, die auf wiederum 30 Europaletten gepackt wird. Das Prinzip ermöglicht in der Theorie einen reibungslosen Austausch von Lademitteln.

Der Palettentausch birgt Fallgruben

Nur selten erhält ein Frachtführer genau die Anzahl an Leerpaletten, die bei der nächsten Beladestelle abgegeben werden sollen. Häufig kommt es zu „Palettenschulden“, die später ausgeglichen oder verrechnet werden müssen. Ohnehin ist es mit einem einfachen Hin und Her nicht getan: Beim Palettentausch muss die Anzahl ebenso festgehalten werden wie die Qualität der Holzträger. Da an der Rampe für die Qualitätsprüfung nur wenig Zeit bleibt, kann es über die Qualität der Paletten zu Differenzen kommen. Missstände über minderwertige Paletten müssen daher genau dokumentiert werden.

Seit 2014 existiert für die Qualifizierung von Paletten eine feste Typenbeschreibung – erstellt von der neutralen Plattform GS1. Damit lassen sich Paletten in gebrauchsfähige und nicht-gebrauchsfähige Klassen einteilen. Die Typisierung ermöglicht eine schnelle Einordnung der Palettenqualität in die Klassen NEU, KLASSE A, B oder C sowie die Klasse NICHT GEBRAUCHSFÄHIG. Der früher übliche Begriff „tauschfähig“ wurde durch „gebrauchsfähig“ ersetzt, um mehr Klarheit an der Rampe zu schaffen.

Klassifizierung von Ladeträgern laut GS1

NEU: Gebrauchsfähig für Lagerung, Transport und die Beförderung auf Roll- und Kettenförderern (auch hochregallagerfähig)

KLASSE A: Gelten als ebenso gebrauchsfähig wie neue Paletten. Sie dürfen leichte Gebrauchsspuren aufweisen, jedoch nicht verschmutzt sein. Es gibt keine Anhaftungen, keine Absplitterungen des Holzes. Die Eckklötze sitzen korrekt, die Eck-Kennzeichen sind gut lesbar. Klasse-A-Paletten dürfen bereits lizenziert repariert worden sein.

KLASSE B: Gelten als ebenso gebrauchsfähig wie neue oder A-Paletten. Zu erkennen ist eine Palette der Klasse B typischerweise am nachgedunkelten Holz und den Gebrauchsspuren. Ansonsten gelten die gleichen Kriterien wie bei Klasse A.

KLASSE C: Nur noch gebrauchsfähig für Lagerung und Transport. Das Holz ist typischerweise dunkel, es darf Gebrauchsspuren und auch Oberflächenfeuchtigkeit aufweisen. Zulässig sind hier auch Verunreinigungen – allerdings nur, wenn sie nicht ans Ladegut abgegeben werden können. Toleriert werden zudem Absplitterungen und ein leichtes Verdrehen der Eckklötze. Anhaftungen an der Palette sind kein Grund, sie als nicht mehr gebrauchsfähig zu kategorisieren (das war vor 2014 anders). Werden die Anhaftungen entfernt, kann die Palette u. U. auch wieder höher klassifiziert werden.

NICHT GEBRAUCHSFÄHIG: Diese Paletten müssen erst repariert werden, ehe sie wieder im offenen Tauschpool eingesetzt werden dürfen. Die Reparatur ist nur durch lizenzierte Betriebe zulässig.

Digitales Palettentauschmanagement spart Kosten

Der von Palettendienstleistern wie EPAL oder WORLD verwendete Begriff des Europalettentauschpools führt oft zu Missverständnissen: Er suggeriert fälschlicherweise, dass es sich um ein geschlossenes System mit einer zentralen Anlaufstelle handelt. Ein Palettentausch beruht immer auf einer Individualvereinbarung. Paletten müssen nicht getauscht werden; es ist auch möglich, die Paletten zu mieten oder weiterzuverkaufen.

An der Notwendigkeit, den Zustand der Paletten zu dokumentieren, ändert dies nichts. Klassisch wird zur Dokumentation ein Palettenschein ausgestellt. Vordrucke sehen dabei oft nur die Angaben über Be- und Entladestelle sowie die Anzahl der getauschten Paletten vor. Mängel müssen gesondert festgehalten werden. In der Papierform bringt ein Palettentausch dadurch nicht selten eine wahre Papierflut mit sich – bei der fortschreitenden Digitalisierung im Supply Chain Management ein immer größeres Ärgernis.

GS1 plant daher einen Palettenschein, der neben einer einheitlichen Dokumentation auch den Handel mit Palettenscheinen ermöglicht. Palettenschulden wären einfach übertragbar und könnten von Dritten eingelöst werden. Um diese Anforderungen zu realisieren, soll der digitale GS1-Palettenschein mit folgenden Features ausgestattet sein:

  • ID-Nummer mit Barcode für digitale Lesegeräte
  • Name und Adresse des Schuldners
  • Daten des Tauschvorgangs
  • Lademittelbezeichnung
  • Geltungsdauer / Frist bis zur Herausgabe der Paletten
  • Unterschrift der Beteiligten

Ob der GS1-Palettenschein tatsächlich kommt, ist noch unklar. Andere Ansätze sind ganzheitlicher, wie der Blick auf die Möglichkeiten zeigt, die moderne, digitale Speditionen bieten: Die Transport-Organisation erfolgt hier komplett digital. Notwendige Angaben über den Palettentausch werden in einem Transport-Journal unkompliziert und papierfrei festgehalten. Schadhafte Paletten können einfach abfotografiert werden. Sobald das Foto hochgeladen wurde, ist es allen Beteiligten in Echtzeit zugänglich. Der administrative Aufwand wird in der digitalen Spedition auf ein Minimum zurechtgestutzt – kräftige Kostensenkungen inklusive.

iTiZZiMO macht Industrie 4.0 wahr: Die Bühler AG in Uzwil

Über Bühler

Wer Nüsse oder Pasta isst, Kaffee oder Bier trinkt, Tiere füttert, Holzpellets verheizt, Zeitschriften liest oder Auto fährt, kommt an der Bühler AG nicht vorbei. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Uzwil, Schweiz beschäftigt über 10.500 Mitarbeiter in mehr als 140 Ländern weltweit. Das Unternehmen entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen zur Rohstoffveredlung, ob für die Nahrungsmittel-, die Automobilindustrie oder die chemische Industrie und engagiert sich besonders stark in Grundlagenforschung, um auch in Zukunft wegweisende Technologien zur Rohstoffverarbeitung anbieten zu können.

iTiZZiMO und Bühler

Im Jahr 2015 hat alles angefangen: auf einem Event in Berlin. Andreas Schällebaum, Value Stream Manager & Head of Industrial Engineering MLF besuchte die Smart Process and Manufacturing Systems Konferenz, so kamen wir ins Gespräch. Nach und nach kristallisierte sich der Plan heraus, den Prozess der Montage digital zu unterstützen. Um den Gesamtprozess nachhaltig zu digitalisieren und Fehlerquellen so gut wie möglich auszuschließen, begann die Arbeit bereits im Lager, wo alle notwendigen Teile kommissioniert werden. Am Ende des Montageprozesses stehen fertig montierte Anlagen, die an Kunden in aller Welt versendet werden. Nach Anforderungsanalyse sind im Rahmen eines einwöchigen Hackathons vor Ort in Uzwil verschiedene Anwendungen für unterschiedliche Endgeräte entstanden, die untereinander Informationen austauschen, um den gesamten Montageprozess zu digitalisieren und zu vernetzen und so eine reibungslose Montage zu gewährleisten. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse aus dem Hackathon haben bereits für Begeisterung gesorgt, einem Rollout in Uzwil steht nun nichts mehr im Wege.

Smartes Lager

“Im Lager setzen wir auf Datenbrillen, um jedes Teil zu identifizieren und damit sicherzustellen, dass immer die richtigen Bauteile entnommen werden. Für andere Teilprozesse gibt es aber bessere Gerätetypen, die wir ebenfalls nutzen”, sagt Projektverantwortlicher Andreas Schällebaum. Auf der Smartglass wird eine Anwendung ausgeführt, die den Mitarbeitern bei jedem kommissionierten Bauteil eine Rückmeldung geben. So können keine Verwechslungen bei Bauteilen entstehen, die erst bei der Montage auffallen und somit eine Produktionsverzögerung nach sich ziehen.

Bild: itizzimo

Intelligente Logistik

Wenn alle Teile für einen Fertigungsauftrag kommissioniert sind, werden die Transportboxen an bestimmten Positionen im Werk zwischengelagert, um dann just in time zum passenden Montageplatz gebracht zu werden. Die Integration von Beacons ermöglicht es dabei, den exakten Stellplatz jeder Transportbox schnell nachzuvollziehen, Transportaufträge werden auf dem Tablet angezeigt und bearbeitet.

AR-unterstützte Produktion

Die Produktionsapplikation macht Dokumentation einfach: verwendete Werkzeuge werden in den digitalisierten Prozess eingebunden, so kann kontinuierlich überprüft werden, ob z.B. alle Schrauben mit dem richtigen Drehmoment angezogen sind. Diese Informationen dienen einerseits dem Monteur zur Kontrolle, andererseits auch zur nachträglichen Dokumentation. “Wir haben es mit viel manueller Arbeit zu tun, da passieren zwangsläufig Fehler, die aber in der Qualitätssicherung zeitaufwändig ausgebügelt werden müssen. Von der AR-Unterstützung versprechen wir uns messbare Verbesserungen”, so Schällebaum.

Bild: itizzimo

Bei Fehlern stoppt automatisch der gesamte Prozess und fährt erst nach manuellem Eingreifen wieder an. Treten Herausforderungen auf, die der Monteur vor Ort trotz digitaler Hilfestellung nicht allein lösen kann, besteht die Möglichkeit, via Servicecall einen Kollegen hinzuzuziehen und sich unterstützen zu lassen.

Qualitätskontrolle digital unterstützt

Auch der Abschluss der Montage, die Qualitätskontrolle wird mit einer Anwendung für Tablets digitalisiert und kann daher ab jetzt papierlos erfolgen. Das spart eine Menge Zeit für die nachträgliche Digitalisierung der Informationen. Mängel können via Foto erfasst und somit dokumentiert werden. So digital unterstützt verlassen Bühler-Anlagen nun noch schneller die Schweiz und machen sich auf den Weg zu Kunden in alle Welt.

Der Ausbau weiterer Funktionen und die Ausweitung auf weitere Standorte werden derzeit diskutiert.

Wollen Sie das ganze Video sehen?

Wollen Sie sehen, wie das Ganze bei Bühler aussieht? Hier erfahren Sie es. 

Erklärung der universellen IoT-Rechte

Die Ideen und Thesen zu den universellen IoT-Rechten stammen ursprünglich von Raoul Mallart, der bei Sigfox als Vice President Imagineering für große technologischen Ideen zuständig ist. Kein Wunder also, dass Raoul Mallart sich Gedanken gemacht hat, ob und welche Rechte Geräte bzw. Objekte im Internet der Dinge haben sollten. Dazu gehören unter anderem Themen wie Security, Interferenzen oder Standards. Heraus kam eine Charta der Objektrechte im IoT.

Objekte sollen universelle IoT-Rechte genießen

Aus unserer Sicht ist die Basis eines ungehinderten Datenflusses sowie von Datenschutz und Sicherheit im Internet, dass die Würde und die Rechte aller Mitglieder der IoT-Familie anerkannt werden. Daher unterstützen wir universelle IoT-Rechte als gemeinsamen Security-Standard für alle Objekte in allen Netzwerken.

Die Artikel im Einzelnen:

Artikel 1 – Alle vernetzten Objekte sind im Hinblick auf Würde und Rechte gleichberechtigt. Sie sind vernetzt und sollten das Internet in brüderlichem Sinne behandeln.

Artikel 2 – Jedes vernetzte Objekt hat alle Rechte und Freiheiten, die in dieser Erklärung genannt werden – und zwar ohne jegliche Einschränkungen. Darüber hinaus gibt es keine Unterschiede auf Basis der Technologien, die ihre Entwickler verwendeten, der Länder oder der Gebiete in denen sie installiert sind. Die Implementierung – ob Peer-to-Peer, LAN, WAN oder LPWAN ist ebenfalls nebensächlich.

Artikel 3 – Jedes vernetzte Objekt hat ein Anrecht auf Sicherheit.

Artikel 4 – Kein vernetztes Objekt sollte Cyber-Kriminellen zum Opfer fallen, manipuliert oder beschädigt werden.

Artikel 5 – Kein vernetztes Objekt sollte willkürlichen Angriffen oder Denial of Service-Attacken ausgesetzt sein.

Artikel 6 – Vernetzte Objekte sollten keinen willkürlichen Interferenzen während des Betriebs ausgesetzt sein. Der Schutz gegen solche Eingriffe oder Attacken ist das guten Recht jeden Objekts.

Utopie oder nötige Realität?

Diese Vision mag sich utopisch anhören – vor allem im Hinblick auf die kürzlich erfolgten Cyber-Angriffe auf IoT-Netzwerke. Es ist sicherlich noch ein weiter Weg, bis die Industrie dieses Ideal realisiert. Es ist aber ein Ziel, dass wir anstreben sollten und in dessen Richtung wir gehen. Seit dem ersten Tag haben wir beispielsweise Security-by-Default und Security-by-Design in unserer Architektur implementiert.

Sigfox-Ready Objekte sind so gesichert, dass sie sich nicht über das Internet hacken lassen. Damit können sie nicht aus der Ferne kompromittiert und als DDoS-Vektor genutzt werden – wodurch die übertragenen Daten bestens gesichert sind. Das Sigfox Netzwerk kommuniziert niemals die Sicherheitsreferenzen über das Wireless-Netzwerk und verhindert damit auch Honeypot-Attacken.

Vertrauen der Industrie in das IoT stärken

Um das Vertrauen der Industrie in IoT zu stärken, adressieren wir kontinuierlich die Sicherheitsanforderungen und -Bedenken von Unternehmen. Zu den Neuerungen gehört beispielsweise ein Manipulationsschutz, über den alle Sigfox-Ready Objekte dank der Einführung von Secure Elements verfügen. Hinzu kommen Maßnahmen, die Lauschangriffe vermeiden und so den Datenschutz durch Payload Encryption gewährleisten. Ein Programm zur Sicherheitszertifizierung, das in Zusammenarbeit mit einem der führenden Security-Anbieter durchgeführt wird, rundet die Sicherheitsmaßnahmen ab. Damit ist das Sigfox Netzwerk bestens davor geschützt, zum Ziel von Cyber-Kriminellen zu werden – und entsprechend auch unsere Kunden.

工信部推动智能网联汽车标准建设

3月30日从工信部获悉,工业和信息化部副部长辛国斌会见美国通用汽车公司全球执行副总裁兼中国公司总裁钱惠康,双方就新能源汽车和智能网联汽车产业发展、通用汽车公司对华合作等议题交换了意见。

辛国斌表示,中国政府高度重视新能源汽车和智能网联汽车产业发展,正积极推动建立新能源汽车市场化发展长效机制和智能网联汽车标准体系建设等工作,希望通用汽车公司等跨国汽车企业深度参与中国新能源汽车和智能网联汽车发展,在技术研发、标准制定、产品开发等方面加强对华合作,共同提升产品的安全性和品质,满足消费者不断增长的绿色、智能出行需求。

专业人士预测,随着各项政策、标准的确定和出台,我国的智能网联汽车有望逐步产业化,预计至2020年的市场规模可达1000亿元。

Höhere Lebenserwartung dank besserer Diagnostik

In Zukunft werden die größten medizinischen Entdeckungen nicht mehr nur in Laboren gemacht – und sicherlich nicht mehr zufällig. Fast alle neuen Erkenntnisse basieren dann auf Data Science & Analytics. Aufgrund der Möglichkeit, große Ergebnisanalysen, Musteranalysen und Zukunftsprognosen zu erstellen, kommt der Datenanalyse eine immer wichtigere Bedeutung zu. Denn sie trägt erheblich zur Optimierung von Beurteilungen und Entscheidungen bei. Data Science & Analytics sind integrale Bestandteile des IoT. Wie eine Studie von MarketResearch.com belegt, wird der IoT-Markt im Gesundheitswesen bis zum Jahr 2020 einen Wert von 117 Milliarden US-Dollar erzeugen. Die jährliche Wachstumsrate liegt bei 30 Prozent.

Höhere Lebenserwartung

Künftig werden Datenwissenschaftler, Aggregatoren, Technologie-Riesen und Gerätehersteller deutlich enger zusammenarbeiten. Das IoT wird im Zentrum dieses Wandels stehen. Smartphones, Wearables und andere medizinische Geräte werden traditionelle Schrittzähler, Blutdruckmessgeräte, Glucometer und Kalorienzähler immer öfter ersetzen und einen entscheidenden Platz in der Diagnose-Box von Ärzten einnehmen. Dank des künftigen Gesamtsystems und den damit verbundenen Geräten lassen sich Krankheiten besser vorhersagen, verhindern oder heilen. Dadurch erhöht sich die Lebenserwartung.

Ferndiagnosen und automatisierte Gesundheits-Checkups

Dank Remote-Patient-Monitoring-Lösungen und Disease-Management-Plattformen lässt sich die Pflege durch die Vernetzung der Patienten mit ihren Ärzten und Pflegepersonen deutlich besser koordinieren. Intel hat beispielsweise gemeinsam mit der Michael J. Fox Foundation eine vernetzte Plattform entwickelt, um die Überwachung und Behandlung von Parkinson-Patienten zu verbessern. Die Lösung erfasst Patientenmuster, ist mit Wearables verbunden und überwacht Symptome, die sonst bei einer Diagnose unbemerkt bleiben.

Die „IoT-sierung“ solcher Lösungen wird darüber hinaus den Bio-Pharma-Sektor aufgrund der adaptiven klinischen Versuchsplanung und der Implementierung einer zentrierten Medikamentenentwicklung verändern. Zudem ermöglicht das IoT Ferndiagnosen und Gesundheits-Checkups, ohne dass Patienten mit chronischen Krankheiten dazu extra ins Krankenhaus müssen. Gemäß der Studie soll der Anteil der über 60-Jährigen zwischen 2010 und 2020 von 11 Prozent auf 15 Prozent steigen und nahezu eine Milliarde Menschen mit chronischen Erkrankungen müssen kontinuierlich überwacht werden. Vorhersage-Modelle und die Erkenntnisse, die künftig gesammelt werden können, werden die Überwachung von bettlägerigen Patienten dank der Selbstüberwachung erleichtern. Organisationen können ihre Prozesse vereinfachen, ihre Effizienz erhöhen und Anbieter enger mit Patienten zusammenbringen. Basis hierfür ist ein Echtzeitzugriff auf Patientendaten. So können die größten Herausforderungen im Gesundheitswesen gelöst werden: Zeit und Erreichbarkeit.

Viele Geschäftsmöglichkeiten

Der Marktbedarf und das sich entwickelnde Potenzial des IoT wird zu neuen Dienstleistungsangeboten führen, um intelligentere Plattformen aufzubauen und zu nutzen. Neue Services sowie die Technologieintegration definieren das Geschäftsmodell des Gesundheitswesens neu. Unternehmen werden in Zukunft darin konkurrieren, wer quantifizierbare Endergebnisse in Echtzeit liefern kann. Dieses Endergebnis wird dann letztendlich ausschlaggebend für die Gebühr sein.

Das erfordert eine höhere Automatisierung, bessere Vorhersagbarkeit und eine optimierte Zusammenarbeit innerhalb des Gesundheitswesens, um einen kostengünstigeren Service anbieten zu können. Beispiele hierfür sind:

  • Supply-Chain-Optimierung: Laut Cardinal Health entstehen jährlich medizinische Abfälle im Wert von rund 5 Milliarden US-Dollar aufgrund einer ineffektiven Bestands- und Supply-Chain-Versorgung. Eine Echtzeitüberwachung und -verfolgung kann Alarmmeldungen für eine automatische Nachschubversorgung der Verbraucher auslösen, um die Kosten effizienter zu gestalten.
  • Reduzierte Maschinenstillstandzeiten: Die durchschnittlichen Ausfallkosten für eine medizinische Versorgung je Ereignis belaufen sich auf etwa 690.000 US-Dollar. Laut McKinsey besteht die Möglichkeit, mit einem industriellen IoT bis zum Jahr 2025 bis zu 2,5 Billionen US-Dollar jährlich einzusparen.
  • Geringere Durchlaufzeiten durch Prozessautomation: Eine kontinuierliche Verfolgung der Patientengesundheit durch Fernüberwachung kann die Sterblichkeitsrate um etwa 45 Prozent reduzieren. Gleichzeitig haben Unternehmen aufgrund einer verbesserten Konnektivität und Prozessautomatisierung bis zu 89 Prozent weniger Durchlaufzeiten. HCL ‚IoT Works’ führt beispielsweise zu einer deutlichen Steigerung der Traktion mit den Kunden, um diese in praktische Lösungen zu implementieren. Gemeinsam mit einem Partner haben wir ein Gateway zwischen einem Kunden-Sterilisierungs- und Verifizierungsgerät entwickelt. Dieses hat dazu beigetragen, die Geräteverfügbarkeit um 27 Prozent zu verbessern, die Feldbesichtigungskosten um 18 Prozent zu reduzieren und den manuellen Datenabgleich zu eliminieren.

Jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln!

Die Entstehung des neuen Ökosystems im Gesundheitswesen, bei dem das IoT alle Teile verbindet, bietet ganz neue Möglichkeiten. Eine höhere Effizienz und die gemachten Erfahrungen sorgen für eine höhere Vielseitigkeit. Gleichzeitig werden mit den zunehmenden sensiblen Daten, die generiert werden, auch die Bedrohungen für die Privatsphäre zunehmen. Ob eine Organisation im Gesundheitswesen erfolgreich sein wird, hängt künftig davon ab, wie gut sie das IoT versteht. Eines ist jedoch sicher: Das IoT wird dafür sorgen, dass das Gesundheitswesen nie wieder das gleiche sein wird.

vCenter-Appliance updaten

Über den Menüpunkt Update rufen Sie „Nach Updates suchen“ auf. Dadurch verbindet sich die Appliance mit dem Internet und überprüft, ob eine neue Version zur Verfügung steht. Wählen Sie für die Suche nach Updates im Internet die Option „URL Prüfen“. Die URLs konfigurieren Sie wiederum über „Einstellungen“.

Hat die Appliance Updates gefunden, können Sie diese mit „Updates installieren“ auf der Appliance integrieren. Der Status dazu ist im Fenster zu sehen.

Sie können Patches natürlich auch als ISO-Datei herunterladen und bei der Update-Suchen-Funktion das Laufwerk auswählen, über das Sie die ISO-Datei zur Verfügung gestellt haben. Updates für vCenter 6.5 laden Sie, wie die Updates für ESXi-Hosts, über die URL http://www.vmware.com/patchmgr/download.portal herunter.

Patches auf ESXi 6.5 installieren

Sobald VMware Aktualisierungen für vSphere zur Verfügung stellt, finden Sie diese über die Adresse http://www.vmware.com/patchmgr/download.portal.

Laden Sie die ZIP-Datei auf Ihren PC herunter. Danach laden Sie das Archiv auf den vSphere-Host, den Sie aktualisieren wollen. Sie können dazu den Web-Client verwenden, oder WinSCP.

Sobald der Upload abgeschlossen ist, können Sie sich an die Aktualisierung machen. Dazu können Sie zum Beispiel mit SSH arbeiten.Dazu verwenden Sie normalerweise den kostenlosen Opensource-Client Putty (http://www.putty.org). Standardmäßig ist der SSH-Zugriff auf vSphere-Hosts aber deaktiviert.

Um SSH für die Aktualisierung zu aktivieren, verwenden Sie den Web-Client. Klicken Sie dazu auf Konfigurieren und dann bei System auf den Menüpunkt Sicherheitsprofil. Im oberen Bereich finden Sie die aktivierten Dienste auf dem Server.

Klicken Sie in der Mitte bei „Dienste“ auf Bearbeiten und markieren Sie den Dienst „SSH“. Über die Schaltfläche Starten können Sie festlegen, dass der Dienst gestartet wird. Sobald sie SSH gestartet haben, öffnen Sie Putty. Geben Sie die IP-Adresse des Hosts ein und melden Sie sich am Host an. Die Anmeldung muss ohne Fehlermeldung erfolgen.

Nachdem Sie per SSH verbunden sind, geben Sie folgenden Befehl ein:

esxcli software vib update -d /vmfs/volumes/<Name des Datenspeichers>/<Name der Zip-Datei>

Achten Sie auf Groß- und Kleinschreibung. Durch die Option „update“ bleibt ihre Konfiguration vorhanden.

Einsatzgebiete von VR und AR in Unternehmen

Wir begleiten Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation, denn Augmented Reality ist zukünftig auch in der Bauindustrie sowie bei Service- und Wartungsaufgaben nicht mehr weg zu denken. Facility Management-Softwarelösungen werden immer feinere Daten zur Verfügung stellen und ermöglichen so eine schnelle Informationsbereitstellung. VR und AR werden sich nahtlos in unsere tägliche Arbeit einfügen und bei verschiedenen Verkaufs- und Serviceprozessen zum Einsatz kommen. Im Zuge des gemeinsamen Forschungsprojektes „Cyber-Physical Manufacturing Facility Management (CyPhyMan)“ mit der Technischen Universität Dresden sind verschiedene Szenarien entstanden

Virtuelle Realität im Verkaufsprozess

Die virtuelle Realität wird zukünftig in komplexen Verkaufsprozessen unterstützen. Ein naheliegendes Beispiel betrifft alle Objekte und Dinge, die erklärungsbedürftig sind oder erst den Fertigungsprozess durchlaufen müssen. Kundengespräche beim Verkauf von Neuwagen in der Automobilbranche oder von Maschinen und Anlagen lassen sich so virtuell simulieren. Das Ganze geht soweit, dass der Auftraggeber seine vollständige Fertigungsstraße mit VR-Technologie im Vorfeld betrachten kann. Der klare Vorteil im Verkaufsgespräch ist, dass das fertige Produkt bzw. das Referenzobjekt bei Maschinen komplett betrachtet werden kann. Virtuelle Realität wird auch bei Einrichtungshäusern und Architekten positiv aufgenommen. Mit virtuellen Rundgängen durch das geplante Haus oder neu gestaltete Zimmer lassen sich bereits im Vorfeld Emotionen wecken und Kaufentscheidungen kräftigen. Letztlich stärkt der Einsatz von VR die eigene Kompetenz beim Kunden und sorgt sicher auch für einen gewissen „Aha-Effekt“.

Virtuelle Realität bei der Einarbeitung an Maschinen und Anlagen

Mitarbeiterschulung mit Microsoft HoloLens-Brille
Mitarbeiterschulung mit Microsoft HoloLens-Brille

Die Fertigungsindustrie ist vielseitig in der Abarbeitung von Aufträgen mit unterschiedlichsten Maschinen. Eine VR-Brille kann hier die Einarbeitung eines neuen Kollegen unterstützen. Die reinen Grundlagen zur Bedienung, das Kennenlernen der technischen Daten und erste Versuche an der neuen Maschinen zu arbeiten können über eine VR-Brille gelöst werden.

Der Vorteil daran ist, dass der neue Kollege die Maschine dazu nicht einmal gesehen haben muss. Er kann sich mit der VR-Brille in die virtuelle Welt begeben und dort lernen. Für solche komplexen Prozesse ist ein VR-Cave erforderlich, in welcher sich der Anwender bewegt.

Der begehbare VR-Raum ermöglicht ein vollständiges Eintauchen in die virtuelle Umgebung. Ein VR-Cave kann für vielfältige Anwendungen genutzt werden, was vom Design des Interieurs im Automobilbau über die Gebäude- und Landschaftsarchitektur bis hin zur realistischen Darstellung von Maschinen und Robotern geht. Die virtuelle Lernsimulation kann bei bestehenden Maschinen aber auch zum Anlernen von neuen Maschinen genutzt werden, wenn sich diese noch in der Herstellung befinden.

Virtuelle Realität bei der Kollisionsuntersuchung von Werkstücken

Stellen Sie sich vor, Sie können mit der VR-Brille Ihr zu fertigendes Werkstück von allen Seiten betrachten. Im Bereich der Fertigung (CAM) kann die virtuelle Visualisierung helfen, im Vorfeld zu prüfen, ob das zu bearbeitende Werkstück bzw. der Fräser oder Bohrer im Zuge des Bearbeitungsprozesses nirgendwo anstößt. Eine Kollisionsuntersuchung umfasst dabei alle möglichen Eventualitäten zum Werkstück und der direkten Umgebung, wie die Einspannvorrichtung, den Bohrer oder Fräser. Ein weiteres Beispiel zur Kollisionsuntersuchung kommt im Automobilbau zum Einsatz. So wird die Freizugänglichkeit des Motors oder anderer Bauteile im Vorfeld geprüft.

Augmented Reality in der Produktion

Handsteuerung mit Microsoft HoloLens
Handsteuerung mit Microsoft HoloLens

Die Maschinen der neuesten Generationen sind mit unterschiedlichsten Mess- und Regelsystemen ausgestattet. Die Sensoren erfassen wie viele Meter Metall bereits bearbeitet wurden, wie schnell der Fräser dreht, wie hoch die Temperatur auf einer Welle ist oder welche Stückzahl noch benötigt wird. Diese Daten werden an einen zentralen Server gesendet und gespeichert. Die vernetzte Industrie kommt anhand dieses Beispiels der Nutzung von Augmented Reality ebenfalls entgegen.

Der Werker, der eine AR-Brille nutzt, kann sich während seiner normalen Arbeit Echtzeitdaten auf die Brille einspielen lassen. Die Abfrage der Echtzeitdaten kann nach Befehl des Werkers erfolgen oder auch von der Blickrichtung abhängig sein. Wie läuft das? Der Werker schaut seine Maschine an und fokussiert den Blick auf eine drehende Welle. Nach kurzer Zeit bekommt er die Drehzahl und Temperatur der Welle in der VR-Brille angezeigt. Genau dieses Überblenden der realen Welt mit Zusatzinformationen durch computergenerierte sensorische Eingaben ist das AR-Prinzip.

 

Augmented Reality für Wartung und Instandhaltungsservices

Bei der Wartung von Maschinen ist mit Augmented Reality der Vorteil gegeben, dass sich in das Sichtfeld des Werkers zusätzliche Informationen projizieren lassen. Angefangen beim Drehmoment, wie stark die Schraube wieder angezogen werden muss, bis hin zur Darstellung des Wartungsplanes in digitaler Form. Durch die Darstellung der digitalen Wartungspläne entfällt der Gang zum Arbeitsplatz. Treten im Zusammenhang der Wartung Fragen zur Konstruktion auf, kann er zusätzlich die vorhandenen Konstruktionsdaten abfragen. Die AR-Technologie unterstützt den Weg zu einer papierlosen Wartung. Mit unserer Facility Management Software SPARTACUS FM haben wir auf der diesjährigen INservFM in Frankfurt a. M. unsere intelligente Kaffeemaschine AR-tauglich gemacht. Die Besucher konnten live eine Wartung mit Zustandsangaben der vernetzten Kaffeemaschine erleben.

Werden uns erweiterte und virtuelle Welten helfen?

VR- und AR-Brillen werden unsere Zukunft erleichtern. Sie werden uns dabei helfen, Neues besser auf eine visuelle Art zu verstehen. Dabei werden wir lernen müssen, dass sich die Welten zwischen Realität und Virtualität vermischen werden. VR und AR werden uns privat und beruflich neue Einblicke geben. Wie bei jedem neuen Produkt gibt es auch bei dieser Technologie noch Potenzial. Heutige Brillen besitzen unterschiedlich verbaute Technik. Dabei kann es vorkommen, dass diese nicht fehlerfrei die Umgebung entsprechend der Kopfbewegung darstellen. Das Ergebnis sind Ruckler oder Bildhologramme. VR- und AR-Brillen der aktuellen Generation sind noch mit Anschlusskabeln zur Energieversorgung ausgestattet. Erste Modelle mit verbauten Akkus, wie z. B. die Microsoft HoloLens, gibt es bereits am Markt, sind von Dauer der Nutzung aber noch nicht ausgereift. Trotz dieser kleinen Kinderkrankheiten wird uns auf dem Weg der Digitalisierung eine VR/AR-Brille nicht mehr von der Seite weichen.

Bildquelle: N+P Informationssysteme GmbH

Big Data funktioniert nur mit semantischen Technologien – 5 Nutzungsszenarien

Bisher wurden semantische Technologien noch sehr akademisch diskutiert. Dabei gibt es längst Lösungsansätze und bereits heute praxisrelevante Nutzungsszenarien. Prof. Dr. Martin Gaedke von der Technischen Universität Chemnitz (TU Chemnitz) und Christian Opitz vom Technology-Provider Netresearch geben Einblick in konkrete Anwendungen und Entwicklungsziele. Beide unterstützen das vom BMBF geförderte Wachstumskern-Projekt “Linked Enterprise Data Services” (LEDS), welches sich mit der Entwicklung von Methoden zur Verarbeitung großer Datenmengen beschäftigt. Kernziele sind die Integration unterschiedlicher Datenquellen sowie die Verknüpfung von Big Data zu neuen Dienstleistungen.

Unternehmen stehen auf dem Weg zum Big Data vor einer entscheidenden Herausforderung: Nicht das Sammeln von Daten ist das Schwierige, sondern die (Weiter-) Verarbeitung und Integration. Das hat zwei Ursachen:
Daten liegen in der Regel nicht einheitlich formatiert und strukturiert vor. Von Fließtexten, Datenbankeinträgen und Tabellen bis zu Bildern, Videos und kurzen Social Media-Schnipseln – es gibt etliche Datentypen, die nicht wirklich miteinander verknüpft werden können. Hinzu kommen die vielen verschiedenen Quellsysteme mit ihren unterschiedlichen Datenformaten wie SAP, Windows, iOS etc.
Datenquellen entwickeln sich weiter. Die Datenquellen müssen also ständig synchronisiert und die Ergebnisse der Datenverknüpfungen überprüft werden (die so genannte Co-Evolution von Daten).

„Die Lösung zu diesen Problemstellungen steckt in den semantischen Technologien“, erläutert Prof. Dr. Gaedke, Professor für Verteilte und selbstorganisierte Rechnersysteme der Fakultät für Informatik an der TU Chemnitz und Leiter der Arbeitsgruppe Qualität und Kohärenz bei LEDS. „Semantische Technologien helfen dabei, verschiedenste Datentypen zu vereinheitlichen, sie zu verknüpfen und ineinander zu überführen. Ferner stellen sie einheitliche Schnittstellen zwischen den verschiedenen Datenlieferanten und -nutzern sicher und ermöglichen die Definition von Prozessen, die sowohl die Qualitätssicherung als auch die Synchronisation großer Datenmengen effizient gewährleisten.“

Nutzungsszenario 1: Plattformübergreifende, erkenntnisorientierte Datenintegration

In Unternehmen existiert mit ERP, CMS, MES, PIM und CRM oft ein regelrechtes Chaos verschiedener Backend-Systeme. Um der Datenvielfalt gerecht zu werden, setzt sich in Unternehmen deshalb langsam das Konzept der Data Lakes durch. Diese bilden eine Art riesige unternehmensinterne Datensammelstelle. Pro forma werden damit zwar in Unternehmen Datensilo-Wände eingerissen. In diesem “Datensee” liegen die Daten jedoch noch immer in ihrem ursprünglichen Datenformat vor. Videos finden sich neben PDFs und SQL-Datenbänken. Eine sinnvolle Integration der verschiedenen Datensätze wird damit noch nicht möglich.

Genau diese Datenintegration, -verdichtung und -weiterverarbeitung ist aber gerade der entscheidende Vorteil von Big Data. Nur die Integration ermöglicht weiterführende Erkenntnisse für Business Intelligence, Produktionsplanung und Anwendungen wie Produktdatenmanagement und Content Augmentation.

Ein semantischer Lösungsansatz ist daher ein zwischen Data Lake und den Backend-Anwendungen zwischengeschalteter Enterprise Service Bus (ESB).

„Dieser ESB transformiert automatisch alle Datensätze in strukturierte, semantische RDF-Daten, bevor sie in den Data Lake importiert werden. Gleichzeitig kann er die RDF-Daten auch wieder in das jeweilige Backend-System-Format überführen, in dem die Daten verarbeitet werden sollen“, erklärt Christian Opitz die Grundfunktion der semantischen Anwendung. Als Leiter Innovationen bei Netresearch und verantwortlicher Leiter der Arbeitsgruppe Vernetzte E-Commerce-Dienste bei LEDS legt er sein Hauptaugenmerk auf die freie Verwendbarkeit von Daten über mehrere Plattformen hinweg. „So werden Daten frei kombinierbar. Beliebige Anwendungen können auf beliebige Daten aus anderen Anwendungen zugreifen, diese verdichten und zu neuem Wissen aggregieren. Das vereinfacht nicht nur die gesamte IT-Landschaft im Unternehmen. Das Potential von Big Data kann so erst wirklich in Unternehmen voll ausgeschöpft werden.“

Nutzungsszenario 2: Ergänzung journalistischer Arbeit durch Content Augmentation

Sowohl Journalisten als auch Redakteure von Onlineshops stehen vor derselben Herausforderung: Wie halte ich meine Inhalte aktuell? Wie entwickle ich Inhalte (Content), der sich von meinen Mitbewerbern abhebt und mich im Netz sichtbarer macht? Und wie schaffe ich das in kürzester Zeit?

Eine Lösung für diese Herausforderungen soll die semantische Content Augmentation (Inhaltsvermehrung) liefern.

Prof. Dr. Gaedke: „Die Idee hinter dem Ansatz ist dabei einfach, klar und elegant zugleich. Der Text oder die Information eines Redakteurs bildet zunächst die Ausgangssituation. Die semantische Technologie sucht aus verschiedenen externen Datenquellen Zusatzinformationen, die zu Worten, Sätzen oder ganzen Textpassagen des Redakteurs passen, sie vervollständigen oder ergänzen. Dieses automatisch hinzugefügte so genannte Hintergrundwissen, versetzt den Text mit weiteren Erfahrungsebene und verknüpft ihn gegebenenfalls mit tagesaktuellen Bezügen.“

Content Augmentation könnte somit zum einen über ein Vorschlagswesen die Recherche von Redakteuren unterstützen. Weiterhin würde damit eine automatisierte Erstellung und Aktualisierung thematischer Landingpages sowie die automatisierte Verknüpfung von Texten untereinander oder mit Beiträgen im sozialen Netz ermöglicht.

Nutzungsszenario 3: Vereinfachtes Management von Produktdaten

In Onlineshops aber auch unternehmensinternen Produktmanagementsystemen sind fehlerfreie und aussagekräftige Produktdaten entscheidend – für die Suchmaschinen-Auffindbarkeit und Verkaufserfolg (Conversion) genauso wie für das Produktmanagement. Die Konzeption und Modellierung der Daten ist jedoch aufwendig und erfordert Fachkenntnisse sowohl im Umgang mit dem Backend-System als auch den Produkten selbst.

Christian Opitz: „Semantische Technologien greifen den Redakteuren und Managern gezielt unter die Arme. Zum Beispiel können die Technologien semantische Produktinformationen aus Konkurrenz-Onlineshops oder anderen Quellen extrahieren. Dadurch werden dem Nutzer konkrete Attribute und Attributgruppen empfohlen, unter denen diese im Onlineshop eingestellt werden sollten, um eine möglichst hohe Sichtbarkeit zu erreichen. Wie auch bei der Content Augmentation handelt es sich dabei um ein Vorschlagswesen, dass dem Nutzer langwieriges Suchen und Ausprobieren erspart.“

Nutzungsszenario 4: Bessere Suchergebnisse durch semantische Suche

Im Kampf um Aufmerksamkeit im Internet sind noch immer die sogenannten Keywords (Schlagworte) Hauptreiber jeder Optimierung. Jedoch basieren herkömmliche Suchmechanismen auf der reinen Verschlagwortung unstrukturierter Texte auf Basis der Wortstämme. Das Resultat sind häufig fehlerhafte, unerwünschte oder ungenaue Suchergebnisse. Grund ist, dass mit dieser sehr basalen Verschlagwortung ähnliche Begriffe und Synonyme nicht erkannt werden. Zugleich erkennt die Suchmaschine keine Mehrdeutigkeiten.

Prof. Dr. Gaedke: „Ein Beispiel für diese Lücken im Suchalgorithmus ist das Wort “Matchbox”. Dies ist mittlerweile ein umgangssprachliches Wort für Spielzeugautos. Gleichzeitig bedeutet es auch Zündholzschachtel. Die semantische Suche würde Schlagworte mit Hintergrundwissen z. B. aus der Open Data Cloud anreichern. Das ermöglicht eine Kontextualisierung von Schlagworten und Webseiteninhalten. Sucht nun ein Nutzer nach “Matchbox” würden auch Händler (hoch platziert) angezeigt werden, die grundsätzlich Spielzeugautos führen, selbst wenn sie keine Matchbox im Angebot haben.“

Nutzungsszenario 5: Cross-Selling steigern mit semantischem Vorschlagswesen

Ein klassisches Cross-Selling-Werkzeug in Onlineshops ist der Reiter “Diese Produkte könnten Sie auch interessieren”. Um seinen Kunden jedoch ähnliche oder passende Angebote vorzuschlagen, müssen die Beziehungen zwischen den einzelnen Artikeln hinterlegt werden. Aktuell erfolgt dies entweder manuell oder durch aufwendige Algorithmen. Die Erfolgsquote ist meist fraglich.

Christian Opitz: „Das semantische Vorschlagswesen, das wir auch Recommendation Engine nennen, funktioniert ähnlich der semantischen Suche. Angebote werden mit Daten aus anderen Quellen, wie z. B. Data Lakes oder dem Unternehmens-CRM, abgeglichen. So könnten das Klickverhalten, die Verlaufsdaten und die Einkaufshistorie von Kunden automatisiert herangezogen werden, um Interessen abzuleiten und passgenaue Angebote zu machen.“

Onlineshops würden damit nicht weiter in das Fettnäpfchen treten, seinen Kunden Angebote zu bereits gekauften oder mehrfach abgelehnten Produkten zu unterbreiten.

Fazit

Viele Unternehmen beschränken sich in ihrer Big-Data-Strategie aktuell noch auf das reine Datensammeln und gehen häufig umständliche Wege, um diese für sich nutzbar zu machen. Insbesondere in einer zunehmend digitalen Wirtschaft wird es in Zukunft immer wichtiger, aus verschiedenen Quellen passgenaue Angebote in kürzester Zeit zu generieren. Semantische Strategien versprechen schlanke und effektive Lösungen für die Weiterverarbeitung großer und variabler Datensätze. Dabei stehen sowohl die Zeit- als auch die Kostenersparnis im Fokus.

Weitere Informationen zum vom BMBF geförderten Wachstumskern-Projekt Linked Enterprise Data Services finden Sie unter www.leds-projekt.de.

Zettelwirtschaft adé – Digitale Revolution im Anlagenbau

Manager von Großprojekten kennen das Problem. Das Material ist bereits versandt, doch wo ist es? Am Schiff, im Lager, beim Kunden oder bei Subfirmen? Diese fehlende Information hat wesentlichen Einfluss auf die Montageplanung und kann ganze Projekte ins Wanken bringen. Bei knapp kalkulierten Projekten entscheidet perfekte Materialverwaltung oft über Gewinn und Verlust.

Ziel sollte es sein, jedes Bauteil – vom Lieferanten über den Transportweg bis hin zum Lagerplatz und der Montage auf der Baustelle – digital zu erfassen und auf Knopfdruck zu wissen, wo sich welches Teil befindet und wie lange die Lieferung noch dauert. Zukunftsmusik? Mitnichten.

Digitale Zukunft im Anlagenbau

Durch „smarte“ Lösungen wird in Zukunft die Baustellenabwicklung revolutioniert. Flexibilität, Agilität, Wandlungsfähigkeit und Geschwindigkeit sind die Anforderungen an den modernen Anlagenbau. Aber nicht nur Konzerne und Großunternehmen steigern ihre Effizienz durch integrierte Baustellenlogistik. Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren massiv von solchen Tools.

Wenn es einmal nicht rund läuft

In der Vergangenheit stellten Lieferscheine unverzichtbare Dokumente dar – auf Großbaustellen containerweise. Selbstredend, dass die Verwaltung dieser Zettelmassen Arbeitszeit verschlang, die anderenorts fehlte. Die berühmten Excel-Listen in den verschiedensten Revisionen trugen zum Durcheinander wohlwollend bei. Hinzu kamen schadhafte Lieferungen, die mit der Handykamera-Copy/Paste-Erfassungs-Methode nicht selten zu Chaos und permanenter Improvisationstätigkeit führten, sofern sie denn überhaupt dokumentiert wurden.

Die Verknüpfung von Logistik mit einem einfachen Qualitäts- und Mangelmanagementsystem mit direkten Rückmeldungen von der Baustelle sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, welche zu großer Zeitersparnis und Prozessverbesserungen beiträgt.

Der Blick für das große Ganze

Projektleiter schätzen es, den Überblick zu behalten und geeignete Tools zum Reporting zur Verfügung zu haben. Bei der Wahl der Software müssen Unternehmen allerdings einiges beachten, um am Ende über eine Lösung zu verfügen, die den individuellen Ansprüchen wirklich gerecht wird.

Die Wahl der richtigen Technologie und Umsetzung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ein RFID Tag oder Barcode lösen noch kein Problem. Eigenlieferungen, Beistellungen, Lieferanten-Direktlieferungen, Vorortzukäufe – vieles gilt es zu beachten um diese in die Gesamtlösung zu integrieren.

Vernünftiges Reporting benötigt valide Daten. Daher ist es wichtig, die Baustellenabwicklung miteinzubeziehen und nicht als „kleine Insel“ zu betrachten. Eine in der Ausführung flexible, jedoch standardisierte Baustellenlogistik, Mängelerfassung, Fortschrittsbewertung und Bautagebücher sind nur einige Themen, welche in dem Spannungsfeld zwischen Logistik, Baustelle und Projektmanagement berücksichtigt werden sollen.

Die größten Schwierigkeiten sind oft die fehlende IT Infrastruktur Vorort oder vielfach die Schnittstellen zur hauseigenen SAP-Umgebung, welche jedoch mit dem richtigen Softwarepartner lösbar sind. Bei vielen Anbietern fehlt die Erfahrung und das nötige Baustellenwissen. Eine einfache Bedienung, die flexible Konfiguration durch den Bauleiter und eine komplette Offline-Fähigkeit sind für eine funktionierende Software eine wesentliche Grundvoraussetzung.

Digitale Agenda

Die Fachbereiche IT und Projektmanagement gehen bei der digitalen Revolution im Anlagenbau Hand in Hand. Zur Analyse und Implementierung von Lösungen zur Baustellenlogistik und Prozessoptimierung gibt es kaum IT-Anbieter, die den gesamten Prozess mit nur einer Software abdecken – wobei dies empfehlenswert ist, um ein Projekt zu optimieren und der Zettelwirtschaft Lebewohl zu sagen.